News

29.10.2019 Sektion Stadt Zürich: Austausch mit dem SSD

ZLV-News
Zweimal im Jahr sind die Verbände beim Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich (SSD) zu einem Austausch eingeladen. Hier der Bericht der Sitzung vom 28. Oktober 2019.

Die drei Verbände ZLV, Sek ZH und vpod reichen etwa einen Monat vor dem Gespräch alle ihre Fragen gemeinsam ein. Diese landen im SSD auf den Tischen der Personen, welche die Geschäfte, die zu den Fragen passen, bearbeiten. Sie beantworten die Fragen schriftlich. Diese Sammlung erreicht dann die Verbände kurz vor der Sitzung.

Als Vorbereitung lesen wir die Antworten durch. An der eigentlichen Sitzung müssen dann nur noch wenige Unklarheiten besprochen werden. Eine sehr speditive und angenehme Art und Weise, um in kurzer Zeit vieles zu klären! Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle ans Schulamt der Stadt Zürich!

Am Montag 28. Oktober 2019 fand eine solche Sitzung statt. Stadtrat und Departementsvorsteher Filippo Leutenegger begrüsste uns und führte durch die Sitzung. Es würde den Rahmen sprengen, wenn an dieser Stelle über alle besprochenen Geschäfte informiert würde. Genaueres dazu wird fortlaufend im Intranet der Stadt Zürich aufgeschaltet. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Im Moment werden alle Werkräume der Stadt Zürich mit dem nötigen Werkzeug ergänzt, um im TTG den Vorgaben des LP21 gerecht zu werden. Dies geschieht Dank dem mehrmaligen Nachhaken des ZLV.
  • 30 Schulen testen zurzeit die neue Software «KluS». Sie soll das Lehreroffice bald ablösen. Im Moment werden viele Anpassungen auf Grund der Rückmeldungen der Testschulen gemacht.
  • 18 Schulen der Stadt Zürich sind bereits Tagesschulen. In der Pilotphase 1 betrug der Anteil Lehrpersonen in der Mittagsbetreuung 7%. Der Umrechnungsfaktor für die Entlöhnung dieser Arbeit richtet sich nach dem nBA: 30 Minuten Betreuung pro Schulwoche entsprechen einem Beschäftigungsgrad von 1% oder 19 Stunden.
  • Um die Sek zu stärken plant das Schulamt an drei Standorten einen Infoabend. Dort werden die Chancen des dualen Bildungsweges hervorgehoben.

Nach einer guten Stunde waren alle Fragen geklärt und wir wurden wieder ins Regenwetter entlassen.

Dominique Tanner, Mitglied Geschäftsleitung ZLV

27.09.2019 Lohnforderungen der Vereinigten Personalverbände für 2020

Medienmitteilung VPV
Die Vereinigten Personalverbände VPV, zu denen auch der ZLV gehört, fordern für das nächste Jahr eine substanzielle Lohnerhöhung für alle Mitarbeitenden des Kantons.

Seit Jahren schliesst die Rechnung des Kantons Zürich besser ab als budgetiert. Kürzlich hat nun die Regierung ein ausgeglichenes Budget für das Jahr 2020 vorgestellt. Es wäre eine ganz neue Erfahrung, wenn der Rechnungsabschluss Ende 2020 nicht einen Gewinn gegenüber der offiziell erwarteten schwarzen Null ausweisen würde.

Deshalb fordern die VPV für das nächste Jahr eine substanzielle Lohnerhöhung für alle Mitarbeitenden des Kantons. Viele Angestellte konnten nämlich schon seit Jahren nicht von einer Individuellen Lohnerhöhung (ILE) profitieren, darunter auch besonders viele der unteren Lohnklassen. Die VPV möchten dieser Ungerechtigkeit mit einer Lohnerhöhung von CHF 50 pro Monat ein Zeichen der Wertschätzung für ALLE Mitarbeitenden entgegensetzen. Optional könnte der Kanton diesen Betrag auch auf das BVK-Konto jedes einzelnen einschiessen, was aus unserer Sicht besonders nachhaltig wäre. Des Weiteren erwarten die VPV, dass die im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) vorgesehenen ILE über 0,6% und Einmalzulagen über 0,2% mindestens voll ausgeschöpft werden. Die Gewährung des vollen Teuerungsausgleichs ist für die VPV eine Selbstverständlichkeit.

Die Aufwendungen des Kantons an die BVK sind wichtige und attraktive Lohnbestandteile. Deshalb fordern die VPV, dass der Kanton die neuen BVK-Angebote (Altersrücktritt in drei Schritten, Reduzierung der BVK-Eintrittsschwelle, Kaderversicherung, Versicherung des Koordinationsabzugs) auch für seine Angestellten übernimmt.

 

Den Mittelschul- und Berufsschullehrpersonen sowie den Mitarbeitenden ü50 soll – wie den Volksschullehrpersonen und allen anderen Mitarbeitenden – ebenfalls eine zusätzliche Ferienwoche zugestanden werden. Die bisherige Argumentation der Regierung, weshalb dies nicht möglich sein soll, überzeugt die VPV nicht.

26.09.2019 Sinnvolle Massnahmen für die Kindergärten – weitere müssen folgen

Medienmitteilung ZLV und VKZ
Die Zürcher Bildungsdirektion hat heute Donnerstag den Bericht zur Situation des Kindergartens im Kanton Zürich veröffentlicht und dazu ein Massnahmenpaket vorgeschlagen. ZLV und VKZ sind zufrieden, dass der Bericht den zentralen Stellenwert des Kindergartens als Fundament der Volksschule anerkennt. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen im Kindergarten gehen in die richtige Richtung und sind sinnvoll. Weitere Massnahmen müssen jedoch folgen.

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat heute den Bericht zur Situation des Kindergartens im Kanton Zürich veröffentlicht. Gleichzeitig stellte sie Massnahmenvorschläge zur Verbesserung der Situation auf der Kindergartenstufe vor; eine zentrale Massnahme ist dabei die Einreihung der Kindergartenlehrpersonen in die Lohnklasse 19 (bisher 18). Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) und der Verband Kindergarten Zürich (VKZ) schätzen und begrüssen das Engagement der Bildungsdirektion und des Volksschulamts zur Stärkung der Kindergartenstufe und freuen sich über die längst fällige Neueinstufung der Kindergartenlehrpersonen.

Der sorgfältig verfasste Monitoringbericht anerkennt den zentralen Stellenwert des Kindergartens als Fundament der Volksschule. Von einem gelungenen Start in die Schulkarriere im Kindergarten profitieren alle Beteiligten – Kinder, Eltern, Schule und Gesellschaft. Ebenso klar ist im Bericht dargestellt, dass die Rahmenbedingungen im Kindergarten auf verschiedenen Ebenen nicht mit den Anforderungen der heutigen Zeit mithalten können. ZLV und VKZ anerkennen, dass die Bildungsdirektion und das Volksschulamt vor diesem Hintergrund den Beruf der Kindergartenlehrperson aufwerten möchten, auch um dem anhaltenden Lehrpersonenmangel zu begegnen. Die Einstufung der Kindergartenlehrpersonen in die Lohnklasse 19 geht dabei in die richtige Richtung, genauso wie die vollständige Zusammenführung und Gleichbehandlung der Studiengänge für die Lehrpersonen der Kindergartenstufe und der Unterstufe, neu KUST.

Gleichzeitig bedauern die Verbände, dass der Kanton den eingeschlagenen Weg nicht konsequent zu Ende geht. Folgende drei Schwachpunkte müssen behoben werden:

  • In die Lohnklasse 19 sollen gemäss Vorschlag nur Kindergartenlehrpersonen eingereiht werden, welche bereits die neu geforderte KUST-Ausbildung absolviert haben. Von den aktuell unterrichtenden Lehrpersonen trifft dies nur auf rund 40% zu. Für die anderen 60% der Lehrpersonen – vor allem auch ältere – wären damit teure und zeitaufwändige Nachqualifikationen nötig. So bliebe die strukturelle Ungerechtigkeit für eine Mehrheit faktisch bestehen. Wir fordern die Lohnklasse 19 für alle Kindergartenlehrpersonen.
  • Kindergartenlehrpersonen des Kantons Zürich leisten bei einem Anstellungsgrad von 88% die Jahresarbeitszeit, die für ein Hundertprozentpensum vorgesehen ist, wie die kürzlich veröffentliche Arbeitszeiterhebung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) feststellte. ZLV und VKZ fordern deshalb, dass die sogenannt «begleiteten Pausen» als vollwertige Unterrichtssequenz anerkannt und im Berufsauftrag entsprechend angerechnet werden. Für eine Jahreslektion müssen ausserdem vier Stunden mehr angerechnet werden.
  • Neben der Verbesserung der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen sind kantonale Anpassungen bei den personellen Ressourcen im Unterricht notwendig. Die Kindergärten leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur Integration und sehen sich immer häufiger damit konfrontiert, dass vierjährige Kinder eingeschult werden. Damit die Eingangsstufe flächendeckend ein solides Fundament für eine erfolgreiche Schulkarriere legen kann, sind mehr personelle Ressourcen notwendig. ZLV und VKZ fordern auch in diesem Bereich Massnahmen auf kantonaler Ebene.

17.09.2019 Erfolgreiche ZKM-Tagung

ZLV-News
Am letzten Mittwoch 11.9.19 führte die ZKM ihre jährliche Tagung durch. 650 Lehrpersonen nahmen daran teil. Nach einer Begrüssung durch die LCH-Präsidentin Dagmar Rösler und den ZLV-Präsidenten Christian Hugi referierten Claude Sidler zur Gesundheit im Lehrberuf und Peter Fratton zum Thema «Lernen neu denken».

Nach der Aufzählung verschiedenster Stressfaktoren für die Lehrpersonen kam Claude Sidler auch auf mögliche Massnahmen zu sprechen: Er forderte die Lehrpersonen auf, sich vermehrt abzugrenzen und regte an, dass die Kindergartenlehrpersonen für eine stressfreie Pause eine Ablösung erhalten.

 

Peter Fratton berichtete von den Häusern des Lernens, die er mitbegründet hat. Nach ihm braucht es nur vier unveränderbare Regeln für ein gutes Gelingen: respektvoller Umgang miteinander, autonome Lernformen, gestaltete Umgebung und «in das Gelingen verliebt sein». Die Unterlagen beider Referate können von der ZKM Webseite heruntergeladen werden.

www.zkm.ch

03.09.2019 Aus der Arbeit von VSGYM

ZLV-News
Seit Ende 2014 treffen sich Vertreterinnen verschiedener Verbände und Konferenzen von Volks- und Mittelschulen, des Lehrmittelverlages sowie der beiden Ämter MBA und VSA regelmässig zur Besprechung der Schnittstellenproblematik zwischen Volksschule und Mittelschulen.

Im Mai dieses Jahres fanden drei Veranstaltungen für Lehrpersonen der Mittelschulen zu einer ersten Einführung in den LP 21 statt. Leider hat erst eine Minderheit der Mittelschulrektoren erkannt, wie wichtig die Kenntnis des LP 21 auch für die Lehrpersonen der Mittelschulen ist, werden doch alle Schülerinnen und Schüler in der Volksschule neu nach diesem unterrichtet. Somit müssen die Lehrpersonen der Mittelschulen in Zukunft ihren Unterricht auf dem LP 21 aufbauen.

 

Ab diesem Schuljahr erhalten Schüler/-innen, welche vorzeitig die Probezeit der Mittelschule verlassen, automatisch eine Schulbestätigung, welche sie anstelle eines Zeugnisses in der Volksschule vorlegen können. Da in Zukunft in der Aufnahmeprüfung für das Kurzgymnasium das Fach Französisch nicht mehr geprüft wird, plant die Strategiegruppe VSGYM die Schaffung einer Standortbestimmung in diesem Fach. Diese soll es den Jugendlichen erlauben, sich auch in Französisch optimal auf die Mittelschule vorbereiten zu können.

03.09.2019 VPV-Forderung nach Verzicht auf Senkung des Steuerfusses erfüllt

Medienmitteilung VPV
Das Budget 2020 geht von einem gleichbleibenden Steuerfuss aus und einer Erhöhung der Krankenkassen-Prämienverbilligung. Zudem werden die Personalbestände der Bevölkerungsentwicklung angepasst. Die VPV weisen darauf hin, dass sie neben dem Teuerungsausgleich, der individuellen Lohnanpassungen und Einmalzulagen auch eine generelle Lohnanpassung für alle fordern.

Dass Steuersenkungen kein Thema mehr sind, findet die Unterstützung der VPV. Gerade auch im Hinblick auf die Zustimmung zum Steuergesetz am vergangenen Wochenende sind die zukünftigen Steuereinnahmen nicht abschliessend abzuschätzen. Für die VPV ist auch eine zweite Senkung für Firmen aktuell kein Thema.

 

Positiv beurteilen die VPV die Erhöhung der Investitionen. Gerade in einem ungewissen Umfeld der Weltwirtschaft und damit deren Entwicklung sind Impulse sinnvoll und tragen auch dazu bei, dass der Investitionsrückstau etwas abgebaut werden kann.

 

Die Kostensteigerungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung widerspiegeln das Bevölkerungswachstum und waren schon länger zu erwarten. Die Erhöhung der Beschäftigungsvolumen hat ebenfalls damit und auch mit der Einführung der 5. Ferienwoche zu tun. Positiv beurteilen die VPV die Erhöhung der Prämienverbilligungen für Krankenkassenprämien, welche primär dem Mittelstand zugutekommen. Allerdings bedurfte es dazu zuerst eines Bundesgerichts-Entscheides.

 

Die VPV erwarten, dass auch beim Personal nicht substantiell gespart wird. Die Entrichtung des vollen Teuerungsausgleichs, die individuellen Lohnanpassungen und Einmalzulagen müssen Bestand haben. Zudem fordern die VPV eine Lohnanpassung in einer festen Höhe für alle. Das wäre schon längst fällig und würde die unteren Einkommen stärker bevorzugen.


20.08.2019 Unbedingt die gesamte Arbeitszeit erfassen!

ZLV-News
Der ZLV empfiehlt dir auch im neuen Schuljahr die gesamte Arbeitszeit zu erfassen. Nur so lässt sich eine eventuelle Überbelastung auch belegen.

Dass wir Lehrpersonen zum Teil massiv Überzeit leisten, hat ja gerade die letztes Jahr durchgeführte Arbeitszeitstudie des LCH gezeigt.

Die Arbeitszeiterfassung hilft dir erstens festzustellen, wo du wieviel Zeit verbrauchst und zweitens eventuelle Überzeit gegenüber der Schulleitung auch zu belegen. Ein Arbeitszeiterfassungstool, das alle Bereiche enthält, kann hier heruntergeladen werden. In diesem Tool ist auch eine Hilfstabelle mit den Tätigkeiten eingebaut.

09.07.2019 Positionspapier Mittelstufe überarbeitet

ZLV-News
In Zusammenarbeit mit der ZKM hat die Geschäftsleitung des ZLV das Positionspapier Mittelstufe überarbeitet. Es weist auf die besonderen Herausforderungen der Mittelstufe hin und fordert unter anderem mehr Halbklassenunterricht und nur noch ein Jahreszeugnis.

Zum Positionspapier Mittelstufe

27.06.2019 Lehrpersonenmangel: Bildungsdirektion und Politik gefordert

ZLV-News
Der Mangel an Lehrpersonen zeigt sich deutlich: Auf der Stellenbörse des Zürcher Volksschulamtes (VSA) sind aktuell immer noch rund 270 Dauerstellen ausgeschrieben. Prozentual am meisten offene Stellen gibt es bei den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie bei den Lehrpersonen des Zyklus 1 (v.a. Kindergarten). Entspannung ist auch für die nächsten Jahre keine in Sicht.

Das VSA hofft daher, dass einerseits die aktiven Lehrpersonen ihr Pensum erhöhen und andererseits möglichst viele ehemalige Lehrpersonen wieder einsteigen. Der ZLV findet das im Grundsatz nicht verkehrt, ist allerdings auch der Meinung, dass dies nur mit attraktiveren Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen erfolgreich gelingen kann. Wie wichtig gute Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Rekrutierung sind, unterstreicht auch der LCH in der SRF-Tagesschau vom 7. Juni 2019.

Der ZLV hat die drängendsten Volksschul-Baustellen im Kanton Zürich benannt und die nötigen Verbesserungen aufgezeigt. Die wichtigsten sind: echte, niederschwellige Unterstützung im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern, pauschal 62 Stunden pro Jahreslektion und endlich auch für Lehrpersonen am Kindergarten die Lohnklasse 19. Zudem müssen die im landesweiten Vergleich überdurchschnittlich grossen Zürcher Klassen kleiner werden.

Alle sind sich einig: Die Zürcher Volksschule braucht genügend motivierte und gesunde Lehrpersonen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind jetzt Bildungsdirektion und Politik gefordert. Jede neue oder wiedereinsteigende Lehrperson ist ein Gewinn für alle.

04.06.2019 Gleichstellung geht alle an

Medienmitteilung VPV
Unter diesem Titel weisen die Vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich, zu denen auch der ZLV gehört, in Ihrer Medienmitteilung auf den Frauenstreiktag vom 14.06.2019 hin. Die VPV fordern den Kanton Zürich als Arbeitgeber auf, die Teilnahme an den Kundgebungen unbürokratisch zu ermöglichen.

Die VPV erachten den landesweiten Frauenstreik als grosse Chance, um auf sämtliche Anliegen der Frauen aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, was getan werden muss, damit «Gleichberechtigung» in 20 Jahren kein Thema mehr ist.


28.05.2019 Bildungs-Apéro für Kantonsrätinnen und Kantonsräte

ZLV-News
Am Montagabend 27. Mai 2019 luden die drei Lehrpersonenverbände VPOD Lehrberufe, SekZH und ZLV erstmals gemeinsam zum Bildungs-Apéro. 24 Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus beinahe allen Parteien verfolgten die Reden von Christian Hugi (ZLV), Dani Kachel (SekZH) und Katrin Meier (VPOD) zu den Problemen rund um den neuen Berufsauftrag.

Am Schluss wiesen die drei Präsident/-innen auf zwei Vorstösse zum nBA hin, die im Kantonsrat noch hängig sind und die aus Sicht der Verbände besonders drängen: eine Motion zur Altersentlastung für Lehrpersonen und ein Postulat zum Problem der Krankheitstage. In einem Flyer «Für eine starke öffentliche Volksschule für alle» fassten sie zudem alle Vorstösse aus dem Kantonsrat zusammen, welche die drei Verbände unterstützen. Im Anschluss entwickelten sich an den Tischen rege Gespräche zwischen den Berufsverbänden und der Politik – insgesamt ein gelungenes Lobbying für die Anliegen der Lehrpersonen.

08.05.2019 Dringender Handlungsbedarf: Zürcher Lehrpersonen leisten wesentlich mehr Überzeit als im Deutschschweizer Schnitt

Medienmitteilung ZLV
Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) hat heute seine Arbeitszeitstudie 2019 veröffentlicht. Für den Kanton Zürich weisen die Ergebnisse einen grossen und dringenden Handlungsbedarf aus. Die Lehrpersonen der Zürcher Volksschule leisten auf allen Stufen teils wesentlich mehr Überzeit. Besonders gravierend ist der Missstand bei den Teilzeitarbeitenden und damit der deutlichen Mehrzahl der Zürcher Lehrpersonen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) fordert von der Bildungsdirektion rasche Massnahmen. Die Überzeit muss weg. Der einfachste Weg dazu ist, im neuen Berufsauftrag den Arbeitszeitfaktor für eine Jahreslektion auf 62 Stunden anzuheben.

Die vollständige Medienmitteilung mit Tabellen und Grafiken lesen Sie bitte als PDF:

25.04.2019 Neue Ferienregelung für Staatsangestellte

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Zusammen mit den anderen Staatsangestellten erhalten auch die Lehrpersonen der Volksschule und die Schulleitungen vom Regierungsrat eine fünfte Ferienwoche zugesprochen. Die Lehrpersonenverbände und der Verband der Schulleitenden freuen sich über diese Gleichstellung. Nicht einbezogen in die neue Ferienregelung sind leider die Mittel-, Berufs-, Fachhochschul- und Musiklehrpersonen. Die Verbände werden sich dafür einsetzen, dass auch diese Berufsgruppen eine zusätzliche Ferienwoche erhalten.

Heute Dienstagmorgen hat der Regierungsrat kommuniziert, dass das Staatspersonal ab 1. Januar 2020 eine zusätzliche Ferienwoche erhält. Diese Regelung gilt auch für die Schulleitungen der Volksschule und ab 1. August 2020 für die Lehrpersonen der Zürcher Volksschule. Ab dem 21. Altersjahr haben Lehrpersonen und Schulleitende neu Anspruch auf 25 Tage Ferien, ab dem 50. Altersjahr auf 27 Tage und ab dem 60. Altersjahr auf 32 Tage. Die Nettojahresarbeitszeit von heute 1932 Stunden pro Jahr für ein Vollpensum reduziert sich um die entsprechenden Stunden. Somit sind Volksschulehrpersonen den übrigen Staatsangestellten gleichgestellt.

Die Verbände der Lehrpersonen und Verband der Schulleitenden begrüssen diese bisher im Personalbereich nicht immer selbstverständliche Gleichstellung zwischen der Volksschule und den anderen staatlichen Aufgabenbereichen. Zu würdigen ist weiter, dass der Regierungsrat dieses Mal auch vom sonst bei der Volksschule eisern gehandhabten Prinzip der Kostenneutralität abweicht. Sowohl bei den Lehrpersonen wie bei den Schulleitungen wird der zusätzliche Ferienanspruch zu einer höheren Gesamtzahl an Stellenprozenten führen. Die Bildungsdirektion rechnet im Gegenzug damit, dass Teilzeit arbeitende Lehrpersonen ihren Beschäftigungsgrad leicht erhöhen, damit möglichst wenige zusätzliche Lehrpersonen angestellt werden müssen.

 

Wermutstropfen: Gleichstellung gilt nicht für alle Lehrpersonen

Der Einsatz der Verbände in der Vernehmlassung zur neuen Ferienregelung hat sich gelohnt. Ein Wermutstropfen hingegen bleibt bestehen. Bei den Lehrpersonen der Mittelschulen, der Fachhochschulen und der Berufsschulen sowie bei den Musiklehrpersonen bleibt es bei 4 Ferienwochen. Der Regierungsrat begründet dies damit, dass diese Berufsgruppen nicht über einen Berufsauftrag mit Jahresarbeitszeit verfügen, sondern per Lektion angestellt sind. Dies gäbe ihnen grössere Freiheit beim Beziehen der Ferientage. Für die Verbände der Lehrpersonen und den Verband der Schulleitenden ist diese Argumentation nicht haltbar. Sie werden sich im Rahmen der dringend notwendigen Reparaturarbeiten am neuen Berufsauftrag weiter für eine zusätzliche Ferienwoche auch für diese Berufsgruppen einsetzen.


16.04.2019 Harmonisierung der Aufnahmeregeln an Maturitätsschulen stärkt Volksschule

ZLV-News
Der ZLV begrüsst die Anpassung und Harmonisierung der Aufnahmebedingungen für die Gymnasien, die Mittelschulen und die Berufsmaturitätsschule. Die gewichtigste Änderung: Neu wird überall die Vorleistungsnote beim Aufnahmeentscheid berücksichtigt.

Diese setzt sich zu je einem Fünftel aus den Noten der Fachbereiche Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch sowie «Natur und Technik» zusammen. Damit hängt der Aufnahmeentschied nicht mehr so stark von der Tagesform am Prüfungstag ab. Die Neuerung bedeutet eine Stärkung der Volksschule und erlaubt zudem eine umfassende Beurteilung der Chancen eines Schülers oder einer Schülerin auf einen erfolgreichen Mittelschulbesuch. Zufrieden ist der ZLV auch mit dem Entscheid, dass für die unterschiedlichen Maturitätsschultypen die gleichen Aufnahmeregeln gelten. Weitere Informationen zu den neuen Regeln finden Sie hier.

02.04.2019 Viel zu tun für den neuen Kantonsrat

ZLV-News
Wie sich die Wahlen für Kantons- und Regierungsrat auf den Bildungsstandort Kanton Zürich auswirken werden, bleibt abzuwarten. Mitentscheidend sein wird die Positionierung der Mitteparteien. Vor allem der Grünliberalen Partei wird eine wichtige Rolle zukommen. Als politisch neutrale Organisation hat der ZLV bezüglich der politischen Ausrichtung der Zürcher Räte per se keine Präferenzen.

Mit dem neu definierten Berufsauftrag, den Herausforderungen bei der Integration und mit steigenden Schülerzahlen sowie allgemein steigenden Ansprüchen an die Schule stehen bildungspolitisch gewichtige Themen an. Der ZLV erhofft sich daher vom neu zusammengesetzten Kantonsrat frischen Wind und mehr Investition in die wichtige Ressource Bildung. Die Volksschule muss dringend genügend Ressourcen erhalten und der Beruf Lehrerin/Lehrer gesundheitsverträglicher ausgestaltet werden. Für die Stufe Kindergarten erwartet der ZLV in der neuen Legislatur nicht nur wertschätzende Worte, sondern echte Verbesserungen bei Lohn und Anstellung sowie personelle Unterstützung für den anspruchsvollen Berufsalltag.

Wir danken allen Kantonsrätinnen und Kantonsräten, die sich in der ausklingenden Legislatur für die Schule und die Anliegen der Lehrpersonen stark gemacht haben. Besonderer Dank geht dabei auch an Jacqueline Peter, die abtretende Präsidentin der Kommission für Bildung und Kultur KBIK. Allen neu- und wiedergewählten Kantonsrätinnen und Kantonsräten wünschen wir viel Freude und Elan in der neuen Legislatur.

Christian Hugi, Präsident ZLV

06.02.2019 Starker Gegenwind gegen neuen Berufsauftrag

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Die Zürcher Lehrpersonenverbände haben bereits im Oktober 2018 auf grosse Schwachstellen des neu definierten Berufsauftrags für Lehrpersonen (nBA) hingewiesen. In einer aktuellen Medienmitteilung weist nun auch der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Zürich auf deutliche Mängel beim nBA hin. Der Gegenwind gegen das neue Instrument verstärkt sich. Die Lehrpersonenverbände fordern die Bildungsdirektion auf, die Kritik ernst zu nehmen und noch in diesem Jahr erste Verbesserungen vorzunehmen.

Der neue Berufsauftrag für Lehrpersonen gibt seit seiner Einführung im Schuljahr 2017/2018 Anlass zu Diskussionen und Kritik. Die Zürcher Lehrpersonenverbände ZLV, SekZH und VPOD befragten die Lehrpersonen Mitte 2018 zum neuen Instrument, mit dem das Arbeitspensum im Rahmen einer Jahresarbeitszeit festgelegt wird. Die Umfrage zeigte eine sehr weit verbreitete Unzufriedenheit, vor allem weil die vorgegebenen Zeitkontingente für die verschiedenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer in allen Bereichen zu klein sind. Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Zürich (VSLZH) bestätigt diesen Befund heute mit den Ergebnissen einer eigenen Umfrage unter den Schulleiterinnen und Schulleitern.

Wie der VSLZH in seiner aktuellen Medienmitteilung verdeutlicht, stösst der nBA auch bei vielen Schulleitenden auf Skepsis oder sogar Ablehnung. Zwar verfügen die Schulleitungen im Rahmen der kantonalen Vorgaben zum nBA über einen Spielraum, um auf lokale Bedürfnisse eingehen zu können. Wenig überraschend wird dieser jedoch nicht ausgeschöpft, um die Schwachstellen des nBA auszugleichen, die den Lehrpersonen das Leben im Berufsalltag schwer machen. Stattdessen nutzten viele Schul- und politische Gemeinden die Einführung des neuen Berufsauftrages, um auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen zu sparen. Hinzu kommt, dass dieser Spielraum für die Gemeinden zu einer willkürlichen Einführung von verschiedensten neuen Regelungen führt, die einer Verbesserung der Schulqualität nicht förderlich sind.

 

Bildungsdirektion muss sofort aktiv werden


Nachdem nun neben den Lehrpersonen auch die Schulleiterinnen und Schulleiter Stellung gegen den aktuellen nBA bezogen haben, fordern die drei Lehrpersonenverbände die Bildungsdirektion auf, umgehend aktiv zu werden. Erste Verbesserungen sind noch in diesem Jahr nötig. So braucht es endlich eine Übergangslösung für die Altersentlastung von Lehrpersonen über 50 sowie eine unkomplizierte und faire Lösung bei nicht-selbstverschuldeten Absenzen. Dafür muss man nicht bis zur Auswertung der von der Bildungsplanung aufgegleisten Evaluation des nBA warten.

Weitere Nachbesserungen sind bis spätestens im Sommer 2020 anzupacken: ZLV, SekZH und VPOD fordern einen verbesserten nBA mit dem gleichen Stundenfaktor von 62 Stunden pro Jahreslektion für alle Unterrichtsfächer. Zudem müssen klarere Regeln für den Umgang mit den zur Verfügung stehenden freien zeitlichen Ressourcen der einzelnen Schulen geschaffen werden. Eine weitere zentrale Forderung ist, den Klassenlehrpersonen mehr zeitliche Ressourcen für ihr wichtiges Amt zuzugestehen – ein Handlungsbedarf, der in der Umfrage des VSLZH bestätigt wird.

Die Zürcher Lehrpersonenverbände werden nun auf den Schulleiterverband zugehen, um gemeinsame Forderungen und Haltungen für die dringend notwendigen Anpassungen des nBA zu erörtern.


08.01.2019 Ernüchternde Zahlen zum Sprachaustausch

ZLV-News
Der Tages-Anzeiger veröffentlichte am 5.1.2019 aufschlussreiche Zahlen zum Sprachaustausch von Schülerinnen und Schülern über die Sprachgrenzen hinweg.

Die nationale Agentur Movieta soll den Schüleraustausch national und international fördern. Im Schuljahr 2016/17 nahmen 17'000 Schülerinnen und Schüler am Sprachaustausch teil, das zeigen die Zahlen der Movieta. Das sind 2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der 1. bis 12. Klasse.

Die Tamedia-Redaktion errechnete mit diesen Zahlen einen eigenen relativen Austauschindex, mit dem sich die Kantone vergleichen lassen. Den Schluss der Rangliste bildet der Kanton Zürich.

Zum Beitrag im Tages-Anzeiger (nur Abo)

14.12.2018 Schulführung: Ausbau der Gemeindeautonomie geht in die falsche Richtung

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat schlägt in einer Gesetzesvorlage mehr Freiheiten bei der Organisation der Schulführung vor. Der ZLV spricht sich dagegen aus – er befürchtet, dass sich die Volksschule je nach Gemeinde künftig sehr unterschiedlich entwickeln könnte. Hingegen begrüsst der Lehrpersonenverband, dass die Regierung davon absieht, die Schulleitungen zu kommunalisieren.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) begrüsst, dass die Schulleitungen nicht kommunalisiert werden. Es ist wichtig, dass auch künftig in allen Gemeinden die gleichen Anstellungsbedingungen und Lohnmodelle gelten. Es würde sonst immer schwieriger, eine sich je nach Finanzkraft der Gemeinde anders entwickelnde Volksschule zu führen. Es ist daher erfreulich, dass der Regierungsrat das negative Resultat der Vernehmlassung akzeptiert.
Die im Gesetzesentwurf weiterhin vorgeschlagenen Ausbauschritte der Gemeindeautonomie in der Schulorganisation sieht der ZLV mehrheitlich skeptisch. Unterschiedliche Regelungen und Rahmenbedingungen von Gemeinde zu Gemeinde erodieren die Idee der Volksschule für alle. Gewisse Tendenzen in diese Richtung sind bereits heute feststellbar.

Schulpflege muss nahe am Schulalltag sein

Die vorgesehene Schaffung neuer Hierarchiestufen zwischen Schulleitung und Schulpflege beurteilt der ZLV ebenfalls kritisch. Jede neue Hierarchiestufe generiert zusätzliche Aufgaben und Kosten. Zudem sollte vermieden werden, dass sich die Schulpflege zu sehr vom Unterrichtsgeschehen zurückzieht und so entfremdet. Erfahrungen aus dem Schulalltag helfen, wichtige strategische Entscheidungen an der Realität auszurichten. Für den ZLV ist darum auch klar, dass die Schulpflege weiterhin regelmässig Schulbesuche durchführen sollte und massgeblich in den Prozess der Mitarbeiterbeurteilung eingebunden sein muss.


31.10.2018 Schulinseln im Tages-Anzeiger

ZLV-News
Der Tages-Anzeiger berichtete über Schulinseln und bezog sich auf das Positionspapier des ZLV. Inland-Redaktorin Raphaela Birrer schrieb dazu einen lesenswerten Kommentar. Hier können die Beiträge nachgelesen werden.

www.zlv.ch/politik/Schulinsel0

30.10.2018 ZLV-Positionspapier zu Schulinseln

ZLV-News
Kinder mit auffälligem Verhalten stellen im Rahmen der Integration eine grosse Herausforderung dar. Daher fordert der ZLV als geeignete, niederschwellige Massnahme in einem Positionspapier eine Schulinsel an jeder Schule für alle Kinder aller Stufen. Die Schulinsel ist eine kurzfristige Entlastungsmassnahme mit dem Ziel, das Kind so rasch wie möglich wieder in den Klassenverband zu integrieren.


05.10.2018 Der neue Berufsauftrag funktioniert nicht – Lehrpersonenverbände fordern Verbesserungen

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Die Lehrpersonenverbände ZLV, SekZH, VPOD und assoziierte Verbände konfrontierten am Mittwoch elf Kantonsrätinnen und Kantonsräte an einem bildungspolitischen Podium mit ihren Forderungen zur Verbesserung des neu definierten Berufsauftrages. Die Diskussion machte unter anderem deutlich, dass sich die Vorgabe der Kostenneutralität bei der Umsetzung des neu definierten Berufsauftrages kontraproduktiv auswirkte. Ihre zwölf Forderungen zur Nachbesserung haben die Verbände in einem Forderungspapier zusammengestellt.

Die Lehrpersonenverbände haben 2017 und Mitte 2018 bei den Lehrerinnen und Lehrern je eine Umfrage zum neuen Berufsauftrag (nBA) durchgeführt. Diese zeigten beide eine grosse Unzufriedenheit mit dem auf das Schuljahr 2017/2018 eingeführten Instrument, das die Arbeit der Lehrpersonen messen und sie vor Überlastung schützen soll. Die schlechten Noten für den nBA sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zeitkontingente für die verschiedenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer in allen Bereichen zu klein sind. Weiter sorgen diverse Mängel in der Umsetzung für Irritationen.

Die Verbände stellen daher ein Dutzend Forderungen zur Verbesserung des Berufsauftrags:

  • Der Zeitfaktor einer Jahreslektion muss für alle Lehrpersonen um 4 Stunden angehoben werden, analog auch für an den Schulen tätige therapeutische Fachpersonen.
  • Am so angepassten Zeitfaktor dürfen keine Anpassungen vorgenommen werden.
  • Als Termin für die Festlegung des Beschäftigungsgrades und die Aufteilung der Arbeitszeit muss der 31. März gelten und eingehalten werden.
  • Die gesamte Arbeitszeit muss erfasst werden.
  • Mindestens 5 Prozent der zugeteilten Jahresarbeitszeit müssen als Zeitreserve eingeplant werden.
  • Für die Altersentlastung muss umgehend eine Übergangslösung geschaffen werden, welche die momentane Schlechterstellung von älteren Lehrpersonen beseitigt.
  • Beim jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch muss die Jahresarbeitszeiterfassung thematisiert und allfällige Massnahmen müssen vereinbart werden
  • Jede unverschuldete Absenz muss zwingend eine prozentuale Reduktion der Jahresarbeitszeit zur Folge haben.
  • Die Pauschale für Klassenlehrpersonen muss auf 120 Stunden erhöht werden.
  • Die Kindergartenlehrpersonen müssen in der Lohnklasse 19 eingereiht werden.
  • Die Arbeitszeit von Therapeutinnen und Therapeuten muss in fach- und fallbezogene Arbeit unterteilt und getrennt erfasst werden.
  • Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen muss für Absprachen mehr Zeit im Bereich Zusammenarbeit zugemessen werden.

Dazu organisierten die Verbände ein bildungspolitisches Podium mit Kantonsrätinnen und Kantonsräten aus allen Fraktionen. Moderiert wurde das Podium von Reto Brennwald. Über 350 Lehrerinnen und Lehrer kamen am Mittwoch, 3. Oktober 2018 ins Züricher Volkshaus und diskutierten engagiert mit. Die Diskussion zeigte deutlich, wie umstritten der Berufsauftrag in seiner jetzigen Ausgestaltung bei den Lehrpersonen ist. Verschiedene Voten machten zudem deutlich, dass für echte Verbesserungen und die Sicherung der Unterrichtsqualität an der Zürcher Volksschule die Kostenneutralität in der Bildung endlich aufgegeben werden muss.

 

An der zweiten Umfrage der Lehrpersonenverbände im Juli 2018 – also nach einem Jahr mit dem nBA – hatten fast ein Viertel aller in der Zürcher Volksschule tätigen Lehrpersonen und therapeutischen Fachpersonen teilgenommen. Rund 60% der Lehrpersonen, die ihre Zeit aufgeschrieben hatten, gaben an, Überzeit zu leisten, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Bei den Klassenlehrpersonen waren es sogar 80%. Damit werden frühere Untersuchungen zur Arbeitszeitbelastung von Lehrpersonen einmal mehr bestätigt.


04.10.2018 Forderungen Lehrpersonenverbände zum neu definierten Berufsauftrag

ZLV-News
Die Verbände ZLV, SekZH und VPOD mitsamt assoziierten Verbänden fordern aufgrund Ergebnisse der beiden Umfragen zum nBA Verbesserungen an der Ausgestaltung des neu definierten Berufsauftrags (nBA).

Ausgangslage

 

Die beiden Umfragen der Lehrpersonenverbände zum neu definierten Berufsauftrag belegen eine grosse Unzufriedenheit der Lehrpersonen und des therapeutisch tätigen Fachpersonals mit besagtem Berufsauftrag. Dies liegt unter anderem daran, dass die eingesetzten Zeitkontingente in allen Bereichen zu klein sind, wie die Umfragen deutlich belegen. Weiter sorgen diverse Mängel in der Umsetzung für Irritationen.

 

Die Verbände ZLV, SekZH und VPOD mitsamt assoziierten Verbänden fordern aufgrund dieser Ergebnisse Verbesserungen an der Ausgestaltung des Berufsauftrags. Auf der nächsten Seite werden diese Forderungen präsentiert. Dazu sind sie nach allgemeinen und berufsgruppenspezifischen Aspekten sortiert, wobei die Reihenfolge keiner Priorisierung entspricht. Die Forderungen basieren auf der folgenden Prämisse:

 

Der Kanton gibt Empfehlungen und Vorgaben zum nBA ab: Die Empfehlungen werden offensiv kommuniziert und alle kantonalen Vorgaben von den Schulgemeinden pflichtbewusst und getreu umgesetzt und eingehalten.

 

Allgemeine Forderungen zum neu definierter Berufsauftrag (nBA)

  • Der Zeitfaktor einer Jahreslektion muss für alle Lehrpersonen um 4 Stunden angehoben werden, analog auch für an den Schulen tätige therapeutische Fachpersonen.
  • Am so angepassten Zeitfaktor dürfen keine Anpassungen vorgenommen werden.
  • Als Termin für die Festlegung des Beschäftigungsgrades und die Aufteilung der Arbeitszeit muss der 31. März gelten und eingehalten werden.
  • Die gesamte Arbeitszeit muss erfasst werden.
  • Mindestens 5 Prozent der zugeteilten Jahresarbeitszeit müssen als Zeitreserve eingeplant werden.
  • Für die Altersentlastung muss umgehend eine Übergangslösung geschaffen werden, welche die momentane Schlechterstellung von älteren Lehrpersonen beseitigt.
  • Beim jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch muss die Jahresarbeitszeiterfassung thematisiert und allfällige Massnahmen müssen vereinbart werden
  • Jede unverschuldete Absenz muss zwingend eine prozentuale Reduktion der Jahresarbeitszeit zur Folge haben.

 

Berufsgruppenspezifische Forderungen zum nBA

  • Die Pauschale für Klassenlehrpersonen muss auf 120 Stunden erhöht werden.
  • Die Kindergartenlehrpersonen müssen in der Lohnklasse 19 eingereiht werden.
  • Die Arbeitszeit von Therapeutinnen und Therapeuten muss in fach- und fallbezogene Arbeit unterteilt und getrennt erfasst werden.
  • Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen muss für Absprachen mehr Zeit im Bereich Zusammenarbeit zugemessen werden.

20.09.2018 Vielleicht taucht ja mal ein schwarzer Schwan auf!

Medienmitteilung Vereinigte Personalverbände VPV
Die Vereinigten Personalverbände (VPV) haben dem Gesamtregierungsrat in einer direkten Aussprache ihr Lohnforderungspaket vorgestellt. Voller Teuerungsausgleich und eine generelle Lohnerhöhung von 1 bzw. 2% sind die Minimalforderungen.

Angesichts der soliden Kantonsfinanzen fordern die Vereinigten Personalverbände die Umsetzung von effektiven Lohnverbesserungen. Es wird für die Regierung und den Kantonsrat immer schwieriger, glaubwürdige Argumente gegen eine substanzielle Lohnerhöhung zu finden.

Die VPV fordern für die Lohnrunde 2019:

  • Den Angestellten des Kantons und der selbstständigen, öffentlich-rechtlichen Betriebe, den vollen Teuerungsausgleich zu gewähren.
  • In den nächsten Jahren die ausgewiesene Lücke (Rückstand auf die UBS-Lohnumfrage seit 2010: -2,5%, Rückstand der Teuerung seit 2009: 6,6%) zu schliessen.

Als erste Massnahme fordern die VPV per 1.1.2019:

  • Eine generelle Lohnerhöhung von 2% für alle Beschäftigten mit einem Vollzeit-Einkommen bis Fr. 100’000 pro Jahr.
  • Eine generelle Lohnerhöhung von 1% für alle Beschäftigten mit einem Vollzeit-Einkommen über Fr. 100’000 pro Jahr.
  • Bei allfälligen individuellen Lohnerhöhungen die tieferen Einkommen besonders zu berücksichtigen (Teilzeitarbeit, tiefere Lohnklassen usw.).
  • Die trotz höheren Lohnabzügen für die Pensionskasse BVK gesunkenen Rentenansprüche zu kompensieren und die in den letzten Jahren aufgelösten BVK-Rückstellungen von 303 Mio. Franken des Kantons für einen Ausgleich der Minderverzinsung der Sparkapitalien für das Personal zu verwenden.
  • Zudem sollen allen dem kantonalen Personalrecht unterstellten Beschäftigten per 2019 ohne Erhöhung der Wochenarbeitszeit zusätzliche Ferientage gewährt werden, um damit den Standard in der Privatwirtschaft zu erreichen.

07.09.2018 Neu definierter Berufsauftrag ungenügend: zwei Drittel der Lehrpersonen müssen Überstunden machen

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Der seit August 2017 gültige neu definierte Berufsauftrag für die Lehrpersonen und therapeutisch tätigen Fachpersonen an der Zürcher Volksschule weist eklatante Schwächen auf. Dies bestätigen die Resultate einer Umfrage der Verbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl, VZL DaZ und Psychomotorik Zürich (PMZH). Rund 60% der Lehrpersonen müssen Überstunden machen, weil die für eine Jahreslektion eingerechneten 58 Arbeitsstunden nicht ausreichen. Hier braucht es eine Aufstockung. Die Umfrage zeigt zudem weitere Schwachpunkte des Berufsauftrags auf.

An der Umfrage der Verbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl, VZL DaZ und PMZH im Juli 2018 nahm fast ein Viertel aller an den Zürcher Schulen tätigen Lehrpersonen und therapeutisch tätigen Fachpersonen teil. Die Resultate dokumentieren wie bereits die erste, im Januar 2018 publizierte Umfrage zum selben Thema, die Schwächen des neu definierten Berufsauftrags (nBA). Zusätzlich liegen nun detaillierte Zahlen zur zeitlichen Überlastung der Lehrpersonen vor. Hinzu kommt, dass der nBA vor zeitlicher Überlastung schützen sollte, von vielen Lehrpersonen aber als Zusatzaufwand erlebt wird. Dies zeigen die 1000 grösstenteils kritischen Kommentare.

 

Die Rechnung geht nicht auf

Die Schlüsselerkenntnis aus der zweiten Umfrage betrifft den Arbeitszeitfaktor von 58 Arbeitsstunden, die für eine Jahreslektion Unterricht eingerechnet werden. Bei rund 60% der Lehrpersonen, die ihre Zeit aufgeschrieben haben, reichen die mit diesem Faktor errechneten Stunden nicht aus, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Mit anderen Worten: Sie leisten Überzeit. Noch krasser sieht es bei den Klassenlehrpersonen aus. Diesen werden für ihre Zusatzfunktion als Verantwortliche einer Klasse pro Jahr 100 Stunden zugestanden. 800 der rund 1000 antwortenden Klassenlehrpersonen geben nun nach einem Jahr mit dem nBA an, dass ihnen dieses Zeitguthaben nicht gereicht hat und sie Überstunden leisten müssen. In beiden Bereichen sind daher zusätzliche Zeitressourcen notwendig. Lehrpersonen brauchen für einen qualitativ hochstehenden Unterricht genügend Zeit, um diesen vorzubereiten, zu halten und nachzubereiten. Mehr Zeit muss auch für den Bereich Zusammenarbeit eingeplant werden. Die hohen Ansprüche an die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler und an die Integration von Kindern aller Leistungsklassen führen zu einem hohen Koordinationsaufwand, der viel Zeit beansprucht.

Neben langjährigen Lehrpersonen haben auch 300 Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger an der Umfrage teilgenommen. Für sie gilt in den ersten zwei Berufsjahren ein höherer Faktor von 59,5 Stunden pro Jahreslektion. Dass dieser bei über 40% der jungen Kolleginnen und Kollegen nicht zur Anwendung kommt, befremdet sehr.

 

Unakzeptabler Schlendrian im Personalwesen

Eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage ist, dass der Alltag der Lehrpersonen weiterhin zu stark durch Sitzungen und administrative Arbeiten belastet ist. Die Schulleitungen sind aufgefordert, in diesem Bereich eigenverantwortlich schlankere Lösungen zu realisieren. Weiter fällt auf, dass Behörden und Schulleitungen trotz klarer Hinweise aus der ersten Umfrage der Verbände wiederum häufig wichtige arbeitsrechtliche Termine nicht eingehalten haben. So kamen Vertragsänderungen und Angaben zu den Anstellungsprozenten mehrheitlich zu spät.

Der Kanton hat den Schulleitungen bewusst mehr Handlungsspielraum gewährt, dies führt nun vielerorts zu einer willkürlichen Umsetzung. Dies zeigt sich durch die sehr grossen Unterschiede in der Anwendung und Ausgestaltung des Berufsauftrages in den einzelnen Schulen.

Für Empörung und Unzufriedenheit bei den Lehrpersonen sorgt auch die unflexible Radikallösung ohne Übergangsmassnahmen bei der Altersentlastung. Es hat sich im ersten Jahr unter dem nBA gezeigt, dass viele Lehrpersonen ab 57 Jahren empfindliche Lohneinbussen hinnehmen mussten oder aber ihr Pensum wieder aufstocken mussten, um dies zu verhindern.

 

Bildungspolitik muss handeln

Die Verbände werden die Resultate der zweiten Umfrage der Bildungsdirektion und den politischen Parteien präsentieren – zusammen mit den Forderungen für Änderungen am neu definierten Berufsauftrag. Die Verbände verlangen vom Regierungsrat und dem Kantonsrat, dass sie ihre Verantwortung für verträgliche Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen und für die Qualität der Volksschule wahrnehmen. Zu diesem Zweck laden die Verbände am Mittwoch, 3. Oktober 2018 zum bildungspolitischen Podium ein, wo Mitglieder aller Fraktionen des Kantonsrats die Umfrageergebnisse und die daraus abgeleiteten Forderungen diskutieren. Details können dem mitgesandten Flyer entnommen werden.


05.09.2018 Facherweiterung für altrechtlich ausgebildete Handarbeitslehrpersonen

ZLV-News
Handarbeitslehrpersonen, welche ihr Fächerprofil erweitern wollen, haben ab Sommer 2019 neu die Möglichkeit, dies unkompliziert an der PHZH zu tun. Dank der erfreulichen Zusammenarbeit des ZLV und der Hochschulleitung stehen nun verschiedene Fächer zur Auswahl.

Folgende Fächer stehen zur Auswahl:

  • Religionen, Kulturen, Ethik
  • Bewegung und Sport
  • Musik
  • Bildnerisches Gestalten
  • Fremdsprache (Englisch oder Französisch)

Der Studienumfang eines Fachs beträgt ca. 6 bis 8 Credits (für Fremdsprachen sind zusätzliche Leistungen erforderlich). Dieses Angebot ist auf fünf Jahre befristet.


31.08.2018 Lohnrückstände ausgleichen statt Steuersenkung planen

Medienmitteilung Vereinigte Personalverbände VPV
Die VPV sind vom Budget des Kantons Zürich wenig überrascht. Die guten Zahlen des Kantons müssen aber nach Meinung der VPV auch dem Personal zugutekommen.

Das Budget und die Investitionsrechnung des Kantons Zürich liegen im üblichen Rahmen. Damit reiht sich dieses Budget an die Vorjahre an. Die VPV gehen davon aus, dass der Rechnungsabschluss zum Budget 2019 besser als prognostiziert sein wird.

 

Kein Verständnis zeigen die VPV mit der vorausgeplanten Steuerfuss-Senkung auf 98 % im Jahr 2020. Zu den erfreulichen Budget- und Finanzzahlen des Kantons Zürich hat in den vergangenen Jahren auch das Personal wesentlich beigetragen. Der Lohnrückstand ist erheblich, und für die VPV ist es jetzt endlich an der Zeit, neben den individuellen Lohnanpassungen auch eine generelle Erhöhung zu realisieren und die fünfte Ferienwoche ohne eine wöchentliche Mehrarbeitszeit zu realisieren.


27.08.2018 Der ZLV nimmt zu bildungspolitischen Themen Stellung

ZLV-News
Der ZLV verschickte zu Handen der Kantonsrätinnen und Kantonsräte eine Stellungnahme zu den aktuellen Bildungsthemen.

Im Zürcher Kantonsrat werden die Weichen für die zukünftige Schulpolitik gestellt. Neben Vorlagen aus der Verwaltung stehen auch die Vorstösse der Parlamentarier/-innen zur Diskussion. Ende August 2018 verschickte die GL des ZLV eine Stellungnahme zu ausgewählten Vorstössen an alle Kantonsrätinnen und Kantonsräte.


10.07.2018 Kanton Zürich braucht langfristigen Ansatz gegen Lehrpersonenmangel

Medienmitteilung ZLV
Gemäss dem Stellenportal des Volksschulamtes sind unmittelbar vor den Sommerferien immer noch rund 200 Lehrerstellen unbesetzt. Einen langfristigen Ansatz hat der Kanton Zürich gegen diese Misere nicht, sondern begnügt sich mit Pflästerlipolitik. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV fordert eine Strategie, welche die Arbeitsbedingun-gen und das Image der Lehrpersonen in den Mittelpunkt stellt. Kostenneutralität darf kein Argument gegen griffige Massnahmen sein.

Den grössten Anteil an rund 200 unbesetzten Stellen machen mit rund 20 Prozent die Stellen für Heilpädagoginnen oder Heilpädagogen aus. Angespannt ist die Lage auch auf den Stufen Kindergarten und Primarschule. Das Volksschulamt (VSA) schlägt den Schulpflegen und Schulleitungen einen bunten Strauss von Massnahmen vor, um die Stellen doch noch zu besetzen. Das Sammelsurium reicht von der Bevorzugung von Quest-Absolventen, über die Rekrutierung von pensionierten Lehrpersonen (am Kindergarten auch über das 70. Altersjahr hinaus) bis zum Vorschlag, Studierende der Pädagogischen Hochschule ihr Studium für ein Praxisjahr unterbrechen zu lassen. Diese Pflästerlipolitik mag kurzfristig vielleicht nochmals klappen – eine vorausschauende Strategie ist es aber nicht.

 

Image stärken

Es greift zu kurz, die Ursachen für die Misere bloss auf die steigenden Schülerzahlen und die Babyboomer-Pensionierungswelle bei den Lehrpersonen zurückzuführen. Hauptproblem ist vielmehr, dass viele junge Menschen zwar in den Lehrberuf einsteigen, diesen aber nach wenigen Jahren wieder verlassen. Es sollte der Bildungsdirektion und der Politik deshalb ein dringendes Anliegen sein, die Arbeitsbedingungen und das Image des Lehrberufs so aufzuwerten, dass er für eine lebenslange Berufskarriere attraktiv ist.

 

Entlastung der Lehrpersonen notwendig

Der ZLV sieht die Hauptgründe darin, dass den stetig steigenden Anforderungen und Aufgaben (Individualisierung, Integration, zeitaufwändige Kontrollinstrumente sowie kleinere und grössere Reformen) keine Entlastungen und Ressourcenausgleiche gegenüberstehen. Überforderungen und Mängel sind so vorprogrammiert und werden von der Politik bewusst in Kauf genommen.

 

Kostenneutralität darf kein Argument sein

Lehrpersonen und die ganze Volksschule müssen fähig sein, ihre Aufgabe für die Gesellschaft zu erfüllen und die übertragene Verantwortung wahrzunehmen. Es ist wichtig, dafür die besten Leute zu finden und halten zu können. Dass dies nur mit schönen Worten gelingt, ist durch die jährlich wiederkehrende Krise bei der Stellenbesetzung zur Genüge widerlegt. Jetzt braucht es endlich eine langfristige Strategie und die dafür nötigen Zugeständnisse von Seiten Regierungs- und Kantonsrat. Diese beriefen sich bisher mantramässig darauf, dass Massnahmen kostenneutral sein müssen. Doch substantielle Änderungen zugunsten der Attraktivität des Lehrberufs sind so nicht zu haben. Der ZLV fordert deshalb die Politik auf, das Argument der Kostenneutralität zu beerdigen und in die Zukunft der Volksschule gezielt zu investieren.


07.06.2018 Ungünstiges Signal zur Attraktivität des Lehrberufs aus dem Regierungsrat

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat will dem Staatspersonal eine zusätzliche Ferienwoche gewähren. Was wie ein Geschenk daherkommt, entpuppt sich als Luftblase. Ganz davon ausnehmen will der Regierungsrat die Lehrpersonen. Den ZLV irritiert der ausdrückliche Ausschluss der Lehrpersonen. Leichtfertig nimmt man hin, dass der Lehrberuf in der Wahrnehmung zusätzlich an Attraktivität verliert. Aktuell zeigen sich bereits wieder Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen Lehrerstellen. Eine Schlechterstellung bei der Ferienregelung würde die auch aufgrund der Altersstruktur des Lehrpersonals zunehmenden Rekrutierungsprobleme weiter verschärfen. Der ZLV wird sich in der Vernehmlassung entsprechend einbringen.

Der Regierungsrat argumentiert in seiner heutigen Medienmitteilung konkret damit, es gehe ihm darum, die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhalten und zu verbessern. Umso weniger verständlich ist, dass er die Lehrpersonen trotz angespannter Situation bei der Stellenbesetzung von der zusätzlichen Ferienwoche ausschliessen will. Seine Beweggründe dafür hat das Gremium den Lehrpersonen bisher nicht vermittelt.

Zurzeit werden aus dem ganzen Kanton Zürich Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung für das nächste Schuljahr 2018/2019 gemeldet – dies wenige Wochen vor Beginn des neuen Schuljahrs. Besonders betroffen sind die Kindergarten- und die Mittelstufe sowie die vielen offenen Stellen für Schulische Heilpädagoginnen und -Heilpädagogen. Die zunehmenden Rekrutierungsprobleme sind teils darauf zurückzuführen, dass die Babyboomer-Generation ins Pensionsalter kommt. Teils kämpft der Lehrberuf aber auch gegen Imageprobleme und gegen attraktivere Angebote und Karrieremöglichkeiten in der Privatwirtschaft. Vor diesem Hintergrund wirkt es unverantwortlich, dass der Regierungsrat die Lehrpersonen von einer Verbesserung der Anstellungsbedingungen ausschliessen will. Sogar dann, wenn es sich nur um eine vermeintliche Verbesserung handelt. Die Attraktivität des Lehrberufs wird damit unnötig angekratzt. Will der Regierungsrat so junge Generationen für diesen Job gewinnen und dem Lehrermangel wirksam begegnen?

Für den ZLV argumentiert der Regierungsrat zudem nicht ehrlich. Er verkauft die zusätzliche Ferienwoche als grosse Errungenschaft und Attraktivitätssteigerung. Gleichzeitig will er sie kostenneutral realisieren. Dies heisst, dass es an anderer Stelle Abstriche geben wird. Immerhin benennt er diese: Die bereits heute gewährten Ferientage über die Festzeit Ende Jahr werden neu zum Anspruch hinzugerechnet, und die Arbeitszeit wird erhöht. Es handelt sich also für das Staatspersonal letztlich um ein Nullsummenspiel, eine schon geplatzte Luftblase und nicht um eine Verbesserung. Angesichts der positiven Jahresabschlüsse der letzten Jahre im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich wird das Ganze erst recht absurd.


24.05.2018 Fokus Starke Lernbeziehungen: Neuer Ansatz funktioniert nicht – Bildungsdirektion muss Konsequenzen ziehen

Medienmitteilung ZLV
Das kantonale Volksschulamt (VSA) hat heute Donnerstag die Evaluationsresultate des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen veröffentlicht. Der ZLV gewichtet die Resultate anders als die Bildungsdirektion. Zentral dabei: Schülerinnen und Schüler beurteilen die Entwicklung der Lernbeziehungen mit den Lehrpersonen während des Versuchs negativ. Hinzu kommen nachlassende Resultate von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. Der ZLV steht deshalb einer Weiterführung von Fokus Starke Lernbeziehungen in der heutigen Form ablehnend gegenüber und fordert eine fundamentale Anpassung des Versuchs.

Im noch bis August 2022 laufenden Schulversuch Fokus Starke Lernbeziehungen unterrichten pro Regelklasse nur noch zwei Lehrpersonen. Sie werden von Beratungspersonen wie Heilpädagoginnen und Expertinnen für Deutsch als Zweitsprache unterstützt. Die Bildungsdirektion verspricht sich vom 2013 gestarteten Versuch eine bessere Beziehung zwischen Lernpersonen sowie Schülerinnen und Schülern und in der Folge auch bessere Resultate.

Das VSA fokussiert in der Medienmitteilung zu den Evaluationsresultaten auf durchaus vorhandene positive Resultate wie zum Beispiel die Einschätzungen der teilnehmenden Lehrpersonen. Diese erkannten mehrheitlich bessere Lernbeziehungen. Aus Sicht des ZLV werden die negativen Erkenntnisse aus der Evaluationsstudie des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich in der Mitteilung jedoch zu wenig gewichtet.

Für den ZLV sind für die Beurteilung des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen insbesondere folgende Punkte von Bedeutung:

  • Die Schülerinnen und Schüler in am Schulversuch teilnehmenden Klassen beurteilten ihre Beziehung zu den Lehrpersonen negativer als in nicht teilnehmenden Klassen.
  • Kinder mit Unterstützung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) machten in teilnehmenden Klassen klar weniger Fortschritte und begingen mehr Fehler als solche in nicht teilnehmenden Klassen. Gerade auch für solche Kinder versprach man sich aber vom Schulversuch eine Verbesserung der Situation.
  • Die Klassenlehrpersonen der teilnehmenden Klassen machten von der Beratung durch DaZ-Lehrpersonen nur sehr zurückhaltend Gebrauch.
  • Es zeigte sich auch, dass die heutige Primarschulausbildung an der Pädagogischen Hochschule mit nur sieben Fächern mit einem Schulbetrieb gemäss Fokus Starke Lernbeziehungen schwieriger zu vereinen ist. Lehrpersonen sind faktisch gezwungen, noch weitere Module zu erwerben.
  • Lehrpersonen müssten auch über eine Ausbildung in Heilpädagogik und Deutsch als Zweitsprache verfügen. Die Beratungsmöglichkeit wird zu wenig wahrgenommen und genügt nicht, wie die sich verschlechternden Resultate der DaZ-Schülerinnen und -Schüler zeigen. Dies würde die Ausbildungsdauer für Lehrpersonen verlängern.
  • Für eine flächendeckende Einführung des Schulversuchs müssten deshalb alle Lehrpersonen faktisch über einen Masterabschluss verfügen.
Aus diesen Gründen lehnt der ZLV die Überführung des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen mit der aktuellen Ausrichtung in eine flächendeckende permanente Regelung ab. Der Lehrpersonenverband empfiehlt der Bildungsdirektion und dem Bildungsrat, den Schulversuch für den Rest von dessen Laufdauer fundamental anzupassen.


19.04.2018 Maturitätsprüfungen: Das Verhalten soll nicht zählen

ZLV News
Zurzeit läuft die Vernehmlassung zur neuen «Verordnung über die Aufnahme an die Maturitätsschulen im Anschluss an die Sekundarstufe». In seiner Antwort befürwortet der ZLV viele der vorgeschlagenen Neuerungen. Eine Vornote für das Verhalten lehnt er aber klar ab.

Zukünftig soll die Aufnahme an sämtliche Maturitätsschulen im Anschluss an die 2. respektive 3. Sek in einer Verordnung geregelt werden. Mit diesem Anliegen ist der ZLV völlig einverstanden. Die Maturitätsschulen sollen jeweils eine einheitliche ZAP2 und ZAP 3 durchführen.

Neu sollen die Schülerinnen und Schüler der Sek B eine Empfehlung der Klassenlehrperson benötigen, um an die Aufnahmeprüfung zugelassen zu werden. Auch damit ist der ZLV einverstanden.

Eine differenzierte Haltung nimmt der ZLV bezüglich der Vorleistungen ein. Bei den erwähnten Fächern und ihrer Gewichtung erhebt er keine Einwände. Alle Ideen allerdings, welche auch das Arbeits- und Lernverhalten in eine Note umrechnen wollen, lehnt der ZLV entschieden ab. «Der Grad der sozialen und arbeitsbezogenen Angepasstheit eines Schülers oder einer Schülerin eignet sich nicht für die Prognose bezüglich der Befähigung, eine Mittelschule zu besuchen und erfolgreich abzuschliessen. Zudem kann die Einschätzung von Verhalten von Lehrperson zu Lehrperson abweichen. Der ZLV befürchtet, dass bei einer allfälligen Berücksichtigung der Verhaltensbeurteilung insbesondere Knaben systematisch benachteiligt werden könnten», schreibt er in seiner Vernehmlassungsantwort.

Die ausführliche Vernehmlassungsantwort lesen Sie unten.

17.04.2018 Neu definierter Berufsauftrag wird nach zwei Jahren evaluiert

ZLV News
Wie die Bildungsdirektion kürzlich mitgeteilt hat, wird der nBa nach zwei Jahren durch eine externe Stelle umfassend evaluiert. Die Forderung nach einer solchen Evaluation hatte der ZLV schon vor einem Jahr gestellt. Schön ist, dass die Bildungsdirektion unterdessen dieser Forderung nachkommen will.

Gemäss Bildungsdirektion soll geklärt werden, ob und in welchem Masse mit dem nBa die folgenden Zielsetzungen erreicht werden können:
  • Schutz vor zeitlicher Überlastung,
  • Nutzung professioneller Stärken,
  • Klärung quantitativer Erwartungen,  
  • Verbindlichkeit und Transparenz,
  • Stärkung der Schulleitungen und
  • keine zusätzliche Belastung.
Die externe Evaluation des neuen Arbeitsmodells wird im Herbst 2019 durchgeführt. Vorgesehen ist eine Befragung der Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulbehörden. Auf dieser Grundlage soll eine umfassende Beurteilung vorgenommen und ein allfälliger Anpassungsbedarf abgeleitet werden, so die Bildungsdirektion.

Der ZLV freut sich über dieses positive Signal und vertraut darauf, dass die Meinungen und Haltungen der Berufsverbände bei der Ausgestaltung der Evaluation (etwa bei der Auswahl der Fragen) abgeholt und berücksichtigt werden. Eine rasche Umsetzung des aus der Umfrage abgeleiteten Anpassungsbedarfs auf das Schuljahr 2020/21 findet der ZLV entscheidend. Einige Anpassungen sind aber schon vorher nötig. Etwa die Arbeitszeitregelung bei unverschuldeten Absenzen. Zusammen mit den anderen Lehrpersonalverbänden drängt der ZLV hier auf eine baldige, sachliche Vereinfachung.

17.04.2018 Regierungsrat lehnt Vorstösse zum Kindergarten ab

ZLV News
Mit dem Postulat «Weniger Druck im Kindergarten» und der Motion «100%-Stellen auch für Kindergartenlehrpersonen» forderten einige Kantonsrätinnen und Kantonsräte Verbesserungen für die Kindergartenstufe. Der Regierungsrat wird mit dem Postulat gebeten, Möglichkeiten zu prüfen, wie die durchschnittliche Klassengrösse am Kindergarten auf 18,5 Kinder (-1,1 Kind) gesenkt werden könnte. Die Motion verlangt, dass Lehrpersonen am Kindergarten wieder mit einem Vollpensum an einer Kindergartenklasse unterrichten können sollen. Beide Vorstösse lehnt der Regierungsrat auf Antrag der Bildungsdirektion ab.

Der Regierungsrat begründet seine Haltung wie folgt:
  • Trotz Verschiebung des Einschulungsalters habe sich die durchschnittliche Klassengrösse in den letzten Jahren nur unwesentlich erhöht. Ausserdem sei die durchschnittliche Klassengrösse «kein geeigneter Indikator für die Belastung in den Kindergartenklassen und der Lehrpersonen». Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass das Postulat «Weniger Druck im Kindergarten» Mehrkosten von 11 Millionen Franken generieren würde.
  • «Der neue Berufsauftrag gleicht für den Unterricht das bisher abweichende Modell auf der Kindergartenstufe den übrigen Schulstufen an», begründet der Regierungsrat. Die Rahmenbedingungen für Kindergartenlehrpersonen hätten sich dabei allerdings nicht verändert. So sei die Präsenztätigkeit mit den Kindern immer noch gleich lang und der Bruttolohn unverändert geblieben. Das Verwaltungsgericht habe zudem festgestellt, dass die Anstellungsbedingungen für Kindergartenlehrpersonen nicht diskriminierend seien. Der Regierungsrat rechnet vor, dass die Motion «100%-Stellen auch für Kindergartenlehrpersonen» Mehrkosten von 25 Millionen Franken generieren würde.
Für den ZLV ist allerdings glasklar, dass sich die Anstellungsbedingungen am Kindergarten verbessern müssen. Ein Indiz dafür sind die Probleme bei der Stellenbesetzung in den letzten Jahren; eine Entspannung ist nicht in Sicht. Ein weiteres Indiz liefert die Ausbildung der Kindergartenlehrpersonen. Diese ist vom Umfang und den Anforderungen her der Ausbildung zur Primarlehrperson gleichgesetzt. Der ZLV sieht nun die Bildungsdirektion und den Regierungsrat in der Verantwortung, rasch Möglichkeiten zur Aufwertung des Berufs Kindergartenlehrperson vorzuschlagen.

02.02.2018 Schulstart mit ungleichen Chancen: Kinder in Gemeinden mit Assistenzen klar im Vorteil

Gemeinsame Medienmitteilung von VKZ und ZLV
Eine Umfrage bei Kindergartenlehrpersonen verdeutlicht die unterschiedlichen Startbedingungen in der ersten Stufe der Volksschule. Die Kinder treten immer jünger ein, immer mehr benötigen eine spezielle Betreuung und Förderung. Der Verband Kindergarten Zürich (VKZ) und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) fordern die Gemeinden und die Bildungspolitik zum Handeln auf. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist der verstärkte Einsatz von Klassenassistenzen. So haben alle Kinder eine faire Startchance.

Im Herbst 2017 haben VKZ und ZLV eine gemeinsame Umfrage bei den Lehrpersonen der Kindergartenstufen durchgeführt. Die Resultate der Umfrage belegen, dass sich der Einsatz von Schulassistenzen zur zusätzlichen Begleitung der jüngsten Schüler und Schülerinnen lohnt. Besonders zeigt sich dies bei:

  • Gemeinden, welche bereits Assistenzen für den Schulstart einsetzen
    Jede vierte Gemeinde unterstützt den Schulstart ihrer Kindergartenkinder mit Assistenzpersonal. Dies zahlt sich aus, wie die Umfrage deutlich macht.
  • Kindern mit wenig bis keinen Deutschkenntnissen oder hohem Förderbedarf
    In der Hälfte aller Klassen haben mindestens 25% aller Kinder keine oder sehr geringe Deutschkenntnisse, in jeder vierten Kindergartenklasse sind es zwischen 40% bis 100%. Zudem wurde in zwei von fünf Klassen mindestens ein Kind integrativ unterrichtet und in weiteren 40% der Klassen erfordern Kinder den Beizug von Fachpersonen. In diesen Fällen wirkt sich der Einsatz von Assistenzen ebenfalls positiv aus.
  • Ablösungsschwierigkeiten und Entwicklungsverzögerungen bei Sauberkeit und Selbstständigkeit sind häufig
    In fast allen Klassen zeigt mindestens ein Kind grössere und längerdauernde Ablösungsschwierigkeiten, häufiges Weinen oder kleinkindliches und unselbständiges Verhalten.
    In jeder fünften Kindergartenklasse hat es Kinder, welche noch keine altersgerechte Sauberkeitsentwicklung zeigen. Assistenzen bieten als zusätzliche Bezugsperson mehr Betreuungszeit und Unterstützung pro Kind. So kann die Kindergartenlehrperson effektiv unterrichten.

 
Gravierende Folgen für die Kinder

Wo die Unterstützung der Klassenlehrpersonen durch Klassenassistenzen am Kindergarten fehlt, ist ein erfolgreicher Schuleinstieg nicht gewährleistet, da die Lehrpersonen nicht mehr genügend Zeit für eine individuelle Betreuung und Förderung der Kinder haben. Die Folge davon sind schlechtere Bildungschancen. Für schwächere Kinder ist die Situation doppelt unfair, da sie verstärkt auf eine intensive Einzelbegleitung angewiesen wären. Durch die für das Schuljahr 2019/2020 geplante Einführung des Geburtsstichtags 31. Juli für den Kindergarteneintritt wird sich die Situation weiter verschärfen.

Für VKZ und ZLV ist Handlungsbedarf klar angezeigt. VKZ-Präsidentin Brigitte Fleuti: «Es freut mich zu sehen, dass eine zunehmende Zahl von Gemeinden die erste Bildungsstufe mit den benötigten personellen Ressourcen ausstattet. Das entspricht den aktuellen Anforderungen an diese Stufe. So werden Kinder in ihrer Entwicklung ernst genommen und das Einhalten des Lehrplans ermöglicht. Dreiviertel der Gemeinden nehmen diese Verantwortung leider noch nicht ausreichend wahr. Die Erfolge der anderen Gemeinden stimmen mich aber hoffnungsvoll, dass sich das Konzept durchsetzen wird.»

 

Es braucht ein ganzes Massnahmenbündel

Die beiden Verbände stellen gegenüber den Bildungsverantwortlichen in Gemeinden und Kanton(en) folgende Forderungen:

  • Jede Klasse wird im ersten Semester während der ganzen Unterrichtszeit von einer Klassenassistenz unterstützt. Nur so haben alle Kinder eine faire Startchance.
  • Die Kindergartenstufe soll bezüglich Halbklassenunterricht und Teamteachingstunden der Anschlussstufe gleichgestellt werden.
  • Es ist anzustreben, im ganzen Kanton flächendeckend dieselben Regeln und die gleichen Unterstützungsleistungen für den Start in die Volksschule einzuführen.
  • Die Diskussion um den Geburtsstichtag, 31. Juli soll schweizweit neu geführt werden.

12.01.2018 Zürcher Lehrpersonen zum neuen Berufsauftrag: Stimmung ist im Keller

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Seit August 2017 gilt in der Zürcher Volksschule der neue Berufsauftrag. Zeit für eine erste Bilanz: Auf das Jahresende 2017 hin haben die Lehrpersonenverbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl und VZL DaZ eine Umfrage bei ihren Mitgliedern durchgeführt. Über 3500 Lehrpersonen und therapeutisch tätige Fachpersonen nahmen teil – fast ein Viertel aller an den Zürcher Schulen tätigen Lehrpersonen beteiligte sich. Die Umfrage zeigt, dass beim neuen Berufsauftrag grosser Anpassungsbedarf besteht. Von den 1500 eingegangenen Zusatzkommentaren war kaum einer positiv. Die Stimmung bei den Lehrpersonen ist im Keller. Die Verbände fordern daher, dass der Arbeitszeitfaktor erhöht, die Fristen bei den Pensenvereinbarungen eingehalten, die Altersentlastung angepasst und die Regelung bei unverschuldeter Abwesenheit fair gelöst werden.

Der neue Berufsauftrag (nBA) soll Lehrpersonen sowie Therapeutinnen und Therapeuten im schulischen Bereich vor zeitlicher Überlastung schützen. Deshalb müssen sie ihre geleistete Arbeit aufschreiben und belegen. Die ersten Erfahrungen zeigen allerdings kaum eine Entlastung. Dies ist das Fazit einer von den Lehrpersonenverbänden gemeinsam durchgeführten Online-Umfrage.

 

Pensenvereinbarung und Änderungskündigungen zu spät

Die Pensenvereinbarung ist ein Kernelement des neuen Berufsauftrags. Sie regelt, wie viele Stunden eine Lehrperson insgesamt und in welchem Arbeitsfeld zu leisten hat (z.B. Unterrichtszeit, Teambesprechungen etc.). Bei einer Pensenreduktion hätten die Schulbehörden generell per Ende März 2017 eine Änderungskündigung ausstellen müssen. All dies klappte überhaupt nicht: Drei Viertel der an der Umfrage Teilnehmenden erhielten weder die Pensenvereinbarung noch falls betroffen die Änderungskündigung rechtzeitig. Die Mitsprache war dadurch nicht sichergestellt und vertragliche Fristen wurden nicht eingehalten.

Die Verbände fordern für die demnächst anstehenden Verhandlungen für das neue Schuljahr die Einhaltung der Frist (Ende März 2018) durch sämtliche Schulleitungen und Behörden.

 

Benachteiligung von kranken und langjährigen Mitarbeitern

Die Altersentlastung findet im neuen Berufsauftrag mit zusätzlichen Ferienwochen und damit einer geringeren Jahresarbeitszeit statt. Was gut tönt, bedeutet für die betroffenen Lehrpersonen konkret allerdings eine Verschlechterung gegenüber der bisherigen Regelung. Weniger als 20% der Betroffenen erhielten eine Kompensation, um den Verlust auszugleichen. Diese tiefe Zahl verdeutlicht, dass der Übergang in der Altersentlastung ungelöst ist.

Die Verbände fordern, dass Kanton und Gemeinden seit langen Jahren treuen und engagierten Lehrpersonen die gebotene Wertschätzung gewähren.

Ein ähnliches Problem stellen die unverschuldete Abwesenheit (Militärdienst, Krankheit oder Krankheit des Kindes) und der unbezahlte Urlaub dar: Den dazu aufgestellten Regeln mangelt es an Ausgewogenheit und Augenmass. So wird die Abwesenheit bei den ausserhalb des Unterrichts anfallenden Arbeiten erst nach einer Gesamtabwesenheit von einem Monat berücksichtigt. Ansonsten ist diese Arbeitszeit nachzuholen, was etwa bei Teamsitzungen und Schulhausanlässen gar nicht möglich ist. So können Lehrperson in einen negativen Arbeitszeitsaldo fallen. Gleichzeitig wird von Stellvertretern gefordert, dieselbe Arbeit ausserhalb des Unterrichts auch zu leisten. Damit verlangt der Arbeitgeber gar die doppelte Arbeit!

Die Verbände fordern umgehend eine faire Regelung bei Krankheit, Militärdienst und unbezahltem Urlaub.

 

Stunden-Lektionen-Faktor zu tief

Die Resultate der Umfrage zeigen: Bis jetzt hat der neue Berufsauftrag sein Ziel eindeutig verfehlt. Statt klarer Lösungen und Zufriedenheit zu schaffen, herrscht in den Lehrerzimmern grosse Unzufriedenheit. In den Schulhäusern gelten unterschiedlichste Regelungen. So erhielten im einen Schulhaus Heilpädagoginnen oder DaZ-Lehrer gar keine und anderswo 100 Stunden Gutschrift für ihre internen Absprachen, und im nächsten Schulhaus gilt nochmals ein anderer Wert.

Über kurz oder lang führt diese Ungleichbehandlung zur Verminderung der Chancengerechtigkeit. Dies widerspricht dem Auftrag der Volksschule. Die Spielregeln, Möglichkeiten und Angebote müssen für alle Schülerinnen und Schüler und für das Personal überall gleich sein. Die Chancengerechtigkeit ist zu wahren.

Vor diesem Hintergrund lehnen die Verbände auch die da und dort festgestellte Anpassung des Arbeitszeitfaktors im Bereich Unterricht nach unten strikte ab. Die Arbeitszeit im Bereich Unterricht wird im neuen Berufsauftrag pauschal berechnet. Das Lehrpersonalgesetz bestimmt, in welchen Fällen eine Schulleitung den Arbeitszeitfaktor von 58 Stunden für eine Lektion während eines Jahres erhöhen oder senken darf. Eine Reduktion des Faktors hat zur Folge, dass der Anteil der zur Verfügung stehende Zeit im Bereich Unterricht kleiner wird und die Arbeit, die in den anderen Tätigkeitsbereichen geleistet werden muss, grösser wird oder aber der Beschäftigungsgrad reduziert werden muss.

 

Gemeinden bessern ihr Budget auf

Die Verbände monierten von Anfang an, dass der Wert von 58 Stunden zu tief angesetzt ist. Einerseits liest man dies aus den Rückmeldungen in der Umfrage und andererseits erkennt man das, weil etliche Gemeinden mit dem neuen Berufsauftrag munter sparen. Aufgaben, die früher zusätzlich entschädigt wurden, werden nun komfortabel über den Berufsauftrag abgewickelt. Das Gemeindebudget wird auf Kosten der Lehrpersonen aufpoliert. Für die Lehrpersonenverbände ist dies Beweis genug, dass der Faktor zu tief angesetzt ist.

Die ursprüngliche Forderung der Verbände von mindestens 60 Stunden pro Jahreslektion ist damit bestätigt: Der Arbeitszeitfaktor pro Lektion muss auf ein faires Mass erhöht werden.

Die Lehrpersonenverbände werden die weiteren Erfahrungen mit dem neuen Berufsauftrag sorgfältig verfolgen und in ihre Strategiediskussionen einfliessen lassen. Eine nächste Umfrage wird zeigen, wie sich die Stimmung weiterentwickelt.


18.12.2017 Halbklassenstunde einfach weggestrichen

Medienmitteilung ZLV
Im Stundenplan der 6. Klasse für das Schuljahr 2018/19 fehlt gegenüber bisher eine Halbklassenlektion. Das Zürcher Volksschulamt hat heute Montag darüber informiert. Die Gemeinden könnten diesen Missstand mit eigenen Mitteln ausgleichen. Der ZLV kritisiert, dass Schulqualität und Chancengerechtigkeit damit einmal mehr zum Spielball der Gemeindepolitik werden. Die Kommunalisierung von Bildungsaufgaben ist keine adäquate oder gerechte Massnahme.

Im Sommer 2018 führt der Kanton Zürich bis und mit der 5. Klasse den Lehrplan 21 ein. Da die Einführung gestaffelt erfolgt, werden die 6. Klasse und die Sekundarstufe noch für ein Jahr nach dem jetzigen Lehrplan und der dazugehörigen Lektionentafel unterrichtet.

In den vom Volksschulamt entwickelten Beispielstundenplänen für das Schuljahr 2018/19 fällt aber auf, dass in der 6. Klasse eine Halbklassenstunde fehlt. Die Anzahl Halbklassenstunden der 6. Klasse wurden demnach bereits dem neuen Lehrplan angepasst (4 statt 5), obwohl die 6. Klasse erst ein Jahr später mit diesem startet. Für den ZLV ist dieses asynchrone Vorgehen nicht nachvollziehbar. Er spricht sich darum auch dezidiert gegen diese Kürzung von Halbklassenunterricht in der so wichtigen 6. Klasse aus.

 

Kanton delegiert an Gemeinden


Das Volksschulamt weist auf die Möglichkeit hin, dass die einzelnen Gemeinden weiterhin fünf Wochenlektionen Halbklassenunterricht gewähren können. Damit aber wird eine voranschreitende Ungleichbehandlung der Schülerschaft von Gemeinde zu Gemeinde in Kauf genommen. Dass die Gemeinden solche Freipässe mehrheitlich zum Sparen einsetzen, zeigen jüngste Entwicklungen im Zusammenhang mit dem neuen Berufsauftrag. Man muss leider befürchten, dass höchstens finanzstarke Gemeinden ihre Schülerinnen und Schüler weiterhin von fünf Lektionen Halbklassenunterricht profitieren lassen werden.

Es zeigt sich nun, dass der knappe Zeitplan zur Umsetzung des neuen Lehrplans und die unrealistische Vorgabe der Kostenneutralität die Kommunalisierung von Bildungsaufgaben zusätzlich begünstigt. Diese Entwicklung widerspricht dem Urgedanken der Volksschule fundamental und ist dringend zu stoppen.

 

Sparen an der Schnittstelle


Störend ist insbesondere, dass bei der Unterrichtsqualität abgebaut wird. Die Leidtragenden sind dieses Mal und ganz konkret alle Schülerinnen und Schüler, welche im Schuljahr 2018/19 die 6. Klasse absolvieren. Es heisst also im nächsten Schuljahr in der 6. Klasse: Selbe Ziele wie bisher erreichen, aber mit einer Halbklassenlektion weniger. Gerade schwächere Jugendliche werden dadurch besonders benachteiligt.

Im Halbklassenunterricht ist eine intensivere Begleitung und Anleitung der Schülerinnen und Schüler möglich. Dies ist vor allem für Sprachfächer, Mathematik und Handarbeit/Werken besonders wichtig. Die Einsparung betrifft mit der 6. Klasse ausgerechnet die Stufe an der Schnittstelle zum Übertritt an die Sekundarschule und ans Langzeitgymnasium – eine Stufe also, in der die Schülerschaft sowieso besonderem Druck ausgesetzt ist. Die letzte Lernstandserhebung hat deutlich gezeigt, dass die Leistungsschere in der 6.Kalsse am grössten ist. Es wird am falschen Ort gespart.

 

Gemeinden in der Pflicht


Die Gemeinden sind nun einmal mehr gefordert – und es bietet sich ihnen auch eine einmalige Gelegenheit dazu: Mit dem kürzlichen Entscheid des Kantonsrats, das Fach «Religion und Kultur» wie alle anderen Schulfächer zu finanzieren, sinkt ihre finanzielle Belastung im Bereich Bildung. Der ZLV ruft deshalb sämtliche Gemeinden mit Nachdruck dazu auf, den entstandenen Freiraum zu nutzen und die 5. Halbklassenlektion an der 6. Klasse für ein weiteres Jahr zu garantieren. Es handelt sich um eine lohnende Investition.


11.12.2017 Kantonale Angestellte fordern den vollen Teuerungsausgleich und faire Löhne

Medienmitteilung VPV
Anlässlich der Eröffnung der Budgetdebatte im Zürcher Kantonsrat gingen über 300 Angestellte des Kantons auf die Strasse und begrüssten die ankommenden Mitglieder des Kantonsrates mit ihren Forderungen.

Seit Jahren fallen die Löhne der Angestellten des Kantons Zürich und seiner selbstständigen Betriebe immer weiter zurück. Ausserdem muss sich das kantonale Personal mit einer Woche weniger Ferien begnügen als in vergleichbaren Unternehmungen. Eine Lohnumfrage des VPOD belegt die grosse Unzufriedenheit des kantonalen Personals.

Nun soll der Kantonsrat auf Antrag der Regierung nicht einmal den vollen Teuerungsausgleich gewähren. Selbst individuelle Lohnerhöhungen und die Einmalzulage werden immer wieder in Frage gestellt. Die Angestellten des Kantons und seiner Betriebe baten die Kantonsräte um ihre Unterstützung für das Personal und forderten sie auf, den vollen Teuerungsausgleich von 0,7 Prozent sowie generelle Lohnerhöhungen zu gewähren. Zudem soll im KEF die längst fällige zusätzliche Ferienwoche festgeschrieben und finanziert werden.

Peter Reinhard, Präsident der Vereinigten Personalverbände VPV sagt: «Es ist unhaltbar, dass der Kanton laufend Steuern senkt, Schulden abbaut und Eigenkapital erhöht und das Personal leer ausgehen lässt. Es ist eine Frage des Respekts gegenüber dem Personal, dass dieses auch von den positiven Abschlüssen des Kantons profitieren kann.»

Andreas Daurú, Präsident des VPOD Zürich Kanton, hält fest: «Die Zeit für eine generelle Lohnrunde ist längst überfällig. Wenn der Kanton Zürich ein attraktiver Arbeitgeber sein und engagierte Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter behalten will, ist der Regierungsrat jetzt gefordert!»

Der Kanton hat in den vergangenen Jahren auf Kosten des Personal Eigenkapital angehäuft und Schulden abgebaut. Es wird Zeit, wieder einmal ans Personal zu denken!


27.11.2017 VSGYM – Publikation zum Übergang von der Sekundarschule ans Gymnasium

Medienmitteilung VSGYM
Der Übergang von den Sekundarschulen an die Gymnasien ist Gegenstand von Diskussionen. Wie gut sind die Schülerinnen und Schüler vorbereitet? Welche Probleme werden in der Probezeit sichtbar? Das Projekt VSGYM / Volksschule – Gymnasium nimmt sich diesen Fragen an und fördert den Austausch zwischen Lehrpersonen und Schulleitungen der Zürcher Sekundarschulen und Gymnasien mit dem Ziel, den Übergang für die Schülerinnen und Schüler zu optimieren. Nun liegt eine Publikation mit Analysen und Vorschlägen für Massnahmen vor. Die Ergebnisse und weiteren Schritte wurden an einer Tagung an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich diskutiert.


In den vergangenen zwei Jahren widmeten sich Lehrpersonen, Schulleiterinnen und Schulleiter und Vertretungen von Verbänden und Ämtern beider Schulstufen der Frage, wie der Übergang zwischen Volksschule und Gymnasium zugunsten der Schülerinnen und Schüler verbessert werden kann. Der Weg führte über einen intensiven Dialog: In sieben Fachbereichen setzten sich die Lehrpersonen aus Sekundarschulen und Gymnasien mit Brennpunkten auseinander, verglichen Lehrpläne und Lehrmittel, tauschten sich zum Unterricht aus und erarbeiteten Vorschläge für Massnahmen zur Optimierung des Übergangs auf beiden Seiten der Schnittstelle. Anschliessend wurden im Rahmen eines breit abgestützten Regionaldialoges Rückmeldungen aus den Schulen zu den Ergebnissen der Fachgruppen eingeholt.

Am 15. November 2017 fand an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich eine VSGYM-Tagung statt, an der die Publikation mit den Ergebnissen des Dialoges vorgestellt wurde. Rund 200 Lehrpersonen aus den beiden Schulstufen und Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Verbänden diskutierten im Beisein von Bildungsdirektorin Silvia Steiner über die weiteren Schritte und leisteten damiteinen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Überganges für die Schülerinnen und Schüler.


22.11.2017 0,5% Teuerungsausgleich für das Staatspersonal ist ungenügend

Medienmitteilung VPV
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat einen Teuerungsausgleich von 0,5% für die Löhne des Staatspersonals zu gewähren. Angesichts der Tatsache, dass die Teuerung im 2017 0,7% beträgt, ist dieser Antrag aus der Sicht der VPV völlig ungenügend. Der Regierungsrat hat immer wieder beteuert, dass der Ausgleich der vollen Teuerung nicht in Frage gestellt werden soll. Insofern sind die VPV sehr enttäuscht.

Die VPV fordern den Regierungsrat auf, seinem Versprechen, immer den vollen Teuerungsausgleich zu gewähren, nachzukommen. Angesichts des Budgets 2018, welches mit einem Plus von 82 Mio. Franken rechnet, und auch der Jahresabschluss 2017 einmal mehr weit besser abschliessen wird als erwartet, haben die VPV immer wieder moniert, dass der strenge Sparkurs auf dem Buckel des Personals nicht gerechtfertigt ist.

Die VPV fordern unter diesen Prämissen:
  • Den vollen Teuerungsausgleich von 0,7%,
  • Eine individuelle Lohnerhöhung im Umfang des gesamten Rotationsgewinns von 0,6%,
  • Die Gewährung einer Einmalzulage von mindestens 0,3%,

insgesamt also die Erhöhung der Lohnsumme um 1,6%. Ausserdem fordern die VPV eine schrittweise Erhöhung der Ferien um eine Woche für alle. Gerade Weihnachten/Neujahr mit Kompensationstagen eignet sich, dieses Ziel in drei bis vier Jahren vollständig zu erreichen.


14.11.2017 Gemeinsame Umfrage zum neuen Berufsauftrag: letzte Gelegenheit zum Mitmachen

Seit dem Start unserer Umfrage zum neuen Berufsauftrag vor zwei Wochen sind 3000 Antworten eingegangen. Sie stammen von den Mitgliedern aller fünf beteiligten Verbände SekZH, vpod, VZL DaZ, zbl und ZLV sowie von vielen nicht organisierten Lehrpersonen. Die Umfrage läuft noch bis am 20. November. Bitte Mitmachen!

Wir danken allen Lehrerinnen und Lehrern, die bereits geantwortet haben.

Alle anderen haben bis am Montag 20. November eine letzte Gelegenheit zum Mitmachen. Auch Antworten von nicht organisierten Lehrpersonen sind willkommen.

Hier geht es zur Umfrage:

https://de.surveymonkey.com/r/K3ZRHPM

13.11.2017 Kantonsrat streicht § 21a

Sektion TTG
Der Kantonsrat hat sich am Montag in der 1. Lesung dafür ausgesprochen, den Paragraphen 21a aus dem Volksschulgesetz zu streichen. §21a legte im Volksschulgesetz die wöchentliche Unterrichtszeit im Fach Handarbeit und den damit verbundenen Halbklassenunterricht fest. Zu Gunsten des Halbklassenunterrichts hat die Sektion TTG zähneknirschend auf einen Kampf um die wegfallenden Stunden verzichtet. Die Bedingung der Sektion TTG war aber, dass der Halbklassenunterricht in der Volksschulverordnung festgehalten wird.

Die Streichung von §21a bedeutet auch, dass im LP21 alle Fächer der Lektionentafel gleichwertig behandelt werden, kein Fach wird mehr auf der Gesetzesstufe geregelt. Die Sektion TTG geht davon aus, dass durch den LP 21 auf der Primarstufe (2 WL TTG von der 1. bis zur 6. Klasse, Halbklassenunterricht in der Volksschulverordnung schriftlich festgehalten) Ruhe ins Textile und Technische Gestalten einkehren wird und wir unseren Blick nach vorne richten können.

Zukünftig legen wir unseren Fokus auf die Ausbildung im Fach TTG. Wer nach LP 21 unterrichtet, muss die Ausbildung im Textilen, wie auch im Technischen Bereich vorweisen können. Daher müssen sich viele Kolleginnen und Kollegen nachqualifizieren. Die Bildungsdirektion ist gefordert und muss zwingend eine Übergangslösung erarbeiten, während die PHZH gefragt ist, adäquate, praxisgerechte und vernünftige Facherweiterungen anzubieten.

Die Sektion TTG wird genau hinschauen.

30.10.2017 Kantonsrat zu Besuch beim ZLV

ZLV News
Der Austausch mit den Kantonsrätinnen und Kantonsräten gehört zum fixen Programm des ZLV. Am Montag 30. Oktober war es wieder soweit. Gegen dreissig Parlamentarier/-innen nahmen sich die Zeit, nach einer langen Ratssitzung zum Apéro beim ZLV vorbeizukommen.

Christian Hugi sprach in seiner Eröffnungsrede über das Thema «Gesundheit der Lehrpersonen». Hier ein Ausschnitt: 

«Der nationale Dachverband hat auch die Luftqualität in den Klassenzimmern untersuchen lassen. Der CO2-Gehalt überschreitet in Klassenzimmern ohne mechanische Lüftung den zulässigen Grenzwert innert kürzester Zeit um ein Vielfaches. Die direkte Folge sind Konzentrationsschwierigkeiten bei den Schülerinnen und Schülern und natürlich auch bei den Lehrpersonen. Auch die Ergebnisse zu Nachhall und Lärmbelastung lassen wenig Freude aufkommen.

Am eindrücklichsten aber sind die Messungen zur Interaktionsdichte. Lehrerinnen und Lehrer kommen locker auf einen weit höheren Wert in der Kontaktpflege mit ihren «Kunden», als ein Hotdog-Verkäufer zur Mittagszeit. Und das so ziemlich pausenlos während vier Stunden am Morgen und zwei bis drei Stunden am Nachmittag.»

Im Anschluss entstanden gute persönliche Gespräche zwischen den Politikerinnen und Politikern aus allen Parteien und der Geschäftsleitung des ZLV.


19.09.2017 Kindergartenlehrpersonen werden trotzdem am Thema dran bleiben

Medienmitteilung ZLV, VKZ und VPOD
Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen, Lehrpersonenverbänden und Gewerkschaft gegen die aktuelle Lohndiskriminierung knapp mit 3:2 Stimmen abgelehnt. Eine Minderheit hat das Verwaltungsgericht gerügt für seine unsorgfältige Überprüfung der Klage. Besonders stossend erscheint, dass der Bachelor der Kindergartenlehrpersonen nicht gleichwertig wie der anderer Berufsgruppen sein soll. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies absolut unverständlich. Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Schliesslich sind sie für die Früherziehung verantwortlich, auf der die nachfolgenden Stufen aufbauen. Die Lehrpersonenverbände werden das Thema trotz des Bundesgerichtsurteils nicht ad acta legen, sondern andere Wege prüfen, um eine faire Lösung zu erwirken.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung erhoben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Nach dessen Ablehnungsentscheid haut nun leider auch das Bundesgericht in diese Kerbe.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine riesige Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: «Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist auch nach dem rein legalistisch argumentierenden Bundesgerichtsurteil nicht nachvollziehbar.» Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: «Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.»

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen und des immer jüngeren Eintrittsalters der Kinder. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: «Wir müssen und werden nun nach anderen Wegen suchen, um unserem berechtigten Anliegen Nachdruck zu verleihen und eine faire Lösung zu erwirken. Es ist wie mit dem Frauenstimmrecht – wir bleiben dran und kämpfen um die volle Anerkennung!»


07.07.2017 Kranke Lehrerinnen und Lehrer müssen Arbeitszeit nachholen

Medienmitteilung ZLV, VPOD und SekZH
Die Lehrpersonenverbände SekZH, VPOD und ZLV protestieren gegen die Ungleichbehandlung der Lehrpersonen im neuen Berufsauftrag. Gegenüber den übrigen Staatsangestellten sind sie in einem wichtigen Bereich schlechter gestellt. Wenn sie weniger als einen Monat krank sind, müssen sie die Arbeitszeit ausserhalb des Bereiches Unterricht trotzdem erfüllen.

Das Ziel des neuen Berufsauftrags ist unter anderem, die Lehrpersonen den übrigen Staatsangestellten endlich gleichzustellen. In einem wichtigen Themenbereich hat die Bildungsdirektion dieses Ziel jedoch bewusst nicht eingehalten.

 

Wenn krank, dann besser länger als 1 Monat?

 

Wenn Lehrpersonen weniger als einen Monat krank sind, müssen sie alle verpassten Arbeiten ausserhalb des Bereiches Unterricht – also konkret in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit, Weiterbildung und Klassenlehrperson – nachholen und die Gesamtjahresarbeitszeit in diesen Bereichen trotz Krankheit erfüllen. Dies macht pro Woche 6,5 h aus. Dasselbe gilt für Abwesenheiten aufgrund von Unfall, Militär und wenn ein Dienstaltersgeschenk bezogen wird. Erst wenn die Absenz länger als einen Monat dauert, wird die Jahresarbeitszeit in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit und Weiterbildung um einen Zwölftel gekürzt. Das ist absurd. Muss jetzt den Lehrpersonen empfohlen werden, möglichst länger als einen Monat lang krank zu sein? Der Rechtsweg ist in dieser Frage vorprogrammiert, sofern die Bildungsdirektion nicht einlenkt.

 

SekZH, VPOD und ZLV fordern die Bildungsdirektion auf, dieses Thema nochmals zu überprüfen und die entsprechende Verordnung rasch anzupassen.


29.06.2017 Christian Hugi neuer Präsident des ZLV

Medienmitteilung ZLV
Die Delegiertenversammlung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat gestern Mittwoch Christian Hugi einstimmig als neuen Präsidenten gewählt. Der 38-jährige Primarlehrer tritt die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden Präsidentin Lilo Lätzsch an.

Christian Hugi wird sein Amt an der Spitze des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands Mitte August 2017 zu Beginn des neuen Schuljahrs antreten. Er kennt den Verband sehr gut und ist bereits seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung.

 

Der neue ZLV Präsident ist eine erfahrene Lehrperson. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch Teamleiter war. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in verschiedenen aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung stand Christian Hugi bis jetzt der Pädagogischen Kommission vor.

 

Lilo Lätzsch: Langjähriges Wirken verdankt

 

Die langjährige Präsidentin Lilo Lätzsch wurde an der Delegiertenversammlung mit grossem Dank verabschiedet. Sie stand dem Verband seit August 2007 vor. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem Vorstand gehören ab dem neuen Schuljahr neben Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


16.06.2017 Kindergarteneintritte immer früher – ein pfundiges Problem wird aktuell

Medienmitteilung ZLV und VKZ
Durch HarmoS wird der Stichtag für den Kindergarteneintritt systematisch bis 2019/20 auf den 31. Juli verschoben. Die jüngsten Kinder werden dann ab einem Alter von 4 Jahren und 2 Wochen eingeschult. Wie sich bereits heute zeigt, sind manche dieser Kinder noch nicht trocken und unfähig, selbst auf die Toilette zu gehen. Die Kindergarten-Lehrpersonen können nicht einspringen – sie müssen 20 andere Kinder betreuen. Es zeichnet sich ein Problem ab, das dringend anzugehen ist.

Als sich die Politik für HarmoS entschied, war Wickeln im Kindergarten kein Thema. Doch in der Praxis entwickelt es sich zu einem drängenden Problem. Bereits heute steigt die Zahl der Kindergartenschülerinnen und -schüler, die Windeln tragen. Sind diese voll, rufen die Kindergartenlehrpersonen die Eltern an, die meist nicht erfreut oder gar nicht erreichbar sind. Die Kindergartenlehrpersonen sind gezwungen dann selbst einzuspringen und die Windeln zu wechseln. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV und der Verband der Kindergartenlehrpersonen VKZ  fordern deshalb alle Beteiligten auf, gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Positionspapier: Lehrpersonen sollen lehren und keine Windeln wechseln

 

In einem eben publizierten Positionspapier machen die Verbände ihre Haltung klar: Lehrpersonen wickeln keine Kinder. Es geht darum, dass sie die Verantwortung für 21 Kinder und für einen erfolgreichen Unterricht tragen – deshalb darf Windeln wechseln nicht zu ihren Aufgaben gehören. ZLV-Geschäftsleitungsmitglied Barbara Schwarz: «Wenn ein kleiner Unfall passiert und niemand anderes da ist, helfen wir selbstverständlich gerne – aber es muss eine Ausnahme sein, nicht die Regel.»

 

Auf der Kindergartenstufe ist die Heterogenität der Kinder enorm, die Bandbreite reicht vom Wickelkind bis zum kleinen Einstein. Diese Hintergründe sind zu berücksichtigen, wenn Schulen, Lehrpersonen, Elternverbände und Politik gemeinsam nach Lösungen für diese neue Herausforderung suchen.

> Zum Positionspapier Wickeln im Kindergarten


21.05.2017 Politik ist jetzt in der Verantwortung

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Das Initiativkomitee bedauert das Nein zur Zürcher Fremdspracheninitiative. Es sieht nun die Politik in der Verantwortung, den Sprachenunterricht in der Volksschule zu verbessern. Dazu gehört eine Evaluation, welche die Bildungsdirektion seit Jahren aus unerfindlichen Gründen verweigert.

„Unsere fachlich begründeten Argumente wurden leider zu wenig gehört“, sagt Kurt Willi vom Initiativkomitee rund um den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV, die Zürcher Kantonale Mittelstufe ZKM, die Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich SekZH und die Arbeitsgemeinschaft Schule mit Zukunft. Selbst die miserablen Ergebnisse der Evaluation des Innerschweizer Sprachenkonzepts konnten die Stimmberechtigten nicht überzeugen. Das Innerschweizer Konzept ist mit der Zürcher Lösung vergleichbar.

 

Es gilt jetzt jedoch zu akzeptieren, dass eine Mehrheit weiterhin zwei Fremdsprachen an der Primarschule wünscht. Umso vehementer fordert das Initiativkomitee von den politischen Gremien nun Massnahmen zur operativen Verbesserung des Sprachenkonzepts im Kanton Zürich. Was es jetzt endlich braucht, ist eine detaillierte Evaluation des Fremdsprachenunterrichts im Kanton Zürich. Die Lehrpersonenverbände fordern eine solche Abklärung bereits seit sieben Jahren. Bisher verweigerte sich die Bildungsdirektion aus unerfindlichen Gründen.

 

Als Sofortmassnahme fordert das Initiativkomitee die Politik auf, den Fremdsprachenunterricht mit mehr Halbklassenunterricht zu verbessern. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel wären gut eingesetzt und würden die Qualität des Sprachunterrichts stark verbessern.


07.04.2017 Christian Hugi soll Präsident des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands werden

Medienmitteilung ZLV
Die Geschäftsleitung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat ihrem Verbandsrat am Mittwoch Christian Hugi als neuen Präsidenten vorgeschlagen. Die Wahl erfolgt im Rahmen der Delegiertenversammlung vom 28. Juni 2017. Der 38-jährige Primarlehrer soll die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden, langjährigen Präsidentin Lilo Lätzsch übernehmen.

Christian Hugi ist seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch ein Pädagogisches Team leitete. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung steht Christian Hugi der Pädagogischen Kommission vor. In dieser Funktion setzt er sich unter anderem für die Fremdspracheninitiative ein, die am 21. Mai zur Abstimmung gelangt.

 

Wahl am 28. Juni

 

Der Vorschlag der Geschäftsleitung wurde im Verbandsrat, in dem alle Sektionen und Mitgliederorganisationen des ZLV vertreten sind, mit Applaus begrüsst. Der designierte Präsident muss nun noch am Mittwoch, 28. Juni durch die Delegiertenversammlung bestätigt werden. Seine neue Funktion würde er zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 im August 2017 übernehmen. Christian Hugi: «Der ZLV hat in den letzten Jahren viel erreicht. Doch es kommen ständig neue Herausforderungen auf uns zu. Zusammen mit unseren Mitgliedern und den anderen Verbänden möchte ich mich weiterhin für eine starke Schule und gestärkte Lehrpersonen einsetzen. Gute Unterrichts- und Anstellungsbedingungen auf allen Ebenen sind dafür entscheidend. Darauf werden wir auch in Zukunft unseren Fokus legen.»

 

Rund 4000 Mitglieder

 

Lilo Lätzsch präsidiert den ZLV seit 2006. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem aktuellen Vorstand gehören neben Lilo Lätzsch und Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


04.04.2017 ZLV zur Fremdsprachen-Initiative: Ein Ja ist konsequent

Medienmitteilung ZLV
Seit dem Schuljahr 2006/2007 werden auf der Primarstufe überall im Kanton Zürich zwei Fremdsprachen unterrichtet. Nach über zehn Jahren ist klar: Dieser Ansatz ist gescheitert. Das Resultat ist verheerend: Die Lernziele werden weder im Englisch noch im Französisch erreicht – und überdies hapert es nun auch im Deutschunterricht. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) unterstützte damals die Einführung der zweiten Fremdsprache – unter der Bedingung, dass dafür genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Politik nahm diesen Punkt nie ernst. Deshalb gibt es für den ZLV nur einen konsequenten Weg: Ein Ja zur Fremdsprachen-Initiative am 21. Mai 2017.

Der Schweizer Dachverband der Lehrpersonen LCH hat bereits 2004 Gelingensbedingungen formuliert, die für das erfolgreiche Einführen der zweiten Fremdsprache auf der Primarstufe gegeben sein müssen. Zentraler Punkt war und ist, dass die Lehrerschaft das Unterfangen voll mittragen und unterstützen muss. 2013 evaluierte der LCH das Fremdsprachenkonzept landesweit. Sein Fazit vor vier Jahren: Die Gelingensbedingungen für zwei Fremdsprachen seien nicht erfüllt. Er kritisierte insbesondere fehlende Weiterbildungen für die Lehrpersonen, zu klein bemessene zeitliche und finanzielle Ressourcen sowie mangelhafte Lehrmittel. Der Dachverband empfahl deshalb den kantonalen Bildungsdirektionen, bei ihren Entscheiden bezüglich Fremdsprachen die Meinung der Lehrpersonen im Interesse der Kinder und einer guten Schulqualität ernst zu nehmen.

 

Politik ignoriert Erfahrungen aus dem Schulalltag

 

Die Zürcher Bildungsdirektion hat die Empfehlungen des LCH nicht befolgt. Weder schaffte sie Rahmenbedingungen für einen gelingenden Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe, noch hörte sie auf die vielen entsprechenden Hinweise des ZLV in den letzten Jahren. Zuletzt ignorierte sie zusammen mit Regierungs- und Kantonsrat beim Nein zur aktuellen Fremdsprachen-Initiative auch noch die ausdrückliche Haltung der Lehrpersonen. In einer Umfrage mit über Tausend teilnehmenden ZLV-Mitgliedern hatten sich über 75 Prozent für nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe ausgesprochen.

 

Für ihre Position haben die Lehrpersonen gute Gründe: Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Kinder mit der heutigen Lösung weder die Lernziele im Französisch noch im Englisch erreichen. Zudem steht zu wenig Zeit zur Verfügung, um im Deutsch eine solide Basis zu legen. Das Resultat ist, dass sich heute bei vielen Schülerinnen und Schülern in allen drei Sprachen Probleme manifestieren, wie die Pisa-Resultate regelmässig belegen. Der ZLV empfiehlt deshalb den Stimmberechtigten mit Überzeugung, am 21. Mai ein Ja zur Fremdspracheninitiative in die Urne zu legen.

 

Alternativer Weg steht offen

 

Das Ja des ZLV zur Initiative bedeutet keine Abkehr vom Ziel der Volksschule, dass die Jugendlichen nach Ende der obligatorischen neun Jahre zwei Fremdsprachen beherrschen. Ein alternativer Weg dazu steht offen und lässt sich nach einem Ja rasch umsetzen: In der Primarstufe wird künftig nur noch eine Fremdsprache unterrichtet – dies dafür mit mehr Ressourcen. Gleichzeitig kann auch dem Deutschunterricht als Basis wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die zweite Fremdsprache wird in der Sekundarstufe eingeführt – ebenfalls mit mehr Ressourcen als heute. Das Resultat: Nach neun Jahren beherrschen die Schülerinnen und Schüler alle drei Sprachen besser als heute.

 

Welche Fremdsprache in der Primarschule beibehalten wird, ist kein pädagogischer Entscheid, sondern ist politisch zu klären. Der ZLV wird sich nach einem Ja zur Fremdspracheninitiative mit vollem Engagement einbringen, um ein neues, erfolgversprechendes Sprachenkonzept umzusetzen.


17.03.2017 Lehrplan 21: Akzeptables Gesamtpaket – Einwände der Lehrpersonen berücksichtigt

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Bildungsrat hat heute über seinen Beschluss zur Umsetzung des neuen Lehrplans (LP21) informiert. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ist mit dem Resultat insgesamt zufrieden. Es handelt sich um ein akzeptables Gesamtpaket, das die Vorgaben des LP21 berücksichtigt und gleichzeitig Rücksicht auf Zürcher Eigenheiten wie die Wahlfächer in der dritten Sekundarstufe nimmt. Einige Anliegen der Lehrpersonenverbände wurden nach einem teils schwierigen Prozess berücksichtigt, insbesondere in der wichtigen Lektionentafel. In der Fremdsprachenfrage steht der ZLV nicht hinter dem vorliegenden Projekt.

Der ZLV ist erleichtert, dass seine Botschaft «Qualität vor Quantität» bei den Mitgliedern des Bildungsrats Gehör gefunden hat: Der Halbklassenunterricht bleibt mit leichten Abstrichen erhalten und in der Lektionentafel haben die Änderungsvorschläge der Lehrpersonenverbände Berücksichtigung gefunden. «Wichtig war für den ZLV insbesondere, die Schülerinnen und Schüler nicht mit Unterricht zu erdrücken», sagt Vorstandsmitglied Christian Hugi. Der Verband begrüsst es daher, dass auf der Primarstufe das Unterrichtspensum 30 Lektionen nicht übersteigt. Auf Sekundarstufe bleibt das Unterrichtspensum mit 32 bis max. 36 Lektionen weiterhin hoch, aber vertretbar. Im Kindergarten wird künftig überall das gleiche Unterrichtspensum von 20 bzw. 24 Lektionen gelten – dies ist eine längst überfällige Vereinheitlichung.

 

Beim Halbklassenunterricht resultiert im Vergleich mit heute eine Verschlechterung. Es ist den Lehrpersonenverbänden jedoch gelungen, gegenüber ersten Entwürfen eine Verbesserung zu erzielen und die vorgesehenen Reduktionen weitgehend auszubügeln. Immerhin ist sichergestellt, dass der Unterricht in Werken und Haushalt auch weiterhin in der Halbklasse stattfinden kann. Der ZLV wird sich dafür einsetzen, die Klassengrössen zu senken und den Halbklassenunterricht wieder auszubauen. Vor allem im Kindergarten gibt es diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf.

 

Umstellung ohne grosse Sprünge

 

Inhaltlich erwartet der ZLV nur bei den neu einzuführenden Fächern wie Medien & Informatik und Berufliche Orientierung spürbare Veränderungen. Leicht neu ausgerichtet werden auch die Fächer Naturkunde und Technik (NaTech), Religionen, Kulturen, Ethik (RKE) sowie Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH). Ansonsten wird der Lehrplanwechsel keine grossen Sprünge erfordern. Die Kompetenzorientierung wird schon heute in vielen Klassenzimmern gelebt und bei den Lehrmitteln sind Massnahmen grösstenteils umgesetzt.

 

 

Medien & Informatik: Infrastruktur fehlt teilweise

 

Auch wenn der Einführungszeitpunkt für den Lehrplan 21 ambitioniert aber realistisch sein mag, so gilt das nicht für das Fach Medien & Informatik: In vielen Schulhäusern fehlt die nötige Infrastruktur weitgehend. Bei der Weiterbildung der Lehrpersonen macht der ZLV einen sehr grossen Handlungsbedarf aus, falls die Bildungsdirektion den vorgesehenen Zeitplan einhalten will.

 

LP21 als Zwischenziel

 

Für den ZLV ist der LP21 ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kann er nur ein Zwischenziel darstellen. Er harmonisiert in der Deutschschweiz zwar die Lernziele bzw. die Kompetenzen, leistet diese Koordination aber bei der Lektionentafel nicht. Für den ZLV ist eine echte Harmonisierung erst erreicht, wenn für die gleichen Ziele auch überall gleich viele Lektionen eingesetzt werden.

 

Fremdsprachen: Initiative bietet Chance für Korrektur

 

Mit der Fremdspracheninitiative bietet sich der Stimmbevölkerung am 21. Mai die Gelegenheit für eine wichtige Korrektur am Lehrplan 21. Die zweite Fremdsprache muss auf die Sekundarstufe verschoben werden. Die Lehrpersonen weisen – gestützt von den Pisa-Resultaten – seit Jahren darauf hin, dass in dieser Frage Anpassungen nötig sind. Die ungenügenden Ergebnisse in Englisch und Französisch und vor allem in Deutsch zeigen eindeutigen Veränderungsbedarf. Neueste Studien stützen diese Tatsache deutlich.


06.03.2017 BVK-Wahlen: Der Countdown läuft

ZLV Standespolitik
In zwei Monate beginnen die Wahlen für die nächste Amtsperiode der Arbeitnehmervertretung im Stiftungsrat der Pensionskasse BVK. Im Wahlkreis 1 (Kanton Schule) kandidieren die beiden bisherigen Stiftungsräte Ernst Joss und Lilo Lätzsch. Ihr Fokus ist eine für alle Versicherten faire BVK. Die Kandidatur erfolgt auf der Wahlplattform der Vereinigten Personalverbände im Kanton Zürich (VPV).

Alle wichtigen Informationen für die Versicherten finden sich auf

www.fair-für-alle-generationen.ch

17.02.2017 Neu definierter Berufsauftrag (nBA) für Lehrpersonen

Merkblatt des ZLV und der SekZH
Damit der «Schutz vor Überlastung» nicht zur Sparübung wird.

Dein Anliegen ist unser Anliegen!

Aktuell halten die täglichen Meldungen zu Entwicklungen in den Schulen bezüglich des neu definierten Berufsauftrages die Lehrpersonen auf Trab. Etliche von uns bereits lange Zeit befürchtete „kreative“ Umsetzungsideen grassieren nun im ganzen Kanton.
Damit unsere Mitglieder noch besser vorbereitet und informiert in die Verhandlungsgespräche mit den Schulleitungen treten können, haben der ZLV und die SekZH für ihre Mitglieder den nBA-Info-Tipp erstellt.  


Zum Merkblatt

12.01.2017 Charta Bildungssponsoring

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV unterstützt die Charta Bildungssponsoring des LCH und unterzeichnete sie heute ebenfalls.

Gemeinsam mit einer exemplarisch zusammengestellten Gruppe von Unternehmungen, Stiftungen, Schulträgern, Pädagogischen Hochschulen, Verbänden und weiteren Organisationen hat der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH eine «Charta zu Sponsoring, Förderung und Finanzierung von öffentlicher Bildung durch private Anbieter» erarbeitet. Im Fokus stehen insbesondere kostenlose, stark vergünstigte oder über Fremdwerbung finanzierte Leistungen.

> Zur Charta

27.12.2016 Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf

ZLV Bildungspolitik
Damit der Lehrberuf für junge, engagierte Menschen weiterhin attraktiv bleibt, sind dringend Massnahmen erforderlich. Der Beruf wird zunehmend seltener mit einem vollen Pensum ausgeübt.

Deshalb hat der ZLV das Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf verfasst. Die Forderungen richten sich an Politik und Arbeitgeber.


06.12.2016 PISA 2015: Viele Fragezeichen und keine neuen Erkenntnisse

Medienmitteilung LCH
Zum sechsten Mal seit dem Jahr 2000 wurden letztes Jahr Tausende von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in der Schweiz in den Fächern Naturwissenschaften (Schwerpunkt), Mathematik und Lesen getestet. Die Ergebnisse sind einmal mehr erfreulich und bestätigen das gute Niveau des Schweizer Bildungswesens. Weniger erfreulich ist aber der Umgang der OECD mit kritischen Fragen zur Methodologie des PISA-Tests. Dass die Schweizer Resultate von PISA 2015 weder mit den Schweizer Resultate des PISA-Zyklus 2000 bis 2012 noch mit den aktuellen PISA-Ergebnissen 2015 der anderen OECD-Länder verglichen werden können, ist sehr ärgerlich und unprofessionell. Sollte die OECD die unten stehenden offenen Fragen nicht hinreichend beantworten, werden sich die Lehrerverbände LCH und SER dafür einsetzen, dass die PISA-Millionen künftig für das nationale Bildungsmonitoring ausgegeben werden.

> Zur ausführlichen Medienmitteilung des LCH
> LCH-Presseschau zu PISA 2015
> Der Bildungsserver educa zu PISA 2015

02.12.2016 Vernehmlassung zum Lehrplan 21: Fingerzeig für den Bildungsrat

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat heute die Resultate der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 für den Kanton Zürich publiziert. Die Stossrichtung der Antworten stimmt den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband zuversichtlich: Viele weisen auf dieselben Punkte hin wie der ZLV. Insbesondere in der umstrittenen Frage der Lektionentafel ist der Vorschlag des Bildungsrats stark kritisiert worden.

Der vom Bildungsrat präsentierte und in die Vernehmlassung gesandte Entwurf wies viele positive Elemente auf, weshalb der ZLV ihn grundsätzlich unterstützte. In seiner Vernehmlassungsantwort wies er allerdings auch auf eine eklatante Schwäche bei der Lektionentafel hin.

 

«Es stimmt uns zuversichtlich, dass die allermeisten Vernehmlassungsantworten uns in der Frage der Lektionentafel folgen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch. Der ZLV fordert eine bessere Verteilung der Lektionen auf die verschiedenen Stufen. Konkret geht es um mehr Stunden auf der Unterstufe und weniger Stunden auf der Mittel- und der Sekundarstufe. Der Vorschlag des ZLV würde zudem erlauben, den pädagogisch wirkungsvollen Halbklassenunterricht beinahe auf dem bisherigen Niveau zu halten.

 

Der Bildungsrat wird voraussichtlich im März die definitive Fassung für die Umsetzung des Lehrplans 21 beschliessen. Der ZLV ist optimistisch, dass er dabei den Fingerzeig aus der Vernehmlassung beherzigen wird.


17.11.2016 Neu definierter Berufsauftrag diskriminiert die älteren Lehrpersonen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
Mit der Einführung des neuen Berufsauftrages müssen ältere Lehrpersonen bis zur ordentlichen Pensionierung bis zu 382 h länger arbeiten als bisher. Bildungsdirektorin Steiner nimmt dies in Kauf.

Die drei Verbände SekZH, ZLV und VPOD forderten für die unmittelbar Betroffenen eine faire Übergangslösung. In der Antwort hält die Bildungsdirektorin fest, dass die beiden Arbeitszeitmodelle nicht vergleichbar seien und sie älteren Lehrpersonen keine faire Übergangslösung gewähren kann. Dank der Quantifizierung jeder Lektion und jeder Ferienwoche lassen sich die zwei Arbeitszeitmodelle doch sehr wohl miteinander vergleichen.

Die drei Verbände prüfen deshalb weitere Schritte.


14.11.2016 Kantonsrat lehnt Fremdspracheninitiative ab: Chancen für die Volksabstimmung bleiben intakt

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Der Kantonsrat hat heute Montag die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände haben diesen Entscheid erwartet. Der hohe Anteil an Ja-Stimmen verdeutlicht jedoch, dass die Pro-Argumente stichhaltig sind. Die Chancen der Volksinitiative an der Urne sind intakt.

Mit 96 zu 68 Stimmen hat der Kantonsrat die Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände sind erfreut, dass doch so viele Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus verschiedenen Parteien den Vorstoss unterstützen. Die Initiative spricht breite Kreise an, die genug von der Vogel-Strauss-Politik der Zürcher Bildungsbehörden beim Fremdsprachenunterricht haben. Die Lehrpersonenverbände sind überzeugt, die Bevölkerung auf ihrer Seite zu haben. Die Chancen auf einen Sieg sind auch nach dem Kantonsratsentscheid intakt.

 

Kurzfutterkonzept funktioniert nicht


Die Argumente der Initiative überzeugen: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler. Die Rückmeldungen aus der Lehrerschaft zeigen deutlich, dass dieses Kurzfutterkonzept mit zwei Fremdsprachen nicht funktionieren kann, weil die zeitlichen und finanziellen Ressourcen dafür gar nicht vorhanden sind. Auch mittel- bis langfristig werden die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen in der Primarschule aufgrund des zunehmenden Spardrucks nicht gegeben sein. Deshalb braucht es jetzt ein neues und besseres Sprachenkonzept.

 

Gordischen Knoten durchschneiden


Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. Hinzu kommt, dass die Primarschule auch in anderen Fachbereichen vor grossen Herausforderungen steht. Der Lehrplan fordert einen Ausbau der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer. Medienkunde und Informatik sollten ebenfalls mehr Zeit erhalten. Dieser gordische Knoten lässt sich nur mit einem Ja zur Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» durchschneiden.


24.10.2016 Kindergartenlehrpersonen ziehen Kampf gegen Lohndiskriminierung durch

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat Mitte September die Lohndiskriminierungsklage der Kindergartenlehrpersonen abgelehnt. Die drei Verbände ZLV, VKZ und VPOD akzeptieren dies nicht und ziehen das Urteil an das Bundesgericht weiter. Sie werfen dem Verwaltungsgericht vor, wesentliche Fakten nicht berücksichtigt zu haben.

«Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht – wir kämpfen weiter um die volle Anerkennung unseres Berufs und verlangen 100% Lohn für 100% Arbeit», sagt Brigitte Fleuti, Präsidentin des Verbands der Kindergartenlehrpersonen des Kantons Zürich (VKZ). Der Dachverband ZLV und die Gewerkschaft VPOD unterstützen die Kindergartenlehrpersonen in diesem Kampf.

 

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18 (eine Lohnstufe tiefer als Primarlehrpersonen). Die Lehrpersonenverbände verlangten deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18. Dieses Begehren wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 ab, weil es keine Lohndiskriminierung erkennen konnte. Es begründete dies unter anderem mit einer tieferen Einstufung der Kindergartenlehrpersonen gemäss einer standardisierten Arbeitsplatzbewertung (VFA) für alle kantonalen Berufsgruppen.

 

Verwaltungsgericht berücksichtigte wesentliche Fakten nicht

 

Die Kindergartenlehrpersonen bestreiten die Aktualität dieser im letzten Jahrtausend durchgeführten Bewertung. Denn die Volksschulreform 2008 machte den Kindergarten zur ersten Bildungsstufe mit einem klar definierten Berufsauftrag, obligatorischem Lehrplan und entsprechend höheren Berufsanforderungen. Hinzu kommt, dass das Verwaltungsgericht den heute von angehenden Kindergartenlehrpersonen verlangten Bachelor-Abschluss in der VFA-Bewertung weniger gewichtete als bei anderen Berufsgruppen. Dies ist faktisch diskriminierend: Eine Kindergartenlehrperson benötigt für den Bachelor genauso 180 ECTS-Punkte wie alle anderen Bachelor-Absolventen.

 

Geradezu absurd ist der Hinweis des Verwaltungsgerichts, dass die Kindergartenlehrpersonen gehalten seien, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson beim VPOD warnt: «Diese Vorgabe ist unrealistisch und hätte einen massiven Leistungsabbau auf Kosten der Schülerinnen und Schüler zur Folge.»

 

Gleichstellung gewährleisten

 

ZLV, VKZ und VPOD wehren sich gegen die Zementierung der bestehenden Lohndiskriminierung durch das Verwaltungsgericht. Der Beruf der Kindergartenlehrperson ist ein typischer Frauenberuf. Die Verbände verlangen deshalb vom Bundesgericht auch aus der Warte der Gleichstellung von Mann und Frau eine Neubeurteilung des Falles. Der Beruf der Kindergartenlehrperson muss ausbildungs- und marktgerecht entlöhnt werden und entsprechend attraktiv sein, um eine qualitativ gute Bildung in der Volksschule von der ersten Kindergartenstunde an sicherzustellen.


21.10.2016 Wichtige Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe

Infobrief VKZ VPOD und ZLV an Schulleitungen und Schulbehörden
VKZ, VPOD und ZLV schickten einen Infobrief an die Schulleitungen und Schulbehörden, indem sie die Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe darlegten.

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18. Die Verbände ZLV, VKZ und VPOD haben deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18 verlangt. Dieses Begehren hat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 abgewiesen. Daraus ergeben sich für alle Kindergartenlehrpersonen im Kanton Zürich Konsequenzen, die ab sofort gültig sind:
  • Die Lektionenverpflichtung der Kindergartenlehrpersonen bleibt bei 23 Stunden für ein Vollpensum.
  • Gemäss Verwaltungsgericht sind die Kindergartenlehrpersonen jedoch gehalten, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Für Teilzeitpensen gilt die analoge Regelung für den jeweiligen Beschäftigungsgrad.
  • Diesem Umstand ist gemäss Verwaltungsgericht insbesondere auch bei der Festlegung von Präsenzzeiten, Teilnahme an Sitzungen, Weiterbildungen, Projekten usw. Rechnung zu tragen.
  • Das Verwaltungsgericht weist weiter darauf hin, dass Kindergartenlehrpersonen mit einem Vollpensum das Recht haben, im Umfang von 13 Stellenprozent (5,5 Stunden pro Woche) einer anderen beruflichen Beschäftigung nachzugehen.
Sollte die neue wöchentliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden der Kindergartenlehrpersonen (Vollpensum) nicht für die angestrebte Unterrichtsqualität ausreichen, sind gemäss Verwaltungsgericht die politischen Behörden gefragt. Diese müssten entscheiden, ob dieser Zustand hinzunehmen ist oder ob durch geeignete Massnahmen Abhilfe zu schaffen ist.


20.10.2016 SHP: Zeit für Besprechungen im neuen Berufsauftrag

Infobrief Neuer Berufsauftrag SHP
Am 19. September schickten der ZLV und SekZH folgenden Brief an die Verbände der Schulpräsidien und Schulleitungen zur Weiterleitung an deren Mitglieder.

«Im neuen Berufsauftrag für die Lehrpersonen (Einführung per Schuljahr 2017/18) sind bekanntlich verschiedene Tätigkeitsbereiche vorgesehen:

  1. Unterricht
  2. Schule
  3. Zusammenarbeit
  4. Weiterbildung
  5. Klassenlehrperson
  6. Flexteil
Die Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen hatten bisher in einem Vollpensum zwei Besprechungslektionen integriert. Im neuen Berufsauftrag sind diese nicht mehr speziell berücksichtigt. Der ZLV und die SekZH ersuchen Sie daher höflich, in Ihrem Verantwortungsbereich für einen Ausgleich besorgt zu sein. Eine ideale Lösung wäre, den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen im Bereich Zusammenarbeit mehr Zeit für die Besprechungen zuzusprechen. Der ZLV und die SekZH empfehlen, dass für ein 100% Pensum 100h aus dem Flexteil dafür eingesetzt werden. Entsprechend sollen für involvierte Klassenlehrpersonen aus dem Flexteil mindestens 40h zusätzlich im Bereiche Zusammenarbeit eingesetzt werden.»


06.10.2016 KBIK lehnt Fremdspracheninitiative ab: Minderheitsstimmen lassen hoffen

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Die Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats lehnt die Volksinitiative „Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule“ mit 9:6 Stimmen ab. Für das Initiativkomitee kommt dieser heute kommunizierte Entscheid nicht überraschend. Es ist jedoch erfreut über die bedeutende Minderheit, welche die Initiative unterstützt. Dies verdeutlicht den Handlungsbedarf und zeigt, dass das Anliegen in der Volksabstimmung eine Chance hat.

Die 6 Befürworterinnen und Befürworter der Fremdspracheninitiative haben die Probleme erkannt: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler und führt zu unbefriedigenden Resultaten. Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg als heute. Die Kommissionsminderheit vertritt dabei dieselbe Meinung wie das Initiativkomitee: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. 

 

Das Initiativkomitee ist erfreut, dass eine bedeutende Minderheit der Kommission der Argumentation der Initiative gefolgt ist. Dies verdeutlicht, dass hoher Handlungsbedarf besteht. Weiter zeigt das Stimmenverhältnis, dass die Initiative trotz der wahrscheinlichen Ablehnung im Kantonsrat grosse Sympathie geniesst und in der Abstimmung eine Chance haben wird. Die Lehrpersonenverbände fühlen sich umso mehr ermutigt, sich voll für die Initiative einzusetzen.

 

Enttäuscht sind Initiativkomitee und die Verbände von der Mehrheit der KBIK, die sich für den Status quo ausgesprochen hat. Diese Volksvertreterinnen und -vertreter negieren die Probleme des aktuellen Fremdsprachenunterrichts und nehmen die Anliegen der Schule offenbar nicht ernst. Woher sie die Sicherheit nehmen, dass die meisten Kinder mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert seien, entzieht sich dem Initiativkomitee. Der Schulalltag und die Rückmeldungen der rund 4000 ZLV-Mitglieder – also der Lehrpersonen vor Ort in den Schulen – zeigen ein anderes Bild.


19.09.2016 Verwaltungsgericht lehnt Lohnbeschwerde der Kindergartenlehrpersonen ab

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen und Lehrpersonenverbänden gegen die aktuelle Lohndiskriminierung abgelehnt. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies eine Enttäuschung. Die Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid analysieren und einen Weiterzug prüfen.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung haben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben – die nun leider abgelehnt worden ist.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: „Wir sind überzeugt, dass unsere Argumentation stichhaltig ist. Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist ohne Beispiel und willkürlich.“

 

Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: „Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.“

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: „Als typischer Frauenberuf bleiben die Kindergartenlehrpersonen diskriminiert.“

 

Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid des Verwaltungsgerichts analysieren und einen Weiterzug prüfen. So oder so sind die Verbände bereit, weiterhin mit voller Kraft für die Rechte der Kindergartenlehrpersonen einzustehen.


05.09.2016 Der ZLV beantwortet die Vernehmlassung zum Lehrplan 21

ZLV Bildungspolitik
Die Vernehmlassungsantwort des ZLV entstand entlang der Resultate der Mitgliederumfrage. Der ZLV schlägt eine andere Lektionenverteilung vor. Die Anzahl der Lektionen im Halbklassenunterricht bleibt damit unverändert auf dem Stand des Schuljahres 2015/16. Ausserdem fordert der ZLV eine Anpassung des §21a VSG. Die Vernehmlassung im Wortlaut finden Sie neu auf der Website.


31.08.2016 Lehrpersonen klar für Lehrplan 21, aber gegen die Lektionentafel des Bildungsrats

Medienmitteilung ZLV
Rund drei Viertel der ZLV-Mitglieder unterstützen den Lehrplan 21 (LP 21) grundsätzlich. Dies ist das Resultat einer repräsentativen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Das grosse Aber: Sie machen diese Unterstützung davon abhängig, dass die Vorschläge des ZLV für die Lektionentafel aufgenommen werden. Den Vorschlag des Bildungsrats lehnen sie mit überwältigender Mehrheit ab. Der ZLV wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung zum LP 21 und den Entscheid des Bildungsrats ab. Den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion bleibt der Verband weiterhin fern.

Der Lehrplan 21 ist für den ZLV ein zentrales Thema. Damit er die Haltung der Basis im laufenden Prozess  bestmöglich vertreten kann, hat er eine Mitgliederumfrage durchgeführt. Rund ein Drittel der angeschriebenen Mitglieder beantwortete die Fragen – das Resultat ist somit repräsentativ für die Mitglieder des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands.

 

Die Ergebnisse sind eindeutig ausgefallen. Die Mitglieder des ZLV erweisen sich als konstruktiv mitdenkende Akteure der Zürcher Volksschule, sofern man ihre Anliegen ernst nimmt. 72% begrüssen den LP 21 grundsätzlich als Fortschritt. 28% lehnen den LP 21 ab. Die Zustimmung wird allerdings davon abhängig gemacht, dass der Bildungsrat in seinem Einführungsentscheid auf die Änderungsvorschläge der Lehrpersonen eingeht.

 

Lektionentafel: Qualität vor Quantität

 

Der grösste Streitpunkt zwischen Bildungsrat und ZLV ist die Lektionentafel – diese legt fest, wie viele Stunden jedes Fach in welcher Klasse zugesprochen erhält. Den Vorschlag des Bildungsrats für die Lektionentafel lehnen 88% der ZLV-Mitglieder in der Umfrage ab. Den Änderungsvorschlag der Lehrpersonenverbände heissen dagegen 92% gut. Sie fordern, dass der bewährte und sehr wirkungsvolle Halbklassenunterricht im bisherigen Rahmen beibehalten wird, insbesondere in der 4. bis 6. Klasse. Zudem wollen die Lehrpersonenverbände durchsetzen, dass die Zahl der vom Bildungsrat vorgesehenen Lektionen in der 5. und 6. Klasse sowie in der 8. Klasse reduziert wird. «Qualität muss vor Quantität kommen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch.

 

Ein weiterer Kritikpunkt des ZLV ist der Vorschlag des Bildungsrats, im Rahmen der Einführung des LP 21 den Paragraphen 21a ersatzlos aus dem Volksschulgesetz zu streichen. Der Passus legt die Unterrichtszeit des Fachs Handarbeit in der Primar- und Sekundarstufe sowie weitere Details dazu fest. Der ZLV schlägt vor, den Paragraphen 21a nicht zu streichen, sondern anzupassen. 86% der Mitglieder haben diesen Weg in der Umfrage unterstützt.

 

Der ZLV hat die Haltung seiner Mitglieder in die Antwort auf die Vernehmlassung zu den bildungsrätlichen Vorschlägen zum LP 21 einfliessen lassen. Der Verband wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung und den noch dieses Jahr zu erwartenden Entscheid des Bildungsrates ab. ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch: «Wir hoffen sehr stark, dass der Bildungsrat die fundierten Rückmeldungen der Lehrerschaft berücksichtigen wird und dass wir danach die Einführung des LP 21 unterstützen können.»

 

ZLV bleibt Arbeitsgruppen fern

 

Seit März 2016 hat der ZLV die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion zur Einführung des LP 21 sistiert. Der Grund war, dass die Resultate der Arbeitsgruppen von den Steuerungsgremien regelmässig übergangen wurden. Da die Bildungsdirektion die Entscheidungsprozesse nicht geändert hat, sieht der ZLV zurzeit keinen Grund in die Begleit- und Arbeitsgruppen zurückzukehren. Die vom Kantonsrat in die bildungsrätliche Kommission Lehrplan 21 gewählten ZLV-Vertretenden werden ihre Aufgabe jedoch wie bisher wahrnehmen.


09.08.2016 Bildungsrat: Fächerprofile für konsekutive Master

ZLV Bildungspolitik
Erwartungsgemäss hat der Bildungsrat entschieden, dass für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I nur zwei oder drei Studienfächer gewählt werden müssen. Um die Ausbildung attraktiv zu gestalten, ist das sinnvoll. Für die Schule wäre eine breitere Ausbildung zweckmässiger. Die Forderung des ZLV, dass Schulgemeinden die Nachqualifikationen grosszügig unterstützen, gewinnt damit noch an Bedeutung.

Den Beschluss des Bildungsrates vom 28. Juni 2016 "14 Fächerprofile für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich" finden Sie hier.

Zum Thema Nachqualifikationen gibt es ein nach wie vor aktuelles Positionspapier "Weiterbildung" des ZLV.

15.07.2016 ZLV-Vernehmlassungsantwort zu Tagesstrukturen

ZLV Bildungspolitik
Die Bildungsdirektion möchte im Volksschulgesetz die Bestimmungen zu Tagesschulen und Tagesstrukturen genauer umschreiben. Dazu startete sie eine Vernehmlassung, an der sich auch der ZLV beteiligte. Die Vernehmlassungsantwort ist nun aufgeschaltet.

Aus dem Begleitschreiben der Bildungsdirektion:

"Dem wachsenden gesellschaftlichen Bedürfnis nach Betreuungsangeboten trägt der Regierungsrat im Rahmen seiner Legislaturziele 2015- 2019 Rechnung, indem die Einführung von Tagesschulen ermöglicht und gefördert und dabei neue Modelle geprüft werden sollen.
Vor diesem Hintergrund soll im Volksschulgesetz vom 7. Februar 2005 (VSG; LS 412.100) eine ausdrückliche Rechtsgrundlage für Tagesschulen geschaffen werden. Dadurch werden Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume für den Betrieb von Tagesschulen geklärt. Gleichzeitig sieht die Vernehmlassungsvorlage vor, die im Volksschulgesetz bereits bestehenden, sehr kurz gefassten Gesetzesbestimmungen zu den Tagesstrukturen zu verdeutlichen. Verschiedene Erfahrungen aus der Anwendungspraxis führen ebenfalls zu inhaltlichen und systematischen Änderungen."

> Zur Vernehmlassungsantwort des ZLV

07.07.2016 Zur Ablehnung der Zürcher Fremdspracheninitiative durch den Regierungsrat

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Dass der Zürcher Regierungsrat die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» ohne Gegenvorschlag ablehnt ist keine Überraschung. Damit liegt die Zürcher Regierung auf der Linie der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, die das Modell 3/5 hartnäckig verteidigt.

Mit diesem Entscheid ist das Problem mit dem frühen Fremdsprachenlernen aber nicht gelöst. Drei Sprachen bereits in der Primarschule lernen zu müssen, überfordert sehr viele Kinder. Dabei ist der Aufwand sehr gross und wie neuste Studien zeigen, sind die Erfolge vor allem im Französisch äusserst bescheiden.

 

Mit dem neuen Lehrplan sieht sich die Mittelstufe mit den erhöhten Anforderungen im wichtigen Bereich von Natur und Technik sowie mit der Einführung in die Informatik konfrontiert. Da alle Neuerungen kostenneutral erfolgen müssen, werden mit dem Abbau des auch für das Einüben von Fremdsprachen nützlichen Halbklassenunterrichts die Rahmenbedingungen noch verschlechtert. Nur mit der Verschiebung der zweiten Fremdsprache in die Sekundarschule kann Platz für eine solide Umsetzung des Auftrags der Primarschule geschaffen werden. Das bisherige Sprachenkonzept ist wenig effizient und muss grundlegend umgebaut werden.

 

Der Entscheid, welche Fremdsprache in der Primarschule eingeführt werden soll, ist laut Initiativtext Sache des Bildungsrats. Die Initiative ist von dieser Frage nicht direkt betroffen. Ob das Eingreifen des Bundesrats einer überzeugenden Lösung förderlich ist, werden die kommenden Diskussionen in Bund und den Kantonen zeigen.


06.07.2016 Facebook: 800 «Gefällt mir»-Angaben übersprungen

ZLV-intern
Seit dem März 2012 unterhält der ZLV eine Facebook-Seite für Organisationen. Das bedeutet: Interessierte können die Seite «liken» und damit die «Posts» des ZLV verfolgen und diskutieren. Nun hat die Seite die Marke von 800 «Gefällt-mir»-Angaben übersprungen.

Über diesen Erfolg freut sich das Redaktionsteam, bestehend aus ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch, ZLV-Geschäftsleiterin Jolanda Pongelli und Magazin-Redaktor Roland Schaller. «Mit Facebook sprechen wir Lehrpersonen und weitere Leute an, die wir mit unserer traditionellen Kommunikation nicht erreichen», sagt Lilo Lätzsch. «Deshalb lohnt sich der Aufwand.»

Und etwas Eigenlob darf auch sein: Kein vergleichbares Facebook-Profil einer anderen kantonalen LCH-Sektion konnte bislang einen so grossen Anhang aufbauen. Hier wird innovativ und vorbildlich gearbeitet, das wurde dem ZLV auch schon von berufener Seite attestiert.

> https://www.facebook.com/zlv.ch/

29.06.2016 Verstärkung für die Geschäftsleitung

ZLV-intern
An der ordentlichen Delegiertenversammlung 2015/2016 wurden drei neue Mitglieder für die Geschäftsleitung gewählt.

Insgesamt 46 stimmberechtigte Delegierte besuchten am 29. Juni die ordentliche Delegiertenversammlung 2015/2016 des ZLV. Präsidentin Lilo Lätzsch freute sich darüber, Sarah Knüsel und Moritz Stutz vom VSLZH und Daniel Kachel, frischgewählter Präsident SeKZH, als Gäste willkommen zu heissen.

Marion Heidelberger, Vizepräsidentin LCH, überbrachte die Grüsse des Dachverbandes und berichtete kurz darüber, was auf der Homepage des LCH interessantes zu finden ist. Ein besonderes Lob gab es für die immer wichtiger werdenden Auftritte der Verbände auf den Sozialen Medien. Lilo Lätzsch ging in ihrer kurzen Eröffnungsrede auf die aktuellsten und wichtigsten Geschäfte des ZLV ein.

 

Neue GL-Mitglieder

Es herrschte eine gute Stimmung und die Delegierten stellten konstruktive Fragen an die Geschäftsleitung. Die Delegierten unterstützten alle Anträge der Geschäftsleitung. Es gibt neu eine Kooperation mit der Stiftung Pestalozzianum, neue Legislaturziele und die Vernehmlassung Lehrplan 21 wird mitgetragen.  

Das wichtigste Geschäft an der diesjährigen DV waren die Wahlen von drei neuen Mitgliedern für die Geschäftsleitung. Neu gewählt wurden

- Daniel Rutz (ZKM)

- Dominique Tanner (Handarbeit/Werken)

- Barbara Schwarz (VKZ)

Daniel Rutz arbeitete bereits seit einem Jahr als Berater in der Geschäftsleitung mit. Die beiden Frauen werden neu dazu stossen. Dies wird eine grosse Entlastung für die Geschäftsleitung bringen. Der Vorstand ist so bestens auf den angekündigten Rücktritt von Lilo Lätzsch in einem Jahr vorbereitet.

Die Erneuerungswahlen für die standespolitische und die pädagogische Kommission wurden ebenfalls durchgeführt. Die neue Zusammensetzung dieser Gremien finden sie auf der Website des ZLV. Die ordentlichen Geschäfte gaben wenig zu reden. So wurden Jahresrechnung und Budget einstimmig angenommen. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert.

Mit bestem Dank für Ihr Engagement im ZLV wurden verabschiedet

- Rahel Küng (Geschäftsleitung)

- Hans Lenzi (LCH-Delegierter)

- Rosy Kaufmann (LCH-Delegierte)

- Simon Hausammann (Präsident Sektion Sekundarstufe I)

- Jonas Guggenheim (Präsident Sektion Primar 1)

- Elisabeth Blülle (PK)

- Bea Bögli (PK)

- Patricia Ribo (SPK)

 

Zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Pausenverpflegung in diesem Jahr von der Zürich Versicherung offeriert. Die Kooperation mit dem LCH garantiert auch den ZLV-Mitgliedern Vergünstigungen bei allen Versicherungsverträgen.

Zum Schluss überreichte Brigitte Fleuti, Präsidentin des VKZ, der Geschäftsleitung zum Jubiläum einen Korb mit Süssigkeiten. Da freuen wir uns doch schon auf die nächsten Sitzungen.

 

Jolanda Pongelli, Geschäftsleiterin ZLV

21.06.2016 Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV beantwortete die Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg und konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Grundsätzlich begrüsst der ZLV die EDK Richtlinien, stellt aber fest, dass nicht alle Kantone diese Richtlinien einhalten, dies macht eine Ausbildung an der PHZH weniger attraktiv. Die freie Wahl der Fächer wird sehr unterstützt. Der ZLV nimmt die Begrenzung auf drei Fächer zur Kenntnis, im schulischen Alltag wären vier oder mehr besser. Daher braucht es attraktive Rahmenbedingungen für eine Nachqualifikation. Die Anzahl von 30 (40) ECTS für die Nachqualifikation ist sehr hoch. Kompetenzen, die bereits vorhanden sind, müssen für die Anrechnung berücksichtigt werden. Zudem ist eine Unterstützung seitens Schulgemeinde gefragt und letztlich auch in ihrem Interesse.
> www.zlv.ch/politik/standpunkte/vernehmlassungen


16.06.2016 Bleiben Sie nach Ihrer Pensionierung Mitglied beim ZLV

ZLV-intern
Mit der Weiterführung der Verbandmitgliedschaft bezeugen pensionierte Kolleginnen und Kollegen ihre Solidarität mit den aktiven Lehrpersonen.

Lehrpersonen im Ruhestand bezahlen je nach Mitgliedorganisation oder Sektion einen reduzierten Mitgliederbeitrag zwischen CHF 100.- und 150.-.

Sie erhalten weiterhin das ZLV-Magazin, profitieren von den Vergünstigungen und wahren so den Kontakt zum Lehrberuf und zum Berufsverband. 


Kulturprogramm
Der ZLV bietet seinen Mitgliedern im Ruhestand zusätzlich zu den Mini-Fachtagungen ein separates Kulturprogramm an. Monatlich werden Veranstaltungen wie Führungen in Museen, Betriebsbesichtigungen, Rundgänge durch Ortschaften und Ähnliches, welche teilweise gratis oder sehr günstig sind, organisiert. Das Programm wird jeweils im ZLV-Magazin veröffentlicht.

> Pensionierte Lehrpersonen

15.04.2016 Lehrplan 21: Halbklassenunterricht beibehalten und weniger Stunden in 5. und 6. Klasse

Medienmitteilung ZLV
Im März hat sich der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV aus den kantonalen Arbeitsgruppen für den Lehrplan 21 zurückgezogen. Nachdem die Bildungsdirektion das Gespräch suchte, wird sich der ZLV nun konstruktiv an der Vernehmlassung beteiligen. Er setzt sich insbesondere dafür ein, dass der Halbklassenunterricht auf der Mittelstufe mindestens im bisherigen Rahmen beibehalten wird und dass die Schülerinnen und Schüler in den oberen Klassen weniger Stunden als vorgesehen zu absolvieren haben. Zusammen mit den anderen Lehrpersonenverbänden hofft der ZLV auf ein Einlenken des Bildungsrats in diesen zentralen Themen.

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich. Der Rückzug aus den Arbeitsgruppen erfolgte, weil der Verband sich mit seinen Argumenten nicht ernst genommen fühlte. Eine klärende Aussprache mit der Bildungsdirektion trug inzwischen zum gegenseitigen Verständnis bei. Für die Rahmenbedingungen des Lehrplans 21 ist der Bildungsrat zuständig. Auf dessen Einlenken in zentralen Fragen hoffen sowohl der ZLV als auch die weiteren Lehrpersonenverbände. Sie werden ihre Argumente in der heute beginnenden Vernehmlassung koordiniert einbringen. «Wir zählen auf einen Tatbeweis des Bildungsrats, dass er die Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer ernst nimmt», sagt Lätzsch.

Konkret fordert der ZLV, dass die Behörden bei der Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich vorgesehene Reduktion des Halbklassenunterrichts in der Mittelstufe verzichten und dafür mindestens die bisherige Anzahl Lektionen vorsehen. In der 5. und 6. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler zudem maximal 30 Lektionen Unterricht besuchen, in der 8. Klasse maximal 34 Lektionen. Ausserdem ist es für den ZLV wichtig, dass für Weiterbildungsmassnahmen rund um die Einführung des Lehrplans 21 genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer, in der Vernehmlassung zu beurteilender Punkt ist die geplante Änderung von §21 des Volksschulgesetzes, welcher die Anzahl der Lektionen Handarbeit pro Woche für die einzelnen Schuljahre festlegt. Der ZLV strebt dabei eine pragmatische Lösung an, die dem grossen Stellenwert des Fachs Rechnung trägt.

Der ZLV wird in den nächsten Wochen seine provisorische Haltung zum Lehrplan 21 und den diversen zu beurteilenden Einzelfragen mit den verbandsinternen Gremien abstimmen und die definitive Vernehmlassungsantwort fristgerecht bei Bildungsdirektion und Bildungsrat eingeben.

13.04.2016 Regierungsrat schiebt das Budgetproblem an die Gemeinden ab

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat Zürich hat heute kommuniziert, wie er die Sparvorgaben im Bildungsbereich gestalten will. Seine Kernmassnahme in Bezug auf die Volksschule ist die Kommunalisierung der Schulleitungen. Damit wird das Budgetproblem einfach an die Gemeinden abgeschoben. Diese haben vielerorts klamme Kassen und fahren bei den Schulen einen Sparkurs. Dieser dürfte sich nun verschärfen. Für die Schule als Gesamtgebäude wird der Schritt des Regierungsrats deshalb trotzdem zu einem Bildungsabbau führen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV nimmt davon sehr besorgt Kenntnis.

Die Schule ist ein fein austariertes Gesamtgebäude. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Schulen, Stufen und Trägern ist einfacher geworden, seit die Anstellungen weitgehend kantonalisiert erfolgen. Der ZLV nimmt deshalb mit grosser Sorge zur Kenntnis, dass der Regierungsrat die Anstellung der Schulleitenden nun im Rahmen der kantonalen Sparmassnahmen zu den Gemeinden verlagern will. Der ZLV fürchtet auf zwei Ebenen negative Auswirkungen.

  • Die Kompetenzverlagerung an die Gemeinden belastet die kommunalen Budgets. In weiten Teilen des Kantons sind diese bereits stark unter Druck, was in den letzten zwei Jahren auch in den Schulbudgets zu markanten Einschnitten führte. Kommen nun noch die Löhne der Schulleitenden hinzu, werden weitere Einschnitte unvermeidbar sein. Abhilfe könnten nur Steuererhöhungen bringen, die jedoch im jetzigen politischen Klima schwierig durchzusetzen sein dürften.
  • Der ZLV setzt sich seit jeher für einheitliche Rahmenbedingungen für die Schule ein. Die Kommunalisierung der Schulleitungen wird jedoch dazu führen, dass die Anstellungsbedingungen der Schulleitenden auseinanderdriften. Bei Schulen in finanzschwachen Gemeinden kann dies zu Qualitätsproblemen führen.

Der ZLV fordert deshalb, dass ein klarer Katalog aufgestellt wird, welche Aufgaben und Pflichten eine Schulleitung erfüllen muss. Der Verband hofft, dass sich die Gemeinden ihrer Verantwortung bewusst sind und nach wie vor qualifizierte, engagierte Schulleitungen anstellen. Zudem wird der ZLV den Kontakt mit den Vereinigten Personalverbänden (VPV) suchen, da mehrere Verbände von Sparmassnahmen betroffen sind.

 

Zweiter Tag der Bildung?

Man muss der Bildungsdirektion immerhin attestieren, dass sie mit der Kommunalisierung der Schulleitungen ihr Versprechen einhält, die Klassengrössen oder Lektionenverpflichtungen nicht zu erhöhen. Aus der Warte der Schule als Gesamtgebäude muss der ZLV die Massnahme dennoch kritisieren. Über die kommunalen Budgets wird sie die Schulen treffen und ihre Qualität gefährden. Der ZLV geht davon aus, dass die kommunalen Abbaumassnahmen jene des Kantons bereits jetzt bei Weitem übertreffen. Dies darf nicht so weitergehen. Ein zweiter Tag der Bildung rückt näher.


07.03.2016 Lehrplan 21: ZLV verlässt Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV verlässt die kantonalen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 per sofort. Der Grund dafür: Die Bildungsdirektion nimmt die Mitarbeit der Lehrpersonenverbände nicht ernst und bewegt sich in zentralen Fragen ins Abseits.

Der ZLV wirkt auf Einladung der Bildungsdirektion seit rund einem Jahr intensiv in den verschiedenen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich mit. Nach einem Jahr harter Arbeit muss der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Lehrpersonenverband der Zürcher Volksschule ernüchtert feststellen, dass von den Ergebnissen der Arbeitsgruppen am Schluss kaum etwas übrig bleibt. Die übergeordnete Steuergruppe der Bildungsdirektion fällte immer wieder Entscheide, die den Resultaten aus den Arbeitsgruppen teilweise diametral gegenüberstehen.

 

Selbstverständlich ist dem ZLV bewusst, dass nicht alle Anliegen der Lehrpersonenverbände umgesetzt werden können. Trotzdem geht er davon aus, dass seine Mitarbeit, seine fachlichen Inputs aus dem Schulalltag und sein Engagement ernst genommen werden. Besonders stossend ist, dass die Steuergruppe der Bildungsdirektion genau jene Lektionentafel favorisiert, welche in den Arbeitsgruppen von allen Lehrpersonenverbänden abgelehnt wurde. Beim Entscheid zur Lektionentafel handelt es sich um das aus Sicht des ZLV wichtigste Thema bei der Einführung des Lehrplans 21.

 

Der ZLV teilte seine schwerwiegenden Bedenken der Bildungsdirektorin und allen Mitgliedern des Bildungsrats zum bisherigen Vorgehen frühzeitig mit, ohne dass sich etwas änderte. Der Verband hat sich deshalb entschieden, die verschiedenen Arbeitsgruppen per sofort zu verlassen. «Für die Bildungsdirektion sind die Lehrpersonenverbände offenbar nur Dekoration – wir verlangen bei einem Entscheid von so grosser Tragweite einen ernsthaften Einbezug», sagt ZLV-Vizepräsident Kurt Willi.

 

ZLV überdenkt Unterstützung für Lehrplan 21

 

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Leider stimmen diese momentan jedoch in keiner Art und Weise mehr. Neben dem fehlenden ernsthaften Einbezug der Lehrpersonenverbände und falschen Stossrichtungen in zentralen Fragen wie der Lektionentafel kommen fehlende Umsetzungsressourcen hinzu, beispielsweise für Weiterbildungen. Sollte sich an diesen ungeeigneten Rahmenbedingungen nichts mehr ändern, wird der ZLV die Einführung des neuen Lehrplans im Kanton Zürich nicht mehr unterstützen.


26.02.2016 Kantonale Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» eingereicht

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Heute wurde die Volksinitiative für eine Fremdsprache an der Primarschule mit 9‘270 Unterschriften eingereicht. Damit wurde ein deutliches Zeichen für eine bessere Staffelung des Fremdsprachenerwerbs in der Schule gesetzt.

Die Rückmeldungen von den vielen Sammelaktionen im ganzen Kanton ergeben ein klares Bild. Das Lernen zweier Fremdsprachen wird kaum von jemandem infrage gestellt, nur über den Zeitpunkt der Einführung der zweiten Fremdsprache gehen die Meinungen auseinander. Ebenso eindeutig wird unterstrichen, dass ein Konzept mit nur zwei Wochenlektionen zu 45 Minuten pro Sprache wenig Aussicht auf nachhaltigen Erfolg hat.

 

Zwei Fremdsprachen in der Primarschule haben zu einer offensichtlichen Sprachlastigkeit der Schule geführt. Dadurch wurden andere Bildungsbereiche wie Werken und Mensch/Umwelt geschwächt. Für Fächer wie Medienkunde und Informatik bleibt kein Platz mehr.

 

Für die Lehrpersonenverbände Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV), Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) und den Verein der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH) stimmen Aufwand und Ertrag beim gegenwärtigen Sprachenkonzept überhaupt nicht. Erstaunlich ist, dass die Bildungsdirektion noch nie nach dem «Return on Invest» gefragt hat. Nach Auffassung der Lehrpersonen ist der zentrale Auftrag der Primarschule, zuerst die Kinder gründlich mit der Standardsprache Deutsch vertraut zu machen und dann die erste Fremdsprache sorgfältig einzuführen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lernen Jugendliche die zweite Fremdsprache auf der Sekundarstufe schneller als bei einem vorzeitigen Erstkontakt.

 

Mit der Einreichung der Initiative ist die Basis geschaffen worden, dass über das heutige untaugliche Sprachenkonzept ernsthaft diskutiert werden kann und für die Schülerinnen und Schüler bessere Lösungen gefunden werden können.

 

Die Einreichung der Initiative soll auch als ein über die Kantonsgrenze hinausgehendes Zeichen für eine Revision des unbefriedigenden Sprachenkonzepts verstanden werden. Die Qualität der Volksschule wird davon profitieren.


08.02.2016 Petition Kindergarten: Antwort des Regierungsrates

Mitteilung VKZ und ZLV
Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat zu unserer Petition «Anstellung von Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe ohne Ausbildung» Stellung genommen. Der VKZ und der ZLV nehmen mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der RR die Forderung ablehnt, ausschliesslich Lehrpersonen mit einer anerkannten Ausbildung auf der Kindergartenstufe anzustellen.

Wir stellen fest, dass der Regierungsrat mit dieser Stellungnahme, auch wenn er diese mit einer gesetzlichen Ausnahmeregelung begründet, einen qualitativen Abbau auf der ersten Bildungsstufe in Kauf nimmt. Bezüglich der Lohneinstufung ist dem RR ein Fehler unterlaufen. Die Lehrpersonen der Kindergartenstufe sind auf der Stufe I, die Lehrpersonen der Primarstufe auf der Lohnstufe III eingeteilt – und nicht der Stufe II, wie es in der Antwort des RR steht.


13.01.2016 ZLV setzt sich gegen Raubbau an der Volksschule ein

Medienmitteilung ZLV
Seit zwei Jahren drücken viele Zürcher Gemeinden die Budgets ihrer Schulen. Dieser Raubbau an den Ressourcen gefährdet das Erreichen der Schulziele immer mehr. Parallel dazu geraten nun die Löhne der Lehrpersonen wieder unter Druck. Der ZLV wird 2016 gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen antreten und hat sich deshalb am heutigen Tag der Bildung engagiert.

Die erste oder gar die ersten zwei Runden mit Kürzungen auf Gemeindeebene sind vorbei. Das Resultat sind unter anderem weniger Ressourcen für die Klassen – und dies bei kantonsweit tendenziell steigenden Schülerzahlen. Eine einschneidende Massnahme war vielerorts das Streichen der Gelder für Kurzvikariate und anderer Unterstützungsressourcen für die Lehrpersonen. Das gerade in grossen Klassen wichtige Teamteaching fällt dadurch dem Spardruck zum Opfer. Wenn Lehrpersonen krankheitshalber ausfallen, steht zudem kurzfristig kein Ersatz zur Verfügung. Eine Lehrperson muss in solchen Fällen neben der eigenen Klasse auch noch jene der ausgefallenen Kollegin betreuen – mit entsprechenden Qualitätseinbussen. Betrachtet man die finanzielle Situation der Gemeinden, dürfte sich die Situation für das Schuljahr 2016/2017 weiter verschlechtern.

 

Lehrpersonen zahlen die Zeche

 

Auf Kantonsebene zeichnen sich parallel dazu weitere massive Verschlechterungen für die Rahmenbedingungen der Volksschule ab. Besonders bitter für den ZLV ist, dass die Lehrpersonen ab Schuljahr 2016/2017 keine Einmalzulagen mehr erhalten sollen. Zur Erinnerung: Erst auf das Schuljahr 2014/2015 schaffte der Kanton die fachlich gut begründete Mehrklassenzulage ab und wandelte sie in die Einmalzulage um. Es hiess damals, es gäbe mehr Geld für mehr Leute. Nun soll es bereits gar nichts mehr geben. Der ZLV hatte sich jahrelang gegen die Abschaffung der Mehrklassenzulage gewehrt – wie es sich nun zeigt, mit vollem Recht.

 

Für Stufenanstiege von Lehrpersonen stehen im Budget 2016 zudem nur 0.4% der Lohnsumme zur Verfügung, obwohl sich durch das Ausscheiden älterer Lehrpersonen die Lohnsumme jedes Jahr um mindestens 1% reduziert. Einmal mehr bezahlen damit die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule die Zeche für die missliche Finanzpolitik des Kantons.

 

Der ZLV wehrt sich gegen den immer deutlicher sichtbaren Raubbau an den Ressourcen der Volksschule und an den Löhnen der Lehrpersonen. Mit seiner aktiven Beteiligung am Tag der Bildung setzt er ein Zeichen. Der Verband wird sich 2016 auf allen Ebenen einbringen und mit voller Kraft gegen den Bildungsabbau kämpfen.


14.12.2015 Kantonsrat zieht den Zorn des Staatspersonals auf sich

Medienmitteilung VPV
Der Kantonsrat will für das Staatspersonal nächstes Jahr nur 0,4 Lohnprozente mehr ausgeben. Dabei bleibt er weit hinter dem Antrag des Regierungsrates zurück, der insgesamt 0,9 Lohnprozente mehr für das Staatspersonal vorgesehen hatte (0,6% als individuelle Lohnerhöhung, 0,3% als Einmalzulage). Diese Geringschätzung hat das Staatspersonal nicht verdient!

Damit bleibt der Kanton einmal mehr hinter der jährlichen UBS-Lohnumfrage zurück. Das heisst, die Schere zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung in der Region Zürich und dem Lohn des Staatspersonals geht weiter auf. Bereits hinken die Löhne, die der Kanton bezahlt, seit 2010 um 2,2% hinterher.

Dies ist doppelt bitter: Zum einen könnten Lohnanpassungen wie von der Regierung vorgeschlagen durch die sogenannten Rotationsgewinne finanziert werden. Diese betragen nämlich im Durchschnitt über alle Direktionen gerechnet 1%. Und zum andern hat das Personal selbst in den fetten Jahren kaum von der Prosperität der Kantonsfinanzen profitieren dürfen. Das Budget geht für nächstes Jahr noch von einer schwarzen Null aus. Danach sehen die Prognosen düster aus. Wie will der Kantonsrat das Staatspersonal behandeln? Die VPV werden alle legalen Mittel ausschöpfen, um einer weiteren Verschlechterung der Situation entgegenzuwirken.

03.12.2015 Die Einführung des Lehrplan 21 braucht genügend Ressourcen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
An ihrer Versammlung verabschiedete die Lehrpersonenkonferenz des Kanton Zürich LKV die folgende Resolution zum Lehrplan 21. Die drei Lehrpersonenver-bände SekZH, VPOD und ZLV unterstützen vollumfänglich diese Resolution.

«Wir fordern, dass für ein solch grosses Projekt wie die Einführung und die Umsetzung des Lehrplan 21 die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden.

 

Die Gefahr, dass diese nicht vorhanden sind, sieht man an dem bereits geplanten Abbau des Halbklassenunterrichts auf der Mittelstufe.»


26.11.2015 ZLV-Umfrage zeigt besorgniserregenden Bildungsabbau

Medienmitteilung ZLV
Der Kanton Zürich trägt der Volksschule Sorge: Für 2016 sind keine einschnei-denden Sparmassnahmen vorgesehen. Doch dies ist höchstens das halbe Bild. Wie eine ZLV-Umfrage bei Lehrpersonen zeigt, wirkt der Spardruck vor allem auf kommunaler Ebene. Die dortigen Einschnitte führen zu weniger Unterstützung der Klassen und erschweren den integrativen Unterricht. Dies gefährdet die Qualität der Volksschule.

Der Kanton Zürich schneidet aus Sicht des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV bei den Schulbudgets im Vergleich mit anderen Kantonen gut ab. Während andernorts der Rotstift massiv angesetzt wird, geht die Zürcher Bildungsdirektion mit Augenmass vor. Allerdings verfügt sie neben den Lehrpersonenlöhnen über vergleichsweise wenig Einflussmöglichkeiten. Ein Grossteil der übrigen Bildungsausgaben fällt auf kommunaler Ebene an – und dort präsentiert sich ein besorgniserregendes Bild.

 

Eine nicht-repräsentative Umfrage des ZLV bei seinen Mitgliedern zeigt, dass bereits 2015 über 85% der antwortenden Lehrpersonen in ihren Gemeinden Sparmassnahmen zu spüren bekamen. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen des Verbands und seiner Repräsentantinnen und Repräsentanten aus der Alltagsarbeit. Für das Jahr 2016 befürchtet der ZLV aufgrund der vorliegenden Gemeindebudgets zusätzliche, einschneidende Sparmassnahmen.

Die ZLV-Umfrage verdeutlicht, wo die Gemeinden den Rotstift ansetzen und welche Auswirkungen dies auf die Volksschule hat. Mit über 60% an Nennungen steht das Globalbudget der Schulen an erster Stelle. Weitere konkrete Punkte betreffen das Material (55%), Vikariate (33%), Deutsch als Zweitsprache (DaZ, 29%) sowie Freifächer, Schulreisen und Klassenlager.

 

Weniger Unterstützung als Folge

Für die Lehrpersonen bedeuten die Sparmassnahmen im Alltag oft, dass weniger Unterstützung vorhanden ist. So fordern die Städte Zürich und Winterthur kaum je zusätzliche Ressourcen aus dem VZE Pool an und auch Assistenzen werden selten eingesetzt. Weitere konkrete Beispiele aus der Stadt Zürich: Kürzung des Globalkredits, eine ungenügende Computerausstattung, bei kurzen Krankheitsausfällen von Lehrpersonen sind keine Stellvertretungen mehr möglich. In vielen Gemeinden kommt zudem auch der Unterhalt der Schulhäuser und des Mobiliars zu kurz.

 

Schleichender Abbau der Schulqualität

Bleiben die Steuern der Gemeinden 2016 und in den folgenden Jahren auf tiefem Niveau, wird sich der Bildungsabbau weiter fortsetzen. So wird die Qualität der Volksschule einer ernsten Probe ausgesetzt. Die vielen kleinen Abbauschritte sind zwar weniger spektakulär als kantonale Massnahmen, wirken sich in der Summe aber ebenso negativ aus. Zudem steigt die bereits heute zu hohe Belastung der Lehrpersonen weiter an – mit entsprechenden Konsequenzen für die Attraktivität des Berufs.

 

Der ZLV wird sich weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzen, dass die Zürcher Volksschule die Mittel erhält, um die gesetzten Bildungsziele zu erreichen. Ein grosses Anliegen ist ihm dabei, Chancengerechtigkeit zu fördern. Schulischer Erfolg darf nicht davon abhängen, ob die Wohngemeinde eines Kindes die Schule finanziell aushungert oder eine weitsichtige Qualitätspolitik verfolgt.


24.11.2015 Weg für Lohnklage frei

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Wie die Zürcher Kantonsregierung heute in einer Medienmitteilung bekannt gibt, ist sie nicht bereit, eine Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe zu erkennen. Mit dem Beschluss des Regierungsrates können nun die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und ZLV mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht gelangen.

Bereits der Ausgang der Schlichtungsverhandlungen im vergangenen März deutete darauf hin, dass der Kanton bereit ist, einen langwierigen Rechtsstreit in Kauf zu nehmen. Auch jetzt hat es der Kanton verpasst, die Lohndiskriminierung ernsthaft zu prüfen und die Löhne der Kindergartenlehrpersonen anzupassen. Der Regierungsrat widerspricht zwar den Argumenten der drei Personalverbände, aber es gelingt ihm nicht, sie zu wiederlegen. In diesem Sinne halten die Kindergartenlehrpersonen daran fest, dass eine Lohndiskriminierung nach Gleichstellungsgesetz feststellbar ist. Da nun der bereits seit geraumer Zeit erwartete Beschluss des Kantons bei den Beschwerdeführerinnen eingetroffen ist, wird der Gang an die juristischen Institutionen möglich. Stellvertretend für alle betroffenen Kindergartenlehrpersonen wird das juristische Verfahren mit drei Lehrerinnen auf der Kindergartenstufe weitergeführt.


Für die drei Verbände ist der Entscheid des Regierungsrates nicht das Ende im Kampf gegen diskriminierungsfreie Löhne, sondern er ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Lohngleichheit, auch auf der Kindergartenstufe.


13.11.2015 ZLV und SekZH fordern einfachere Zeugnisse

Medienmitteilung SekZH und ZLV
Da mit dem Lehrplan 21 kompetenzorientiert unterrichtet wird, müssten auch die Zeugnisse kompetenzorientiert aufgebaut sein. Allerdings wäre die Belastung der Lehrpersonen zum Ausfüllen solcher Zeugnisse zu hoch. Einfache Lösungen gibt es – noch – nicht. Der ZLV und die SekZH sind dafür, die Zeugnisse zu vereinfachen und damit die Lehrpersonen konkret zu entlasten.

Der Lehrplan 21 ist kompetenzorientiert. Eigentlich müssten sich mit seiner Einführung diese Kompetenzen auch im Zeugnis widerspiegeln. Ein solches Zeugnis würde keine Noten mehr enthalten – der Kompetenzzuwachs würde festgehalten.

 

Allerdings zeichnete sich ab, dass das Ausstellen von kompetenzorientierten Zeugnissen für die Lehrpersonen einen grossen Mehraufwand bedeutet hätte. Angesichts der bereits aktuell starken zeitlichen Belastung der Lehrerinnen und Lehrer sind der ZLV und die SekZH dafür, beim heutigen Notenzeugnis zu bleiben. Die Noten in den Zeugnissen sind zudem heute praktisch überall im Schulumfeld akzeptiert.

 

Kanton Zürich geht falschen Weg

Dem Vernehmen nach will die Bildungsdirektion das bisherige Notenzeugnis allerdings im Rahmen der Einführung des Lehrplans 21 mit weiteren Kreuzen in anderen Fächern ergänzen. Sie erhofft sich dadurch, die Kompetenzen ebenfalls ein bisschen abbilden zu können. Aus Sicht des ZLV und der SekZH ist dies der falsche Weg: Ein solches Zeugnis bildet die Kompetenzen nicht richtig ab und würde die Lehrpersonen dazu zwingen, andauernd Lernkontrollen durchzuführen. Für die Lehrpersonen würde dieser Weg zudem ebenfalls einen erheblichen Mehraufwand mit sich bringen, ohne dass damit eine Qualitätssteigerung resultiert. Einzelne Aspekte wie die Umschreibung des Arbeits- und Sozialverhaltens und die Erfassung von Absenzen auf der Sekundarstufe müssen verbessert werden.

 

Wenn sich die Bildungsdirektion schon mit den Zeugnissen befasst, sehen der ZLV und die SekZH einen anderen Weg. Sie fordern, das heutige Notenzeugnis zu vereinfachen: Es sollen im ganzen Dokument nur noch Noten abgebildet werden. Dies wäre eine gewisse Entlastung für die Lehrpersonen.


31.08.2015 Start der Unterschriftensammlung am 1. September

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Da die Gelingensbedingungen für einen guten Fremdsprachenunterricht an der Primarschule nach wie vor nicht erfüllt sind, hat sich eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes ZLV dafür ausgesprochen, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden soll. Unterstützt wird die entsprechende Volksinitiative auch von der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich und vom Verein Schule mit Zukunft. Der Start zur Unterschriftensammlung erfolgt am 1. September 2015.

Heute werden an der Primarschule ab der 5.Klasse zwei Fremdsprachen während je 2 Lektionen pro Woche in Gruppen bis zu 25 Kindern gelernt. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass dies zu wenig Lektionen pro Sprache sind und die Bildungsziele für das frühe Sprachenlernen nicht erfüllt werden können. Zudem ist ein grosser Teil der Kinder mit dem Erlernen von zwei Fremdsprachen überfordert.

 

Die Initiative verlangt, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelernt werden soll. Die zweite Fremdsprache soll auf der Sekundarstufe mit höherer Lektionenzahl als heute erlernt werden, so dass am Ende der Schulzeit die Schülerinnen und Schüler mindestens das gleiche Niveau wie heute erreichen. Welche Fremdsprache an der Primarschule erlernt werden soll, muss die Politik entscheiden.

 

Mit dem Start der Unterschriftensammlung rufen die kantonalen Lehrpersonenverbände und das Fremdsprachenkomitee die Bevölkerung auf, eine praxistaugliche Lösung für ein starkes Sprachenkonzept zu unterstützen.


24.08.2015 Berufsauftrag bringt wichtige Neuerungen – aber keine Entlastung

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute Montagmorgen den Berufsauftrag für die Volksschullehrpersonen genehmigt. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerver-band ZLV begrüsst diesen Schritt. Der Auftrag bringt wichtige Neuerungen mit sich – so unter anderem eine Kontrolle über einen Teil der Arbeitszeit. Ein gros-ser Wermutstropfen ist, dass der Berufsauftrag die Lehrpersonen zeitlich nicht entlastet. Die Situation bleibt deshalb prekär.

Der vom Kantonsrat nach einer langwierigen Behandlungszeit gutgeheissene Berufsauftrag anerkennt, dass die Lehrpersonen neben dem eigentlichen Unterrichten eine Reihe weiterer Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören etwa Elterngespräche, Teamsitzungen etc. Dies ist gegenüber der bisherigen Situation ein Schritt in die richtige Richtung, der dadurch gestützt wird, dass die Arbeitszeit dokumentiert und schriftlich festgehalten werden muss. Dadurch wird es den Schulen und Schulleitungen im Rahmen der ebenfalls neu beschlossenen Jahresarbeitszeit nicht mehr möglich sein, den Lehrpersonen mit weiteren Aufgaben noch mehr Stunden aufzubürden. Die Jahresarbeitszeit wird sich im Rahmen der anderen Kantonsangestellten bewegen.

 

Der Berufsauftrag lässt den einzelnen Schulen und Schulleitungen bei der Umsetzung viel Freiheit. Dies beinhaltet die Gefahr, dass einzelne Schulen mit grossem Aufwand ihren eigenen Weg suchen. Der ZLV wird sich deshalb dafür einsetzen, dass der Berufsauftrag kantonsweit so koordiniert wie möglich umgesetzt wird. Dazu wird er aktiv in der Arbeitsgruppe aus Schulakteuren mitwirken, die bereits angedacht ist.

 

ZLV kämpft weiter gegen Überlastung der Lehrpersonen

Leider ist der Berufsauftrag nicht als Massnahmenpaket gegen die zunehmende Überlastung der Lehrpersonen definiert, sondern muss der Vorgabe Kostenneutralität folgen. Der Kantonsrat gestand den gut 15'000 Lehrpersonen im Kanton Zürich auf Antrag der vorbereitenden Kommission deshalb nur zu, pro Lektion 58 Jahresstunden anzurechnen. Der Regierungsrat wollte gar nur 57 Stunden festsetzen. Als faire Lösung stuft der ZLV die 65 Jahresstunden pro Lektion ein, welche auch der nationale Dachverband LCH fordert. Dafür wird der ZLV weiterhin kämpfen. Ebenso einsetzen wird er sich gegen die zu tiefe Jahresstundenzahl der Lehrpersonen des Kindergartens.


17.08.2015 Kanton muss Lehrpersonen der Kindergartenstufe endlich ernst nehmen

Petition VKZ VPOD und ZLV
Der Kanton Zürich behandelt die Lehrpersonen der Kindergartenstufe als Lehrpersonen zweiter Klasse. Seit dem neuen Schuljahr lässt er es zu, dass die Kindergartenkinder von Personen ohne Lehrdiplom unterrichtet werden – und seit geraumer Zeit weigert sich der Regierungsrat, den Lehrpersonen einen vollen Lohn zu zahlen. Deshalb haben der Verband Kindergarten Zürich, der Verband des Personals öffentlicher Dienste Zürich und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband eine Petition lanciert.

Die drei Verbände richten eine klare Ansage an den Regierungsrat. Erstens fordern sie, dass in Zukunft für die Kindergartenstufe ausschliesslich Personal mit einem Lehrdiplom angestellt werden darf. Die zweite Forderung bezieht sich auf den Lohn der Kindergartenlehrpersonen: Sie sollen für ein Vollpensum 100% Lohn ihrer Besoldungsstufe erhalten – bisher sind es nur 87%.

 

Der Verband Kindergarten Zürich VKZ, der Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD, sowie der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bekräftigen ihre Forderungen mit dem Lehrpersonenmangel auf der Kindergartenstufe. Im neuen Schuljahr 15/16 konnten einige Stellen nur mit Personen besetzt werden, die über kein Lehrdiplom verfügen.

Die drei Organisationen wehren sich vehement gegen den Einsatz von nicht genügend qualifizierten Personen auf der Kindergartenstufe. Gerade auf der ersten Stufe der Volksschule ist es wichtig, dass die Kinder von einer kompetenten, qualifizierten Lehrperson begleitet und gefördert werden.

 

Die Lösung wäre an und für sich einfach: Der Kanton müsste endlich die Rahmenbedingungen und Anreize dafür schaffen, damit sich wieder mehr Personen für die Kindergartenstufe ausbilden lassen und auch im Beruf bleiben.

 

Die Petition läuft bis Ende September und wird danach dem Regierungsrat überreicht werden. Unterschriftenbogen können hier heruntergeladen werden oder über www.vkz.ch und über www.lohnklage-kindergarten.ch.


07.07.2015 Blitzumfrage Weiterbildungen: Die Resultate

Meldung aus ZLV-Aktuell 18
Die Qualität der schulinternen Weiterbildungen beurteilen die Lehrerinnen und Lehrer eher durchschnittlich. 50% benennen sie als «gut mit Ausreissern», 37% geben ihnen das Label «seltene Highlights», 9% finden die Weiterbildungen top und 4% flop. Ein Viertel der Antwortenden sagt, dass schulinterne Weiterbildungen verordnet werden, ein weiteres Viertel kann mitbestimmen und die restliche Hälfte kann immerhin Vorschläge einbringen. In den zahlreichen Kommentaren werden verschiedene Probleme angesprochen. Vielfach wird beklagt, dass die obligatorischen Weiterbildungen nicht auf die Interessen des gesamten Teams zugeschnitten sind. Und offenbar recht häufig dienen Weiterbildungstage einfach der Schulorganisation. Ein Dankeschön geht an die knapp 300 Lehrpersonen, die mitgemacht haben.


27.05.2015 Lehrpersonenverbände wehren sich gegen die Einstellung von Personen ohne Lehrdiplom auf der Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ und ZLV
Das kantonale Volksschulamt (VSA) lässt auf das Schuljahr 2015/16 hin erstmals zu, dass Personen ohne Lehrdiplom unterrichten. Dies soll dazu beitragen, den Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen für die Kindergartenstufe auszuglei-chen. Für ZLV und VKZ ist dies der falsche Weg. Gute Lösungsansätze wären vorhanden. Wichtig und zielführend wären insbesondere, mehr Teilzeitstellen zu schaffen und die Lehrpersonen der Kindergartenstufe angemessen zu entlöhnen.

Die vielen offenen Kindergartenstellen im Kanton Zürich sind besorgniserregend. Nun hat das VSA beschlossen, dass Personen mit einer affinen Ausbildung und Berufserfahrung auf Kindergartenstufe angestellt werden können. Ein Lehrdiplom wird von diesen Personen nicht verlangt. Die betroffene Mitgliederorganisation des ZLV, der Verband Kindergarten Zürich (VKZ), wehrt sich vehement dagegen.

 

Der Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe hat sich seit längerer Zeit abgezeichnet. Immer wieder hat der VKZ dem VSA konstruktive und pragmatische Lösungen vorgeschlagen. Es ist nicht akzeptabel, dass das VSA nun eine Scheinlösung festlegt, welche damit den betroffenen Kindern und Eltern schadet und die Qualität der Kindergartenstufe gefährdet. Betroffen ist zudem auch die Primarschule, die ungenügend vorbereitete Kinder übernehmen muss.

 

Teilzeitstellen mit kleinem Pensum schaffen

Der VKZ stellt mit Nachdruck fest, dass für die Zürcher Kindergärten grundsätzlich genügend ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Leider haben Bildungsdirektion und VSA mit verschiedenen Massnahmen aktiv verhindert, dass dieses Potenzial genutzt werden kann. Insbesondere müssen Teilzeitstellen mit einem kleinen Pensum und verschiedene Jobsharing-Varianten wieder flexibel möglich sein. Nur schon mit diesen an und für sich einfachen Schritten könnte das Reservoir an denjenigen ausgebildeten Kindergartenlehrpersonen angezapft werden, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen und deshalb zurzeit nicht arbeiten können. Es gilt mehr Anreize für den Beruf der Lehrpersonen der Kindergartenstufe zu schaffen.

 

Eine weitere Massnahme, um den Beruf Kindergärtner/-in mittelfristig wieder attraktiver zu gestalten, ist die Entlöhnung. Es geht nicht an, dass Lehrpersonen der Kindergartenstufe nicht mit einem 100% Pensum entlöhnt werden. Da die Bildungsdirektion bisher kein Gehör für dieses offensichtliche Argument hatte, hoffen ZLV und VKZ auf einen Erfolg der zurzeit hängigen Lohnklage.


12.05.2015 Lektionentafel: Wichtigste Frage für Lehrpersonen noch offen

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat in der Sitzung vom 27. April einige Leitplanken zur Umset-zung des Lehrplans 21 für den Kanton Zürich gesetzt. Die wichtigste Frage je-doch ist weiterhin offen: Wie wird die Lektionentafel aussehen? Für den ZLV ist klar, dass neue Fächer nur eingeführt werden dürfen, wenn die dafür notwendi-gen Zeitgefässe vorhanden sind.

Nachdem der Lehrplan 21 (LP 21) von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz abgesegnet worden ist, entscheidet nun jeder Kanton aufgrund seiner eigenen Rechtsgrundlagen über die Einführung. Im Kanton Zürich ist diese für die Jahre zwischen 2017 und 2021 vorgesehen. Zuständig ist der Bildungsrat. Mit seinen Beschlüssen vom 27. April hat das Gremium wichtige Leitplanken für die Einführung des LP 21 festgelegt. Weitere wichtige Fragen stehen an (z.B. Einführungsmodus, Weiterbildung der Lehrpersonen, Beurteilung).

 

In Bezug auf die Lektionentafel sollen bis zur Vernehmlassung 2016 zwei bis vier Varianten vorliegen. Dieser Punkt steht für die Lehrpersonen und wohl auch die meisten anderen Schulakteure im Mittelpunkt des Interesses.

 

Die Lektionentafel legt fest, wie viel Unterrichtszeit auf den verschiedenen Schulstufen für welche Fächer vorzusehen ist. Im Rahmen des LP 21 stellt sich die aktuelle Frage, wie sonst neue Fächer Berufsorientierung und Informations- und Computertechnologie eingeführt werden. Der ZLV ist diesbezüglich dezidiert der Ansicht, dass es die dafür notwendigen zeitlichen Gefässe zwingend braucht. Dies bedeutet, dass es einen Grundsatzentscheid braucht: Werden neue Fächer eingeführt, muss die Stundenzahl anderer Fächer sinken.

 

Interkantonale Koordination der Lektionentafel?

 

Ein weiteres Thema ist in diesem Zusammenhang, wie stark sich die Deutschschweizer Kantone bei der Erarbeitung der Lektionentafel absprechen sollen. Bei genauer Betrachtung muss man den Mittelstufenlehrpersonen der Ostschweiz Recht geben. Deren Botschaft: Wenn es einen gemeinsamen Lehrplan gibt, braucht es auch eine gemeinsame Lektionentafel. Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler je nach Kanton den gleichen Stoff in unterschiedlich vielen Lektionen erlernen müssen.

 

Der ZLV wird sich engagiert in die Diskussion rund um die Einführung des LP 21 einbringen. Der Verband hofft, dass auch für die Nachfolgerin von Bildungsdirektorin Regine Aeppli gilt, was diese bisher sagte: Ohne den Einbezug der Lehrpersonenverbände und der Schulleitungen kann der LP 21 nicht gelingen.


10.04.2015 Offener Brief zum Fremdsprachenunterricht in der Primarschule

Offener Brief
Der ZLV schickt der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz und deren Präsident Christian Amsler einen Brief und lädt ihn zu einem Gedankenaustausch über den Fremdsprachenunterricht ein. Lesen Sie hier den Brief im Original.

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Amsler

 

Nach wie vor ist das Thema „Sprachen in der Volksschule“ in der ganzen Schweiz eine zentrales und heiss diskutiertes Politikum. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat deshalb Ende 2014 bei seinen rund 4000 Mitgliedern eine entsprechende Umfrage durchgeführt. (s. Beilage). Die Ergebnisse lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

 

  • Die Lehrpersonen wollen nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe.
  • Die Lehrpersonen bevorzugen eine Lösung für die gesamte Deutschschweiz und halten einen Alleingang des Kantons Zürich für keine vernünftige Option. 

 

Die Lehrpersonen waren bei der Einführung der Regelung mit zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe mehrheitlich kritisch eingestellt – es gab aber auch viele positive Stimmen. Die damals versprochenen Rahmenbedingungen (keine Noten, nicht promotionswirksam, angepasste kleinere Lerngruppen) wurden jedoch im Verlauf der Zeit verändert oder gar nie eingehalten, was sich auf die Akzeptanz der Zweisprachen-Regelung bei den Lehrpersonen unserer Ansicht nach negativ auswirkte. Als grösstes Hindernis für einen nachhaltigen Erfolg des frühen Sprachenlernens erwies sich aber die ungenügende Stundendotation mit nur je zwei Wochenlektionen für die beiden Fremdsprachen. Statt in einer der beiden Fremdsprachen die Lektionendichte zu erhöhen, wurden die sprachlichen Bildungsziele verzettelt, was viele Schülerinnen und Schüler überforderte. Allzu oft mussten Lehrpersonen den Fremdsprachenunterricht auf andere Fächer ausdehnen, um die wichtigsten Ziele im Französisch und Englisch überhaupt erreichen zu können.

 

Darüber hinaus hat das sprachenlastige Konzept den Bildungsauftrag der Primarschule spürbar verändert. Umso grösser ist die Ernüchterung, da sich jetzt herausstellt, dass der frühe Fremdsprachenunterricht nur bescheidene Resultat vorweisen kann. Nun fragen sich viele Lehrpersonen: „Lohnt sich der ganze Aufwand wirklich?“

 

Der ZLV bedauert, dass im Kanton Zürich die vom Verband bereits 2010 geforderte Evaluation des Fremdsprachenunterrichtes an der Primarschule nie durchgeführte wurde. Dann hätte man heute auch Daten aus den Zürcher Schulen für eine sachliche Diskussion über die Nachhaltigkeit des frühen Fremdsprachenlernens.

 

Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.

 

Dass die Situation beim Sprachenlernen in der Primarschule als völlig unbefriedigend erachtet wird, zeigen bildungspolitische Aktivitäten in verschiedenen Kantonen. Mehrere kantonale Volksinitiativen für nur eine Fremdsprache werden im kommenden Jahr zur Abstimmung gelangen. Auch im Kanton Zürich ist zurzeit eine solche Initiative in Vorbereitung.

 

Der ZLV setzt sich dafür ein, dass eine für die Deutschschweiz sowohl pädagogisch wie politisch tragfähige Lösung gefunden werden kann. Wir haben Hoffnung, dass ein vernünftiger Ausweg aus der Sackgasse noch immer möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, suchen wir mit Ihnen das Gespräch. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie als EDK-Präsident Deutschschweiz  die Einladung für einen Gedankenaustausch über die genannte Thematik annehmen würden. Bitte lassen Sie uns wissen, ob wir grundsätzlich für einen solchen Austausch auf Sie zählen dürfen. Um die Terminierung würden wir uns sobald wie möglich kümmern.

 

 

Mit freundlichen Grüssen

Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband


10.04.2015 Fremdsprachenunterricht: Gemeinsam aus der Sackgasse finden

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband will verhindern, dass die Deutschschweizer Kantone unterschiedliche Regelungen für den Fremdsprachenunterricht einführen. Der Verband lädt deshalb Christian Amsler, den Präsidenten der Deutschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein. Der ZLV wird dabei den zurzeit realistischsten Ausweg aus der Sackgasse zur Sprache bringen – Englisch soll nur in der Oberstufe unterrichtet werden.

Die Fremdsprachendiskussion steckt in der Sackgasse. Eine steigende Zahl von Lehrpersonen stellt sich gegen zwei Fremdsprachen in der Primarstufe. In verschiedenen Kantonen – darunter auch dem Kanton Zürich – sind politische Initiativen hängig oder in Vorbereitung. Die Gefahr einer je nach Kanton unterschiedlichen Regelung wächst stetig – und damit ein Rückfall in die bildungspolitische Steinzeit. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband lädt vor diesem Hintergrund den Präsidenten der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, Regierungsrat Christian Amsler (SH), in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein.

 

Lernziele in Französisch und Englisch bleiben gleich

Der ZLV möchte auf diesem Weg einen gemeinsamen Weg aus der Sackgasse für alle Deutschschweizer Kantone anstossen. Gleichzeitig muss dieser Weg auf eidgenössischer Ebene gangbar sein. Für ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch ist das Ziel des Fremdsprachenunterrichts in der Deutschschweizer Volksschule klar und wird sich nicht verändern: „Am Ende der obligatorischen Schulzeit müssen die Schülerinnen und Schüler sowohl Französisch als auch Englisch können – zu definieren ist nun, wie wir sinnvoll dorthin gelangen.“

 

Realismus gefragt

Der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Zürcher Lehrpersonenverband erachtet als realistischsten Ausweg, den Englischunterricht erst in der Oberstufe einzuführen. Der ZLV dazu in seinem offenen Brief an Regierungsrat Christian Amsler: „Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.“

 

Der ZLV beruft sich in seinem offenen Brief auf einen Auftrag seiner Mitglieder. Diese sprachen sich in einer Umfrage Ende 2014 mit grosser Mehrheit dafür aus, in der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, da die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen nicht gegeben sind und politisch auch nicht gestützt würden. Gleichzeitig lehnen die ZLV-Mitglieder einen Alleingang des Kantons Zürich ab, sondern wünschen eine gemeinsame Lösung mit den anderen Deutschschweizer Kantonen zusammen.

 

Der ZLV hofft, dass Regierungsrat Amsler die Einladung zum Gedankenaustausch annimmt und sich daraus eine Plattform für die Formulierung der gemeinsamen Lösung bilden kann.


08.03.2015 Harmos gestärkt – jetzt müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden

Medienmitteilung ZLV
Die Nidwaldner Stimmberechtigten wollen auf der Primarschulstufe weiterhin zwei Fremdsprachen. Sie stärken damit das Harmos-Konkordat. Jetzt müssen die Bildungsdirektionen dringend die Rahmenbedingungen für das Unterrichten von zwei Fremdsprachen verbessern und dafür sorgen, dass die Fremdsprachen wirklich koordiniert eingeführt werden.

Mit dem Nein zur Initiative «Nur eine Fremdsprache auf der Primarstufe» haben die Stimmberechtigten in Nidwalden ein Zeichen gesetzt: Es sollen weiterhin die Richtlinien des Harmos-Konkordats gelten, das den Unterricht in der Deutschschweiz koordiniert. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband Nidwalden lehnte die Initiative ab, weil er einen Alleingang des Kantons für falsch hielt.

 

Der hohe Anteil an Ja-Stimmen zur Initiative zeigt, dass dennoch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Es ist heute in allen Deutschschweizer Volksschulen deutlich ersichtlich, dass es bessere Rahmenbedingungen braucht, um zwei Fremdsprachen in der Primarstufe erfolgreich unterrichten zu können. Das Harmos-Konkordat und die einzelnen Behörden sind dringend gefordert, diese Verbesserungen herbeizuführen. Wichtige Ansatzpunkte wären eine höhere Stundenzuteilung, bessere Lehrmittel und eine adäquate Weiterbildung der Lehrpersonen. 

 

Wie weit das Abstimmungsergebnis in Nidwalden die Bestrebungen in anderen Kantonen beeinflussen wird, an der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, bleibt abzuwarten. Auch im Kanton Zürich wird im Juni ein Komitee die Unterschriftensammlung für eine entsprechende Initiative starten.

 

Diese Ausgangslage verdeutlicht, dass eine gemeinsame Lösung für alle Deutschschweizer Kantone weiterhin oberste Priorität haben muss. Der ZLV wird die weitere Entwicklung mit grossem Interesse verfolgen und sich in die Diskussion einbringen.


06.03.2015 Etappensieg: Schlichtungsbehörde erachtet Diskriminierung beim Lohn der Kindergartenlehrpersonen als glaubhaft!

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Die Schlichtungsbehörde folgt der Argumentation der drei Verbände VKZ, VPOD, ZLV und erachtet es als glaubhaft, dass eine Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen besteht. Trotzdem verweigert der Kanton Zürich die Aufhebung der Lohndiskriminierung.

Die Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz stellt fest, dass mit den neuen Aufgaben der Kindergartenlehrpersonen davon auszugehen sei, dass insbesondere die zeitliche Belastung zugenommen habe. Es sei somit glaubhaft gemacht, dass eine Lohndiskriminierung vorliege, da die gestiegenen Anforderungen zu Lohnanpassungen führen müssten. Ist eine Lohndiskriminierung glaubhaft gemacht, trägt der Arbeitgeber die Beweislast. Es ist somit Sache des Kantons den Nachweis zu erbringen, ob die heutige Lohneinstufung noch korrekt ist. Da der Kanton Zürich aufgrund der Bundesverfassung und aufgrund des Gleichstellungsgesetzes die Pflicht hat, den Grundsatz gleicher Lohn für Mann und Frau durchzusetzen, empfiehlt Schlichtungsbehörde dem Kanton Zürich, möglichst rasch Abklärungen zu tätigen um die Grundlagen dafür zu haben, ob und in welchem Umfang eine Besoldungsanpassung vorgenommen werden müsste. Dass der Kanton sich weigert dieser Empfehlung nachzukommen ist unverständlich, müsste es ihm als Arbeitgeber doch ein Bedürfnis sein, keine diskriminierenden Löhne zu bezahlen.


Damit verpasst der Kanton die Lohndiskriminierung am runden Tisch aufzuheben. Es überrascht, dass die Bildungsdirektion auf der ganzen Linie die Augen vor dem nachweislichen Missstand verschliesst. Offenbar hält es die Gegenpartei für angemessen, dass die Kindergartenlehrpersonen der einzigen Berufsgruppe im Kanton angehört, die bei einem Beschäftigungsgrad von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese starre und kompromisslose Haltung sorgt bei den Betroffenen für grosses Kopfschütteln. Gerade kurz vor dem Frauenaktionstag (www.7märz2015.ch) hätte der Kanton mit gutem Beispiel vorangehen können. Nun zeigt sich, weshalb eine grosse und laute Demonstration am kommenden Samstag in Bern nötiger ist denn je.


Der Versuch die Lohndiskriminierung auf dem Verhandlungsweg aufzuheben, ist mit dem Termin bei der Schlichtungsbehörde gescheitert. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellen, überprüfen die Verbände VKZ, VPOD und ZLV nun gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen weitere Schritte, damit der Kanton seiner Verpflichtung endlich nachkommt.


13.02.2015 Lehrplan 21: Endlich eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und Informatik

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat sich während der Entwicklung des Lehrplans 21 dafür eingesetzt, dass die Vorbereitung auf die Berufswahl und der Umgang mit Informatikmitteln mehr Gewicht erhalten. Die Konferenz der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren hat nun für die beiden Themen eigene Zeitgefässe definiert. Der ZLV begrüsst diesen Schritt und wird sich für eine sinnvolle Umsetzung im Kanton Zürich engagieren.

Es tönt absurd, ist aber Realität: Wenn eine Sekundarlehrperson heute ihre Schülerinnen und Schüler gut auf die Berufswahl vorbereiten will, geht dies auf Kosten von regulären Lektionen wie Deutsch. In der Stundentafel ist die Berufsorientierung bisher nicht existent. Entsprechend stark ist die Betreuung der Jugendlichen von der Haltung der Lehrperson abhängig. Ebenso unklar definiert ist bislang das Fach ICT (Informations- und Computertechnologie), das je nach Präferenz der Lehrperson mehr oder weniger stark in andere Fächer einfliesst.

 

Der ZLV beurteilte die Situation in diesen zwei Themenbereichen seit langem als ungenügend und als den heutigen Anforderungen und Ansprüchen nicht mehr angemessen. Im Rahmen der Diskussionen und der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 (LP21) setzte sich der Verband deshalb vehement für eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und ICT ein.

 

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) hat nach der Vernehmlassung und der Überarbeitung des LP21 den Fachbericht zur Stundentafel veröffentlicht. In dieser ist neu ein Zeitgefäss für die Berufsorientierung vorgesehen. Das Thema Informatik wird in zwei Teile gegliedert: Umgang mit Medien und ICT(Informatik und Computertechnik). Auch für ICT soll es besondere Lektionen geben.

Der ZLV begrüsst diesen Schritt sehr und fordert den Bildungsrat auf, die Vorgaben der D-EDK bei der Umsetzung des LP21 im Kanton Zürich zu berücksichtigen. Allerdings weicht der Vorschlag mit 40 Lektionen Berufsorientierung stark von der ZLV Eingabe mit 120 Lektionen ab.

 

Der ZLV wird sich in den Arbeitsgruppen für den LP21 einsetzen und freut sich im Rahmen der Vernehmlassung 2016 im Detail Stellung zu nehmen.


30.11.2014 Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV dankt dem Drittel der Stimmberechtigten, das die Klassengrössen-Initiative unterstützt hat. Das Ja zum Gegenvorschlag wertet der Verband als Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen. Der Kampf für kleinere Klassen und gegen das Spardiktat der Politik geht weiter.

Offenbar haben die stark übertriebenen Angaben der Gegner zu den Kostenfolgen der Klassengrössen-Initiative Wirkung gezeigt. Trotzdem hat die Initiative mit mehr als  einem Drittel der Stimmen ein achtbares Resultat erzielt. Das Ja zum Gegenvorschlag des Kantonsrats gibt dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV Zuversicht für kommende Diskussionen. Das Resultat zeigt insgesamt, dass die Zürcherinnen und Zürcher Wert legen auf eine starke Bildung. Nur so kann es der Volksschule gelingen, ihren Auftrag zugunsten der einzelnen Schülerinnen und Schüler und übergeordnet zugunsten der Volkswirtschaft und der gesamten Gesellschaft zu erfüllen.

 

Der Gegenvorschlag bringt zwar eine gewisse Entlastung für übergrosse Klassen, entspricht aber nicht einmal dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heissen Stein. Der ZLV wird sich deshalb weiterhin für kleinere Klassen einsetzen, in denen die Lehrpersonen mehr Zeit für die einzelnen Schülerinnen und Schüler haben. Er wird dafür unter anderem auf seinen differenzierten Vorschlag zurückkommen, wie die individuelle Situation in jeder Klasse berücksichtigt werden könnte. Die Behörden wiesen diesen Vorschlag leider ohne genaue Prüfung ab.

 

ZLV-Vizepräsident Kurt Willi sagt: «Wir sind zufrieden mit dem Resultat der Initiative und dem Ja zum Gegenvorschlag. Sollte sich die Politik beim Thema Klassengrösse nicht bewegen, wird es bei einer nächsten Abstimmung anders ausgehen.»


21.11.2014 Zürcher Lehrpersonen wollen nur eine Fremdsprache in der Primarschule

Mitgliederumfrage Fremdsprachenunterricht
Zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe überfordern das heutige Schulsystem. Dies ist der eindeutige Befund einer Umfrage des ZLV unter seinen Mitgliedern. Mehr als 1200 Lehrpersonen nahmen teil und votierten klar dafür, in der Primar-stufe nur eine Fremdsprache zu unterrichten. Eine knappe Mehrheit würde Eng-lisch den Vorzug vor einer Landessprache geben. Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich ein Ende der Unsicherheit und fordern die Politik auf, ein einheit-liches Vorgehen möglichst bundesweit durchzusetzen.

Das Thema Fremdsprachenunterricht brennt den Zürcher Lehrpersonen unter den Nägeln. Rund 1200 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an einer kürzlich abgeschlossenen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV teil. Dies entspricht einem hohen Rücklauf von rund einem Drittel der Mitglieder. Die Resultate der Umfrage dürfen deshalb als repräsentativ gelten.

 

Zu wenig Ressourcen für zwei Fremdsprachen

75% der Antwortenden sprachen sich für eine einzige Fremdsprache auf Primarstufe aus. Die zweite Fremdsprache sollte erst in der Sekundarstufe dazukommen. Als Grund gaben die Lehrpersonen mehrheitlich an, dass für zwei Fremdsprachen im heutigen Schulsystem nicht genügend zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Weniger klar votierten die Lehrpersonen bei der Frage, welche Sprache an der Primarstufe unterrichtet werden müsste. 57% nannten Englisch, 43% sprachen sich für eine Landessprache aus.

 

Eine eigenständige Zürcher Lösung wird nicht als sinnvoll erachtet. 77% der antwortenden Lehrerinnen und Lehrer fordern ein übergeordnetes, koordiniertes Vorgehen. 47% wünschen eine Lösung auf Bundesebene, für 30% würde ein sprachregionenweiter Ansatz genügen. 

 

Weiter möchten die Lehrpersonen beim Fremdsprachenerwerb die Freude und das Lustprinzip als pädagogische Haltung in den Vordergrund rücken. Eine deutliche Mehrheit erachtet Benotung und Selektion im Fremdsprachenunterricht als nicht hilfreich.

 

Klarer Auftrag an die Politik

Für den ZLV sind diese Umfrageergebnisse ein klarer Auftrag an die Politik und die Eidgenössische Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK). Umsomehr enttäuscht es, dass sich die EDK nicht zu einem klaren Entscheid für ein einheitliches Vorgehen in der Fremdsprachenfrage durchringen kann. Für den ZLV ist die aktuelle Vogelstrauss-Politik nicht zielführend und unterminiert letztlich das Vertrauen in das Schweizer Schulsystem.


13.11.2014 Kantonalisierung Fachlehrpersonen: Erfolg mit Wermutstropfen

Medienmitteilung ZLV
Auf das Schuljahr 2015/16 hin will die Bildungsdirektion fast alle Lehrpersonen mit einem kommunalen Arbeitsvertrag kantonal anstellen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband ZLV hat jahrelang auf dieses Ziel hingewirkt und be-grüsst den Schritt. Leider ist dieser mit einigen Wermutstropfen verbunden. Die DAZ Lehrpersonen (Deutsch als Zweitsprache) etwa sollen nicht kantonalisiert werden und weiterhin auf Gemeindeebene angestellt sein. Der ZLV wertet die Kantonalisierung insgesamt dennoch als Erfolg.

Der ZLV setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die zurzeit noch auf Gemeindeebene angestellten Lehrpersonen wie alle übrigen Lehrerinnen und Lehrer über die Bildungsdirektion angestellt werden. Die bisherige Zweiklassengesellschaft war unfair. Vor allem die vielen Wechsel kommunal/kantonal waren für die Betroffenen mit Nachteilen, z. B. bei der Einstufung verbunden. Zudem führten die unterschiedlichen Reglemente und Anstellungsbedingungen immer wieder zu Unklarheiten und Diskussionen.

 

Die nun von der Bildungsdirektion beschlossene und heute an der Herbstversammlung der Schulpräsidien kommunizierte Überführung der kommunalen in kantonale Anstellungsverhältnisse ab Schuljahr 2015/16 bringt viele Vorteile mit sich – unter anderem auf versicherungstechnischer Ebene – und vereinfacht die Anstellung der Lehrpersonen. Der wegweisende Schritt ist einer engen Zusammenarbeit aller Interessengruppen zu verdanken, vom kantonalen Volksschulamt über die Verbände von Schulpräsidien, Schulleitungen und Schulverwaltungen bis zu Organisationen der Lehrpersonen.

 

Der ZLV begrüsst insbesondere, dass bezüglich Lohn das Prinzip der Besitzstandwahrung zur Anwendung gelangt und dass für alle Lehrpersonen künftig die gleichen Anstellungsvoraussetzungen gelten. Für kommunal angestellte Lehrpersonen, die den ausbildungsmässigen Voraussetzungen noch nicht genügen, sind realistische Übergangsfristen definiert worden. Dies gilt auch für Lehrpersonen auf der Sekundarstufe, die kommunal angestellt und bisher nur über einen Bachelor verfügen mussten. Neu gilt für sie ein Master als Voraussetzung. Für die über den ganzen Kanton gesehen weniger als hundert Betroffenen ist eine Übergangsfrist von drei bis fünf Jahren definiert worden. Dies gibt genügend Zeit für die Nachqualifikation.

 

Weitere offene Fragen betreffen die 2. Säule. Auch hier ist der ZLV zuversichtlich adäquate Lösungen für die Betroffenen zu finden.

 

Ein Wermutstropfen ist aus Sicht des ZLV, dass DAZ-Lehrpersonen und etwa auch Logopädinnen und Logopäden kommunal angestellt bleiben. Der Verband wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass auch diese nun noch mehr isolierten Berufsgruppen möglichst bald kantonal angestellt werden.


22.10.2014 Ganzer Lohn für ganze Arbeit! Schluss mit Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Kindergartenlehrpersonen gehören der einzigen Berufsgruppe im Kanton an, die für eine Beschäftigung von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese Tatsache ist stossend und wird der verantwortungsvollen und ressourcenintensiven Arbeit mit den jüngsten Kindern der Volksschule nicht gerecht. Aus diesem Grund wehren sich die Verbände VKZ, VPOD und ZLV gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen gegen diese Lohndiskriminierung und gelangen mit einem entsprechenden Begehren an die Schlichtungsstelle des Kantons Zürich.

Die Ungleichheit der Lohneinstufung von Kindergartenlehrperson gegenüber vergleichbaren Berufen besteht bereits lange und wurde vom Kanton trotz gewonnener Klage im Jahr 1995 kaum anerkannt. In den vergangenen 15 Jahren nahm die Lohndiskriminierung noch weiter zu. Mit der Einführung der „Geleiteten Schule“ rückte der Kindergarten näher an die Schule heran, was zwar grundsätzlich positiv aufgenommen wurde, aber mit mehr Aufgaben für Kindergartenlehrpersonen verbunden war. Mit dem neuen Volksschulgesetz wurde der Kindergarten dann ab 2008 als erste Stufe im Bildungswesen kantonalisiert und somit Teil der Volksschule. Kindergartenlehrpersonen arbeiteten fortan nach einem Lehrplan, übernahmen mehr Aufgaben in der Schule und mussten wie die übrigen Lehrkräfte Zeugnisgespräche und schulische Standortgespräche führen. Die Aufgaben und die Arbeitszeit nahmen also zu, der Lohn hingegen blieb immer gleich. Die Versuche auf dem Verhandlungsweg oder mit Petitionen und anderen Vorstössen die Lohndiskriminierung aufzuheben, schaffte keine Verbesserung. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellten, blieb den Betroffenen nur die Möglichkeit einer neuen Lohnklage, in der die Diskriminierung der Kindergartenlehrpersonen als typischer Frauenberuf erneut angeprangert wird.


Die Entwicklung des Berufsbildes von der Kindergärtnerin zur Lehrperson des Kindergartens wird von vielen Stelleninhaberinnen sehr begrüsst. Kindergartenlehrpersonen sind motiviert und tragen die neuen Herausforderungen, die der Beruf seit der Kantonalisierung mit sich bringt, gerne mit. Nun fehlt einzig noch die lohnmässige Wertschätzung für das Mittragen dieses Wandels.


Die heutige Lohneinstufung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt und diskriminierend. Die drei klagenden Verbände und 18 Einzelklägerinnen sind gewillt, mit überzeugenden Argumenten auf juristischem Wege die Lohndiskriminierung zu bekämpfen und fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.


08.09.2014 ZKM: Zwei Fremdsprachen an der Primarschule - Kinder sind überfordert

Medienmitteilung ZKM
«Eine Fremdsprache ist genug!» Dies ist die klare Meinung der Zürcher Kantonalen Mittelstufe ZKM. Dies weil ein Grossteil der Primarschulkinder den Anforderungen nicht gewachsen ist. Das bestätigte sich auch in einer kürzlich lancierten Basisbefragung in den Ostschweizer Kantonen.

Es ist weltweit erforscht und wissenschaftlich erwiesen – und die Praktiker erleben es Tag für Tag: Der Fremdsprachenunterricht, wie er zurzeit an den Primarschulen erteilt wird, bringt nicht den gewünschten Nutzen. Kinder nämlich, die bereits an der Primarschule in einer Fremdsprache unterrichtet werden, beherrschen diese nach neun Jahren Volksschule nicht besser als Kinder, die sie erst ab der Sekundarstufe lernen.


Mehr noch: Der derzeitige Fremdsprachenunterricht schadet unserem Nachwuchs mehr, als dass er nützt, indem ein Grossteil der Kinder an den Primarschulen unter den Anforderungen leidet, die das Lernen von
zwei Fremdsprachen mit sich bringt. Die Überforderung der Kinder sehen die Mittelstufenlehrpersonen täglich. Sie haben sich deshalb in der Umfrage, welche die ZKM zusammen mit Mittelstufe Ost 2012 zum Lehrplan 21 lanciert hat, klar gegen zwei Fremdsprachen auf der Primarschule geäussert.


Deshalb verlangt die Zürcher Kantonale Mittelstufe, dass eine der beiden Fremdsprachen aus der Stundentafel der Primarschule entfernt wird, damit die Sechs- bis Zwölfjährigen so wieder mehr Luft für die wichtigen Fächer Deutsch, Mensch/Umwelt und Mathematik haben.


Für weitere Auskünfte:
Harry Huwyler, Präsident ZKM, 076 331 38 38


29.08.2014 Grosser Handlungsbedarf bei Frühförderung

Medienmitteilung ZLV
Die Bildungsdirektion hat heute Freitag die Resultate der Lernstandserhebung 2012 kommuniziert. Sie zeigen neben vielen guten Resultaten auch einige beunruhigende Fakten: 18% der Schüler/-innen repetieren im Verlauf ihrer Schulzeit ein Jahr, und am Ende der obligatorischen Schulzeit finden beinahe 30% der Jugendlichen keine direkte Anschlusslösung. Ebenfalls ungelöst ist das Problem, dass Jugendliche aus benachteiligten sozialen Kreisen ihren initialen Rückstand nicht aufholen. Der ZLV fordert die Regierung auf, Gegenmassnahmen hohe Priorität einzuräumen. Dazu gehören Schritte in der vorschulischen Frühförderung und im Übergang von Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II.

In die Lernstandserhebung 2012 wurden Ende der 9. Klasse dieselben 2000 Schülerinnen und Schüler einbezogen wie bereits in den Jahren 2003 (Beginn 1. Klasse), 2006 (Ende 3. Klasse) und 2009 (Ende 6. Klasse). Die Lernbiographie dieser Kinder darf als sehr gut untersucht gelten. Was sich bei ihnen und ihren Lese- und Rechen-Kenntnissen zeigt, darf als Spiegelbild für die ganze Zürcher Volksschule dienen.

Viele Resultate der sehr nützlichen Lernstandserhebung sind positiv und unterstreichen Stärken des Zürcher Bildungssystems und die insgesamt gute Leistung der Schulen. Die Langzeitstudie legt jedoch erstmals in aller Deutlichkeit und Schwarz auf Weiss Schwachpunkte offen, die beunruhigen.

Es ist heute bekannt, dass die Repetition eines Schuljahrs die Schulleistung kaum positiv beeinflusst. Zudem ist gesetzlich festgehalten, dass eine Repetition nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden sollte. Dass 18% der 2000 an der Lernstandserhebung teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Verlauf der obligatorischen Schulzeit eine Klasse repetierten, ist vor diesem Hintergrund Besorgnis erregend. Die Gründe für die Repetitionsentscheide und die Rolle der Schulen sind dabei noch zu wenig untersucht und sollten im Fokus weiterer Abklärungen stehen.

 

Fast ein Drittel hat keine direkte Anschlusslösung

Ebenfalls nicht zufrieden stellen kann der Anteil von 28% von Schülerinnen und Schüler, die nach der obligatorischen Schulzeit keine direkte Anschlusslösung haben, also weder in eine weiterführende Schule (Mittelschule) noch in eine berufliche Grundbildung (Lehre) wechseln, sondern in eines der vielen Brückenangebote. Diese erhalten eine immer grössere Bedeutung, was der ZLV als strukturell falsch einstuft. Das Ziel des Bildungssystems muss sein, den allergrössten Teil der Schülerinnen und Schüler aus der obligatorischen Schulzeit direkt in eine Anschlusslösung der Sekundarstufe II zu vermitteln.

 

Keine Chance für sozial benachteiligte Jugendliche

Das dritte Problemfeld ist für den ZLV die Tatsache, dass der Leistungszuwachs bei Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Kreisen über die gesamte obligatorische Schulzeit gesehen kleiner ausfällt als bei den anderen Kindern. Dies führt dazu, dass die Jugendlichen aus sozial schwächeren Kreisen ihren initialen Rückstand nie aufholen können. Die Lernstandserhebung zeigt, dass der Grund dafür nicht durch unterschiedliche Muttersprachen bedingt ist, sondern vor allem durch die soziale Herkunft. Umso wichtiger ist, dass die Zürcher Regierung und der Kantonsrat die Themen frühkindliche Förderung, Tagesschule und Elternschulung vorantreiben und ideologische Diskussionen in den Hintergrund treten. Letztlich geht es nicht nur darum, allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Lernbiographie zu ermöglichen. Es geht vielmehr auch darum, die hohen Bildungsinvestitionen für Wirtschaft und Gesellschaft möglichst nutzbringend umzusetzen.

Bei all dem darf nicht vergessen gehen, dass quantitative Studien immer nur einen Teil der Wahrheit abbilden können, zumal die Lernstandserhebung nur auf die Fächer Deutsch und Mathematik fokussiert. Der ZLV ist überzeugt, dass die Zürcher Schulen über alles gesehen unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr gute Arbeit leisten.


02.06.2014 Klassengrössen: ZLV unterstützt EVP-Initiative und Gegenvorschlag des Kantonsrats

Medienmitteilung ZLV
Der Kantonsrat hat heute Montag die EVP-Volksinitiative «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» deutlich abgelehnt und den Gegenvorschlag der Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) angenommen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV begrüsst den Gegenvorschlag als kleinsten gemeinsamen Nenner. Da er jedoch nur eine geringe entlastende Wirkung entfalten dürfte, wird der ZLV in der Volksabstimmung auch die deutlich weiter gehende EVP-Initiative unterstützen.

Die kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Der Gegenvorschlag der KBIK würde zwar eine gewisse Entlastung der Lehrpersonen bewirken. Mit durchschnittlich ca. 0,5 Stellen pro Schulgemeinde wäre sie jedoch letztlich kaum spürbar. Auch wenn die zur Verfügung stehenden Ressourcen wie von der KBIK vorgesehen gezielt in schwierigen Schulen und Klassen eingesetzt würden, sieht der ZLV darin zwar einen Schritt in die richtige Richtung, aber keine nachhaltige Lösung. Er wird deshalb für die voraussichtlich 2015 stattfindende Volksabstimmung den Stimmberechtigten ein doppeltes Ja empfehlen. Abzuwarten bleibt noch die Schlussabstimmung des Kantonsrates in einigen Wochen.


15.04.2014 Klassengrössen: Schritt in die richtige Richtung

Medienmitteilung ZLV
Die kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) hat einen Gegenvorschlag zur EVP-Volksinitiative „Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen“ beschlossen. Kern des Gegenvorschlags ist, dort ein bisschen mehr Ressourcen an Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen, wo es tatsächlich notwendig ist. Die KBIK nimmt damit eine Idee des ZLV auf und zeigt einen hoffentlich mehrheitsfähigen Lösungsweg auf.

Die offiziell zustande gekommene kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Aus Sicht ZLV ist die Initiative zu begrüssen, gemäss einer aktuellen Umfrage orten Lehrpersonen zu grosse Klassen als zentralen Belastungsfaktor. Die Initiative ist wahrscheinlich aus finanziellen Gründen kaum mehrheitsfähig – ihre Umsetzung würde die kantonalen Finanzen stark strapazieren. Mit ihrem Gegenvorschlag zeigt nun die KBK einen Ausweg auf, der finanziell sehr verträglich ist und gleichzeitig sicherstellt, dass Lehrpersonen in zu belasteten Klassen trotzdem Unterstützung erhalten können. Der im nächsten Schritt in den Kantonsrat gelangende KBIK-Gegenvorschlag basiert darauf, dass gezielt dort Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wo die Klassen bzw. die Belastung einer Lehrperson zu gross sind. Brände würden also mit der „Feuerwehr“ effizient gelöscht – und nicht mit der Giesskanne über alle Schulgemeinden, wie dies in einer früheren Version vorgesehen war.

 

Der ZLV ist erfreut darüber, dass die KBIK mit ihrem Vorschlag eine Idee aufnimmt, die der ZLV vor einigen Monaten bereits in die Diskussion einbrachte. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerband unterstützt daher die Stossrichtung des Gegenvorschlags, die zusätzlichen Lehrpersonen-Ressourcen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

 

Offen lässt die KBIK die Frage, wie genau die zusätzlichen Ressourcen zugeteilt werden sollen. Auch dafür hat der ZLV eine Lösung skizziert: Schüler/-innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf (beispielsweise integrierte Förderung) könnten doppelt oder dreifach gezählt werden.


14.04.2014 Lehrpersonen wünschen sich mehr Tagesschulen

Grosse Online-Umfrage des ZLV
Beinahe tausend Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands haben an einer Umfrage zum Thema Tagesschulen teilgenommen. Die teils überraschenden Resultate zeigen eine mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem politisch stark umstrittenen Modell. Über 40 Prozent der Antwortenden wünschen sich mehr Tagesschulen und über die Hälfte würde gerne an einer solchen Institution unterrichten. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass eine sehr deutliche Mehrheit der Lehrpersonen das herkömmliche Schulmodell parallel zu den Tagesschulen beibehalten will.

Von rund 2800 angeschriebenen ZLV-Mitgliedern nahmen 920 an der Umfrage teil. Diese darf aufgrund des hohen Rücklaufs von ca. 33 Prozent und der guten Vertretung aller Stufen (siehe Box) als repräsentativ für die ZLV-Mitglieder und zumindest aussagekräftig für alle Zürcher Lehrpersonen gelten.

Rund zwei Drittel (66,5%) der antwortenden Lehrpersonen sehen in einem Nebeneinander von Tagesschulen und herkömmlichen Schulen eine gute Lösung. Als Votum für den Status quo darf dies jedoch nicht interpretiert werden. Denn immerhin wünschen sich 41,8 Prozent der Antwortenden, dass es mehr Tagesschulen geben sollte; und nur 30,6 Prozent erachten das heutige System von Schule und Hort als eine vollwertige Alternative zu Tagesschulen. Eine flächendeckende Einführung der Tagesschulen kommt für die ZLV-Mitglieder jedoch auch nicht in Frage – nur 14,4 Prozent der Antwortenden sprachen sich für diesen Weg aus.

 

Mehr als die Hälfte möchte an Tagesschule unterrichten

Von allen antwortenden Lehrpersonen würde eine knappe Mehrheit von 50,4% gerne an einer Tagesschule unterrichten. 39,7% wären auch bereit, Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Demgegenüber sagten nur 27,1%, sie würden höchstens im Notfall an einer Tagesschule unterrichten und weniger als ein Drittel (30,9%) meint, Betreuungsaufgaben kämen für sie auf keinen Fall in Frage.

Zwischen Lehrerinnen und Lehrern zeigten sich keine Unterschiede, was die Einschätzungen von Tagesschulen anbelangt. In Bezug auf das Alter der Lehrpersonen ergaben sich jedoch überraschende Differenzen: Die Lehrpersonen unter 30 Jahren waren durchs Band kritischer eingestellt gegenüber Tagesschulen als die älteren Antwortenden. Zwischen den einzelnen Stufen ergaben sich demgegenüber nur geringe Unterschiede, was die allgemeinen Einschätzungen zu Tagesschulen anbelangt. Die Sekundarstufe steht Tagesschulen leicht positiver gegenüber als vor allem die Mittelstufe und die Kindergarten-Lehrpersonen.

Für den ZLV sind die Resultate der Umfrage eine wichtige Grundlage zur Formulierung seiner politischen Position. Das für das Dossier Tagesschulen zuständige Geschäftsleitungsmitglied Georgina Bachmann sagt dazu. «Die Umfrage ergibt ein klares Bekenntnis der ZLV-Mitglieder sowohl zu Tagesschulen als auch zum herkömmlichen Schulmodell. Beide Möglichkeiten soll es parallel geben.» Es gelte jedoch, den Wunsch von über 40 Prozent der Antwortenden nach zusätzlichen Tagesschulen ernst zu nehmen.

 

Für weitere Auskünfte: Lilo Lätzsch, Präsidentin ZLV, 079 409 44 32

 

 

920 Lehrpersonen beantworteten Tagesschul-Umfrage

Die Mitgliederumfrage zu Tagesschulen wurde online durchgeführt, vom 16. Januar bis zum 24. Februar 2014. Die Link zur Umfrage wurde an 2805 Mitglieder verschickt. Insgesamt antworteten 920 Mitglieder. Das ergibt einen Rücklauf von 33 Prozent. Da es sich um eine Vollerhebung handelt, dürfen die Resultate als repräsentativ für die Meinungen der ZLV-Mitglieder gelten.

Geschlecht

  • Frauen 79 Prozent
  • Männer 21 Prozent

Alter

  • bis 30 Jahre 6 Prozent
  • 31 bis 50 Jahre 43 Prozent
  • über 51 Jahre 51 Prozent

Stufe / Tätigkeit

  • Kindergarten 17 Prozent
  • Primarstufe I 27 Prozent
  • Mittelstufe 21 Prozent
  • Sekundarstufe 9 Prozent
  • Handarbeit / Werken 8 Prozent
  • Schulische Heilpädagogik 13 Prozent
  • Anderes 5 Prozent

10.04.2014 Projekt Be-/Entlastung: ZLV bedauert sang- und klangloses Ende

Medienmitteilung ZLV
Über mehrere Jahre haben die Akteure des Schulfelds im Projekt Be-/Entlastung gemeinsam nach Massnahmen gesucht, um die Lehrpersonen zu entlasten. Heu-te nun hat der Zürcher Bildungsrat mitgeteilt, dass die Umsetzung der Mass-nahmen abgeschlossen sei. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bedauert das sang- und klanglose Ende des Projekts. Die Resultate der Mass-nahmen sind für die Lehrpersonen enttäuschend ausgefallen. Mit der Auflösung der Begleitgruppe fällt zudem sogar noch das Wenige weg, das als positiv ver-bucht werden konnte.

«Ausser Spesen nichts gewesen», so präsentiert sich aus Sicht des ZLV das Projekt Be-/Entlastung. Von den zehn umgesetzten Massnahmen betrafen gerade einmal drei die Lehrpersonen:

 

  • In der Mitarbeiterbeurteilung müssen keine Dossiers mehr erstellt werden – sofern sich die Schulleitung an diese Vorgabe hält.
  • Die Sprachkompetenzen der Schüler/-innen müssen nur noch einmal jährlich differenziert beurteilt werden.
  • Mit einem klar strukturierten, wöchentlich erscheinenden Newsletter ist die Kommunikation des Volksschulamtes wesentlich besser geworden.

 

Eine Verbesserung der Belastungssituation erwartet der Bildungsrat vom kommenden Berufsauftrag. Der ZLV kann diese Meinung nicht teilen. Im Kern ist der neue Berufsauftrag allerdings nur eine organisatorische Massnahme und kein Entlastungsprogramm. So ist beispielweise der Faktor pro Lektion für die Berechnung der Jahresstunden im Berufsauftrag weiterhin zu tief angesetzt.

 

Besonders bedauert der ZLV, dass der Bildungsrat die Begleitgruppe des Projekts Be-/Entlastung, in der alle Akteure des Schulfeldes vertreten waren, auflöst. Die intensiven Gespräche in diesem Rahmen, die zu einem erheblich verbesserten gegenseitigen Verständnis geführt haben, gehören leider der Vergangenheit an. Es ist unverständlich, weshalb eine funktionierende Plattform abgeschafft wird, auf der Behörden, Volksschulamt, Schulsekretäre und Lehrpersonen gemeinsam um Lösungen ringen konnten.


03.03.2014 Diskussion muss trotz Kantonsratsentscheid weitergehen

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute ein Postulat von Christoph Ziegler (GLP, Elgg) abgelehnt. Eine Annahme hätte schwächeren Sekundarschüler-/innen erlaubt, in der 7./8. Klasse den Französischunterricht abzuwählen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband (ZLV) bedauert den Entscheid. Die Chance für eine pragmatische Lösung der höchst unbefriedigenden Situation wurde verpasst.

Mit dem Entscheid des Kantonsrats zum Postulat von Christoph Ziegler bleibt Französisch für Sekundarschüler/-innen auf Niveau B/C Pflichtfach. Der ZLV bedauert dieses Resultat insbesondere, weil damit die Chance vertan wurde, mit einer einfachen Regelung die Rahmenbedingungen für die betroffenen Schüler/-innen zu verbessern. Dem Parlament gelang es nicht, die richtigen Schlüsse aus der aktuell sehr unbefriedigenden Sprachensituation an der Zürcher Sekundarstufe zu ziehen.

Der ZLV stellt nüchtern fest, dass die Diskussion um die weiterhin zwei obligatorischen Fremdsprachen mit dem heutigen Entscheid nicht abgeschlossen ist. Tatsache im Schulalltag ist, dass es Schüler/-innen gibt, die auch auf Niveau B/C die zwei Sprachen bewältigen können. Es ist aber auch eine Tatsache, dass ein Teil damit überfordert ist.

Schon heut besteht die Möglichkeit, Schüler/-innen vom Unterricht zu dispensieren, dabei reduziert sich in den meisten Fällen die Lektionenzahl. Dies ist untragbar. Für den ZLV ist es zwingend notwendig, dass die Jugendlichen die dispensierten Stunden in einem anderen Fach absolvieren und sie sich so dort vertiefen können.

Ein weiteres Problem ist, dass für die Hälfte der Berufe die Berufsschule Französischkenntnisse einfordert, zum Beispiel auch für Berufe im Detailhandel. Vom Französisch dispensierte Jugendliche hätten vor diesem Hintergrund eine massiv eingeschränkte Berufswahl. Dies ist kein gangbarer Weg. Ein Lösungsansatz wäre, die Schulen zu verpflichten, im 9. Schuljahr im Wahlfach Intensivkurse in Französisch für diese Gruppe anzubieten, eventuell verbunden mit einem Aufenthalt im Sprachgebiet. Die Motivation Französisch zu lernen, wäre so viel höher.

Der ZLV wird sich weiterhin für pragmatische Lösungen engagieren.


29.10.2019 Sektion Stadt Zürich: Austausch mit dem SSD

ZLV-News
Zweimal im Jahr sind die Verbände beim Schul- und Sportdepartement der Stadt Zürich (SSD) zu einem Austausch eingeladen. Hier der Bericht der Sitzung vom 28. Oktober 2019.

Die drei Verbände ZLV, Sek ZH und vpod reichen etwa einen Monat vor dem Gespräch alle ihre Fragen gemeinsam ein. Diese landen im SSD auf den Tischen der Personen, welche die Geschäfte, die zu den Fragen passen, bearbeiten. Sie beantworten die Fragen schriftlich. Diese Sammlung erreicht dann die Verbände kurz vor der Sitzung.

Als Vorbereitung lesen wir die Antworten durch. An der eigentlichen Sitzung müssen dann nur noch wenige Unklarheiten besprochen werden. Eine sehr speditive und angenehme Art und Weise, um in kurzer Zeit vieles zu klären! Ein grosses Dankeschön an dieser Stelle ans Schulamt der Stadt Zürich!

Am Montag 28. Oktober 2019 fand eine solche Sitzung statt. Stadtrat und Departementsvorsteher Filippo Leutenegger begrüsste uns und führte durch die Sitzung. Es würde den Rahmen sprengen, wenn an dieser Stelle über alle besprochenen Geschäfte informiert würde. Genaueres dazu wird fortlaufend im Intranet der Stadt Zürich aufgeschaltet. Hier nur eine kleine Auswahl:

  • Im Moment werden alle Werkräume der Stadt Zürich mit dem nötigen Werkzeug ergänzt, um im TTG den Vorgaben des LP21 gerecht zu werden. Dies geschieht Dank dem mehrmaligen Nachhaken des ZLV.
  • 30 Schulen testen zurzeit die neue Software «KluS». Sie soll das Lehreroffice bald ablösen. Im Moment werden viele Anpassungen auf Grund der Rückmeldungen der Testschulen gemacht.
  • 18 Schulen der Stadt Zürich sind bereits Tagesschulen. In der Pilotphase 1 betrug der Anteil Lehrpersonen in der Mittagsbetreuung 7%. Der Umrechnungsfaktor für die Entlöhnung dieser Arbeit richtet sich nach dem nBA: 30 Minuten Betreuung pro Schulwoche entsprechen einem Beschäftigungsgrad von 1% oder 19 Stunden.
  • Um die Sek zu stärken plant das Schulamt an drei Standorten einen Infoabend. Dort werden die Chancen des dualen Bildungsweges hervorgehoben.

Nach einer guten Stunde waren alle Fragen geklärt und wir wurden wieder ins Regenwetter entlassen.

Dominique Tanner, Mitglied Geschäftsleitung ZLV

27.09.2019 Lohnforderungen der Vereinigten Personalverbände für 2020

Medienmitteilung VPV
Die Vereinigten Personalverbände VPV, zu denen auch der ZLV gehört, fordern für das nächste Jahr eine substanzielle Lohnerhöhung für alle Mitarbeitenden des Kantons.

Seit Jahren schliesst die Rechnung des Kantons Zürich besser ab als budgetiert. Kürzlich hat nun die Regierung ein ausgeglichenes Budget für das Jahr 2020 vorgestellt. Es wäre eine ganz neue Erfahrung, wenn der Rechnungsabschluss Ende 2020 nicht einen Gewinn gegenüber der offiziell erwarteten schwarzen Null ausweisen würde.

Deshalb fordern die VPV für das nächste Jahr eine substanzielle Lohnerhöhung für alle Mitarbeitenden des Kantons. Viele Angestellte konnten nämlich schon seit Jahren nicht von einer Individuellen Lohnerhöhung (ILE) profitieren, darunter auch besonders viele der unteren Lohnklassen. Die VPV möchten dieser Ungerechtigkeit mit einer Lohnerhöhung von CHF 50 pro Monat ein Zeichen der Wertschätzung für ALLE Mitarbeitenden entgegensetzen. Optional könnte der Kanton diesen Betrag auch auf das BVK-Konto jedes einzelnen einschiessen, was aus unserer Sicht besonders nachhaltig wäre. Des Weiteren erwarten die VPV, dass die im Konsolidierten Entwicklungs- und Finanzplan (KEF) vorgesehenen ILE über 0,6% und Einmalzulagen über 0,2% mindestens voll ausgeschöpft werden. Die Gewährung des vollen Teuerungsausgleichs ist für die VPV eine Selbstverständlichkeit.

Die Aufwendungen des Kantons an die BVK sind wichtige und attraktive Lohnbestandteile. Deshalb fordern die VPV, dass der Kanton die neuen BVK-Angebote (Altersrücktritt in drei Schritten, Reduzierung der BVK-Eintrittsschwelle, Kaderversicherung, Versicherung des Koordinationsabzugs) auch für seine Angestellten übernimmt.

 

Den Mittelschul- und Berufsschullehrpersonen sowie den Mitarbeitenden ü50 soll – wie den Volksschullehrpersonen und allen anderen Mitarbeitenden – ebenfalls eine zusätzliche Ferienwoche zugestanden werden. Die bisherige Argumentation der Regierung, weshalb dies nicht möglich sein soll, überzeugt die VPV nicht.

26.09.2019 Sinnvolle Massnahmen für die Kindergärten – weitere müssen folgen

Medienmitteilung ZLV und VKZ
Die Zürcher Bildungsdirektion hat heute Donnerstag den Bericht zur Situation des Kindergartens im Kanton Zürich veröffentlicht und dazu ein Massnahmenpaket vorgeschlagen. ZLV und VKZ sind zufrieden, dass der Bericht den zentralen Stellenwert des Kindergartens als Fundament der Volksschule anerkennt. Die vorgeschlagenen Massnahmen zur Verbesserung der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen im Kindergarten gehen in die richtige Richtung und sind sinnvoll. Weitere Massnahmen müssen jedoch folgen.

Die Bildungsdirektion des Kantons Zürich hat heute den Bericht zur Situation des Kindergartens im Kanton Zürich veröffentlicht. Gleichzeitig stellte sie Massnahmenvorschläge zur Verbesserung der Situation auf der Kindergartenstufe vor; eine zentrale Massnahme ist dabei die Einreihung der Kindergartenlehrpersonen in die Lohnklasse 19 (bisher 18). Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) und der Verband Kindergarten Zürich (VKZ) schätzen und begrüssen das Engagement der Bildungsdirektion und des Volksschulamts zur Stärkung der Kindergartenstufe und freuen sich über die längst fällige Neueinstufung der Kindergartenlehrpersonen.

Der sorgfältig verfasste Monitoringbericht anerkennt den zentralen Stellenwert des Kindergartens als Fundament der Volksschule. Von einem gelungenen Start in die Schulkarriere im Kindergarten profitieren alle Beteiligten – Kinder, Eltern, Schule und Gesellschaft. Ebenso klar ist im Bericht dargestellt, dass die Rahmenbedingungen im Kindergarten auf verschiedenen Ebenen nicht mit den Anforderungen der heutigen Zeit mithalten können. ZLV und VKZ anerkennen, dass die Bildungsdirektion und das Volksschulamt vor diesem Hintergrund den Beruf der Kindergartenlehrperson aufwerten möchten, auch um dem anhaltenden Lehrpersonenmangel zu begegnen. Die Einstufung der Kindergartenlehrpersonen in die Lohnklasse 19 geht dabei in die richtige Richtung, genauso wie die vollständige Zusammenführung und Gleichbehandlung der Studiengänge für die Lehrpersonen der Kindergartenstufe und der Unterstufe, neu KUST.

Gleichzeitig bedauern die Verbände, dass der Kanton den eingeschlagenen Weg nicht konsequent zu Ende geht. Folgende drei Schwachpunkte müssen behoben werden:

  • In die Lohnklasse 19 sollen gemäss Vorschlag nur Kindergartenlehrpersonen eingereiht werden, welche bereits die neu geforderte KUST-Ausbildung absolviert haben. Von den aktuell unterrichtenden Lehrpersonen trifft dies nur auf rund 40% zu. Für die anderen 60% der Lehrpersonen – vor allem auch ältere – wären damit teure und zeitaufwändige Nachqualifikationen nötig. So bliebe die strukturelle Ungerechtigkeit für eine Mehrheit faktisch bestehen. Wir fordern die Lohnklasse 19 für alle Kindergartenlehrpersonen.
  • Kindergartenlehrpersonen des Kantons Zürich leisten bei einem Anstellungsgrad von 88% die Jahresarbeitszeit, die für ein Hundertprozentpensum vorgesehen ist, wie die kürzlich veröffentliche Arbeitszeiterhebung des Dachverbands Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) feststellte. ZLV und VKZ fordern deshalb, dass die sogenannt «begleiteten Pausen» als vollwertige Unterrichtssequenz anerkannt und im Berufsauftrag entsprechend angerechnet werden. Für eine Jahreslektion müssen ausserdem vier Stunden mehr angerechnet werden.
  • Neben der Verbesserung der Anstellungsbedingungen der Lehrpersonen sind kantonale Anpassungen bei den personellen Ressourcen im Unterricht notwendig. Die Kindergärten leisten heute einen wesentlichen Beitrag zur Integration und sehen sich immer häufiger damit konfrontiert, dass vierjährige Kinder eingeschult werden. Damit die Eingangsstufe flächendeckend ein solides Fundament für eine erfolgreiche Schulkarriere legen kann, sind mehr personelle Ressourcen notwendig. ZLV und VKZ fordern auch in diesem Bereich Massnahmen auf kantonaler Ebene.

17.09.2019 Erfolgreiche ZKM-Tagung

ZLV-News
Am letzten Mittwoch 11.9.19 führte die ZKM ihre jährliche Tagung durch. 650 Lehrpersonen nahmen daran teil. Nach einer Begrüssung durch die LCH-Präsidentin Dagmar Rösler und den ZLV-Präsidenten Christian Hugi referierten Claude Sidler zur Gesundheit im Lehrberuf und Peter Fratton zum Thema «Lernen neu denken».

Nach der Aufzählung verschiedenster Stressfaktoren für die Lehrpersonen kam Claude Sidler auch auf mögliche Massnahmen zu sprechen: Er forderte die Lehrpersonen auf, sich vermehrt abzugrenzen und regte an, dass die Kindergartenlehrpersonen für eine stressfreie Pause eine Ablösung erhalten.

 

Peter Fratton berichtete von den Häusern des Lernens, die er mitbegründet hat. Nach ihm braucht es nur vier unveränderbare Regeln für ein gutes Gelingen: respektvoller Umgang miteinander, autonome Lernformen, gestaltete Umgebung und «in das Gelingen verliebt sein». Die Unterlagen beider Referate können von der ZKM Webseite heruntergeladen werden.

www.zkm.ch

03.09.2019 Aus der Arbeit von VSGYM

ZLV-News
Seit Ende 2014 treffen sich Vertreterinnen verschiedener Verbände und Konferenzen von Volks- und Mittelschulen, des Lehrmittelverlages sowie der beiden Ämter MBA und VSA regelmässig zur Besprechung der Schnittstellenproblematik zwischen Volksschule und Mittelschulen.

Im Mai dieses Jahres fanden drei Veranstaltungen für Lehrpersonen der Mittelschulen zu einer ersten Einführung in den LP 21 statt. Leider hat erst eine Minderheit der Mittelschulrektoren erkannt, wie wichtig die Kenntnis des LP 21 auch für die Lehrpersonen der Mittelschulen ist, werden doch alle Schülerinnen und Schüler in der Volksschule neu nach diesem unterrichtet. Somit müssen die Lehrpersonen der Mittelschulen in Zukunft ihren Unterricht auf dem LP 21 aufbauen.

 

Ab diesem Schuljahr erhalten Schüler/-innen, welche vorzeitig die Probezeit der Mittelschule verlassen, automatisch eine Schulbestätigung, welche sie anstelle eines Zeugnisses in der Volksschule vorlegen können. Da in Zukunft in der Aufnahmeprüfung für das Kurzgymnasium das Fach Französisch nicht mehr geprüft wird, plant die Strategiegruppe VSGYM die Schaffung einer Standortbestimmung in diesem Fach. Diese soll es den Jugendlichen erlauben, sich auch in Französisch optimal auf die Mittelschule vorbereiten zu können.

03.09.2019 VPV-Forderung nach Verzicht auf Senkung des Steuerfusses erfüllt

Medienmitteilung VPV
Das Budget 2020 geht von einem gleichbleibenden Steuerfuss aus und einer Erhöhung der Krankenkassen-Prämienverbilligung. Zudem werden die Personalbestände der Bevölkerungsentwicklung angepasst. Die VPV weisen darauf hin, dass sie neben dem Teuerungsausgleich, der individuellen Lohnanpassungen und Einmalzulagen auch eine generelle Lohnanpassung für alle fordern.

Dass Steuersenkungen kein Thema mehr sind, findet die Unterstützung der VPV. Gerade auch im Hinblick auf die Zustimmung zum Steuergesetz am vergangenen Wochenende sind die zukünftigen Steuereinnahmen nicht abschliessend abzuschätzen. Für die VPV ist auch eine zweite Senkung für Firmen aktuell kein Thema.

 

Positiv beurteilen die VPV die Erhöhung der Investitionen. Gerade in einem ungewissen Umfeld der Weltwirtschaft und damit deren Entwicklung sind Impulse sinnvoll und tragen auch dazu bei, dass der Investitionsrückstau etwas abgebaut werden kann.

 

Die Kostensteigerungen in den Bereichen Gesundheit und Bildung widerspiegeln das Bevölkerungswachstum und waren schon länger zu erwarten. Die Erhöhung der Beschäftigungsvolumen hat ebenfalls damit und auch mit der Einführung der 5. Ferienwoche zu tun. Positiv beurteilen die VPV die Erhöhung der Prämienverbilligungen für Krankenkassenprämien, welche primär dem Mittelstand zugutekommen. Allerdings bedurfte es dazu zuerst eines Bundesgerichts-Entscheides.

 

Die VPV erwarten, dass auch beim Personal nicht substantiell gespart wird. Die Entrichtung des vollen Teuerungsausgleichs, die individuellen Lohnanpassungen und Einmalzulagen müssen Bestand haben. Zudem fordern die VPV eine Lohnanpassung in einer festen Höhe für alle. Das wäre schon längst fällig und würde die unteren Einkommen stärker bevorzugen.


20.08.2019 Unbedingt die gesamte Arbeitszeit erfassen!

ZLV-News
Der ZLV empfiehlt dir auch im neuen Schuljahr die gesamte Arbeitszeit zu erfassen. Nur so lässt sich eine eventuelle Überbelastung auch belegen.

Dass wir Lehrpersonen zum Teil massiv Überzeit leisten, hat ja gerade die letztes Jahr durchgeführte Arbeitszeitstudie des LCH gezeigt.

Die Arbeitszeiterfassung hilft dir erstens festzustellen, wo du wieviel Zeit verbrauchst und zweitens eventuelle Überzeit gegenüber der Schulleitung auch zu belegen. Ein Arbeitszeiterfassungstool, das alle Bereiche enthält, kann hier heruntergeladen werden. In diesem Tool ist auch eine Hilfstabelle mit den Tätigkeiten eingebaut.

09.07.2019 Positionspapier Mittelstufe überarbeitet

ZLV-News
In Zusammenarbeit mit der ZKM hat die Geschäftsleitung des ZLV das Positionspapier Mittelstufe überarbeitet. Es weist auf die besonderen Herausforderungen der Mittelstufe hin und fordert unter anderem mehr Halbklassenunterricht und nur noch ein Jahreszeugnis.

Zum Positionspapier Mittelstufe

27.06.2019 Lehrpersonenmangel: Bildungsdirektion und Politik gefordert

ZLV-News
Der Mangel an Lehrpersonen zeigt sich deutlich: Auf der Stellenbörse des Zürcher Volksschulamtes (VSA) sind aktuell immer noch rund 270 Dauerstellen ausgeschrieben. Prozentual am meisten offene Stellen gibt es bei den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen sowie bei den Lehrpersonen des Zyklus 1 (v.a. Kindergarten). Entspannung ist auch für die nächsten Jahre keine in Sicht.

Das VSA hofft daher, dass einerseits die aktiven Lehrpersonen ihr Pensum erhöhen und andererseits möglichst viele ehemalige Lehrpersonen wieder einsteigen. Der ZLV findet das im Grundsatz nicht verkehrt, ist allerdings auch der Meinung, dass dies nur mit attraktiveren Rahmenbedingungen für die Lehrpersonen erfolgreich gelingen kann. Wie wichtig gute Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche Rekrutierung sind, unterstreicht auch der LCH in der SRF-Tagesschau vom 7. Juni 2019.

Der ZLV hat die drängendsten Volksschul-Baustellen im Kanton Zürich benannt und die nötigen Verbesserungen aufgezeigt. Die wichtigsten sind: echte, niederschwellige Unterstützung im Umgang mit verhaltensauffälligen Schülerinnen und Schülern, pauschal 62 Stunden pro Jahreslektion und endlich auch für Lehrpersonen am Kindergarten die Lohnklasse 19. Zudem müssen die im landesweiten Vergleich überdurchschnittlich grossen Zürcher Klassen kleiner werden.

Alle sind sich einig: Die Zürcher Volksschule braucht genügend motivierte und gesunde Lehrpersonen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind jetzt Bildungsdirektion und Politik gefordert. Jede neue oder wiedereinsteigende Lehrperson ist ein Gewinn für alle.

04.06.2019 Gleichstellung geht alle an

Medienmitteilung VPV
Unter diesem Titel weisen die Vereinigten Personalverbände des Kantons Zürich, zu denen auch der ZLV gehört, in Ihrer Medienmitteilung auf den Frauenstreiktag vom 14.06.2019 hin. Die VPV fordern den Kanton Zürich als Arbeitgeber auf, die Teilnahme an den Kundgebungen unbürokratisch zu ermöglichen.

Die VPV erachten den landesweiten Frauenstreik als grosse Chance, um auf sämtliche Anliegen der Frauen aufmerksam zu machen und aufzuzeigen, was getan werden muss, damit «Gleichberechtigung» in 20 Jahren kein Thema mehr ist.


28.05.2019 Bildungs-Apéro für Kantonsrätinnen und Kantonsräte

ZLV-News
Am Montagabend 27. Mai 2019 luden die drei Lehrpersonenverbände VPOD Lehrberufe, SekZH und ZLV erstmals gemeinsam zum Bildungs-Apéro. 24 Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus beinahe allen Parteien verfolgten die Reden von Christian Hugi (ZLV), Dani Kachel (SekZH) und Katrin Meier (VPOD) zu den Problemen rund um den neuen Berufsauftrag.

Am Schluss wiesen die drei Präsident/-innen auf zwei Vorstösse zum nBA hin, die im Kantonsrat noch hängig sind und die aus Sicht der Verbände besonders drängen: eine Motion zur Altersentlastung für Lehrpersonen und ein Postulat zum Problem der Krankheitstage. In einem Flyer «Für eine starke öffentliche Volksschule für alle» fassten sie zudem alle Vorstösse aus dem Kantonsrat zusammen, welche die drei Verbände unterstützen. Im Anschluss entwickelten sich an den Tischen rege Gespräche zwischen den Berufsverbänden und der Politik – insgesamt ein gelungenes Lobbying für die Anliegen der Lehrpersonen.

08.05.2019 Dringender Handlungsbedarf: Zürcher Lehrpersonen leisten wesentlich mehr Überzeit als im Deutschschweizer Schnitt

Medienmitteilung ZLV
Der Dachverband der Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) hat heute seine Arbeitszeitstudie 2019 veröffentlicht. Für den Kanton Zürich weisen die Ergebnisse einen grossen und dringenden Handlungsbedarf aus. Die Lehrpersonen der Zürcher Volksschule leisten auf allen Stufen teils wesentlich mehr Überzeit. Besonders gravierend ist der Missstand bei den Teilzeitarbeitenden und damit der deutlichen Mehrzahl der Zürcher Lehrpersonen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) fordert von der Bildungsdirektion rasche Massnahmen. Die Überzeit muss weg. Der einfachste Weg dazu ist, im neuen Berufsauftrag den Arbeitszeitfaktor für eine Jahreslektion auf 62 Stunden anzuheben.

Die vollständige Medienmitteilung mit Tabellen und Grafiken lesen Sie bitte als PDF:

25.04.2019 Neue Ferienregelung für Staatsangestellte

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Zusammen mit den anderen Staatsangestellten erhalten auch die Lehrpersonen der Volksschule und die Schulleitungen vom Regierungsrat eine fünfte Ferienwoche zugesprochen. Die Lehrpersonenverbände und der Verband der Schulleitenden freuen sich über diese Gleichstellung. Nicht einbezogen in die neue Ferienregelung sind leider die Mittel-, Berufs-, Fachhochschul- und Musiklehrpersonen. Die Verbände werden sich dafür einsetzen, dass auch diese Berufsgruppen eine zusätzliche Ferienwoche erhalten.

Heute Dienstagmorgen hat der Regierungsrat kommuniziert, dass das Staatspersonal ab 1. Januar 2020 eine zusätzliche Ferienwoche erhält. Diese Regelung gilt auch für die Schulleitungen der Volksschule und ab 1. August 2020 für die Lehrpersonen der Zürcher Volksschule. Ab dem 21. Altersjahr haben Lehrpersonen und Schulleitende neu Anspruch auf 25 Tage Ferien, ab dem 50. Altersjahr auf 27 Tage und ab dem 60. Altersjahr auf 32 Tage. Die Nettojahresarbeitszeit von heute 1932 Stunden pro Jahr für ein Vollpensum reduziert sich um die entsprechenden Stunden. Somit sind Volksschulehrpersonen den übrigen Staatsangestellten gleichgestellt.

Die Verbände der Lehrpersonen und Verband der Schulleitenden begrüssen diese bisher im Personalbereich nicht immer selbstverständliche Gleichstellung zwischen der Volksschule und den anderen staatlichen Aufgabenbereichen. Zu würdigen ist weiter, dass der Regierungsrat dieses Mal auch vom sonst bei der Volksschule eisern gehandhabten Prinzip der Kostenneutralität abweicht. Sowohl bei den Lehrpersonen wie bei den Schulleitungen wird der zusätzliche Ferienanspruch zu einer höheren Gesamtzahl an Stellenprozenten führen. Die Bildungsdirektion rechnet im Gegenzug damit, dass Teilzeit arbeitende Lehrpersonen ihren Beschäftigungsgrad leicht erhöhen, damit möglichst wenige zusätzliche Lehrpersonen angestellt werden müssen.

 

Wermutstropfen: Gleichstellung gilt nicht für alle Lehrpersonen

Der Einsatz der Verbände in der Vernehmlassung zur neuen Ferienregelung hat sich gelohnt. Ein Wermutstropfen hingegen bleibt bestehen. Bei den Lehrpersonen der Mittelschulen, der Fachhochschulen und der Berufsschulen sowie bei den Musiklehrpersonen bleibt es bei 4 Ferienwochen. Der Regierungsrat begründet dies damit, dass diese Berufsgruppen nicht über einen Berufsauftrag mit Jahresarbeitszeit verfügen, sondern per Lektion angestellt sind. Dies gäbe ihnen grössere Freiheit beim Beziehen der Ferientage. Für die Verbände der Lehrpersonen und den Verband der Schulleitenden ist diese Argumentation nicht haltbar. Sie werden sich im Rahmen der dringend notwendigen Reparaturarbeiten am neuen Berufsauftrag weiter für eine zusätzliche Ferienwoche auch für diese Berufsgruppen einsetzen.


16.04.2019 Harmonisierung der Aufnahmeregeln an Maturitätsschulen stärkt Volksschule

ZLV-News
Der ZLV begrüsst die Anpassung und Harmonisierung der Aufnahmebedingungen für die Gymnasien, die Mittelschulen und die Berufsmaturitätsschule. Die gewichtigste Änderung: Neu wird überall die Vorleistungsnote beim Aufnahmeentscheid berücksichtigt.

Diese setzt sich zu je einem Fünftel aus den Noten der Fachbereiche Deutsch, Mathematik, Französisch, Englisch sowie «Natur und Technik» zusammen. Damit hängt der Aufnahmeentschied nicht mehr so stark von der Tagesform am Prüfungstag ab. Die Neuerung bedeutet eine Stärkung der Volksschule und erlaubt zudem eine umfassende Beurteilung der Chancen eines Schülers oder einer Schülerin auf einen erfolgreichen Mittelschulbesuch. Zufrieden ist der ZLV auch mit dem Entscheid, dass für die unterschiedlichen Maturitätsschultypen die gleichen Aufnahmeregeln gelten. Weitere Informationen zu den neuen Regeln finden Sie hier.

02.04.2019 Viel zu tun für den neuen Kantonsrat

ZLV-News
Wie sich die Wahlen für Kantons- und Regierungsrat auf den Bildungsstandort Kanton Zürich auswirken werden, bleibt abzuwarten. Mitentscheidend sein wird die Positionierung der Mitteparteien. Vor allem der Grünliberalen Partei wird eine wichtige Rolle zukommen. Als politisch neutrale Organisation hat der ZLV bezüglich der politischen Ausrichtung der Zürcher Räte per se keine Präferenzen.

Mit dem neu definierten Berufsauftrag, den Herausforderungen bei der Integration und mit steigenden Schülerzahlen sowie allgemein steigenden Ansprüchen an die Schule stehen bildungspolitisch gewichtige Themen an. Der ZLV erhofft sich daher vom neu zusammengesetzten Kantonsrat frischen Wind und mehr Investition in die wichtige Ressource Bildung. Die Volksschule muss dringend genügend Ressourcen erhalten und der Beruf Lehrerin/Lehrer gesundheitsverträglicher ausgestaltet werden. Für die Stufe Kindergarten erwartet der ZLV in der neuen Legislatur nicht nur wertschätzende Worte, sondern echte Verbesserungen bei Lohn und Anstellung sowie personelle Unterstützung für den anspruchsvollen Berufsalltag.

Wir danken allen Kantonsrätinnen und Kantonsräten, die sich in der ausklingenden Legislatur für die Schule und die Anliegen der Lehrpersonen stark gemacht haben. Besonderer Dank geht dabei auch an Jacqueline Peter, die abtretende Präsidentin der Kommission für Bildung und Kultur KBIK. Allen neu- und wiedergewählten Kantonsrätinnen und Kantonsräten wünschen wir viel Freude und Elan in der neuen Legislatur.

Christian Hugi, Präsident ZLV

06.02.2019 Starker Gegenwind gegen neuen Berufsauftrag

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Die Zürcher Lehrpersonenverbände haben bereits im Oktober 2018 auf grosse Schwachstellen des neu definierten Berufsauftrags für Lehrpersonen (nBA) hingewiesen. In einer aktuellen Medienmitteilung weist nun auch der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Zürich auf deutliche Mängel beim nBA hin. Der Gegenwind gegen das neue Instrument verstärkt sich. Die Lehrpersonenverbände fordern die Bildungsdirektion auf, die Kritik ernst zu nehmen und noch in diesem Jahr erste Verbesserungen vorzunehmen.

Der neue Berufsauftrag für Lehrpersonen gibt seit seiner Einführung im Schuljahr 2017/2018 Anlass zu Diskussionen und Kritik. Die Zürcher Lehrpersonenverbände ZLV, SekZH und VPOD befragten die Lehrpersonen Mitte 2018 zum neuen Instrument, mit dem das Arbeitspensum im Rahmen einer Jahresarbeitszeit festgelegt wird. Die Umfrage zeigte eine sehr weit verbreitete Unzufriedenheit, vor allem weil die vorgegebenen Zeitkontingente für die verschiedenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer in allen Bereichen zu klein sind. Der Verband der Schulleiterinnen und Schulleiter Zürich (VSLZH) bestätigt diesen Befund heute mit den Ergebnissen einer eigenen Umfrage unter den Schulleiterinnen und Schulleitern.

Wie der VSLZH in seiner aktuellen Medienmitteilung verdeutlicht, stösst der nBA auch bei vielen Schulleitenden auf Skepsis oder sogar Ablehnung. Zwar verfügen die Schulleitungen im Rahmen der kantonalen Vorgaben zum nBA über einen Spielraum, um auf lokale Bedürfnisse eingehen zu können. Wenig überraschend wird dieser jedoch nicht ausgeschöpft, um die Schwachstellen des nBA auszugleichen, die den Lehrpersonen das Leben im Berufsalltag schwer machen. Stattdessen nutzten viele Schul- und politische Gemeinden die Einführung des neuen Berufsauftrages, um auf dem Rücken der Schülerinnen und Schüler und der Lehrpersonen zu sparen. Hinzu kommt, dass dieser Spielraum für die Gemeinden zu einer willkürlichen Einführung von verschiedensten neuen Regelungen führt, die einer Verbesserung der Schulqualität nicht förderlich sind.

 

Bildungsdirektion muss sofort aktiv werden


Nachdem nun neben den Lehrpersonen auch die Schulleiterinnen und Schulleiter Stellung gegen den aktuellen nBA bezogen haben, fordern die drei Lehrpersonenverbände die Bildungsdirektion auf, umgehend aktiv zu werden. Erste Verbesserungen sind noch in diesem Jahr nötig. So braucht es endlich eine Übergangslösung für die Altersentlastung von Lehrpersonen über 50 sowie eine unkomplizierte und faire Lösung bei nicht-selbstverschuldeten Absenzen. Dafür muss man nicht bis zur Auswertung der von der Bildungsplanung aufgegleisten Evaluation des nBA warten.

Weitere Nachbesserungen sind bis spätestens im Sommer 2020 anzupacken: ZLV, SekZH und VPOD fordern einen verbesserten nBA mit dem gleichen Stundenfaktor von 62 Stunden pro Jahreslektion für alle Unterrichtsfächer. Zudem müssen klarere Regeln für den Umgang mit den zur Verfügung stehenden freien zeitlichen Ressourcen der einzelnen Schulen geschaffen werden. Eine weitere zentrale Forderung ist, den Klassenlehrpersonen mehr zeitliche Ressourcen für ihr wichtiges Amt zuzugestehen – ein Handlungsbedarf, der in der Umfrage des VSLZH bestätigt wird.

Die Zürcher Lehrpersonenverbände werden nun auf den Schulleiterverband zugehen, um gemeinsame Forderungen und Haltungen für die dringend notwendigen Anpassungen des nBA zu erörtern.


08.01.2019 Ernüchternde Zahlen zum Sprachaustausch

ZLV-News
Der Tages-Anzeiger veröffentlichte am 5.1.2019 aufschlussreiche Zahlen zum Sprachaustausch von Schülerinnen und Schülern über die Sprachgrenzen hinweg.

Die nationale Agentur Movieta soll den Schüleraustausch national und international fördern. Im Schuljahr 2016/17 nahmen 17'000 Schülerinnen und Schüler am Sprachaustausch teil, das zeigen die Zahlen der Movieta. Das sind 2 Prozent aller Schülerinnen und Schüler der 1. bis 12. Klasse.

Die Tamedia-Redaktion errechnete mit diesen Zahlen einen eigenen relativen Austauschindex, mit dem sich die Kantone vergleichen lassen. Den Schluss der Rangliste bildet der Kanton Zürich.

Zum Beitrag im Tages-Anzeiger (nur Abo)

14.12.2018 Schulführung: Ausbau der Gemeindeautonomie geht in die falsche Richtung

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat schlägt in einer Gesetzesvorlage mehr Freiheiten bei der Organisation der Schulführung vor. Der ZLV spricht sich dagegen aus – er befürchtet, dass sich die Volksschule je nach Gemeinde künftig sehr unterschiedlich entwickeln könnte. Hingegen begrüsst der Lehrpersonenverband, dass die Regierung davon absieht, die Schulleitungen zu kommunalisieren.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) begrüsst, dass die Schulleitungen nicht kommunalisiert werden. Es ist wichtig, dass auch künftig in allen Gemeinden die gleichen Anstellungsbedingungen und Lohnmodelle gelten. Es würde sonst immer schwieriger, eine sich je nach Finanzkraft der Gemeinde anders entwickelnde Volksschule zu führen. Es ist daher erfreulich, dass der Regierungsrat das negative Resultat der Vernehmlassung akzeptiert.
Die im Gesetzesentwurf weiterhin vorgeschlagenen Ausbauschritte der Gemeindeautonomie in der Schulorganisation sieht der ZLV mehrheitlich skeptisch. Unterschiedliche Regelungen und Rahmenbedingungen von Gemeinde zu Gemeinde erodieren die Idee der Volksschule für alle. Gewisse Tendenzen in diese Richtung sind bereits heute feststellbar.

Schulpflege muss nahe am Schulalltag sein

Die vorgesehene Schaffung neuer Hierarchiestufen zwischen Schulleitung und Schulpflege beurteilt der ZLV ebenfalls kritisch. Jede neue Hierarchiestufe generiert zusätzliche Aufgaben und Kosten. Zudem sollte vermieden werden, dass sich die Schulpflege zu sehr vom Unterrichtsgeschehen zurückzieht und so entfremdet. Erfahrungen aus dem Schulalltag helfen, wichtige strategische Entscheidungen an der Realität auszurichten. Für den ZLV ist darum auch klar, dass die Schulpflege weiterhin regelmässig Schulbesuche durchführen sollte und massgeblich in den Prozess der Mitarbeiterbeurteilung eingebunden sein muss.


31.10.2018 Schulinseln im Tages-Anzeiger

ZLV-News
Der Tages-Anzeiger berichtete über Schulinseln und bezog sich auf das Positionspapier des ZLV. Inland-Redaktorin Raphaela Birrer schrieb dazu einen lesenswerten Kommentar. Hier können die Beiträge nachgelesen werden.

www.zlv.ch/politik/Schulinsel0

30.10.2018 ZLV-Positionspapier zu Schulinseln

ZLV-News
Kinder mit auffälligem Verhalten stellen im Rahmen der Integration eine grosse Herausforderung dar. Daher fordert der ZLV als geeignete, niederschwellige Massnahme in einem Positionspapier eine Schulinsel an jeder Schule für alle Kinder aller Stufen. Die Schulinsel ist eine kurzfristige Entlastungsmassnahme mit dem Ziel, das Kind so rasch wie möglich wieder in den Klassenverband zu integrieren.


05.10.2018 Der neue Berufsauftrag funktioniert nicht – Lehrpersonenverbände fordern Verbesserungen

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Die Lehrpersonenverbände ZLV, SekZH, VPOD und assoziierte Verbände konfrontierten am Mittwoch elf Kantonsrätinnen und Kantonsräte an einem bildungspolitischen Podium mit ihren Forderungen zur Verbesserung des neu definierten Berufsauftrages. Die Diskussion machte unter anderem deutlich, dass sich die Vorgabe der Kostenneutralität bei der Umsetzung des neu definierten Berufsauftrages kontraproduktiv auswirkte. Ihre zwölf Forderungen zur Nachbesserung haben die Verbände in einem Forderungspapier zusammengestellt.

Die Lehrpersonenverbände haben 2017 und Mitte 2018 bei den Lehrerinnen und Lehrern je eine Umfrage zum neuen Berufsauftrag (nBA) durchgeführt. Diese zeigten beide eine grosse Unzufriedenheit mit dem auf das Schuljahr 2017/2018 eingeführten Instrument, das die Arbeit der Lehrpersonen messen und sie vor Überlastung schützen soll. Die schlechten Noten für den nBA sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zeitkontingente für die verschiedenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer in allen Bereichen zu klein sind. Weiter sorgen diverse Mängel in der Umsetzung für Irritationen.

Die Verbände stellen daher ein Dutzend Forderungen zur Verbesserung des Berufsauftrags:

  • Der Zeitfaktor einer Jahreslektion muss für alle Lehrpersonen um 4 Stunden angehoben werden, analog auch für an den Schulen tätige therapeutische Fachpersonen.
  • Am so angepassten Zeitfaktor dürfen keine Anpassungen vorgenommen werden.
  • Als Termin für die Festlegung des Beschäftigungsgrades und die Aufteilung der Arbeitszeit muss der 31. März gelten und eingehalten werden.
  • Die gesamte Arbeitszeit muss erfasst werden.
  • Mindestens 5 Prozent der zugeteilten Jahresarbeitszeit müssen als Zeitreserve eingeplant werden.
  • Für die Altersentlastung muss umgehend eine Übergangslösung geschaffen werden, welche die momentane Schlechterstellung von älteren Lehrpersonen beseitigt.
  • Beim jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch muss die Jahresarbeitszeiterfassung thematisiert und allfällige Massnahmen müssen vereinbart werden
  • Jede unverschuldete Absenz muss zwingend eine prozentuale Reduktion der Jahresarbeitszeit zur Folge haben.
  • Die Pauschale für Klassenlehrpersonen muss auf 120 Stunden erhöht werden.
  • Die Kindergartenlehrpersonen müssen in der Lohnklasse 19 eingereiht werden.
  • Die Arbeitszeit von Therapeutinnen und Therapeuten muss in fach- und fallbezogene Arbeit unterteilt und getrennt erfasst werden.
  • Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen muss für Absprachen mehr Zeit im Bereich Zusammenarbeit zugemessen werden.

Dazu organisierten die Verbände ein bildungspolitisches Podium mit Kantonsrätinnen und Kantonsräten aus allen Fraktionen. Moderiert wurde das Podium von Reto Brennwald. Über 350 Lehrerinnen und Lehrer kamen am Mittwoch, 3. Oktober 2018 ins Züricher Volkshaus und diskutierten engagiert mit. Die Diskussion zeigte deutlich, wie umstritten der Berufsauftrag in seiner jetzigen Ausgestaltung bei den Lehrpersonen ist. Verschiedene Voten machten zudem deutlich, dass für echte Verbesserungen und die Sicherung der Unterrichtsqualität an der Zürcher Volksschule die Kostenneutralität in der Bildung endlich aufgegeben werden muss.

 

An der zweiten Umfrage der Lehrpersonenverbände im Juli 2018 – also nach einem Jahr mit dem nBA – hatten fast ein Viertel aller in der Zürcher Volksschule tätigen Lehrpersonen und therapeutischen Fachpersonen teilgenommen. Rund 60% der Lehrpersonen, die ihre Zeit aufgeschrieben hatten, gaben an, Überzeit zu leisten, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Bei den Klassenlehrpersonen waren es sogar 80%. Damit werden frühere Untersuchungen zur Arbeitszeitbelastung von Lehrpersonen einmal mehr bestätigt.


04.10.2018 Forderungen Lehrpersonenverbände zum neu definierten Berufsauftrag

ZLV-News
Die Verbände ZLV, SekZH und VPOD mitsamt assoziierten Verbänden fordern aufgrund Ergebnisse der beiden Umfragen zum nBA Verbesserungen an der Ausgestaltung des neu definierten Berufsauftrags (nBA).

Ausgangslage

 

Die beiden Umfragen der Lehrpersonenverbände zum neu definierten Berufsauftrag belegen eine grosse Unzufriedenheit der Lehrpersonen und des therapeutisch tätigen Fachpersonals mit besagtem Berufsauftrag. Dies liegt unter anderem daran, dass die eingesetzten Zeitkontingente in allen Bereichen zu klein sind, wie die Umfragen deutlich belegen. Weiter sorgen diverse Mängel in der Umsetzung für Irritationen.

 

Die Verbände ZLV, SekZH und VPOD mitsamt assoziierten Verbänden fordern aufgrund dieser Ergebnisse Verbesserungen an der Ausgestaltung des Berufsauftrags. Auf der nächsten Seite werden diese Forderungen präsentiert. Dazu sind sie nach allgemeinen und berufsgruppenspezifischen Aspekten sortiert, wobei die Reihenfolge keiner Priorisierung entspricht. Die Forderungen basieren auf der folgenden Prämisse:

 

Der Kanton gibt Empfehlungen und Vorgaben zum nBA ab: Die Empfehlungen werden offensiv kommuniziert und alle kantonalen Vorgaben von den Schulgemeinden pflichtbewusst und getreu umgesetzt und eingehalten.

 

Allgemeine Forderungen zum neu definierter Berufsauftrag (nBA)

  • Der Zeitfaktor einer Jahreslektion muss für alle Lehrpersonen um 4 Stunden angehoben werden, analog auch für an den Schulen tätige therapeutische Fachpersonen.
  • Am so angepassten Zeitfaktor dürfen keine Anpassungen vorgenommen werden.
  • Als Termin für die Festlegung des Beschäftigungsgrades und die Aufteilung der Arbeitszeit muss der 31. März gelten und eingehalten werden.
  • Die gesamte Arbeitszeit muss erfasst werden.
  • Mindestens 5 Prozent der zugeteilten Jahresarbeitszeit müssen als Zeitreserve eingeplant werden.
  • Für die Altersentlastung muss umgehend eine Übergangslösung geschaffen werden, welche die momentane Schlechterstellung von älteren Lehrpersonen beseitigt.
  • Beim jährlich stattfindenden Mitarbeitergespräch muss die Jahresarbeitszeiterfassung thematisiert und allfällige Massnahmen müssen vereinbart werden
  • Jede unverschuldete Absenz muss zwingend eine prozentuale Reduktion der Jahresarbeitszeit zur Folge haben.

 

Berufsgruppenspezifische Forderungen zum nBA

  • Die Pauschale für Klassenlehrpersonen muss auf 120 Stunden erhöht werden.
  • Die Kindergartenlehrpersonen müssen in der Lohnklasse 19 eingereiht werden.
  • Die Arbeitszeit von Therapeutinnen und Therapeuten muss in fach- und fallbezogene Arbeit unterteilt und getrennt erfasst werden.
  • Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen muss für Absprachen mehr Zeit im Bereich Zusammenarbeit zugemessen werden.

20.09.2018 Vielleicht taucht ja mal ein schwarzer Schwan auf!

Medienmitteilung Vereinigte Personalverbände VPV
Die Vereinigten Personalverbände (VPV) haben dem Gesamtregierungsrat in einer direkten Aussprache ihr Lohnforderungspaket vorgestellt. Voller Teuerungsausgleich und eine generelle Lohnerhöhung von 1 bzw. 2% sind die Minimalforderungen.

Angesichts der soliden Kantonsfinanzen fordern die Vereinigten Personalverbände die Umsetzung von effektiven Lohnverbesserungen. Es wird für die Regierung und den Kantonsrat immer schwieriger, glaubwürdige Argumente gegen eine substanzielle Lohnerhöhung zu finden.

Die VPV fordern für die Lohnrunde 2019:

  • Den Angestellten des Kantons und der selbstständigen, öffentlich-rechtlichen Betriebe, den vollen Teuerungsausgleich zu gewähren.
  • In den nächsten Jahren die ausgewiesene Lücke (Rückstand auf die UBS-Lohnumfrage seit 2010: -2,5%, Rückstand der Teuerung seit 2009: 6,6%) zu schliessen.

Als erste Massnahme fordern die VPV per 1.1.2019:

  • Eine generelle Lohnerhöhung von 2% für alle Beschäftigten mit einem Vollzeit-Einkommen bis Fr. 100’000 pro Jahr.
  • Eine generelle Lohnerhöhung von 1% für alle Beschäftigten mit einem Vollzeit-Einkommen über Fr. 100’000 pro Jahr.
  • Bei allfälligen individuellen Lohnerhöhungen die tieferen Einkommen besonders zu berücksichtigen (Teilzeitarbeit, tiefere Lohnklassen usw.).
  • Die trotz höheren Lohnabzügen für die Pensionskasse BVK gesunkenen Rentenansprüche zu kompensieren und die in den letzten Jahren aufgelösten BVK-Rückstellungen von 303 Mio. Franken des Kantons für einen Ausgleich der Minderverzinsung der Sparkapitalien für das Personal zu verwenden.
  • Zudem sollen allen dem kantonalen Personalrecht unterstellten Beschäftigten per 2019 ohne Erhöhung der Wochenarbeitszeit zusätzliche Ferientage gewährt werden, um damit den Standard in der Privatwirtschaft zu erreichen.

07.09.2018 Neu definierter Berufsauftrag ungenügend: zwei Drittel der Lehrpersonen müssen Überstunden machen

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Der seit August 2017 gültige neu definierte Berufsauftrag für die Lehrpersonen und therapeutisch tätigen Fachpersonen an der Zürcher Volksschule weist eklatante Schwächen auf. Dies bestätigen die Resultate einer Umfrage der Verbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl, VZL DaZ und Psychomotorik Zürich (PMZH). Rund 60% der Lehrpersonen müssen Überstunden machen, weil die für eine Jahreslektion eingerechneten 58 Arbeitsstunden nicht ausreichen. Hier braucht es eine Aufstockung. Die Umfrage zeigt zudem weitere Schwachpunkte des Berufsauftrags auf.

An der Umfrage der Verbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl, VZL DaZ und PMZH im Juli 2018 nahm fast ein Viertel aller an den Zürcher Schulen tätigen Lehrpersonen und therapeutisch tätigen Fachpersonen teil. Die Resultate dokumentieren wie bereits die erste, im Januar 2018 publizierte Umfrage zum selben Thema, die Schwächen des neu definierten Berufsauftrags (nBA). Zusätzlich liegen nun detaillierte Zahlen zur zeitlichen Überlastung der Lehrpersonen vor. Hinzu kommt, dass der nBA vor zeitlicher Überlastung schützen sollte, von vielen Lehrpersonen aber als Zusatzaufwand erlebt wird. Dies zeigen die 1000 grösstenteils kritischen Kommentare.

 

Die Rechnung geht nicht auf

Die Schlüsselerkenntnis aus der zweiten Umfrage betrifft den Arbeitszeitfaktor von 58 Arbeitsstunden, die für eine Jahreslektion Unterricht eingerechnet werden. Bei rund 60% der Lehrpersonen, die ihre Zeit aufgeschrieben haben, reichen die mit diesem Faktor errechneten Stunden nicht aus, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Mit anderen Worten: Sie leisten Überzeit. Noch krasser sieht es bei den Klassenlehrpersonen aus. Diesen werden für ihre Zusatzfunktion als Verantwortliche einer Klasse pro Jahr 100 Stunden zugestanden. 800 der rund 1000 antwortenden Klassenlehrpersonen geben nun nach einem Jahr mit dem nBA an, dass ihnen dieses Zeitguthaben nicht gereicht hat und sie Überstunden leisten müssen. In beiden Bereichen sind daher zusätzliche Zeitressourcen notwendig. Lehrpersonen brauchen für einen qualitativ hochstehenden Unterricht genügend Zeit, um diesen vorzubereiten, zu halten und nachzubereiten. Mehr Zeit muss auch für den Bereich Zusammenarbeit eingeplant werden. Die hohen Ansprüche an die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler und an die Integration von Kindern aller Leistungsklassen führen zu einem hohen Koordinationsaufwand, der viel Zeit beansprucht.

Neben langjährigen Lehrpersonen haben auch 300 Berufseinsteigerinnen und Berufseinsteiger an der Umfrage teilgenommen. Für sie gilt in den ersten zwei Berufsjahren ein höherer Faktor von 59,5 Stunden pro Jahreslektion. Dass dieser bei über 40% der jungen Kolleginnen und Kollegen nicht zur Anwendung kommt, befremdet sehr.

 

Unakzeptabler Schlendrian im Personalwesen

Eine weitere Erkenntnis aus der Umfrage ist, dass der Alltag der Lehrpersonen weiterhin zu stark durch Sitzungen und administrative Arbeiten belastet ist. Die Schulleitungen sind aufgefordert, in diesem Bereich eigenverantwortlich schlankere Lösungen zu realisieren. Weiter fällt auf, dass Behörden und Schulleitungen trotz klarer Hinweise aus der ersten Umfrage der Verbände wiederum häufig wichtige arbeitsrechtliche Termine nicht eingehalten haben. So kamen Vertragsänderungen und Angaben zu den Anstellungsprozenten mehrheitlich zu spät.

Der Kanton hat den Schulleitungen bewusst mehr Handlungsspielraum gewährt, dies führt nun vielerorts zu einer willkürlichen Umsetzung. Dies zeigt sich durch die sehr grossen Unterschiede in der Anwendung und Ausgestaltung des Berufsauftrages in den einzelnen Schulen.

Für Empörung und Unzufriedenheit bei den Lehrpersonen sorgt auch die unflexible Radikallösung ohne Übergangsmassnahmen bei der Altersentlastung. Es hat sich im ersten Jahr unter dem nBA gezeigt, dass viele Lehrpersonen ab 57 Jahren empfindliche Lohneinbussen hinnehmen mussten oder aber ihr Pensum wieder aufstocken mussten, um dies zu verhindern.

 

Bildungspolitik muss handeln

Die Verbände werden die Resultate der zweiten Umfrage der Bildungsdirektion und den politischen Parteien präsentieren – zusammen mit den Forderungen für Änderungen am neu definierten Berufsauftrag. Die Verbände verlangen vom Regierungsrat und dem Kantonsrat, dass sie ihre Verantwortung für verträgliche Arbeitsbedingungen der Lehrpersonen und für die Qualität der Volksschule wahrnehmen. Zu diesem Zweck laden die Verbände am Mittwoch, 3. Oktober 2018 zum bildungspolitischen Podium ein, wo Mitglieder aller Fraktionen des Kantonsrats die Umfrageergebnisse und die daraus abgeleiteten Forderungen diskutieren. Details können dem mitgesandten Flyer entnommen werden.


05.09.2018 Facherweiterung für altrechtlich ausgebildete Handarbeitslehrpersonen

ZLV-News
Handarbeitslehrpersonen, welche ihr Fächerprofil erweitern wollen, haben ab Sommer 2019 neu die Möglichkeit, dies unkompliziert an der PHZH zu tun. Dank der erfreulichen Zusammenarbeit des ZLV und der Hochschulleitung stehen nun verschiedene Fächer zur Auswahl.

Folgende Fächer stehen zur Auswahl:

  • Religionen, Kulturen, Ethik
  • Bewegung und Sport
  • Musik
  • Bildnerisches Gestalten
  • Fremdsprache (Englisch oder Französisch)

Der Studienumfang eines Fachs beträgt ca. 6 bis 8 Credits (für Fremdsprachen sind zusätzliche Leistungen erforderlich). Dieses Angebot ist auf fünf Jahre befristet.


31.08.2018 Lohnrückstände ausgleichen statt Steuersenkung planen

Medienmitteilung Vereinigte Personalverbände VPV
Die VPV sind vom Budget des Kantons Zürich wenig überrascht. Die guten Zahlen des Kantons müssen aber nach Meinung der VPV auch dem Personal zugutekommen.

Das Budget und die Investitionsrechnung des Kantons Zürich liegen im üblichen Rahmen. Damit reiht sich dieses Budget an die Vorjahre an. Die VPV gehen davon aus, dass der Rechnungsabschluss zum Budget 2019 besser als prognostiziert sein wird.

 

Kein Verständnis zeigen die VPV mit der vorausgeplanten Steuerfuss-Senkung auf 98 % im Jahr 2020. Zu den erfreulichen Budget- und Finanzzahlen des Kantons Zürich hat in den vergangenen Jahren auch das Personal wesentlich beigetragen. Der Lohnrückstand ist erheblich, und für die VPV ist es jetzt endlich an der Zeit, neben den individuellen Lohnanpassungen auch eine generelle Erhöhung zu realisieren und die fünfte Ferienwoche ohne eine wöchentliche Mehrarbeitszeit zu realisieren.


27.08.2018 Der ZLV nimmt zu bildungspolitischen Themen Stellung

ZLV-News
Der ZLV verschickte zu Handen der Kantonsrätinnen und Kantonsräte eine Stellungnahme zu den aktuellen Bildungsthemen.

Im Zürcher Kantonsrat werden die Weichen für die zukünftige Schulpolitik gestellt. Neben Vorlagen aus der Verwaltung stehen auch die Vorstösse der Parlamentarier/-innen zur Diskussion. Ende August 2018 verschickte die GL des ZLV eine Stellungnahme zu ausgewählten Vorstössen an alle Kantonsrätinnen und Kantonsräte.


10.07.2018 Kanton Zürich braucht langfristigen Ansatz gegen Lehrpersonenmangel

Medienmitteilung ZLV
Gemäss dem Stellenportal des Volksschulamtes sind unmittelbar vor den Sommerferien immer noch rund 200 Lehrerstellen unbesetzt. Einen langfristigen Ansatz hat der Kanton Zürich gegen diese Misere nicht, sondern begnügt sich mit Pflästerlipolitik. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV fordert eine Strategie, welche die Arbeitsbedingun-gen und das Image der Lehrpersonen in den Mittelpunkt stellt. Kostenneutralität darf kein Argument gegen griffige Massnahmen sein.

Den grössten Anteil an rund 200 unbesetzten Stellen machen mit rund 20 Prozent die Stellen für Heilpädagoginnen oder Heilpädagogen aus. Angespannt ist die Lage auch auf den Stufen Kindergarten und Primarschule. Das Volksschulamt (VSA) schlägt den Schulpflegen und Schulleitungen einen bunten Strauss von Massnahmen vor, um die Stellen doch noch zu besetzen. Das Sammelsurium reicht von der Bevorzugung von Quest-Absolventen, über die Rekrutierung von pensionierten Lehrpersonen (am Kindergarten auch über das 70. Altersjahr hinaus) bis zum Vorschlag, Studierende der Pädagogischen Hochschule ihr Studium für ein Praxisjahr unterbrechen zu lassen. Diese Pflästerlipolitik mag kurzfristig vielleicht nochmals klappen – eine vorausschauende Strategie ist es aber nicht.

 

Image stärken

Es greift zu kurz, die Ursachen für die Misere bloss auf die steigenden Schülerzahlen und die Babyboomer-Pensionierungswelle bei den Lehrpersonen zurückzuführen. Hauptproblem ist vielmehr, dass viele junge Menschen zwar in den Lehrberuf einsteigen, diesen aber nach wenigen Jahren wieder verlassen. Es sollte der Bildungsdirektion und der Politik deshalb ein dringendes Anliegen sein, die Arbeitsbedingungen und das Image des Lehrberufs so aufzuwerten, dass er für eine lebenslange Berufskarriere attraktiv ist.

 

Entlastung der Lehrpersonen notwendig

Der ZLV sieht die Hauptgründe darin, dass den stetig steigenden Anforderungen und Aufgaben (Individualisierung, Integration, zeitaufwändige Kontrollinstrumente sowie kleinere und grössere Reformen) keine Entlastungen und Ressourcenausgleiche gegenüberstehen. Überforderungen und Mängel sind so vorprogrammiert und werden von der Politik bewusst in Kauf genommen.

 

Kostenneutralität darf kein Argument sein

Lehrpersonen und die ganze Volksschule müssen fähig sein, ihre Aufgabe für die Gesellschaft zu erfüllen und die übertragene Verantwortung wahrzunehmen. Es ist wichtig, dafür die besten Leute zu finden und halten zu können. Dass dies nur mit schönen Worten gelingt, ist durch die jährlich wiederkehrende Krise bei der Stellenbesetzung zur Genüge widerlegt. Jetzt braucht es endlich eine langfristige Strategie und die dafür nötigen Zugeständnisse von Seiten Regierungs- und Kantonsrat. Diese beriefen sich bisher mantramässig darauf, dass Massnahmen kostenneutral sein müssen. Doch substantielle Änderungen zugunsten der Attraktivität des Lehrberufs sind so nicht zu haben. Der ZLV fordert deshalb die Politik auf, das Argument der Kostenneutralität zu beerdigen und in die Zukunft der Volksschule gezielt zu investieren.


07.06.2018 Ungünstiges Signal zur Attraktivität des Lehrberufs aus dem Regierungsrat

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat will dem Staatspersonal eine zusätzliche Ferienwoche gewähren. Was wie ein Geschenk daherkommt, entpuppt sich als Luftblase. Ganz davon ausnehmen will der Regierungsrat die Lehrpersonen. Den ZLV irritiert der ausdrückliche Ausschluss der Lehrpersonen. Leichtfertig nimmt man hin, dass der Lehrberuf in der Wahrnehmung zusätzlich an Attraktivität verliert. Aktuell zeigen sich bereits wieder Schwierigkeiten bei der Besetzung von offenen Lehrerstellen. Eine Schlechterstellung bei der Ferienregelung würde die auch aufgrund der Altersstruktur des Lehrpersonals zunehmenden Rekrutierungsprobleme weiter verschärfen. Der ZLV wird sich in der Vernehmlassung entsprechend einbringen.

Der Regierungsrat argumentiert in seiner heutigen Medienmitteilung konkret damit, es gehe ihm darum, die Attraktivität als Arbeitgeber zu erhalten und zu verbessern. Umso weniger verständlich ist, dass er die Lehrpersonen trotz angespannter Situation bei der Stellenbesetzung von der zusätzlichen Ferienwoche ausschliessen will. Seine Beweggründe dafür hat das Gremium den Lehrpersonen bisher nicht vermittelt.

Zurzeit werden aus dem ganzen Kanton Zürich Schwierigkeiten bei der Stellenbesetzung für das nächste Schuljahr 2018/2019 gemeldet – dies wenige Wochen vor Beginn des neuen Schuljahrs. Besonders betroffen sind die Kindergarten- und die Mittelstufe sowie die vielen offenen Stellen für Schulische Heilpädagoginnen und -Heilpädagogen. Die zunehmenden Rekrutierungsprobleme sind teils darauf zurückzuführen, dass die Babyboomer-Generation ins Pensionsalter kommt. Teils kämpft der Lehrberuf aber auch gegen Imageprobleme und gegen attraktivere Angebote und Karrieremöglichkeiten in der Privatwirtschaft. Vor diesem Hintergrund wirkt es unverantwortlich, dass der Regierungsrat die Lehrpersonen von einer Verbesserung der Anstellungsbedingungen ausschliessen will. Sogar dann, wenn es sich nur um eine vermeintliche Verbesserung handelt. Die Attraktivität des Lehrberufs wird damit unnötig angekratzt. Will der Regierungsrat so junge Generationen für diesen Job gewinnen und dem Lehrermangel wirksam begegnen?

Für den ZLV argumentiert der Regierungsrat zudem nicht ehrlich. Er verkauft die zusätzliche Ferienwoche als grosse Errungenschaft und Attraktivitätssteigerung. Gleichzeitig will er sie kostenneutral realisieren. Dies heisst, dass es an anderer Stelle Abstriche geben wird. Immerhin benennt er diese: Die bereits heute gewährten Ferientage über die Festzeit Ende Jahr werden neu zum Anspruch hinzugerechnet, und die Arbeitszeit wird erhöht. Es handelt sich also für das Staatspersonal letztlich um ein Nullsummenspiel, eine schon geplatzte Luftblase und nicht um eine Verbesserung. Angesichts der positiven Jahresabschlüsse der letzten Jahre im zwei- bis dreistelligen Millionenbereich wird das Ganze erst recht absurd.


24.05.2018 Fokus Starke Lernbeziehungen: Neuer Ansatz funktioniert nicht – Bildungsdirektion muss Konsequenzen ziehen

Medienmitteilung ZLV
Das kantonale Volksschulamt (VSA) hat heute Donnerstag die Evaluationsresultate des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen veröffentlicht. Der ZLV gewichtet die Resultate anders als die Bildungsdirektion. Zentral dabei: Schülerinnen und Schüler beurteilen die Entwicklung der Lernbeziehungen mit den Lehrpersonen während des Versuchs negativ. Hinzu kommen nachlassende Resultate von Kindern mit Deutsch als Zweitsprache. Der ZLV steht deshalb einer Weiterführung von Fokus Starke Lernbeziehungen in der heutigen Form ablehnend gegenüber und fordert eine fundamentale Anpassung des Versuchs.

Im noch bis August 2022 laufenden Schulversuch Fokus Starke Lernbeziehungen unterrichten pro Regelklasse nur noch zwei Lehrpersonen. Sie werden von Beratungspersonen wie Heilpädagoginnen und Expertinnen für Deutsch als Zweitsprache unterstützt. Die Bildungsdirektion verspricht sich vom 2013 gestarteten Versuch eine bessere Beziehung zwischen Lernpersonen sowie Schülerinnen und Schülern und in der Folge auch bessere Resultate.

Das VSA fokussiert in der Medienmitteilung zu den Evaluationsresultaten auf durchaus vorhandene positive Resultate wie zum Beispiel die Einschätzungen der teilnehmenden Lehrpersonen. Diese erkannten mehrheitlich bessere Lernbeziehungen. Aus Sicht des ZLV werden die negativen Erkenntnisse aus der Evaluationsstudie des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Zürich in der Mitteilung jedoch zu wenig gewichtet.

Für den ZLV sind für die Beurteilung des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen insbesondere folgende Punkte von Bedeutung:

  • Die Schülerinnen und Schüler in am Schulversuch teilnehmenden Klassen beurteilten ihre Beziehung zu den Lehrpersonen negativer als in nicht teilnehmenden Klassen.
  • Kinder mit Unterstützung in Deutsch als Zweitsprache (DaZ) machten in teilnehmenden Klassen klar weniger Fortschritte und begingen mehr Fehler als solche in nicht teilnehmenden Klassen. Gerade auch für solche Kinder versprach man sich aber vom Schulversuch eine Verbesserung der Situation.
  • Die Klassenlehrpersonen der teilnehmenden Klassen machten von der Beratung durch DaZ-Lehrpersonen nur sehr zurückhaltend Gebrauch.
  • Es zeigte sich auch, dass die heutige Primarschulausbildung an der Pädagogischen Hochschule mit nur sieben Fächern mit einem Schulbetrieb gemäss Fokus Starke Lernbeziehungen schwieriger zu vereinen ist. Lehrpersonen sind faktisch gezwungen, noch weitere Module zu erwerben.
  • Lehrpersonen müssten auch über eine Ausbildung in Heilpädagogik und Deutsch als Zweitsprache verfügen. Die Beratungsmöglichkeit wird zu wenig wahrgenommen und genügt nicht, wie die sich verschlechternden Resultate der DaZ-Schülerinnen und -Schüler zeigen. Dies würde die Ausbildungsdauer für Lehrpersonen verlängern.
  • Für eine flächendeckende Einführung des Schulversuchs müssten deshalb alle Lehrpersonen faktisch über einen Masterabschluss verfügen.
Aus diesen Gründen lehnt der ZLV die Überführung des Schulversuchs Fokus Starke Lernbeziehungen mit der aktuellen Ausrichtung in eine flächendeckende permanente Regelung ab. Der Lehrpersonenverband empfiehlt der Bildungsdirektion und dem Bildungsrat, den Schulversuch für den Rest von dessen Laufdauer fundamental anzupassen.


19.04.2018 Maturitätsprüfungen: Das Verhalten soll nicht zählen

ZLV News
Zurzeit läuft die Vernehmlassung zur neuen «Verordnung über die Aufnahme an die Maturitätsschulen im Anschluss an die Sekundarstufe». In seiner Antwort befürwortet der ZLV viele der vorgeschlagenen Neuerungen. Eine Vornote für das Verhalten lehnt er aber klar ab.

Zukünftig soll die Aufnahme an sämtliche Maturitätsschulen im Anschluss an die 2. respektive 3. Sek in einer Verordnung geregelt werden. Mit diesem Anliegen ist der ZLV völlig einverstanden. Die Maturitätsschulen sollen jeweils eine einheitliche ZAP2 und ZAP 3 durchführen.

Neu sollen die Schülerinnen und Schüler der Sek B eine Empfehlung der Klassenlehrperson benötigen, um an die Aufnahmeprüfung zugelassen zu werden. Auch damit ist der ZLV einverstanden.

Eine differenzierte Haltung nimmt der ZLV bezüglich der Vorleistungen ein. Bei den erwähnten Fächern und ihrer Gewichtung erhebt er keine Einwände. Alle Ideen allerdings, welche auch das Arbeits- und Lernverhalten in eine Note umrechnen wollen, lehnt der ZLV entschieden ab. «Der Grad der sozialen und arbeitsbezogenen Angepasstheit eines Schülers oder einer Schülerin eignet sich nicht für die Prognose bezüglich der Befähigung, eine Mittelschule zu besuchen und erfolgreich abzuschliessen. Zudem kann die Einschätzung von Verhalten von Lehrperson zu Lehrperson abweichen. Der ZLV befürchtet, dass bei einer allfälligen Berücksichtigung der Verhaltensbeurteilung insbesondere Knaben systematisch benachteiligt werden könnten», schreibt er in seiner Vernehmlassungsantwort.

Die ausführliche Vernehmlassungsantwort lesen Sie unten.

17.04.2018 Neu definierter Berufsauftrag wird nach zwei Jahren evaluiert

ZLV News
Wie die Bildungsdirektion kürzlich mitgeteilt hat, wird der nBa nach zwei Jahren durch eine externe Stelle umfassend evaluiert. Die Forderung nach einer solchen Evaluation hatte der ZLV schon vor einem Jahr gestellt. Schön ist, dass die Bildungsdirektion unterdessen dieser Forderung nachkommen will.

Gemäss Bildungsdirektion soll geklärt werden, ob und in welchem Masse mit dem nBa die folgenden Zielsetzungen erreicht werden können:
  • Schutz vor zeitlicher Überlastung,
  • Nutzung professioneller Stärken,
  • Klärung quantitativer Erwartungen,  
  • Verbindlichkeit und Transparenz,
  • Stärkung der Schulleitungen und
  • keine zusätzliche Belastung.
Die externe Evaluation des neuen Arbeitsmodells wird im Herbst 2019 durchgeführt. Vorgesehen ist eine Befragung der Lehrpersonen, Schulleitungen und Schulbehörden. Auf dieser Grundlage soll eine umfassende Beurteilung vorgenommen und ein allfälliger Anpassungsbedarf abgeleitet werden, so die Bildungsdirektion.

Der ZLV freut sich über dieses positive Signal und vertraut darauf, dass die Meinungen und Haltungen der Berufsverbände bei der Ausgestaltung der Evaluation (etwa bei der Auswahl der Fragen) abgeholt und berücksichtigt werden. Eine rasche Umsetzung des aus der Umfrage abgeleiteten Anpassungsbedarfs auf das Schuljahr 2020/21 findet der ZLV entscheidend. Einige Anpassungen sind aber schon vorher nötig. Etwa die Arbeitszeitregelung bei unverschuldeten Absenzen. Zusammen mit den anderen Lehrpersonalverbänden drängt der ZLV hier auf eine baldige, sachliche Vereinfachung.

17.04.2018 Regierungsrat lehnt Vorstösse zum Kindergarten ab

ZLV News
Mit dem Postulat «Weniger Druck im Kindergarten» und der Motion «100%-Stellen auch für Kindergartenlehrpersonen» forderten einige Kantonsrätinnen und Kantonsräte Verbesserungen für die Kindergartenstufe. Der Regierungsrat wird mit dem Postulat gebeten, Möglichkeiten zu prüfen, wie die durchschnittliche Klassengrösse am Kindergarten auf 18,5 Kinder (-1,1 Kind) gesenkt werden könnte. Die Motion verlangt, dass Lehrpersonen am Kindergarten wieder mit einem Vollpensum an einer Kindergartenklasse unterrichten können sollen. Beide Vorstösse lehnt der Regierungsrat auf Antrag der Bildungsdirektion ab.

Der Regierungsrat begründet seine Haltung wie folgt:
  • Trotz Verschiebung des Einschulungsalters habe sich die durchschnittliche Klassengrösse in den letzten Jahren nur unwesentlich erhöht. Ausserdem sei die durchschnittliche Klassengrösse «kein geeigneter Indikator für die Belastung in den Kindergartenklassen und der Lehrpersonen». Der Regierungsrat kommt zum Schluss, dass das Postulat «Weniger Druck im Kindergarten» Mehrkosten von 11 Millionen Franken generieren würde.
  • «Der neue Berufsauftrag gleicht für den Unterricht das bisher abweichende Modell auf der Kindergartenstufe den übrigen Schulstufen an», begründet der Regierungsrat. Die Rahmenbedingungen für Kindergartenlehrpersonen hätten sich dabei allerdings nicht verändert. So sei die Präsenztätigkeit mit den Kindern immer noch gleich lang und der Bruttolohn unverändert geblieben. Das Verwaltungsgericht habe zudem festgestellt, dass die Anstellungsbedingungen für Kindergartenlehrpersonen nicht diskriminierend seien. Der Regierungsrat rechnet vor, dass die Motion «100%-Stellen auch für Kindergartenlehrpersonen» Mehrkosten von 25 Millionen Franken generieren würde.
Für den ZLV ist allerdings glasklar, dass sich die Anstellungsbedingungen am Kindergarten verbessern müssen. Ein Indiz dafür sind die Probleme bei der Stellenbesetzung in den letzten Jahren; eine Entspannung ist nicht in Sicht. Ein weiteres Indiz liefert die Ausbildung der Kindergartenlehrpersonen. Diese ist vom Umfang und den Anforderungen her der Ausbildung zur Primarlehrperson gleichgesetzt. Der ZLV sieht nun die Bildungsdirektion und den Regierungsrat in der Verantwortung, rasch Möglichkeiten zur Aufwertung des Berufs Kindergartenlehrperson vorzuschlagen.

02.02.2018 Schulstart mit ungleichen Chancen: Kinder in Gemeinden mit Assistenzen klar im Vorteil

Gemeinsame Medienmitteilung von VKZ und ZLV
Eine Umfrage bei Kindergartenlehrpersonen verdeutlicht die unterschiedlichen Startbedingungen in der ersten Stufe der Volksschule. Die Kinder treten immer jünger ein, immer mehr benötigen eine spezielle Betreuung und Förderung. Der Verband Kindergarten Zürich (VKZ) und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) fordern die Gemeinden und die Bildungspolitik zum Handeln auf. Ein vielversprechender Lösungsansatz ist der verstärkte Einsatz von Klassenassistenzen. So haben alle Kinder eine faire Startchance.

Im Herbst 2017 haben VKZ und ZLV eine gemeinsame Umfrage bei den Lehrpersonen der Kindergartenstufen durchgeführt. Die Resultate der Umfrage belegen, dass sich der Einsatz von Schulassistenzen zur zusätzlichen Begleitung der jüngsten Schüler und Schülerinnen lohnt. Besonders zeigt sich dies bei:

  • Gemeinden, welche bereits Assistenzen für den Schulstart einsetzen
    Jede vierte Gemeinde unterstützt den Schulstart ihrer Kindergartenkinder mit Assistenzpersonal. Dies zahlt sich aus, wie die Umfrage deutlich macht.
  • Kindern mit wenig bis keinen Deutschkenntnissen oder hohem Förderbedarf
    In der Hälfte aller Klassen haben mindestens 25% aller Kinder keine oder sehr geringe Deutschkenntnisse, in jeder vierten Kindergartenklasse sind es zwischen 40% bis 100%. Zudem wurde in zwei von fünf Klassen mindestens ein Kind integrativ unterrichtet und in weiteren 40% der Klassen erfordern Kinder den Beizug von Fachpersonen. In diesen Fällen wirkt sich der Einsatz von Assistenzen ebenfalls positiv aus.
  • Ablösungsschwierigkeiten und Entwicklungsverzögerungen bei Sauberkeit und Selbstständigkeit sind häufig
    In fast allen Klassen zeigt mindestens ein Kind grössere und längerdauernde Ablösungsschwierigkeiten, häufiges Weinen oder kleinkindliches und unselbständiges Verhalten.
    In jeder fünften Kindergartenklasse hat es Kinder, welche noch keine altersgerechte Sauberkeitsentwicklung zeigen. Assistenzen bieten als zusätzliche Bezugsperson mehr Betreuungszeit und Unterstützung pro Kind. So kann die Kindergartenlehrperson effektiv unterrichten.

 
Gravierende Folgen für die Kinder

Wo die Unterstützung der Klassenlehrpersonen durch Klassenassistenzen am Kindergarten fehlt, ist ein erfolgreicher Schuleinstieg nicht gewährleistet, da die Lehrpersonen nicht mehr genügend Zeit für eine individuelle Betreuung und Förderung der Kinder haben. Die Folge davon sind schlechtere Bildungschancen. Für schwächere Kinder ist die Situation doppelt unfair, da sie verstärkt auf eine intensive Einzelbegleitung angewiesen wären. Durch die für das Schuljahr 2019/2020 geplante Einführung des Geburtsstichtags 31. Juli für den Kindergarteneintritt wird sich die Situation weiter verschärfen.

Für VKZ und ZLV ist Handlungsbedarf klar angezeigt. VKZ-Präsidentin Brigitte Fleuti: «Es freut mich zu sehen, dass eine zunehmende Zahl von Gemeinden die erste Bildungsstufe mit den benötigten personellen Ressourcen ausstattet. Das entspricht den aktuellen Anforderungen an diese Stufe. So werden Kinder in ihrer Entwicklung ernst genommen und das Einhalten des Lehrplans ermöglicht. Dreiviertel der Gemeinden nehmen diese Verantwortung leider noch nicht ausreichend wahr. Die Erfolge der anderen Gemeinden stimmen mich aber hoffnungsvoll, dass sich das Konzept durchsetzen wird.»

 

Es braucht ein ganzes Massnahmenbündel

Die beiden Verbände stellen gegenüber den Bildungsverantwortlichen in Gemeinden und Kanton(en) folgende Forderungen:

  • Jede Klasse wird im ersten Semester während der ganzen Unterrichtszeit von einer Klassenassistenz unterstützt. Nur so haben alle Kinder eine faire Startchance.
  • Die Kindergartenstufe soll bezüglich Halbklassenunterricht und Teamteachingstunden der Anschlussstufe gleichgestellt werden.
  • Es ist anzustreben, im ganzen Kanton flächendeckend dieselben Regeln und die gleichen Unterstützungsleistungen für den Start in die Volksschule einzuführen.
  • Die Diskussion um den Geburtsstichtag, 31. Juli soll schweizweit neu geführt werden.

12.01.2018 Zürcher Lehrpersonen zum neuen Berufsauftrag: Stimmung ist im Keller

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände
Seit August 2017 gilt in der Zürcher Volksschule der neue Berufsauftrag. Zeit für eine erste Bilanz: Auf das Jahresende 2017 hin haben die Lehrpersonenverbände SekZH, VPOD, ZLV, zbl und VZL DaZ eine Umfrage bei ihren Mitgliedern durchgeführt. Über 3500 Lehrpersonen und therapeutisch tätige Fachpersonen nahmen teil – fast ein Viertel aller an den Zürcher Schulen tätigen Lehrpersonen beteiligte sich. Die Umfrage zeigt, dass beim neuen Berufsauftrag grosser Anpassungsbedarf besteht. Von den 1500 eingegangenen Zusatzkommentaren war kaum einer positiv. Die Stimmung bei den Lehrpersonen ist im Keller. Die Verbände fordern daher, dass der Arbeitszeitfaktor erhöht, die Fristen bei den Pensenvereinbarungen eingehalten, die Altersentlastung angepasst und die Regelung bei unverschuldeter Abwesenheit fair gelöst werden.

Der neue Berufsauftrag (nBA) soll Lehrpersonen sowie Therapeutinnen und Therapeuten im schulischen Bereich vor zeitlicher Überlastung schützen. Deshalb müssen sie ihre geleistete Arbeit aufschreiben und belegen. Die ersten Erfahrungen zeigen allerdings kaum eine Entlastung. Dies ist das Fazit einer von den Lehrpersonenverbänden gemeinsam durchgeführten Online-Umfrage.

 

Pensenvereinbarung und Änderungskündigungen zu spät

Die Pensenvereinbarung ist ein Kernelement des neuen Berufsauftrags. Sie regelt, wie viele Stunden eine Lehrperson insgesamt und in welchem Arbeitsfeld zu leisten hat (z.B. Unterrichtszeit, Teambesprechungen etc.). Bei einer Pensenreduktion hätten die Schulbehörden generell per Ende März 2017 eine Änderungskündigung ausstellen müssen. All dies klappte überhaupt nicht: Drei Viertel der an der Umfrage Teilnehmenden erhielten weder die Pensenvereinbarung noch falls betroffen die Änderungskündigung rechtzeitig. Die Mitsprache war dadurch nicht sichergestellt und vertragliche Fristen wurden nicht eingehalten.

Die Verbände fordern für die demnächst anstehenden Verhandlungen für das neue Schuljahr die Einhaltung der Frist (Ende März 2018) durch sämtliche Schulleitungen und Behörden.

 

Benachteiligung von kranken und langjährigen Mitarbeitern

Die Altersentlastung findet im neuen Berufsauftrag mit zusätzlichen Ferienwochen und damit einer geringeren Jahresarbeitszeit statt. Was gut tönt, bedeutet für die betroffenen Lehrpersonen konkret allerdings eine Verschlechterung gegenüber der bisherigen Regelung. Weniger als 20% der Betroffenen erhielten eine Kompensation, um den Verlust auszugleichen. Diese tiefe Zahl verdeutlicht, dass der Übergang in der Altersentlastung ungelöst ist.

Die Verbände fordern, dass Kanton und Gemeinden seit langen Jahren treuen und engagierten Lehrpersonen die gebotene Wertschätzung gewähren.

Ein ähnliches Problem stellen die unverschuldete Abwesenheit (Militärdienst, Krankheit oder Krankheit des Kindes) und der unbezahlte Urlaub dar: Den dazu aufgestellten Regeln mangelt es an Ausgewogenheit und Augenmass. So wird die Abwesenheit bei den ausserhalb des Unterrichts anfallenden Arbeiten erst nach einer Gesamtabwesenheit von einem Monat berücksichtigt. Ansonsten ist diese Arbeitszeit nachzuholen, was etwa bei Teamsitzungen und Schulhausanlässen gar nicht möglich ist. So können Lehrperson in einen negativen Arbeitszeitsaldo fallen. Gleichzeitig wird von Stellvertretern gefordert, dieselbe Arbeit ausserhalb des Unterrichts auch zu leisten. Damit verlangt der Arbeitgeber gar die doppelte Arbeit!

Die Verbände fordern umgehend eine faire Regelung bei Krankheit, Militärdienst und unbezahltem Urlaub.

 

Stunden-Lektionen-Faktor zu tief

Die Resultate der Umfrage zeigen: Bis jetzt hat der neue Berufsauftrag sein Ziel eindeutig verfehlt. Statt klarer Lösungen und Zufriedenheit zu schaffen, herrscht in den Lehrerzimmern grosse Unzufriedenheit. In den Schulhäusern gelten unterschiedlichste Regelungen. So erhielten im einen Schulhaus Heilpädagoginnen oder DaZ-Lehrer gar keine und anderswo 100 Stunden Gutschrift für ihre internen Absprachen, und im nächsten Schulhaus gilt nochmals ein anderer Wert.

Über kurz oder lang führt diese Ungleichbehandlung zur Verminderung der Chancengerechtigkeit. Dies widerspricht dem Auftrag der Volksschule. Die Spielregeln, Möglichkeiten und Angebote müssen für alle Schülerinnen und Schüler und für das Personal überall gleich sein. Die Chancengerechtigkeit ist zu wahren.

Vor diesem Hintergrund lehnen die Verbände auch die da und dort festgestellte Anpassung des Arbeitszeitfaktors im Bereich Unterricht nach unten strikte ab. Die Arbeitszeit im Bereich Unterricht wird im neuen Berufsauftrag pauschal berechnet. Das Lehrpersonalgesetz bestimmt, in welchen Fällen eine Schulleitung den Arbeitszeitfaktor von 58 Stunden für eine Lektion während eines Jahres erhöhen oder senken darf. Eine Reduktion des Faktors hat zur Folge, dass der Anteil der zur Verfügung stehende Zeit im Bereich Unterricht kleiner wird und die Arbeit, die in den anderen Tätigkeitsbereichen geleistet werden muss, grösser wird oder aber der Beschäftigungsgrad reduziert werden muss.

 

Gemeinden bessern ihr Budget auf

Die Verbände monierten von Anfang an, dass der Wert von 58 Stunden zu tief angesetzt ist. Einerseits liest man dies aus den Rückmeldungen in der Umfrage und andererseits erkennt man das, weil etliche Gemeinden mit dem neuen Berufsauftrag munter sparen. Aufgaben, die früher zusätzlich entschädigt wurden, werden nun komfortabel über den Berufsauftrag abgewickelt. Das Gemeindebudget wird auf Kosten der Lehrpersonen aufpoliert. Für die Lehrpersonenverbände ist dies Beweis genug, dass der Faktor zu tief angesetzt ist.

Die ursprüngliche Forderung der Verbände von mindestens 60 Stunden pro Jahreslektion ist damit bestätigt: Der Arbeitszeitfaktor pro Lektion muss auf ein faires Mass erhöht werden.

Die Lehrpersonenverbände werden die weiteren Erfahrungen mit dem neuen Berufsauftrag sorgfältig verfolgen und in ihre Strategiediskussionen einfliessen lassen. Eine nächste Umfrage wird zeigen, wie sich die Stimmung weiterentwickelt.


18.12.2017 Halbklassenstunde einfach weggestrichen

Medienmitteilung ZLV
Im Stundenplan der 6. Klasse für das Schuljahr 2018/19 fehlt gegenüber bisher eine Halbklassenlektion. Das Zürcher Volksschulamt hat heute Montag darüber informiert. Die Gemeinden könnten diesen Missstand mit eigenen Mitteln ausgleichen. Der ZLV kritisiert, dass Schulqualität und Chancengerechtigkeit damit einmal mehr zum Spielball der Gemeindepolitik werden. Die Kommunalisierung von Bildungsaufgaben ist keine adäquate oder gerechte Massnahme.

Im Sommer 2018 führt der Kanton Zürich bis und mit der 5. Klasse den Lehrplan 21 ein. Da die Einführung gestaffelt erfolgt, werden die 6. Klasse und die Sekundarstufe noch für ein Jahr nach dem jetzigen Lehrplan und der dazugehörigen Lektionentafel unterrichtet.

In den vom Volksschulamt entwickelten Beispielstundenplänen für das Schuljahr 2018/19 fällt aber auf, dass in der 6. Klasse eine Halbklassenstunde fehlt. Die Anzahl Halbklassenstunden der 6. Klasse wurden demnach bereits dem neuen Lehrplan angepasst (4 statt 5), obwohl die 6. Klasse erst ein Jahr später mit diesem startet. Für den ZLV ist dieses asynchrone Vorgehen nicht nachvollziehbar. Er spricht sich darum auch dezidiert gegen diese Kürzung von Halbklassenunterricht in der so wichtigen 6. Klasse aus.

 

Kanton delegiert an Gemeinden


Das Volksschulamt weist auf die Möglichkeit hin, dass die einzelnen Gemeinden weiterhin fünf Wochenlektionen Halbklassenunterricht gewähren können. Damit aber wird eine voranschreitende Ungleichbehandlung der Schülerschaft von Gemeinde zu Gemeinde in Kauf genommen. Dass die Gemeinden solche Freipässe mehrheitlich zum Sparen einsetzen, zeigen jüngste Entwicklungen im Zusammenhang mit dem neuen Berufsauftrag. Man muss leider befürchten, dass höchstens finanzstarke Gemeinden ihre Schülerinnen und Schüler weiterhin von fünf Lektionen Halbklassenunterricht profitieren lassen werden.

Es zeigt sich nun, dass der knappe Zeitplan zur Umsetzung des neuen Lehrplans und die unrealistische Vorgabe der Kostenneutralität die Kommunalisierung von Bildungsaufgaben zusätzlich begünstigt. Diese Entwicklung widerspricht dem Urgedanken der Volksschule fundamental und ist dringend zu stoppen.

 

Sparen an der Schnittstelle


Störend ist insbesondere, dass bei der Unterrichtsqualität abgebaut wird. Die Leidtragenden sind dieses Mal und ganz konkret alle Schülerinnen und Schüler, welche im Schuljahr 2018/19 die 6. Klasse absolvieren. Es heisst also im nächsten Schuljahr in der 6. Klasse: Selbe Ziele wie bisher erreichen, aber mit einer Halbklassenlektion weniger. Gerade schwächere Jugendliche werden dadurch besonders benachteiligt.

Im Halbklassenunterricht ist eine intensivere Begleitung und Anleitung der Schülerinnen und Schüler möglich. Dies ist vor allem für Sprachfächer, Mathematik und Handarbeit/Werken besonders wichtig. Die Einsparung betrifft mit der 6. Klasse ausgerechnet die Stufe an der Schnittstelle zum Übertritt an die Sekundarschule und ans Langzeitgymnasium – eine Stufe also, in der die Schülerschaft sowieso besonderem Druck ausgesetzt ist. Die letzte Lernstandserhebung hat deutlich gezeigt, dass die Leistungsschere in der 6.Kalsse am grössten ist. Es wird am falschen Ort gespart.

 

Gemeinden in der Pflicht


Die Gemeinden sind nun einmal mehr gefordert – und es bietet sich ihnen auch eine einmalige Gelegenheit dazu: Mit dem kürzlichen Entscheid des Kantonsrats, das Fach «Religion und Kultur» wie alle anderen Schulfächer zu finanzieren, sinkt ihre finanzielle Belastung im Bereich Bildung. Der ZLV ruft deshalb sämtliche Gemeinden mit Nachdruck dazu auf, den entstandenen Freiraum zu nutzen und die 5. Halbklassenlektion an der 6. Klasse für ein weiteres Jahr zu garantieren. Es handelt sich um eine lohnende Investition.


11.12.2017 Kantonale Angestellte fordern den vollen Teuerungsausgleich und faire Löhne

Medienmitteilung VPV
Anlässlich der Eröffnung der Budgetdebatte im Zürcher Kantonsrat gingen über 300 Angestellte des Kantons auf die Strasse und begrüssten die ankommenden Mitglieder des Kantonsrates mit ihren Forderungen.

Seit Jahren fallen die Löhne der Angestellten des Kantons Zürich und seiner selbstständigen Betriebe immer weiter zurück. Ausserdem muss sich das kantonale Personal mit einer Woche weniger Ferien begnügen als in vergleichbaren Unternehmungen. Eine Lohnumfrage des VPOD belegt die grosse Unzufriedenheit des kantonalen Personals.

Nun soll der Kantonsrat auf Antrag der Regierung nicht einmal den vollen Teuerungsausgleich gewähren. Selbst individuelle Lohnerhöhungen und die Einmalzulage werden immer wieder in Frage gestellt. Die Angestellten des Kantons und seiner Betriebe baten die Kantonsräte um ihre Unterstützung für das Personal und forderten sie auf, den vollen Teuerungsausgleich von 0,7 Prozent sowie generelle Lohnerhöhungen zu gewähren. Zudem soll im KEF die längst fällige zusätzliche Ferienwoche festgeschrieben und finanziert werden.

Peter Reinhard, Präsident der Vereinigten Personalverbände VPV sagt: «Es ist unhaltbar, dass der Kanton laufend Steuern senkt, Schulden abbaut und Eigenkapital erhöht und das Personal leer ausgehen lässt. Es ist eine Frage des Respekts gegenüber dem Personal, dass dieses auch von den positiven Abschlüssen des Kantons profitieren kann.»

Andreas Daurú, Präsident des VPOD Zürich Kanton, hält fest: «Die Zeit für eine generelle Lohnrunde ist längst überfällig. Wenn der Kanton Zürich ein attraktiver Arbeitgeber sein und engagierte Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter behalten will, ist der Regierungsrat jetzt gefordert!»

Der Kanton hat in den vergangenen Jahren auf Kosten des Personal Eigenkapital angehäuft und Schulden abgebaut. Es wird Zeit, wieder einmal ans Personal zu denken!


27.11.2017 VSGYM – Publikation zum Übergang von der Sekundarschule ans Gymnasium

Medienmitteilung VSGYM
Der Übergang von den Sekundarschulen an die Gymnasien ist Gegenstand von Diskussionen. Wie gut sind die Schülerinnen und Schüler vorbereitet? Welche Probleme werden in der Probezeit sichtbar? Das Projekt VSGYM / Volksschule – Gymnasium nimmt sich diesen Fragen an und fördert den Austausch zwischen Lehrpersonen und Schulleitungen der Zürcher Sekundarschulen und Gymnasien mit dem Ziel, den Übergang für die Schülerinnen und Schüler zu optimieren. Nun liegt eine Publikation mit Analysen und Vorschlägen für Massnahmen vor. Die Ergebnisse und weiteren Schritte wurden an einer Tagung an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich diskutiert.


In den vergangenen zwei Jahren widmeten sich Lehrpersonen, Schulleiterinnen und Schulleiter und Vertretungen von Verbänden und Ämtern beider Schulstufen der Frage, wie der Übergang zwischen Volksschule und Gymnasium zugunsten der Schülerinnen und Schüler verbessert werden kann. Der Weg führte über einen intensiven Dialog: In sieben Fachbereichen setzten sich die Lehrpersonen aus Sekundarschulen und Gymnasien mit Brennpunkten auseinander, verglichen Lehrpläne und Lehrmittel, tauschten sich zum Unterricht aus und erarbeiteten Vorschläge für Massnahmen zur Optimierung des Übergangs auf beiden Seiten der Schnittstelle. Anschliessend wurden im Rahmen eines breit abgestützten Regionaldialoges Rückmeldungen aus den Schulen zu den Ergebnissen der Fachgruppen eingeholt.

Am 15. November 2017 fand an der Kantonsschule Stadelhofen in Zürich eine VSGYM-Tagung statt, an der die Publikation mit den Ergebnissen des Dialoges vorgestellt wurde. Rund 200 Lehrpersonen aus den beiden Schulstufen und Vertreterinnen und Vertreter von Behörden und Verbänden diskutierten im Beisein von Bildungsdirektorin Silvia Steiner über die weiteren Schritte und leisteten damiteinen wichtigen Beitrag zur Verbesserung des Überganges für die Schülerinnen und Schüler.


22.11.2017 0,5% Teuerungsausgleich für das Staatspersonal ist ungenügend

Medienmitteilung VPV
Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat einen Teuerungsausgleich von 0,5% für die Löhne des Staatspersonals zu gewähren. Angesichts der Tatsache, dass die Teuerung im 2017 0,7% beträgt, ist dieser Antrag aus der Sicht der VPV völlig ungenügend. Der Regierungsrat hat immer wieder beteuert, dass der Ausgleich der vollen Teuerung nicht in Frage gestellt werden soll. Insofern sind die VPV sehr enttäuscht.

Die VPV fordern den Regierungsrat auf, seinem Versprechen, immer den vollen Teuerungsausgleich zu gewähren, nachzukommen. Angesichts des Budgets 2018, welches mit einem Plus von 82 Mio. Franken rechnet, und auch der Jahresabschluss 2017 einmal mehr weit besser abschliessen wird als erwartet, haben die VPV immer wieder moniert, dass der strenge Sparkurs auf dem Buckel des Personals nicht gerechtfertigt ist.

Die VPV fordern unter diesen Prämissen:
  • Den vollen Teuerungsausgleich von 0,7%,
  • Eine individuelle Lohnerhöhung im Umfang des gesamten Rotationsgewinns von 0,6%,
  • Die Gewährung einer Einmalzulage von mindestens 0,3%,

insgesamt also die Erhöhung der Lohnsumme um 1,6%. Ausserdem fordern die VPV eine schrittweise Erhöhung der Ferien um eine Woche für alle. Gerade Weihnachten/Neujahr mit Kompensationstagen eignet sich, dieses Ziel in drei bis vier Jahren vollständig zu erreichen.


14.11.2017 Gemeinsame Umfrage zum neuen Berufsauftrag: letzte Gelegenheit zum Mitmachen

Seit dem Start unserer Umfrage zum neuen Berufsauftrag vor zwei Wochen sind 3000 Antworten eingegangen. Sie stammen von den Mitgliedern aller fünf beteiligten Verbände SekZH, vpod, VZL DaZ, zbl und ZLV sowie von vielen nicht organisierten Lehrpersonen. Die Umfrage läuft noch bis am 20. November. Bitte Mitmachen!

Wir danken allen Lehrerinnen und Lehrern, die bereits geantwortet haben.

Alle anderen haben bis am Montag 20. November eine letzte Gelegenheit zum Mitmachen. Auch Antworten von nicht organisierten Lehrpersonen sind willkommen.

Hier geht es zur Umfrage:

https://de.surveymonkey.com/r/K3ZRHPM

13.11.2017 Kantonsrat streicht § 21a

Sektion TTG
Der Kantonsrat hat sich am Montag in der 1. Lesung dafür ausgesprochen, den Paragraphen 21a aus dem Volksschulgesetz zu streichen. §21a legte im Volksschulgesetz die wöchentliche Unterrichtszeit im Fach Handarbeit und den damit verbundenen Halbklassenunterricht fest. Zu Gunsten des Halbklassenunterrichts hat die Sektion TTG zähneknirschend auf einen Kampf um die wegfallenden Stunden verzichtet. Die Bedingung der Sektion TTG war aber, dass der Halbklassenunterricht in der Volksschulverordnung festgehalten wird.

Die Streichung von §21a bedeutet auch, dass im LP21 alle Fächer der Lektionentafel gleichwertig behandelt werden, kein Fach wird mehr auf der Gesetzesstufe geregelt. Die Sektion TTG geht davon aus, dass durch den LP 21 auf der Primarstufe (2 WL TTG von der 1. bis zur 6. Klasse, Halbklassenunterricht in der Volksschulverordnung schriftlich festgehalten) Ruhe ins Textile und Technische Gestalten einkehren wird und wir unseren Blick nach vorne richten können.

Zukünftig legen wir unseren Fokus auf die Ausbildung im Fach TTG. Wer nach LP 21 unterrichtet, muss die Ausbildung im Textilen, wie auch im Technischen Bereich vorweisen können. Daher müssen sich viele Kolleginnen und Kollegen nachqualifizieren. Die Bildungsdirektion ist gefordert und muss zwingend eine Übergangslösung erarbeiten, während die PHZH gefragt ist, adäquate, praxisgerechte und vernünftige Facherweiterungen anzubieten.

Die Sektion TTG wird genau hinschauen.

30.10.2017 Kantonsrat zu Besuch beim ZLV

ZLV News
Der Austausch mit den Kantonsrätinnen und Kantonsräten gehört zum fixen Programm des ZLV. Am Montag 30. Oktober war es wieder soweit. Gegen dreissig Parlamentarier/-innen nahmen sich die Zeit, nach einer langen Ratssitzung zum Apéro beim ZLV vorbeizukommen.

Christian Hugi sprach in seiner Eröffnungsrede über das Thema «Gesundheit der Lehrpersonen». Hier ein Ausschnitt: 

«Der nationale Dachverband hat auch die Luftqualität in den Klassenzimmern untersuchen lassen. Der CO2-Gehalt überschreitet in Klassenzimmern ohne mechanische Lüftung den zulässigen Grenzwert innert kürzester Zeit um ein Vielfaches. Die direkte Folge sind Konzentrationsschwierigkeiten bei den Schülerinnen und Schülern und natürlich auch bei den Lehrpersonen. Auch die Ergebnisse zu Nachhall und Lärmbelastung lassen wenig Freude aufkommen.

Am eindrücklichsten aber sind die Messungen zur Interaktionsdichte. Lehrerinnen und Lehrer kommen locker auf einen weit höheren Wert in der Kontaktpflege mit ihren «Kunden», als ein Hotdog-Verkäufer zur Mittagszeit. Und das so ziemlich pausenlos während vier Stunden am Morgen und zwei bis drei Stunden am Nachmittag.»

Im Anschluss entstanden gute persönliche Gespräche zwischen den Politikerinnen und Politikern aus allen Parteien und der Geschäftsleitung des ZLV.


19.09.2017 Kindergartenlehrpersonen werden trotzdem am Thema dran bleiben

Medienmitteilung ZLV, VKZ und VPOD
Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen, Lehrpersonenverbänden und Gewerkschaft gegen die aktuelle Lohndiskriminierung knapp mit 3:2 Stimmen abgelehnt. Eine Minderheit hat das Verwaltungsgericht gerügt für seine unsorgfältige Überprüfung der Klage. Besonders stossend erscheint, dass der Bachelor der Kindergartenlehrpersonen nicht gleichwertig wie der anderer Berufsgruppen sein soll. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies absolut unverständlich. Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Schliesslich sind sie für die Früherziehung verantwortlich, auf der die nachfolgenden Stufen aufbauen. Die Lehrpersonenverbände werden das Thema trotz des Bundesgerichtsurteils nicht ad acta legen, sondern andere Wege prüfen, um eine faire Lösung zu erwirken.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung erhoben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Nach dessen Ablehnungsentscheid haut nun leider auch das Bundesgericht in diese Kerbe.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine riesige Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: «Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist auch nach dem rein legalistisch argumentierenden Bundesgerichtsurteil nicht nachvollziehbar.» Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: «Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.»

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen und des immer jüngeren Eintrittsalters der Kinder. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: «Wir müssen und werden nun nach anderen Wegen suchen, um unserem berechtigten Anliegen Nachdruck zu verleihen und eine faire Lösung zu erwirken. Es ist wie mit dem Frauenstimmrecht – wir bleiben dran und kämpfen um die volle Anerkennung!»


07.07.2017 Kranke Lehrerinnen und Lehrer müssen Arbeitszeit nachholen

Medienmitteilung ZLV, VPOD und SekZH
Die Lehrpersonenverbände SekZH, VPOD und ZLV protestieren gegen die Ungleichbehandlung der Lehrpersonen im neuen Berufsauftrag. Gegenüber den übrigen Staatsangestellten sind sie in einem wichtigen Bereich schlechter gestellt. Wenn sie weniger als einen Monat krank sind, müssen sie die Arbeitszeit ausserhalb des Bereiches Unterricht trotzdem erfüllen.

Das Ziel des neuen Berufsauftrags ist unter anderem, die Lehrpersonen den übrigen Staatsangestellten endlich gleichzustellen. In einem wichtigen Themenbereich hat die Bildungsdirektion dieses Ziel jedoch bewusst nicht eingehalten.

 

Wenn krank, dann besser länger als 1 Monat?

 

Wenn Lehrpersonen weniger als einen Monat krank sind, müssen sie alle verpassten Arbeiten ausserhalb des Bereiches Unterricht – also konkret in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit, Weiterbildung und Klassenlehrperson – nachholen und die Gesamtjahresarbeitszeit in diesen Bereichen trotz Krankheit erfüllen. Dies macht pro Woche 6,5 h aus. Dasselbe gilt für Abwesenheiten aufgrund von Unfall, Militär und wenn ein Dienstaltersgeschenk bezogen wird. Erst wenn die Absenz länger als einen Monat dauert, wird die Jahresarbeitszeit in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit und Weiterbildung um einen Zwölftel gekürzt. Das ist absurd. Muss jetzt den Lehrpersonen empfohlen werden, möglichst länger als einen Monat lang krank zu sein? Der Rechtsweg ist in dieser Frage vorprogrammiert, sofern die Bildungsdirektion nicht einlenkt.

 

SekZH, VPOD und ZLV fordern die Bildungsdirektion auf, dieses Thema nochmals zu überprüfen und die entsprechende Verordnung rasch anzupassen.


29.06.2017 Christian Hugi neuer Präsident des ZLV

Medienmitteilung ZLV
Die Delegiertenversammlung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat gestern Mittwoch Christian Hugi einstimmig als neuen Präsidenten gewählt. Der 38-jährige Primarlehrer tritt die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden Präsidentin Lilo Lätzsch an.

Christian Hugi wird sein Amt an der Spitze des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands Mitte August 2017 zu Beginn des neuen Schuljahrs antreten. Er kennt den Verband sehr gut und ist bereits seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung.

 

Der neue ZLV Präsident ist eine erfahrene Lehrperson. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch Teamleiter war. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in verschiedenen aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung stand Christian Hugi bis jetzt der Pädagogischen Kommission vor.

 

Lilo Lätzsch: Langjähriges Wirken verdankt

 

Die langjährige Präsidentin Lilo Lätzsch wurde an der Delegiertenversammlung mit grossem Dank verabschiedet. Sie stand dem Verband seit August 2007 vor. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem Vorstand gehören ab dem neuen Schuljahr neben Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


16.06.2017 Kindergarteneintritte immer früher – ein pfundiges Problem wird aktuell

Medienmitteilung ZLV und VKZ
Durch HarmoS wird der Stichtag für den Kindergarteneintritt systematisch bis 2019/20 auf den 31. Juli verschoben. Die jüngsten Kinder werden dann ab einem Alter von 4 Jahren und 2 Wochen eingeschult. Wie sich bereits heute zeigt, sind manche dieser Kinder noch nicht trocken und unfähig, selbst auf die Toilette zu gehen. Die Kindergarten-Lehrpersonen können nicht einspringen – sie müssen 20 andere Kinder betreuen. Es zeichnet sich ein Problem ab, das dringend anzugehen ist.

Als sich die Politik für HarmoS entschied, war Wickeln im Kindergarten kein Thema. Doch in der Praxis entwickelt es sich zu einem drängenden Problem. Bereits heute steigt die Zahl der Kindergartenschülerinnen und -schüler, die Windeln tragen. Sind diese voll, rufen die Kindergartenlehrpersonen die Eltern an, die meist nicht erfreut oder gar nicht erreichbar sind. Die Kindergartenlehrpersonen sind gezwungen dann selbst einzuspringen und die Windeln zu wechseln. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV und der Verband der Kindergartenlehrpersonen VKZ  fordern deshalb alle Beteiligten auf, gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Positionspapier: Lehrpersonen sollen lehren und keine Windeln wechseln

 

In einem eben publizierten Positionspapier machen die Verbände ihre Haltung klar: Lehrpersonen wickeln keine Kinder. Es geht darum, dass sie die Verantwortung für 21 Kinder und für einen erfolgreichen Unterricht tragen – deshalb darf Windeln wechseln nicht zu ihren Aufgaben gehören. ZLV-Geschäftsleitungsmitglied Barbara Schwarz: «Wenn ein kleiner Unfall passiert und niemand anderes da ist, helfen wir selbstverständlich gerne – aber es muss eine Ausnahme sein, nicht die Regel.»

 

Auf der Kindergartenstufe ist die Heterogenität der Kinder enorm, die Bandbreite reicht vom Wickelkind bis zum kleinen Einstein. Diese Hintergründe sind zu berücksichtigen, wenn Schulen, Lehrpersonen, Elternverbände und Politik gemeinsam nach Lösungen für diese neue Herausforderung suchen.

> Zum Positionspapier Wickeln im Kindergarten


21.05.2017 Politik ist jetzt in der Verantwortung

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Das Initiativkomitee bedauert das Nein zur Zürcher Fremdspracheninitiative. Es sieht nun die Politik in der Verantwortung, den Sprachenunterricht in der Volksschule zu verbessern. Dazu gehört eine Evaluation, welche die Bildungsdirektion seit Jahren aus unerfindlichen Gründen verweigert.

„Unsere fachlich begründeten Argumente wurden leider zu wenig gehört“, sagt Kurt Willi vom Initiativkomitee rund um den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV, die Zürcher Kantonale Mittelstufe ZKM, die Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich SekZH und die Arbeitsgemeinschaft Schule mit Zukunft. Selbst die miserablen Ergebnisse der Evaluation des Innerschweizer Sprachenkonzepts konnten die Stimmberechtigten nicht überzeugen. Das Innerschweizer Konzept ist mit der Zürcher Lösung vergleichbar.

 

Es gilt jetzt jedoch zu akzeptieren, dass eine Mehrheit weiterhin zwei Fremdsprachen an der Primarschule wünscht. Umso vehementer fordert das Initiativkomitee von den politischen Gremien nun Massnahmen zur operativen Verbesserung des Sprachenkonzepts im Kanton Zürich. Was es jetzt endlich braucht, ist eine detaillierte Evaluation des Fremdsprachenunterrichts im Kanton Zürich. Die Lehrpersonenverbände fordern eine solche Abklärung bereits seit sieben Jahren. Bisher verweigerte sich die Bildungsdirektion aus unerfindlichen Gründen.

 

Als Sofortmassnahme fordert das Initiativkomitee die Politik auf, den Fremdsprachenunterricht mit mehr Halbklassenunterricht zu verbessern. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel wären gut eingesetzt und würden die Qualität des Sprachunterrichts stark verbessern.


07.04.2017 Christian Hugi soll Präsident des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands werden

Medienmitteilung ZLV
Die Geschäftsleitung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat ihrem Verbandsrat am Mittwoch Christian Hugi als neuen Präsidenten vorgeschlagen. Die Wahl erfolgt im Rahmen der Delegiertenversammlung vom 28. Juni 2017. Der 38-jährige Primarlehrer soll die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden, langjährigen Präsidentin Lilo Lätzsch übernehmen.

Christian Hugi ist seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch ein Pädagogisches Team leitete. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung steht Christian Hugi der Pädagogischen Kommission vor. In dieser Funktion setzt er sich unter anderem für die Fremdspracheninitiative ein, die am 21. Mai zur Abstimmung gelangt.

 

Wahl am 28. Juni

 

Der Vorschlag der Geschäftsleitung wurde im Verbandsrat, in dem alle Sektionen und Mitgliederorganisationen des ZLV vertreten sind, mit Applaus begrüsst. Der designierte Präsident muss nun noch am Mittwoch, 28. Juni durch die Delegiertenversammlung bestätigt werden. Seine neue Funktion würde er zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 im August 2017 übernehmen. Christian Hugi: «Der ZLV hat in den letzten Jahren viel erreicht. Doch es kommen ständig neue Herausforderungen auf uns zu. Zusammen mit unseren Mitgliedern und den anderen Verbänden möchte ich mich weiterhin für eine starke Schule und gestärkte Lehrpersonen einsetzen. Gute Unterrichts- und Anstellungsbedingungen auf allen Ebenen sind dafür entscheidend. Darauf werden wir auch in Zukunft unseren Fokus legen.»

 

Rund 4000 Mitglieder

 

Lilo Lätzsch präsidiert den ZLV seit 2006. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem aktuellen Vorstand gehören neben Lilo Lätzsch und Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


04.04.2017 ZLV zur Fremdsprachen-Initiative: Ein Ja ist konsequent

Medienmitteilung ZLV
Seit dem Schuljahr 2006/2007 werden auf der Primarstufe überall im Kanton Zürich zwei Fremdsprachen unterrichtet. Nach über zehn Jahren ist klar: Dieser Ansatz ist gescheitert. Das Resultat ist verheerend: Die Lernziele werden weder im Englisch noch im Französisch erreicht – und überdies hapert es nun auch im Deutschunterricht. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) unterstützte damals die Einführung der zweiten Fremdsprache – unter der Bedingung, dass dafür genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Politik nahm diesen Punkt nie ernst. Deshalb gibt es für den ZLV nur einen konsequenten Weg: Ein Ja zur Fremdsprachen-Initiative am 21. Mai 2017.

Der Schweizer Dachverband der Lehrpersonen LCH hat bereits 2004 Gelingensbedingungen formuliert, die für das erfolgreiche Einführen der zweiten Fremdsprache auf der Primarstufe gegeben sein müssen. Zentraler Punkt war und ist, dass die Lehrerschaft das Unterfangen voll mittragen und unterstützen muss. 2013 evaluierte der LCH das Fremdsprachenkonzept landesweit. Sein Fazit vor vier Jahren: Die Gelingensbedingungen für zwei Fremdsprachen seien nicht erfüllt. Er kritisierte insbesondere fehlende Weiterbildungen für die Lehrpersonen, zu klein bemessene zeitliche und finanzielle Ressourcen sowie mangelhafte Lehrmittel. Der Dachverband empfahl deshalb den kantonalen Bildungsdirektionen, bei ihren Entscheiden bezüglich Fremdsprachen die Meinung der Lehrpersonen im Interesse der Kinder und einer guten Schulqualität ernst zu nehmen.

 

Politik ignoriert Erfahrungen aus dem Schulalltag

 

Die Zürcher Bildungsdirektion hat die Empfehlungen des LCH nicht befolgt. Weder schaffte sie Rahmenbedingungen für einen gelingenden Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe, noch hörte sie auf die vielen entsprechenden Hinweise des ZLV in den letzten Jahren. Zuletzt ignorierte sie zusammen mit Regierungs- und Kantonsrat beim Nein zur aktuellen Fremdsprachen-Initiative auch noch die ausdrückliche Haltung der Lehrpersonen. In einer Umfrage mit über Tausend teilnehmenden ZLV-Mitgliedern hatten sich über 75 Prozent für nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe ausgesprochen.

 

Für ihre Position haben die Lehrpersonen gute Gründe: Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Kinder mit der heutigen Lösung weder die Lernziele im Französisch noch im Englisch erreichen. Zudem steht zu wenig Zeit zur Verfügung, um im Deutsch eine solide Basis zu legen. Das Resultat ist, dass sich heute bei vielen Schülerinnen und Schülern in allen drei Sprachen Probleme manifestieren, wie die Pisa-Resultate regelmässig belegen. Der ZLV empfiehlt deshalb den Stimmberechtigten mit Überzeugung, am 21. Mai ein Ja zur Fremdspracheninitiative in die Urne zu legen.

 

Alternativer Weg steht offen

 

Das Ja des ZLV zur Initiative bedeutet keine Abkehr vom Ziel der Volksschule, dass die Jugendlichen nach Ende der obligatorischen neun Jahre zwei Fremdsprachen beherrschen. Ein alternativer Weg dazu steht offen und lässt sich nach einem Ja rasch umsetzen: In der Primarstufe wird künftig nur noch eine Fremdsprache unterrichtet – dies dafür mit mehr Ressourcen. Gleichzeitig kann auch dem Deutschunterricht als Basis wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die zweite Fremdsprache wird in der Sekundarstufe eingeführt – ebenfalls mit mehr Ressourcen als heute. Das Resultat: Nach neun Jahren beherrschen die Schülerinnen und Schüler alle drei Sprachen besser als heute.

 

Welche Fremdsprache in der Primarschule beibehalten wird, ist kein pädagogischer Entscheid, sondern ist politisch zu klären. Der ZLV wird sich nach einem Ja zur Fremdspracheninitiative mit vollem Engagement einbringen, um ein neues, erfolgversprechendes Sprachenkonzept umzusetzen.


17.03.2017 Lehrplan 21: Akzeptables Gesamtpaket – Einwände der Lehrpersonen berücksichtigt

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Bildungsrat hat heute über seinen Beschluss zur Umsetzung des neuen Lehrplans (LP21) informiert. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ist mit dem Resultat insgesamt zufrieden. Es handelt sich um ein akzeptables Gesamtpaket, das die Vorgaben des LP21 berücksichtigt und gleichzeitig Rücksicht auf Zürcher Eigenheiten wie die Wahlfächer in der dritten Sekundarstufe nimmt. Einige Anliegen der Lehrpersonenverbände wurden nach einem teils schwierigen Prozess berücksichtigt, insbesondere in der wichtigen Lektionentafel. In der Fremdsprachenfrage steht der ZLV nicht hinter dem vorliegenden Projekt.

Der ZLV ist erleichtert, dass seine Botschaft «Qualität vor Quantität» bei den Mitgliedern des Bildungsrats Gehör gefunden hat: Der Halbklassenunterricht bleibt mit leichten Abstrichen erhalten und in der Lektionentafel haben die Änderungsvorschläge der Lehrpersonenverbände Berücksichtigung gefunden. «Wichtig war für den ZLV insbesondere, die Schülerinnen und Schüler nicht mit Unterricht zu erdrücken», sagt Vorstandsmitglied Christian Hugi. Der Verband begrüsst es daher, dass auf der Primarstufe das Unterrichtspensum 30 Lektionen nicht übersteigt. Auf Sekundarstufe bleibt das Unterrichtspensum mit 32 bis max. 36 Lektionen weiterhin hoch, aber vertretbar. Im Kindergarten wird künftig überall das gleiche Unterrichtspensum von 20 bzw. 24 Lektionen gelten – dies ist eine längst überfällige Vereinheitlichung.

 

Beim Halbklassenunterricht resultiert im Vergleich mit heute eine Verschlechterung. Es ist den Lehrpersonenverbänden jedoch gelungen, gegenüber ersten Entwürfen eine Verbesserung zu erzielen und die vorgesehenen Reduktionen weitgehend auszubügeln. Immerhin ist sichergestellt, dass der Unterricht in Werken und Haushalt auch weiterhin in der Halbklasse stattfinden kann. Der ZLV wird sich dafür einsetzen, die Klassengrössen zu senken und den Halbklassenunterricht wieder auszubauen. Vor allem im Kindergarten gibt es diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf.

 

Umstellung ohne grosse Sprünge

 

Inhaltlich erwartet der ZLV nur bei den neu einzuführenden Fächern wie Medien & Informatik und Berufliche Orientierung spürbare Veränderungen. Leicht neu ausgerichtet werden auch die Fächer Naturkunde und Technik (NaTech), Religionen, Kulturen, Ethik (RKE) sowie Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH). Ansonsten wird der Lehrplanwechsel keine grossen Sprünge erfordern. Die Kompetenzorientierung wird schon heute in vielen Klassenzimmern gelebt und bei den Lehrmitteln sind Massnahmen grösstenteils umgesetzt.

 

 

Medien & Informatik: Infrastruktur fehlt teilweise

 

Auch wenn der Einführungszeitpunkt für den Lehrplan 21 ambitioniert aber realistisch sein mag, so gilt das nicht für das Fach Medien & Informatik: In vielen Schulhäusern fehlt die nötige Infrastruktur weitgehend. Bei der Weiterbildung der Lehrpersonen macht der ZLV einen sehr grossen Handlungsbedarf aus, falls die Bildungsdirektion den vorgesehenen Zeitplan einhalten will.

 

LP21 als Zwischenziel

 

Für den ZLV ist der LP21 ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kann er nur ein Zwischenziel darstellen. Er harmonisiert in der Deutschschweiz zwar die Lernziele bzw. die Kompetenzen, leistet diese Koordination aber bei der Lektionentafel nicht. Für den ZLV ist eine echte Harmonisierung erst erreicht, wenn für die gleichen Ziele auch überall gleich viele Lektionen eingesetzt werden.

 

Fremdsprachen: Initiative bietet Chance für Korrektur

 

Mit der Fremdspracheninitiative bietet sich der Stimmbevölkerung am 21. Mai die Gelegenheit für eine wichtige Korrektur am Lehrplan 21. Die zweite Fremdsprache muss auf die Sekundarstufe verschoben werden. Die Lehrpersonen weisen – gestützt von den Pisa-Resultaten – seit Jahren darauf hin, dass in dieser Frage Anpassungen nötig sind. Die ungenügenden Ergebnisse in Englisch und Französisch und vor allem in Deutsch zeigen eindeutigen Veränderungsbedarf. Neueste Studien stützen diese Tatsache deutlich.


06.03.2017 BVK-Wahlen: Der Countdown läuft

ZLV Standespolitik
In zwei Monate beginnen die Wahlen für die nächste Amtsperiode der Arbeitnehmervertretung im Stiftungsrat der Pensionskasse BVK. Im Wahlkreis 1 (Kanton Schule) kandidieren die beiden bisherigen Stiftungsräte Ernst Joss und Lilo Lätzsch. Ihr Fokus ist eine für alle Versicherten faire BVK. Die Kandidatur erfolgt auf der Wahlplattform der Vereinigten Personalverbände im Kanton Zürich (VPV).

Alle wichtigen Informationen für die Versicherten finden sich auf

www.fair-für-alle-generationen.ch

17.02.2017 Neu definierter Berufsauftrag (nBA) für Lehrpersonen

Merkblatt des ZLV und der SekZH
Damit der «Schutz vor Überlastung» nicht zur Sparübung wird.

Dein Anliegen ist unser Anliegen!

Aktuell halten die täglichen Meldungen zu Entwicklungen in den Schulen bezüglich des neu definierten Berufsauftrages die Lehrpersonen auf Trab. Etliche von uns bereits lange Zeit befürchtete „kreative“ Umsetzungsideen grassieren nun im ganzen Kanton.
Damit unsere Mitglieder noch besser vorbereitet und informiert in die Verhandlungsgespräche mit den Schulleitungen treten können, haben der ZLV und die SekZH für ihre Mitglieder den nBA-Info-Tipp erstellt.  


Zum Merkblatt

12.01.2017 Charta Bildungssponsoring

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV unterstützt die Charta Bildungssponsoring des LCH und unterzeichnete sie heute ebenfalls.

Gemeinsam mit einer exemplarisch zusammengestellten Gruppe von Unternehmungen, Stiftungen, Schulträgern, Pädagogischen Hochschulen, Verbänden und weiteren Organisationen hat der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH eine «Charta zu Sponsoring, Förderung und Finanzierung von öffentlicher Bildung durch private Anbieter» erarbeitet. Im Fokus stehen insbesondere kostenlose, stark vergünstigte oder über Fremdwerbung finanzierte Leistungen.

> Zur Charta

27.12.2016 Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf

ZLV Bildungspolitik
Damit der Lehrberuf für junge, engagierte Menschen weiterhin attraktiv bleibt, sind dringend Massnahmen erforderlich. Der Beruf wird zunehmend seltener mit einem vollen Pensum ausgeübt.

Deshalb hat der ZLV das Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf verfasst. Die Forderungen richten sich an Politik und Arbeitgeber.


06.12.2016 PISA 2015: Viele Fragezeichen und keine neuen Erkenntnisse

Medienmitteilung LCH
Zum sechsten Mal seit dem Jahr 2000 wurden letztes Jahr Tausende von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in der Schweiz in den Fächern Naturwissenschaften (Schwerpunkt), Mathematik und Lesen getestet. Die Ergebnisse sind einmal mehr erfreulich und bestätigen das gute Niveau des Schweizer Bildungswesens. Weniger erfreulich ist aber der Umgang der OECD mit kritischen Fragen zur Methodologie des PISA-Tests. Dass die Schweizer Resultate von PISA 2015 weder mit den Schweizer Resultate des PISA-Zyklus 2000 bis 2012 noch mit den aktuellen PISA-Ergebnissen 2015 der anderen OECD-Länder verglichen werden können, ist sehr ärgerlich und unprofessionell. Sollte die OECD die unten stehenden offenen Fragen nicht hinreichend beantworten, werden sich die Lehrerverbände LCH und SER dafür einsetzen, dass die PISA-Millionen künftig für das nationale Bildungsmonitoring ausgegeben werden.

> Zur ausführlichen Medienmitteilung des LCH
> LCH-Presseschau zu PISA 2015
> Der Bildungsserver educa zu PISA 2015

02.12.2016 Vernehmlassung zum Lehrplan 21: Fingerzeig für den Bildungsrat

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat heute die Resultate der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 für den Kanton Zürich publiziert. Die Stossrichtung der Antworten stimmt den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband zuversichtlich: Viele weisen auf dieselben Punkte hin wie der ZLV. Insbesondere in der umstrittenen Frage der Lektionentafel ist der Vorschlag des Bildungsrats stark kritisiert worden.

Der vom Bildungsrat präsentierte und in die Vernehmlassung gesandte Entwurf wies viele positive Elemente auf, weshalb der ZLV ihn grundsätzlich unterstützte. In seiner Vernehmlassungsantwort wies er allerdings auch auf eine eklatante Schwäche bei der Lektionentafel hin.

 

«Es stimmt uns zuversichtlich, dass die allermeisten Vernehmlassungsantworten uns in der Frage der Lektionentafel folgen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch. Der ZLV fordert eine bessere Verteilung der Lektionen auf die verschiedenen Stufen. Konkret geht es um mehr Stunden auf der Unterstufe und weniger Stunden auf der Mittel- und der Sekundarstufe. Der Vorschlag des ZLV würde zudem erlauben, den pädagogisch wirkungsvollen Halbklassenunterricht beinahe auf dem bisherigen Niveau zu halten.

 

Der Bildungsrat wird voraussichtlich im März die definitive Fassung für die Umsetzung des Lehrplans 21 beschliessen. Der ZLV ist optimistisch, dass er dabei den Fingerzeig aus der Vernehmlassung beherzigen wird.


17.11.2016 Neu definierter Berufsauftrag diskriminiert die älteren Lehrpersonen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
Mit der Einführung des neuen Berufsauftrages müssen ältere Lehrpersonen bis zur ordentlichen Pensionierung bis zu 382 h länger arbeiten als bisher. Bildungsdirektorin Steiner nimmt dies in Kauf.

Die drei Verbände SekZH, ZLV und VPOD forderten für die unmittelbar Betroffenen eine faire Übergangslösung. In der Antwort hält die Bildungsdirektorin fest, dass die beiden Arbeitszeitmodelle nicht vergleichbar seien und sie älteren Lehrpersonen keine faire Übergangslösung gewähren kann. Dank der Quantifizierung jeder Lektion und jeder Ferienwoche lassen sich die zwei Arbeitszeitmodelle doch sehr wohl miteinander vergleichen.

Die drei Verbände prüfen deshalb weitere Schritte.


14.11.2016 Kantonsrat lehnt Fremdspracheninitiative ab: Chancen für die Volksabstimmung bleiben intakt

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Der Kantonsrat hat heute Montag die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände haben diesen Entscheid erwartet. Der hohe Anteil an Ja-Stimmen verdeutlicht jedoch, dass die Pro-Argumente stichhaltig sind. Die Chancen der Volksinitiative an der Urne sind intakt.

Mit 96 zu 68 Stimmen hat der Kantonsrat die Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände sind erfreut, dass doch so viele Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus verschiedenen Parteien den Vorstoss unterstützen. Die Initiative spricht breite Kreise an, die genug von der Vogel-Strauss-Politik der Zürcher Bildungsbehörden beim Fremdsprachenunterricht haben. Die Lehrpersonenverbände sind überzeugt, die Bevölkerung auf ihrer Seite zu haben. Die Chancen auf einen Sieg sind auch nach dem Kantonsratsentscheid intakt.

 

Kurzfutterkonzept funktioniert nicht


Die Argumente der Initiative überzeugen: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler. Die Rückmeldungen aus der Lehrerschaft zeigen deutlich, dass dieses Kurzfutterkonzept mit zwei Fremdsprachen nicht funktionieren kann, weil die zeitlichen und finanziellen Ressourcen dafür gar nicht vorhanden sind. Auch mittel- bis langfristig werden die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen in der Primarschule aufgrund des zunehmenden Spardrucks nicht gegeben sein. Deshalb braucht es jetzt ein neues und besseres Sprachenkonzept.

 

Gordischen Knoten durchschneiden


Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. Hinzu kommt, dass die Primarschule auch in anderen Fachbereichen vor grossen Herausforderungen steht. Der Lehrplan fordert einen Ausbau der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer. Medienkunde und Informatik sollten ebenfalls mehr Zeit erhalten. Dieser gordische Knoten lässt sich nur mit einem Ja zur Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» durchschneiden.


24.10.2016 Kindergartenlehrpersonen ziehen Kampf gegen Lohndiskriminierung durch

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat Mitte September die Lohndiskriminierungsklage der Kindergartenlehrpersonen abgelehnt. Die drei Verbände ZLV, VKZ und VPOD akzeptieren dies nicht und ziehen das Urteil an das Bundesgericht weiter. Sie werfen dem Verwaltungsgericht vor, wesentliche Fakten nicht berücksichtigt zu haben.

«Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht – wir kämpfen weiter um die volle Anerkennung unseres Berufs und verlangen 100% Lohn für 100% Arbeit», sagt Brigitte Fleuti, Präsidentin des Verbands der Kindergartenlehrpersonen des Kantons Zürich (VKZ). Der Dachverband ZLV und die Gewerkschaft VPOD unterstützen die Kindergartenlehrpersonen in diesem Kampf.

 

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18 (eine Lohnstufe tiefer als Primarlehrpersonen). Die Lehrpersonenverbände verlangten deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18. Dieses Begehren wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 ab, weil es keine Lohndiskriminierung erkennen konnte. Es begründete dies unter anderem mit einer tieferen Einstufung der Kindergartenlehrpersonen gemäss einer standardisierten Arbeitsplatzbewertung (VFA) für alle kantonalen Berufsgruppen.

 

Verwaltungsgericht berücksichtigte wesentliche Fakten nicht

 

Die Kindergartenlehrpersonen bestreiten die Aktualität dieser im letzten Jahrtausend durchgeführten Bewertung. Denn die Volksschulreform 2008 machte den Kindergarten zur ersten Bildungsstufe mit einem klar definierten Berufsauftrag, obligatorischem Lehrplan und entsprechend höheren Berufsanforderungen. Hinzu kommt, dass das Verwaltungsgericht den heute von angehenden Kindergartenlehrpersonen verlangten Bachelor-Abschluss in der VFA-Bewertung weniger gewichtete als bei anderen Berufsgruppen. Dies ist faktisch diskriminierend: Eine Kindergartenlehrperson benötigt für den Bachelor genauso 180 ECTS-Punkte wie alle anderen Bachelor-Absolventen.

 

Geradezu absurd ist der Hinweis des Verwaltungsgerichts, dass die Kindergartenlehrpersonen gehalten seien, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson beim VPOD warnt: «Diese Vorgabe ist unrealistisch und hätte einen massiven Leistungsabbau auf Kosten der Schülerinnen und Schüler zur Folge.»

 

Gleichstellung gewährleisten

 

ZLV, VKZ und VPOD wehren sich gegen die Zementierung der bestehenden Lohndiskriminierung durch das Verwaltungsgericht. Der Beruf der Kindergartenlehrperson ist ein typischer Frauenberuf. Die Verbände verlangen deshalb vom Bundesgericht auch aus der Warte der Gleichstellung von Mann und Frau eine Neubeurteilung des Falles. Der Beruf der Kindergartenlehrperson muss ausbildungs- und marktgerecht entlöhnt werden und entsprechend attraktiv sein, um eine qualitativ gute Bildung in der Volksschule von der ersten Kindergartenstunde an sicherzustellen.


21.10.2016 Wichtige Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe

Infobrief VKZ VPOD und ZLV an Schulleitungen und Schulbehörden
VKZ, VPOD und ZLV schickten einen Infobrief an die Schulleitungen und Schulbehörden, indem sie die Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe darlegten.

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18. Die Verbände ZLV, VKZ und VPOD haben deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18 verlangt. Dieses Begehren hat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 abgewiesen. Daraus ergeben sich für alle Kindergartenlehrpersonen im Kanton Zürich Konsequenzen, die ab sofort gültig sind:
  • Die Lektionenverpflichtung der Kindergartenlehrpersonen bleibt bei 23 Stunden für ein Vollpensum.
  • Gemäss Verwaltungsgericht sind die Kindergartenlehrpersonen jedoch gehalten, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Für Teilzeitpensen gilt die analoge Regelung für den jeweiligen Beschäftigungsgrad.
  • Diesem Umstand ist gemäss Verwaltungsgericht insbesondere auch bei der Festlegung von Präsenzzeiten, Teilnahme an Sitzungen, Weiterbildungen, Projekten usw. Rechnung zu tragen.
  • Das Verwaltungsgericht weist weiter darauf hin, dass Kindergartenlehrpersonen mit einem Vollpensum das Recht haben, im Umfang von 13 Stellenprozent (5,5 Stunden pro Woche) einer anderen beruflichen Beschäftigung nachzugehen.
Sollte die neue wöchentliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden der Kindergartenlehrpersonen (Vollpensum) nicht für die angestrebte Unterrichtsqualität ausreichen, sind gemäss Verwaltungsgericht die politischen Behörden gefragt. Diese müssten entscheiden, ob dieser Zustand hinzunehmen ist oder ob durch geeignete Massnahmen Abhilfe zu schaffen ist.


20.10.2016 SHP: Zeit für Besprechungen im neuen Berufsauftrag

Infobrief Neuer Berufsauftrag SHP
Am 19. September schickten der ZLV und SekZH folgenden Brief an die Verbände der Schulpräsidien und Schulleitungen zur Weiterleitung an deren Mitglieder.

«Im neuen Berufsauftrag für die Lehrpersonen (Einführung per Schuljahr 2017/18) sind bekanntlich verschiedene Tätigkeitsbereiche vorgesehen:

  1. Unterricht
  2. Schule
  3. Zusammenarbeit
  4. Weiterbildung
  5. Klassenlehrperson
  6. Flexteil
Die Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen hatten bisher in einem Vollpensum zwei Besprechungslektionen integriert. Im neuen Berufsauftrag sind diese nicht mehr speziell berücksichtigt. Der ZLV und die SekZH ersuchen Sie daher höflich, in Ihrem Verantwortungsbereich für einen Ausgleich besorgt zu sein. Eine ideale Lösung wäre, den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen im Bereich Zusammenarbeit mehr Zeit für die Besprechungen zuzusprechen. Der ZLV und die SekZH empfehlen, dass für ein 100% Pensum 100h aus dem Flexteil dafür eingesetzt werden. Entsprechend sollen für involvierte Klassenlehrpersonen aus dem Flexteil mindestens 40h zusätzlich im Bereiche Zusammenarbeit eingesetzt werden.»


06.10.2016 KBIK lehnt Fremdspracheninitiative ab: Minderheitsstimmen lassen hoffen

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Die Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats lehnt die Volksinitiative „Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule“ mit 9:6 Stimmen ab. Für das Initiativkomitee kommt dieser heute kommunizierte Entscheid nicht überraschend. Es ist jedoch erfreut über die bedeutende Minderheit, welche die Initiative unterstützt. Dies verdeutlicht den Handlungsbedarf und zeigt, dass das Anliegen in der Volksabstimmung eine Chance hat.

Die 6 Befürworterinnen und Befürworter der Fremdspracheninitiative haben die Probleme erkannt: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler und führt zu unbefriedigenden Resultaten. Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg als heute. Die Kommissionsminderheit vertritt dabei dieselbe Meinung wie das Initiativkomitee: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. 

 

Das Initiativkomitee ist erfreut, dass eine bedeutende Minderheit der Kommission der Argumentation der Initiative gefolgt ist. Dies verdeutlicht, dass hoher Handlungsbedarf besteht. Weiter zeigt das Stimmenverhältnis, dass die Initiative trotz der wahrscheinlichen Ablehnung im Kantonsrat grosse Sympathie geniesst und in der Abstimmung eine Chance haben wird. Die Lehrpersonenverbände fühlen sich umso mehr ermutigt, sich voll für die Initiative einzusetzen.

 

Enttäuscht sind Initiativkomitee und die Verbände von der Mehrheit der KBIK, die sich für den Status quo ausgesprochen hat. Diese Volksvertreterinnen und -vertreter negieren die Probleme des aktuellen Fremdsprachenunterrichts und nehmen die Anliegen der Schule offenbar nicht ernst. Woher sie die Sicherheit nehmen, dass die meisten Kinder mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert seien, entzieht sich dem Initiativkomitee. Der Schulalltag und die Rückmeldungen der rund 4000 ZLV-Mitglieder – also der Lehrpersonen vor Ort in den Schulen – zeigen ein anderes Bild.


19.09.2016 Verwaltungsgericht lehnt Lohnbeschwerde der Kindergartenlehrpersonen ab

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen und Lehrpersonenverbänden gegen die aktuelle Lohndiskriminierung abgelehnt. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies eine Enttäuschung. Die Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid analysieren und einen Weiterzug prüfen.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung haben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben – die nun leider abgelehnt worden ist.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: „Wir sind überzeugt, dass unsere Argumentation stichhaltig ist. Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist ohne Beispiel und willkürlich.“

 

Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: „Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.“

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: „Als typischer Frauenberuf bleiben die Kindergartenlehrpersonen diskriminiert.“

 

Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid des Verwaltungsgerichts analysieren und einen Weiterzug prüfen. So oder so sind die Verbände bereit, weiterhin mit voller Kraft für die Rechte der Kindergartenlehrpersonen einzustehen.


05.09.2016 Der ZLV beantwortet die Vernehmlassung zum Lehrplan 21

ZLV Bildungspolitik
Die Vernehmlassungsantwort des ZLV entstand entlang der Resultate der Mitgliederumfrage. Der ZLV schlägt eine andere Lektionenverteilung vor. Die Anzahl der Lektionen im Halbklassenunterricht bleibt damit unverändert auf dem Stand des Schuljahres 2015/16. Ausserdem fordert der ZLV eine Anpassung des §21a VSG. Die Vernehmlassung im Wortlaut finden Sie neu auf der Website.


31.08.2016 Lehrpersonen klar für Lehrplan 21, aber gegen die Lektionentafel des Bildungsrats

Medienmitteilung ZLV
Rund drei Viertel der ZLV-Mitglieder unterstützen den Lehrplan 21 (LP 21) grundsätzlich. Dies ist das Resultat einer repräsentativen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Das grosse Aber: Sie machen diese Unterstützung davon abhängig, dass die Vorschläge des ZLV für die Lektionentafel aufgenommen werden. Den Vorschlag des Bildungsrats lehnen sie mit überwältigender Mehrheit ab. Der ZLV wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung zum LP 21 und den Entscheid des Bildungsrats ab. Den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion bleibt der Verband weiterhin fern.

Der Lehrplan 21 ist für den ZLV ein zentrales Thema. Damit er die Haltung der Basis im laufenden Prozess  bestmöglich vertreten kann, hat er eine Mitgliederumfrage durchgeführt. Rund ein Drittel der angeschriebenen Mitglieder beantwortete die Fragen – das Resultat ist somit repräsentativ für die Mitglieder des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands.

 

Die Ergebnisse sind eindeutig ausgefallen. Die Mitglieder des ZLV erweisen sich als konstruktiv mitdenkende Akteure der Zürcher Volksschule, sofern man ihre Anliegen ernst nimmt. 72% begrüssen den LP 21 grundsätzlich als Fortschritt. 28% lehnen den LP 21 ab. Die Zustimmung wird allerdings davon abhängig gemacht, dass der Bildungsrat in seinem Einführungsentscheid auf die Änderungsvorschläge der Lehrpersonen eingeht.

 

Lektionentafel: Qualität vor Quantität

 

Der grösste Streitpunkt zwischen Bildungsrat und ZLV ist die Lektionentafel – diese legt fest, wie viele Stunden jedes Fach in welcher Klasse zugesprochen erhält. Den Vorschlag des Bildungsrats für die Lektionentafel lehnen 88% der ZLV-Mitglieder in der Umfrage ab. Den Änderungsvorschlag der Lehrpersonenverbände heissen dagegen 92% gut. Sie fordern, dass der bewährte und sehr wirkungsvolle Halbklassenunterricht im bisherigen Rahmen beibehalten wird, insbesondere in der 4. bis 6. Klasse. Zudem wollen die Lehrpersonenverbände durchsetzen, dass die Zahl der vom Bildungsrat vorgesehenen Lektionen in der 5. und 6. Klasse sowie in der 8. Klasse reduziert wird. «Qualität muss vor Quantität kommen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch.

 

Ein weiterer Kritikpunkt des ZLV ist der Vorschlag des Bildungsrats, im Rahmen der Einführung des LP 21 den Paragraphen 21a ersatzlos aus dem Volksschulgesetz zu streichen. Der Passus legt die Unterrichtszeit des Fachs Handarbeit in der Primar- und Sekundarstufe sowie weitere Details dazu fest. Der ZLV schlägt vor, den Paragraphen 21a nicht zu streichen, sondern anzupassen. 86% der Mitglieder haben diesen Weg in der Umfrage unterstützt.

 

Der ZLV hat die Haltung seiner Mitglieder in die Antwort auf die Vernehmlassung zu den bildungsrätlichen Vorschlägen zum LP 21 einfliessen lassen. Der Verband wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung und den noch dieses Jahr zu erwartenden Entscheid des Bildungsrates ab. ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch: «Wir hoffen sehr stark, dass der Bildungsrat die fundierten Rückmeldungen der Lehrerschaft berücksichtigen wird und dass wir danach die Einführung des LP 21 unterstützen können.»

 

ZLV bleibt Arbeitsgruppen fern

 

Seit März 2016 hat der ZLV die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion zur Einführung des LP 21 sistiert. Der Grund war, dass die Resultate der Arbeitsgruppen von den Steuerungsgremien regelmässig übergangen wurden. Da die Bildungsdirektion die Entscheidungsprozesse nicht geändert hat, sieht der ZLV zurzeit keinen Grund in die Begleit- und Arbeitsgruppen zurückzukehren. Die vom Kantonsrat in die bildungsrätliche Kommission Lehrplan 21 gewählten ZLV-Vertretenden werden ihre Aufgabe jedoch wie bisher wahrnehmen.


09.08.2016 Bildungsrat: Fächerprofile für konsekutive Master

ZLV Bildungspolitik
Erwartungsgemäss hat der Bildungsrat entschieden, dass für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I nur zwei oder drei Studienfächer gewählt werden müssen. Um die Ausbildung attraktiv zu gestalten, ist das sinnvoll. Für die Schule wäre eine breitere Ausbildung zweckmässiger. Die Forderung des ZLV, dass Schulgemeinden die Nachqualifikationen grosszügig unterstützen, gewinnt damit noch an Bedeutung.

Den Beschluss des Bildungsrates vom 28. Juni 2016 "14 Fächerprofile für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich" finden Sie hier.

Zum Thema Nachqualifikationen gibt es ein nach wie vor aktuelles Positionspapier "Weiterbildung" des ZLV.

15.07.2016 ZLV-Vernehmlassungsantwort zu Tagesstrukturen

ZLV Bildungspolitik
Die Bildungsdirektion möchte im Volksschulgesetz die Bestimmungen zu Tagesschulen und Tagesstrukturen genauer umschreiben. Dazu startete sie eine Vernehmlassung, an der sich auch der ZLV beteiligte. Die Vernehmlassungsantwort ist nun aufgeschaltet.

Aus dem Begleitschreiben der Bildungsdirektion:

"Dem wachsenden gesellschaftlichen Bedürfnis nach Betreuungsangeboten trägt der Regierungsrat im Rahmen seiner Legislaturziele 2015- 2019 Rechnung, indem die Einführung von Tagesschulen ermöglicht und gefördert und dabei neue Modelle geprüft werden sollen.
Vor diesem Hintergrund soll im Volksschulgesetz vom 7. Februar 2005 (VSG; LS 412.100) eine ausdrückliche Rechtsgrundlage für Tagesschulen geschaffen werden. Dadurch werden Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume für den Betrieb von Tagesschulen geklärt. Gleichzeitig sieht die Vernehmlassungsvorlage vor, die im Volksschulgesetz bereits bestehenden, sehr kurz gefassten Gesetzesbestimmungen zu den Tagesstrukturen zu verdeutlichen. Verschiedene Erfahrungen aus der Anwendungspraxis führen ebenfalls zu inhaltlichen und systematischen Änderungen."

> Zur Vernehmlassungsantwort des ZLV

07.07.2016 Zur Ablehnung der Zürcher Fremdspracheninitiative durch den Regierungsrat

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Dass der Zürcher Regierungsrat die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» ohne Gegenvorschlag ablehnt ist keine Überraschung. Damit liegt die Zürcher Regierung auf der Linie der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, die das Modell 3/5 hartnäckig verteidigt.

Mit diesem Entscheid ist das Problem mit dem frühen Fremdsprachenlernen aber nicht gelöst. Drei Sprachen bereits in der Primarschule lernen zu müssen, überfordert sehr viele Kinder. Dabei ist der Aufwand sehr gross und wie neuste Studien zeigen, sind die Erfolge vor allem im Französisch äusserst bescheiden.

 

Mit dem neuen Lehrplan sieht sich die Mittelstufe mit den erhöhten Anforderungen im wichtigen Bereich von Natur und Technik sowie mit der Einführung in die Informatik konfrontiert. Da alle Neuerungen kostenneutral erfolgen müssen, werden mit dem Abbau des auch für das Einüben von Fremdsprachen nützlichen Halbklassenunterrichts die Rahmenbedingungen noch verschlechtert. Nur mit der Verschiebung der zweiten Fremdsprache in die Sekundarschule kann Platz für eine solide Umsetzung des Auftrags der Primarschule geschaffen werden. Das bisherige Sprachenkonzept ist wenig effizient und muss grundlegend umgebaut werden.

 

Der Entscheid, welche Fremdsprache in der Primarschule eingeführt werden soll, ist laut Initiativtext Sache des Bildungsrats. Die Initiative ist von dieser Frage nicht direkt betroffen. Ob das Eingreifen des Bundesrats einer überzeugenden Lösung förderlich ist, werden die kommenden Diskussionen in Bund und den Kantonen zeigen.


06.07.2016 Facebook: 800 «Gefällt mir»-Angaben übersprungen

ZLV-intern
Seit dem März 2012 unterhält der ZLV eine Facebook-Seite für Organisationen. Das bedeutet: Interessierte können die Seite «liken» und damit die «Posts» des ZLV verfolgen und diskutieren. Nun hat die Seite die Marke von 800 «Gefällt-mir»-Angaben übersprungen.

Über diesen Erfolg freut sich das Redaktionsteam, bestehend aus ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch, ZLV-Geschäftsleiterin Jolanda Pongelli und Magazin-Redaktor Roland Schaller. «Mit Facebook sprechen wir Lehrpersonen und weitere Leute an, die wir mit unserer traditionellen Kommunikation nicht erreichen», sagt Lilo Lätzsch. «Deshalb lohnt sich der Aufwand.»

Und etwas Eigenlob darf auch sein: Kein vergleichbares Facebook-Profil einer anderen kantonalen LCH-Sektion konnte bislang einen so grossen Anhang aufbauen. Hier wird innovativ und vorbildlich gearbeitet, das wurde dem ZLV auch schon von berufener Seite attestiert.

> https://www.facebook.com/zlv.ch/

29.06.2016 Verstärkung für die Geschäftsleitung

ZLV-intern
An der ordentlichen Delegiertenversammlung 2015/2016 wurden drei neue Mitglieder für die Geschäftsleitung gewählt.

Insgesamt 46 stimmberechtigte Delegierte besuchten am 29. Juni die ordentliche Delegiertenversammlung 2015/2016 des ZLV. Präsidentin Lilo Lätzsch freute sich darüber, Sarah Knüsel und Moritz Stutz vom VSLZH und Daniel Kachel, frischgewählter Präsident SeKZH, als Gäste willkommen zu heissen.

Marion Heidelberger, Vizepräsidentin LCH, überbrachte die Grüsse des Dachverbandes und berichtete kurz darüber, was auf der Homepage des LCH interessantes zu finden ist. Ein besonderes Lob gab es für die immer wichtiger werdenden Auftritte der Verbände auf den Sozialen Medien. Lilo Lätzsch ging in ihrer kurzen Eröffnungsrede auf die aktuellsten und wichtigsten Geschäfte des ZLV ein.

 

Neue GL-Mitglieder

Es herrschte eine gute Stimmung und die Delegierten stellten konstruktive Fragen an die Geschäftsleitung. Die Delegierten unterstützten alle Anträge der Geschäftsleitung. Es gibt neu eine Kooperation mit der Stiftung Pestalozzianum, neue Legislaturziele und die Vernehmlassung Lehrplan 21 wird mitgetragen.  

Das wichtigste Geschäft an der diesjährigen DV waren die Wahlen von drei neuen Mitgliedern für die Geschäftsleitung. Neu gewählt wurden

- Daniel Rutz (ZKM)

- Dominique Tanner (Handarbeit/Werken)

- Barbara Schwarz (VKZ)

Daniel Rutz arbeitete bereits seit einem Jahr als Berater in der Geschäftsleitung mit. Die beiden Frauen werden neu dazu stossen. Dies wird eine grosse Entlastung für die Geschäftsleitung bringen. Der Vorstand ist so bestens auf den angekündigten Rücktritt von Lilo Lätzsch in einem Jahr vorbereitet.

Die Erneuerungswahlen für die standespolitische und die pädagogische Kommission wurden ebenfalls durchgeführt. Die neue Zusammensetzung dieser Gremien finden sie auf der Website des ZLV. Die ordentlichen Geschäfte gaben wenig zu reden. So wurden Jahresrechnung und Budget einstimmig angenommen. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert.

Mit bestem Dank für Ihr Engagement im ZLV wurden verabschiedet

- Rahel Küng (Geschäftsleitung)

- Hans Lenzi (LCH-Delegierter)

- Rosy Kaufmann (LCH-Delegierte)

- Simon Hausammann (Präsident Sektion Sekundarstufe I)

- Jonas Guggenheim (Präsident Sektion Primar 1)

- Elisabeth Blülle (PK)

- Bea Bögli (PK)

- Patricia Ribo (SPK)

 

Zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Pausenverpflegung in diesem Jahr von der Zürich Versicherung offeriert. Die Kooperation mit dem LCH garantiert auch den ZLV-Mitgliedern Vergünstigungen bei allen Versicherungsverträgen.

Zum Schluss überreichte Brigitte Fleuti, Präsidentin des VKZ, der Geschäftsleitung zum Jubiläum einen Korb mit Süssigkeiten. Da freuen wir uns doch schon auf die nächsten Sitzungen.

 

Jolanda Pongelli, Geschäftsleiterin ZLV

21.06.2016 Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV beantwortete die Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg und konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Grundsätzlich begrüsst der ZLV die EDK Richtlinien, stellt aber fest, dass nicht alle Kantone diese Richtlinien einhalten, dies macht eine Ausbildung an der PHZH weniger attraktiv. Die freie Wahl der Fächer wird sehr unterstützt. Der ZLV nimmt die Begrenzung auf drei Fächer zur Kenntnis, im schulischen Alltag wären vier oder mehr besser. Daher braucht es attraktive Rahmenbedingungen für eine Nachqualifikation. Die Anzahl von 30 (40) ECTS für die Nachqualifikation ist sehr hoch. Kompetenzen, die bereits vorhanden sind, müssen für die Anrechnung berücksichtigt werden. Zudem ist eine Unterstützung seitens Schulgemeinde gefragt und letztlich auch in ihrem Interesse.
> www.zlv.ch/politik/standpunkte/vernehmlassungen


16.06.2016 Bleiben Sie nach Ihrer Pensionierung Mitglied beim ZLV

ZLV-intern
Mit der Weiterführung der Verbandmitgliedschaft bezeugen pensionierte Kolleginnen und Kollegen ihre Solidarität mit den aktiven Lehrpersonen.

Lehrpersonen im Ruhestand bezahlen je nach Mitgliedorganisation oder Sektion einen reduzierten Mitgliederbeitrag zwischen CHF 100.- und 150.-.

Sie erhalten weiterhin das ZLV-Magazin, profitieren von den Vergünstigungen und wahren so den Kontakt zum Lehrberuf und zum Berufsverband. 


Kulturprogramm
Der ZLV bietet seinen Mitgliedern im Ruhestand zusätzlich zu den Mini-Fachtagungen ein separates Kulturprogramm an. Monatlich werden Veranstaltungen wie Führungen in Museen, Betriebsbesichtigungen, Rundgänge durch Ortschaften und Ähnliches, welche teilweise gratis oder sehr günstig sind, organisiert. Das Programm wird jeweils im ZLV-Magazin veröffentlicht.

> Pensionierte Lehrpersonen

15.04.2016 Lehrplan 21: Halbklassenunterricht beibehalten und weniger Stunden in 5. und 6. Klasse

Medienmitteilung ZLV
Im März hat sich der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV aus den kantonalen Arbeitsgruppen für den Lehrplan 21 zurückgezogen. Nachdem die Bildungsdirektion das Gespräch suchte, wird sich der ZLV nun konstruktiv an der Vernehmlassung beteiligen. Er setzt sich insbesondere dafür ein, dass der Halbklassenunterricht auf der Mittelstufe mindestens im bisherigen Rahmen beibehalten wird und dass die Schülerinnen und Schüler in den oberen Klassen weniger Stunden als vorgesehen zu absolvieren haben. Zusammen mit den anderen Lehrpersonenverbänden hofft der ZLV auf ein Einlenken des Bildungsrats in diesen zentralen Themen.

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich. Der Rückzug aus den Arbeitsgruppen erfolgte, weil der Verband sich mit seinen Argumenten nicht ernst genommen fühlte. Eine klärende Aussprache mit der Bildungsdirektion trug inzwischen zum gegenseitigen Verständnis bei. Für die Rahmenbedingungen des Lehrplans 21 ist der Bildungsrat zuständig. Auf dessen Einlenken in zentralen Fragen hoffen sowohl der ZLV als auch die weiteren Lehrpersonenverbände. Sie werden ihre Argumente in der heute beginnenden Vernehmlassung koordiniert einbringen. «Wir zählen auf einen Tatbeweis des Bildungsrats, dass er die Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer ernst nimmt», sagt Lätzsch.

Konkret fordert der ZLV, dass die Behörden bei der Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich vorgesehene Reduktion des Halbklassenunterrichts in der Mittelstufe verzichten und dafür mindestens die bisherige Anzahl Lektionen vorsehen. In der 5. und 6. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler zudem maximal 30 Lektionen Unterricht besuchen, in der 8. Klasse maximal 34 Lektionen. Ausserdem ist es für den ZLV wichtig, dass für Weiterbildungsmassnahmen rund um die Einführung des Lehrplans 21 genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer, in der Vernehmlassung zu beurteilender Punkt ist die geplante Änderung von §21 des Volksschulgesetzes, welcher die Anzahl der Lektionen Handarbeit pro Woche für die einzelnen Schuljahre festlegt. Der ZLV strebt dabei eine pragmatische Lösung an, die dem grossen Stellenwert des Fachs Rechnung trägt.

Der ZLV wird in den nächsten Wochen seine provisorische Haltung zum Lehrplan 21 und den diversen zu beurteilenden Einzelfragen mit den verbandsinternen Gremien abstimmen und die definitive Vernehmlassungsantwort fristgerecht bei Bildungsdirektion und Bildungsrat eingeben.

13.04.2016 Regierungsrat schiebt das Budgetproblem an die Gemeinden ab

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat Zürich hat heute kommuniziert, wie er die Sparvorgaben im Bildungsbereich gestalten will. Seine Kernmassnahme in Bezug auf die Volksschule ist die Kommunalisierung der Schulleitungen. Damit wird das Budgetproblem einfach an die Gemeinden abgeschoben. Diese haben vielerorts klamme Kassen und fahren bei den Schulen einen Sparkurs. Dieser dürfte sich nun verschärfen. Für die Schule als Gesamtgebäude wird der Schritt des Regierungsrats deshalb trotzdem zu einem Bildungsabbau führen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV nimmt davon sehr besorgt Kenntnis.

Die Schule ist ein fein austariertes Gesamtgebäude. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Schulen, Stufen und Trägern ist einfacher geworden, seit die Anstellungen weitgehend kantonalisiert erfolgen. Der ZLV nimmt deshalb mit grosser Sorge zur Kenntnis, dass der Regierungsrat die Anstellung der Schulleitenden nun im Rahmen der kantonalen Sparmassnahmen zu den Gemeinden verlagern will. Der ZLV fürchtet auf zwei Ebenen negative Auswirkungen.

  • Die Kompetenzverlagerung an die Gemeinden belastet die kommunalen Budgets. In weiten Teilen des Kantons sind diese bereits stark unter Druck, was in den letzten zwei Jahren auch in den Schulbudgets zu markanten Einschnitten führte. Kommen nun noch die Löhne der Schulleitenden hinzu, werden weitere Einschnitte unvermeidbar sein. Abhilfe könnten nur Steuererhöhungen bringen, die jedoch im jetzigen politischen Klima schwierig durchzusetzen sein dürften.
  • Der ZLV setzt sich seit jeher für einheitliche Rahmenbedingungen für die Schule ein. Die Kommunalisierung der Schulleitungen wird jedoch dazu führen, dass die Anstellungsbedingungen der Schulleitenden auseinanderdriften. Bei Schulen in finanzschwachen Gemeinden kann dies zu Qualitätsproblemen führen.

Der ZLV fordert deshalb, dass ein klarer Katalog aufgestellt wird, welche Aufgaben und Pflichten eine Schulleitung erfüllen muss. Der Verband hofft, dass sich die Gemeinden ihrer Verantwortung bewusst sind und nach wie vor qualifizierte, engagierte Schulleitungen anstellen. Zudem wird der ZLV den Kontakt mit den Vereinigten Personalverbänden (VPV) suchen, da mehrere Verbände von Sparmassnahmen betroffen sind.

 

Zweiter Tag der Bildung?

Man muss der Bildungsdirektion immerhin attestieren, dass sie mit der Kommunalisierung der Schulleitungen ihr Versprechen einhält, die Klassengrössen oder Lektionenverpflichtungen nicht zu erhöhen. Aus der Warte der Schule als Gesamtgebäude muss der ZLV die Massnahme dennoch kritisieren. Über die kommunalen Budgets wird sie die Schulen treffen und ihre Qualität gefährden. Der ZLV geht davon aus, dass die kommunalen Abbaumassnahmen jene des Kantons bereits jetzt bei Weitem übertreffen. Dies darf nicht so weitergehen. Ein zweiter Tag der Bildung rückt näher.


07.03.2016 Lehrplan 21: ZLV verlässt Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV verlässt die kantonalen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 per sofort. Der Grund dafür: Die Bildungsdirektion nimmt die Mitarbeit der Lehrpersonenverbände nicht ernst und bewegt sich in zentralen Fragen ins Abseits.

Der ZLV wirkt auf Einladung der Bildungsdirektion seit rund einem Jahr intensiv in den verschiedenen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich mit. Nach einem Jahr harter Arbeit muss der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Lehrpersonenverband der Zürcher Volksschule ernüchtert feststellen, dass von den Ergebnissen der Arbeitsgruppen am Schluss kaum etwas übrig bleibt. Die übergeordnete Steuergruppe der Bildungsdirektion fällte immer wieder Entscheide, die den Resultaten aus den Arbeitsgruppen teilweise diametral gegenüberstehen.

 

Selbstverständlich ist dem ZLV bewusst, dass nicht alle Anliegen der Lehrpersonenverbände umgesetzt werden können. Trotzdem geht er davon aus, dass seine Mitarbeit, seine fachlichen Inputs aus dem Schulalltag und sein Engagement ernst genommen werden. Besonders stossend ist, dass die Steuergruppe der Bildungsdirektion genau jene Lektionentafel favorisiert, welche in den Arbeitsgruppen von allen Lehrpersonenverbänden abgelehnt wurde. Beim Entscheid zur Lektionentafel handelt es sich um das aus Sicht des ZLV wichtigste Thema bei der Einführung des Lehrplans 21.

 

Der ZLV teilte seine schwerwiegenden Bedenken der Bildungsdirektorin und allen Mitgliedern des Bildungsrats zum bisherigen Vorgehen frühzeitig mit, ohne dass sich etwas änderte. Der Verband hat sich deshalb entschieden, die verschiedenen Arbeitsgruppen per sofort zu verlassen. «Für die Bildungsdirektion sind die Lehrpersonenverbände offenbar nur Dekoration – wir verlangen bei einem Entscheid von so grosser Tragweite einen ernsthaften Einbezug», sagt ZLV-Vizepräsident Kurt Willi.

 

ZLV überdenkt Unterstützung für Lehrplan 21

 

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Leider stimmen diese momentan jedoch in keiner Art und Weise mehr. Neben dem fehlenden ernsthaften Einbezug der Lehrpersonenverbände und falschen Stossrichtungen in zentralen Fragen wie der Lektionentafel kommen fehlende Umsetzungsressourcen hinzu, beispielsweise für Weiterbildungen. Sollte sich an diesen ungeeigneten Rahmenbedingungen nichts mehr ändern, wird der ZLV die Einführung des neuen Lehrplans im Kanton Zürich nicht mehr unterstützen.


26.02.2016 Kantonale Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» eingereicht

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Heute wurde die Volksinitiative für eine Fremdsprache an der Primarschule mit 9‘270 Unterschriften eingereicht. Damit wurde ein deutliches Zeichen für eine bessere Staffelung des Fremdsprachenerwerbs in der Schule gesetzt.

Die Rückmeldungen von den vielen Sammelaktionen im ganzen Kanton ergeben ein klares Bild. Das Lernen zweier Fremdsprachen wird kaum von jemandem infrage gestellt, nur über den Zeitpunkt der Einführung der zweiten Fremdsprache gehen die Meinungen auseinander. Ebenso eindeutig wird unterstrichen, dass ein Konzept mit nur zwei Wochenlektionen zu 45 Minuten pro Sprache wenig Aussicht auf nachhaltigen Erfolg hat.

 

Zwei Fremdsprachen in der Primarschule haben zu einer offensichtlichen Sprachlastigkeit der Schule geführt. Dadurch wurden andere Bildungsbereiche wie Werken und Mensch/Umwelt geschwächt. Für Fächer wie Medienkunde und Informatik bleibt kein Platz mehr.

 

Für die Lehrpersonenverbände Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV), Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) und den Verein der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH) stimmen Aufwand und Ertrag beim gegenwärtigen Sprachenkonzept überhaupt nicht. Erstaunlich ist, dass die Bildungsdirektion noch nie nach dem «Return on Invest» gefragt hat. Nach Auffassung der Lehrpersonen ist der zentrale Auftrag der Primarschule, zuerst die Kinder gründlich mit der Standardsprache Deutsch vertraut zu machen und dann die erste Fremdsprache sorgfältig einzuführen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lernen Jugendliche die zweite Fremdsprache auf der Sekundarstufe schneller als bei einem vorzeitigen Erstkontakt.

 

Mit der Einreichung der Initiative ist die Basis geschaffen worden, dass über das heutige untaugliche Sprachenkonzept ernsthaft diskutiert werden kann und für die Schülerinnen und Schüler bessere Lösungen gefunden werden können.

 

Die Einreichung der Initiative soll auch als ein über die Kantonsgrenze hinausgehendes Zeichen für eine Revision des unbefriedigenden Sprachenkonzepts verstanden werden. Die Qualität der Volksschule wird davon profitieren.


08.02.2016 Petition Kindergarten: Antwort des Regierungsrates

Mitteilung VKZ und ZLV
Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat zu unserer Petition «Anstellung von Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe ohne Ausbildung» Stellung genommen. Der VKZ und der ZLV nehmen mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der RR die Forderung ablehnt, ausschliesslich Lehrpersonen mit einer anerkannten Ausbildung auf der Kindergartenstufe anzustellen.

Wir stellen fest, dass der Regierungsrat mit dieser Stellungnahme, auch wenn er diese mit einer gesetzlichen Ausnahmeregelung begründet, einen qualitativen Abbau auf der ersten Bildungsstufe in Kauf nimmt. Bezüglich der Lohneinstufung ist dem RR ein Fehler unterlaufen. Die Lehrpersonen der Kindergartenstufe sind auf der Stufe I, die Lehrpersonen der Primarstufe auf der Lohnstufe III eingeteilt – und nicht der Stufe II, wie es in der Antwort des RR steht.


13.01.2016 ZLV setzt sich gegen Raubbau an der Volksschule ein

Medienmitteilung ZLV
Seit zwei Jahren drücken viele Zürcher Gemeinden die Budgets ihrer Schulen. Dieser Raubbau an den Ressourcen gefährdet das Erreichen der Schulziele immer mehr. Parallel dazu geraten nun die Löhne der Lehrpersonen wieder unter Druck. Der ZLV wird 2016 gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen antreten und hat sich deshalb am heutigen Tag der Bildung engagiert.

Die erste oder gar die ersten zwei Runden mit Kürzungen auf Gemeindeebene sind vorbei. Das Resultat sind unter anderem weniger Ressourcen für die Klassen – und dies bei kantonsweit tendenziell steigenden Schülerzahlen. Eine einschneidende Massnahme war vielerorts das Streichen der Gelder für Kurzvikariate und anderer Unterstützungsressourcen für die Lehrpersonen. Das gerade in grossen Klassen wichtige Teamteaching fällt dadurch dem Spardruck zum Opfer. Wenn Lehrpersonen krankheitshalber ausfallen, steht zudem kurzfristig kein Ersatz zur Verfügung. Eine Lehrperson muss in solchen Fällen neben der eigenen Klasse auch noch jene der ausgefallenen Kollegin betreuen – mit entsprechenden Qualitätseinbussen. Betrachtet man die finanzielle Situation der Gemeinden, dürfte sich die Situation für das Schuljahr 2016/2017 weiter verschlechtern.

 

Lehrpersonen zahlen die Zeche

 

Auf Kantonsebene zeichnen sich parallel dazu weitere massive Verschlechterungen für die Rahmenbedingungen der Volksschule ab. Besonders bitter für den ZLV ist, dass die Lehrpersonen ab Schuljahr 2016/2017 keine Einmalzulagen mehr erhalten sollen. Zur Erinnerung: Erst auf das Schuljahr 2014/2015 schaffte der Kanton die fachlich gut begründete Mehrklassenzulage ab und wandelte sie in die Einmalzulage um. Es hiess damals, es gäbe mehr Geld für mehr Leute. Nun soll es bereits gar nichts mehr geben. Der ZLV hatte sich jahrelang gegen die Abschaffung der Mehrklassenzulage gewehrt – wie es sich nun zeigt, mit vollem Recht.

 

Für Stufenanstiege von Lehrpersonen stehen im Budget 2016 zudem nur 0.4% der Lohnsumme zur Verfügung, obwohl sich durch das Ausscheiden älterer Lehrpersonen die Lohnsumme jedes Jahr um mindestens 1% reduziert. Einmal mehr bezahlen damit die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule die Zeche für die missliche Finanzpolitik des Kantons.

 

Der ZLV wehrt sich gegen den immer deutlicher sichtbaren Raubbau an den Ressourcen der Volksschule und an den Löhnen der Lehrpersonen. Mit seiner aktiven Beteiligung am Tag der Bildung setzt er ein Zeichen. Der Verband wird sich 2016 auf allen Ebenen einbringen und mit voller Kraft gegen den Bildungsabbau kämpfen.


14.12.2015 Kantonsrat zieht den Zorn des Staatspersonals auf sich

Medienmitteilung VPV
Der Kantonsrat will für das Staatspersonal nächstes Jahr nur 0,4 Lohnprozente mehr ausgeben. Dabei bleibt er weit hinter dem Antrag des Regierungsrates zurück, der insgesamt 0,9 Lohnprozente mehr für das Staatspersonal vorgesehen hatte (0,6% als individuelle Lohnerhöhung, 0,3% als Einmalzulage). Diese Geringschätzung hat das Staatspersonal nicht verdient!

Damit bleibt der Kanton einmal mehr hinter der jährlichen UBS-Lohnumfrage zurück. Das heisst, die Schere zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung in der Region Zürich und dem Lohn des Staatspersonals geht weiter auf. Bereits hinken die Löhne, die der Kanton bezahlt, seit 2010 um 2,2% hinterher.

Dies ist doppelt bitter: Zum einen könnten Lohnanpassungen wie von der Regierung vorgeschlagen durch die sogenannten Rotationsgewinne finanziert werden. Diese betragen nämlich im Durchschnitt über alle Direktionen gerechnet 1%. Und zum andern hat das Personal selbst in den fetten Jahren kaum von der Prosperität der Kantonsfinanzen profitieren dürfen. Das Budget geht für nächstes Jahr noch von einer schwarzen Null aus. Danach sehen die Prognosen düster aus. Wie will der Kantonsrat das Staatspersonal behandeln? Die VPV werden alle legalen Mittel ausschöpfen, um einer weiteren Verschlechterung der Situation entgegenzuwirken.

03.12.2015 Die Einführung des Lehrplan 21 braucht genügend Ressourcen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
An ihrer Versammlung verabschiedete die Lehrpersonenkonferenz des Kanton Zürich LKV die folgende Resolution zum Lehrplan 21. Die drei Lehrpersonenver-bände SekZH, VPOD und ZLV unterstützen vollumfänglich diese Resolution.

«Wir fordern, dass für ein solch grosses Projekt wie die Einführung und die Umsetzung des Lehrplan 21 die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden.

 

Die Gefahr, dass diese nicht vorhanden sind, sieht man an dem bereits geplanten Abbau des Halbklassenunterrichts auf der Mittelstufe.»


26.11.2015 ZLV-Umfrage zeigt besorgniserregenden Bildungsabbau

Medienmitteilung ZLV
Der Kanton Zürich trägt der Volksschule Sorge: Für 2016 sind keine einschnei-denden Sparmassnahmen vorgesehen. Doch dies ist höchstens das halbe Bild. Wie eine ZLV-Umfrage bei Lehrpersonen zeigt, wirkt der Spardruck vor allem auf kommunaler Ebene. Die dortigen Einschnitte führen zu weniger Unterstützung der Klassen und erschweren den integrativen Unterricht. Dies gefährdet die Qualität der Volksschule.

Der Kanton Zürich schneidet aus Sicht des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV bei den Schulbudgets im Vergleich mit anderen Kantonen gut ab. Während andernorts der Rotstift massiv angesetzt wird, geht die Zürcher Bildungsdirektion mit Augenmass vor. Allerdings verfügt sie neben den Lehrpersonenlöhnen über vergleichsweise wenig Einflussmöglichkeiten. Ein Grossteil der übrigen Bildungsausgaben fällt auf kommunaler Ebene an – und dort präsentiert sich ein besorgniserregendes Bild.

 

Eine nicht-repräsentative Umfrage des ZLV bei seinen Mitgliedern zeigt, dass bereits 2015 über 85% der antwortenden Lehrpersonen in ihren Gemeinden Sparmassnahmen zu spüren bekamen. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen des Verbands und seiner Repräsentantinnen und Repräsentanten aus der Alltagsarbeit. Für das Jahr 2016 befürchtet der ZLV aufgrund der vorliegenden Gemeindebudgets zusätzliche, einschneidende Sparmassnahmen.

Die ZLV-Umfrage verdeutlicht, wo die Gemeinden den Rotstift ansetzen und welche Auswirkungen dies auf die Volksschule hat. Mit über 60% an Nennungen steht das Globalbudget der Schulen an erster Stelle. Weitere konkrete Punkte betreffen das Material (55%), Vikariate (33%), Deutsch als Zweitsprache (DaZ, 29%) sowie Freifächer, Schulreisen und Klassenlager.

 

Weniger Unterstützung als Folge

Für die Lehrpersonen bedeuten die Sparmassnahmen im Alltag oft, dass weniger Unterstützung vorhanden ist. So fordern die Städte Zürich und Winterthur kaum je zusätzliche Ressourcen aus dem VZE Pool an und auch Assistenzen werden selten eingesetzt. Weitere konkrete Beispiele aus der Stadt Zürich: Kürzung des Globalkredits, eine ungenügende Computerausstattung, bei kurzen Krankheitsausfällen von Lehrpersonen sind keine Stellvertretungen mehr möglich. In vielen Gemeinden kommt zudem auch der Unterhalt der Schulhäuser und des Mobiliars zu kurz.

 

Schleichender Abbau der Schulqualität

Bleiben die Steuern der Gemeinden 2016 und in den folgenden Jahren auf tiefem Niveau, wird sich der Bildungsabbau weiter fortsetzen. So wird die Qualität der Volksschule einer ernsten Probe ausgesetzt. Die vielen kleinen Abbauschritte sind zwar weniger spektakulär als kantonale Massnahmen, wirken sich in der Summe aber ebenso negativ aus. Zudem steigt die bereits heute zu hohe Belastung der Lehrpersonen weiter an – mit entsprechenden Konsequenzen für die Attraktivität des Berufs.

 

Der ZLV wird sich weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzen, dass die Zürcher Volksschule die Mittel erhält, um die gesetzten Bildungsziele zu erreichen. Ein grosses Anliegen ist ihm dabei, Chancengerechtigkeit zu fördern. Schulischer Erfolg darf nicht davon abhängen, ob die Wohngemeinde eines Kindes die Schule finanziell aushungert oder eine weitsichtige Qualitätspolitik verfolgt.


24.11.2015 Weg für Lohnklage frei

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Wie die Zürcher Kantonsregierung heute in einer Medienmitteilung bekannt gibt, ist sie nicht bereit, eine Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe zu erkennen. Mit dem Beschluss des Regierungsrates können nun die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und ZLV mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht gelangen.

Bereits der Ausgang der Schlichtungsverhandlungen im vergangenen März deutete darauf hin, dass der Kanton bereit ist, einen langwierigen Rechtsstreit in Kauf zu nehmen. Auch jetzt hat es der Kanton verpasst, die Lohndiskriminierung ernsthaft zu prüfen und die Löhne der Kindergartenlehrpersonen anzupassen. Der Regierungsrat widerspricht zwar den Argumenten der drei Personalverbände, aber es gelingt ihm nicht, sie zu wiederlegen. In diesem Sinne halten die Kindergartenlehrpersonen daran fest, dass eine Lohndiskriminierung nach Gleichstellungsgesetz feststellbar ist. Da nun der bereits seit geraumer Zeit erwartete Beschluss des Kantons bei den Beschwerdeführerinnen eingetroffen ist, wird der Gang an die juristischen Institutionen möglich. Stellvertretend für alle betroffenen Kindergartenlehrpersonen wird das juristische Verfahren mit drei Lehrerinnen auf der Kindergartenstufe weitergeführt.


Für die drei Verbände ist der Entscheid des Regierungsrates nicht das Ende im Kampf gegen diskriminierungsfreie Löhne, sondern er ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Lohngleichheit, auch auf der Kindergartenstufe.


13.11.2015 ZLV und SekZH fordern einfachere Zeugnisse

Medienmitteilung SekZH und ZLV
Da mit dem Lehrplan 21 kompetenzorientiert unterrichtet wird, müssten auch die Zeugnisse kompetenzorientiert aufgebaut sein. Allerdings wäre die Belastung der Lehrpersonen zum Ausfüllen solcher Zeugnisse zu hoch. Einfache Lösungen gibt es – noch – nicht. Der ZLV und die SekZH sind dafür, die Zeugnisse zu vereinfachen und damit die Lehrpersonen konkret zu entlasten.

Der Lehrplan 21 ist kompetenzorientiert. Eigentlich müssten sich mit seiner Einführung diese Kompetenzen auch im Zeugnis widerspiegeln. Ein solches Zeugnis würde keine Noten mehr enthalten – der Kompetenzzuwachs würde festgehalten.

 

Allerdings zeichnete sich ab, dass das Ausstellen von kompetenzorientierten Zeugnissen für die Lehrpersonen einen grossen Mehraufwand bedeutet hätte. Angesichts der bereits aktuell starken zeitlichen Belastung der Lehrerinnen und Lehrer sind der ZLV und die SekZH dafür, beim heutigen Notenzeugnis zu bleiben. Die Noten in den Zeugnissen sind zudem heute praktisch überall im Schulumfeld akzeptiert.

 

Kanton Zürich geht falschen Weg

Dem Vernehmen nach will die Bildungsdirektion das bisherige Notenzeugnis allerdings im Rahmen der Einführung des Lehrplans 21 mit weiteren Kreuzen in anderen Fächern ergänzen. Sie erhofft sich dadurch, die Kompetenzen ebenfalls ein bisschen abbilden zu können. Aus Sicht des ZLV und der SekZH ist dies der falsche Weg: Ein solches Zeugnis bildet die Kompetenzen nicht richtig ab und würde die Lehrpersonen dazu zwingen, andauernd Lernkontrollen durchzuführen. Für die Lehrpersonen würde dieser Weg zudem ebenfalls einen erheblichen Mehraufwand mit sich bringen, ohne dass damit eine Qualitätssteigerung resultiert. Einzelne Aspekte wie die Umschreibung des Arbeits- und Sozialverhaltens und die Erfassung von Absenzen auf der Sekundarstufe müssen verbessert werden.

 

Wenn sich die Bildungsdirektion schon mit den Zeugnissen befasst, sehen der ZLV und die SekZH einen anderen Weg. Sie fordern, das heutige Notenzeugnis zu vereinfachen: Es sollen im ganzen Dokument nur noch Noten abgebildet werden. Dies wäre eine gewisse Entlastung für die Lehrpersonen.


31.08.2015 Start der Unterschriftensammlung am 1. September

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Da die Gelingensbedingungen für einen guten Fremdsprachenunterricht an der Primarschule nach wie vor nicht erfüllt sind, hat sich eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes ZLV dafür ausgesprochen, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden soll. Unterstützt wird die entsprechende Volksinitiative auch von der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich und vom Verein Schule mit Zukunft. Der Start zur Unterschriftensammlung erfolgt am 1. September 2015.

Heute werden an der Primarschule ab der 5.Klasse zwei Fremdsprachen während je 2 Lektionen pro Woche in Gruppen bis zu 25 Kindern gelernt. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass dies zu wenig Lektionen pro Sprache sind und die Bildungsziele für das frühe Sprachenlernen nicht erfüllt werden können. Zudem ist ein grosser Teil der Kinder mit dem Erlernen von zwei Fremdsprachen überfordert.

 

Die Initiative verlangt, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelernt werden soll. Die zweite Fremdsprache soll auf der Sekundarstufe mit höherer Lektionenzahl als heute erlernt werden, so dass am Ende der Schulzeit die Schülerinnen und Schüler mindestens das gleiche Niveau wie heute erreichen. Welche Fremdsprache an der Primarschule erlernt werden soll, muss die Politik entscheiden.

 

Mit dem Start der Unterschriftensammlung rufen die kantonalen Lehrpersonenverbände und das Fremdsprachenkomitee die Bevölkerung auf, eine praxistaugliche Lösung für ein starkes Sprachenkonzept zu unterstützen.


24.08.2015 Berufsauftrag bringt wichtige Neuerungen – aber keine Entlastung

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute Montagmorgen den Berufsauftrag für die Volksschullehrpersonen genehmigt. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerver-band ZLV begrüsst diesen Schritt. Der Auftrag bringt wichtige Neuerungen mit sich – so unter anderem eine Kontrolle über einen Teil der Arbeitszeit. Ein gros-ser Wermutstropfen ist, dass der Berufsauftrag die Lehrpersonen zeitlich nicht entlastet. Die Situation bleibt deshalb prekär.

Der vom Kantonsrat nach einer langwierigen Behandlungszeit gutgeheissene Berufsauftrag anerkennt, dass die Lehrpersonen neben dem eigentlichen Unterrichten eine Reihe weiterer Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören etwa Elterngespräche, Teamsitzungen etc. Dies ist gegenüber der bisherigen Situation ein Schritt in die richtige Richtung, der dadurch gestützt wird, dass die Arbeitszeit dokumentiert und schriftlich festgehalten werden muss. Dadurch wird es den Schulen und Schulleitungen im Rahmen der ebenfalls neu beschlossenen Jahresarbeitszeit nicht mehr möglich sein, den Lehrpersonen mit weiteren Aufgaben noch mehr Stunden aufzubürden. Die Jahresarbeitszeit wird sich im Rahmen der anderen Kantonsangestellten bewegen.

 

Der Berufsauftrag lässt den einzelnen Schulen und Schulleitungen bei der Umsetzung viel Freiheit. Dies beinhaltet die Gefahr, dass einzelne Schulen mit grossem Aufwand ihren eigenen Weg suchen. Der ZLV wird sich deshalb dafür einsetzen, dass der Berufsauftrag kantonsweit so koordiniert wie möglich umgesetzt wird. Dazu wird er aktiv in der Arbeitsgruppe aus Schulakteuren mitwirken, die bereits angedacht ist.

 

ZLV kämpft weiter gegen Überlastung der Lehrpersonen

Leider ist der Berufsauftrag nicht als Massnahmenpaket gegen die zunehmende Überlastung der Lehrpersonen definiert, sondern muss der Vorgabe Kostenneutralität folgen. Der Kantonsrat gestand den gut 15'000 Lehrpersonen im Kanton Zürich auf Antrag der vorbereitenden Kommission deshalb nur zu, pro Lektion 58 Jahresstunden anzurechnen. Der Regierungsrat wollte gar nur 57 Stunden festsetzen. Als faire Lösung stuft der ZLV die 65 Jahresstunden pro Lektion ein, welche auch der nationale Dachverband LCH fordert. Dafür wird der ZLV weiterhin kämpfen. Ebenso einsetzen wird er sich gegen die zu tiefe Jahresstundenzahl der Lehrpersonen des Kindergartens.


17.08.2015 Kanton muss Lehrpersonen der Kindergartenstufe endlich ernst nehmen

Petition VKZ VPOD und ZLV
Der Kanton Zürich behandelt die Lehrpersonen der Kindergartenstufe als Lehrpersonen zweiter Klasse. Seit dem neuen Schuljahr lässt er es zu, dass die Kindergartenkinder von Personen ohne Lehrdiplom unterrichtet werden – und seit geraumer Zeit weigert sich der Regierungsrat, den Lehrpersonen einen vollen Lohn zu zahlen. Deshalb haben der Verband Kindergarten Zürich, der Verband des Personals öffentlicher Dienste Zürich und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband eine Petition lanciert.

Die drei Verbände richten eine klare Ansage an den Regierungsrat. Erstens fordern sie, dass in Zukunft für die Kindergartenstufe ausschliesslich Personal mit einem Lehrdiplom angestellt werden darf. Die zweite Forderung bezieht sich auf den Lohn der Kindergartenlehrpersonen: Sie sollen für ein Vollpensum 100% Lohn ihrer Besoldungsstufe erhalten – bisher sind es nur 87%.

 

Der Verband Kindergarten Zürich VKZ, der Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD, sowie der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bekräftigen ihre Forderungen mit dem Lehrpersonenmangel auf der Kindergartenstufe. Im neuen Schuljahr 15/16 konnten einige Stellen nur mit Personen besetzt werden, die über kein Lehrdiplom verfügen.

Die drei Organisationen wehren sich vehement gegen den Einsatz von nicht genügend qualifizierten Personen auf der Kindergartenstufe. Gerade auf der ersten Stufe der Volksschule ist es wichtig, dass die Kinder von einer kompetenten, qualifizierten Lehrperson begleitet und gefördert werden.

 

Die Lösung wäre an und für sich einfach: Der Kanton müsste endlich die Rahmenbedingungen und Anreize dafür schaffen, damit sich wieder mehr Personen für die Kindergartenstufe ausbilden lassen und auch im Beruf bleiben.

 

Die Petition läuft bis Ende September und wird danach dem Regierungsrat überreicht werden. Unterschriftenbogen können hier heruntergeladen werden oder über www.vkz.ch und über www.lohnklage-kindergarten.ch.


07.07.2015 Blitzumfrage Weiterbildungen: Die Resultate

Meldung aus ZLV-Aktuell 18
Die Qualität der schulinternen Weiterbildungen beurteilen die Lehrerinnen und Lehrer eher durchschnittlich. 50% benennen sie als «gut mit Ausreissern», 37% geben ihnen das Label «seltene Highlights», 9% finden die Weiterbildungen top und 4% flop. Ein Viertel der Antwortenden sagt, dass schulinterne Weiterbildungen verordnet werden, ein weiteres Viertel kann mitbestimmen und die restliche Hälfte kann immerhin Vorschläge einbringen. In den zahlreichen Kommentaren werden verschiedene Probleme angesprochen. Vielfach wird beklagt, dass die obligatorischen Weiterbildungen nicht auf die Interessen des gesamten Teams zugeschnitten sind. Und offenbar recht häufig dienen Weiterbildungstage einfach der Schulorganisation. Ein Dankeschön geht an die knapp 300 Lehrpersonen, die mitgemacht haben.


27.05.2015 Lehrpersonenverbände wehren sich gegen die Einstellung von Personen ohne Lehrdiplom auf der Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ und ZLV
Das kantonale Volksschulamt (VSA) lässt auf das Schuljahr 2015/16 hin erstmals zu, dass Personen ohne Lehrdiplom unterrichten. Dies soll dazu beitragen, den Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen für die Kindergartenstufe auszuglei-chen. Für ZLV und VKZ ist dies der falsche Weg. Gute Lösungsansätze wären vorhanden. Wichtig und zielführend wären insbesondere, mehr Teilzeitstellen zu schaffen und die Lehrpersonen der Kindergartenstufe angemessen zu entlöhnen.

Die vielen offenen Kindergartenstellen im Kanton Zürich sind besorgniserregend. Nun hat das VSA beschlossen, dass Personen mit einer affinen Ausbildung und Berufserfahrung auf Kindergartenstufe angestellt werden können. Ein Lehrdiplom wird von diesen Personen nicht verlangt. Die betroffene Mitgliederorganisation des ZLV, der Verband Kindergarten Zürich (VKZ), wehrt sich vehement dagegen.

 

Der Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe hat sich seit längerer Zeit abgezeichnet. Immer wieder hat der VKZ dem VSA konstruktive und pragmatische Lösungen vorgeschlagen. Es ist nicht akzeptabel, dass das VSA nun eine Scheinlösung festlegt, welche damit den betroffenen Kindern und Eltern schadet und die Qualität der Kindergartenstufe gefährdet. Betroffen ist zudem auch die Primarschule, die ungenügend vorbereitete Kinder übernehmen muss.

 

Teilzeitstellen mit kleinem Pensum schaffen

Der VKZ stellt mit Nachdruck fest, dass für die Zürcher Kindergärten grundsätzlich genügend ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Leider haben Bildungsdirektion und VSA mit verschiedenen Massnahmen aktiv verhindert, dass dieses Potenzial genutzt werden kann. Insbesondere müssen Teilzeitstellen mit einem kleinen Pensum und verschiedene Jobsharing-Varianten wieder flexibel möglich sein. Nur schon mit diesen an und für sich einfachen Schritten könnte das Reservoir an denjenigen ausgebildeten Kindergartenlehrpersonen angezapft werden, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen und deshalb zurzeit nicht arbeiten können. Es gilt mehr Anreize für den Beruf der Lehrpersonen der Kindergartenstufe zu schaffen.

 

Eine weitere Massnahme, um den Beruf Kindergärtner/-in mittelfristig wieder attraktiver zu gestalten, ist die Entlöhnung. Es geht nicht an, dass Lehrpersonen der Kindergartenstufe nicht mit einem 100% Pensum entlöhnt werden. Da die Bildungsdirektion bisher kein Gehör für dieses offensichtliche Argument hatte, hoffen ZLV und VKZ auf einen Erfolg der zurzeit hängigen Lohnklage.


12.05.2015 Lektionentafel: Wichtigste Frage für Lehrpersonen noch offen

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat in der Sitzung vom 27. April einige Leitplanken zur Umset-zung des Lehrplans 21 für den Kanton Zürich gesetzt. Die wichtigste Frage je-doch ist weiterhin offen: Wie wird die Lektionentafel aussehen? Für den ZLV ist klar, dass neue Fächer nur eingeführt werden dürfen, wenn die dafür notwendi-gen Zeitgefässe vorhanden sind.

Nachdem der Lehrplan 21 (LP 21) von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz abgesegnet worden ist, entscheidet nun jeder Kanton aufgrund seiner eigenen Rechtsgrundlagen über die Einführung. Im Kanton Zürich ist diese für die Jahre zwischen 2017 und 2021 vorgesehen. Zuständig ist der Bildungsrat. Mit seinen Beschlüssen vom 27. April hat das Gremium wichtige Leitplanken für die Einführung des LP 21 festgelegt. Weitere wichtige Fragen stehen an (z.B. Einführungsmodus, Weiterbildung der Lehrpersonen, Beurteilung).

 

In Bezug auf die Lektionentafel sollen bis zur Vernehmlassung 2016 zwei bis vier Varianten vorliegen. Dieser Punkt steht für die Lehrpersonen und wohl auch die meisten anderen Schulakteure im Mittelpunkt des Interesses.

 

Die Lektionentafel legt fest, wie viel Unterrichtszeit auf den verschiedenen Schulstufen für welche Fächer vorzusehen ist. Im Rahmen des LP 21 stellt sich die aktuelle Frage, wie sonst neue Fächer Berufsorientierung und Informations- und Computertechnologie eingeführt werden. Der ZLV ist diesbezüglich dezidiert der Ansicht, dass es die dafür notwendigen zeitlichen Gefässe zwingend braucht. Dies bedeutet, dass es einen Grundsatzentscheid braucht: Werden neue Fächer eingeführt, muss die Stundenzahl anderer Fächer sinken.

 

Interkantonale Koordination der Lektionentafel?

 

Ein weiteres Thema ist in diesem Zusammenhang, wie stark sich die Deutschschweizer Kantone bei der Erarbeitung der Lektionentafel absprechen sollen. Bei genauer Betrachtung muss man den Mittelstufenlehrpersonen der Ostschweiz Recht geben. Deren Botschaft: Wenn es einen gemeinsamen Lehrplan gibt, braucht es auch eine gemeinsame Lektionentafel. Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler je nach Kanton den gleichen Stoff in unterschiedlich vielen Lektionen erlernen müssen.

 

Der ZLV wird sich engagiert in die Diskussion rund um die Einführung des LP 21 einbringen. Der Verband hofft, dass auch für die Nachfolgerin von Bildungsdirektorin Regine Aeppli gilt, was diese bisher sagte: Ohne den Einbezug der Lehrpersonenverbände und der Schulleitungen kann der LP 21 nicht gelingen.


10.04.2015 Offener Brief zum Fremdsprachenunterricht in der Primarschule

Offener Brief
Der ZLV schickt der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz und deren Präsident Christian Amsler einen Brief und lädt ihn zu einem Gedankenaustausch über den Fremdsprachenunterricht ein. Lesen Sie hier den Brief im Original.

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Amsler

 

Nach wie vor ist das Thema „Sprachen in der Volksschule“ in der ganzen Schweiz eine zentrales und heiss diskutiertes Politikum. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat deshalb Ende 2014 bei seinen rund 4000 Mitgliedern eine entsprechende Umfrage durchgeführt. (s. Beilage). Die Ergebnisse lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

 

  • Die Lehrpersonen wollen nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe.
  • Die Lehrpersonen bevorzugen eine Lösung für die gesamte Deutschschweiz und halten einen Alleingang des Kantons Zürich für keine vernünftige Option. 

 

Die Lehrpersonen waren bei der Einführung der Regelung mit zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe mehrheitlich kritisch eingestellt – es gab aber auch viele positive Stimmen. Die damals versprochenen Rahmenbedingungen (keine Noten, nicht promotionswirksam, angepasste kleinere Lerngruppen) wurden jedoch im Verlauf der Zeit verändert oder gar nie eingehalten, was sich auf die Akzeptanz der Zweisprachen-Regelung bei den Lehrpersonen unserer Ansicht nach negativ auswirkte. Als grösstes Hindernis für einen nachhaltigen Erfolg des frühen Sprachenlernens erwies sich aber die ungenügende Stundendotation mit nur je zwei Wochenlektionen für die beiden Fremdsprachen. Statt in einer der beiden Fremdsprachen die Lektionendichte zu erhöhen, wurden die sprachlichen Bildungsziele verzettelt, was viele Schülerinnen und Schüler überforderte. Allzu oft mussten Lehrpersonen den Fremdsprachenunterricht auf andere Fächer ausdehnen, um die wichtigsten Ziele im Französisch und Englisch überhaupt erreichen zu können.

 

Darüber hinaus hat das sprachenlastige Konzept den Bildungsauftrag der Primarschule spürbar verändert. Umso grösser ist die Ernüchterung, da sich jetzt herausstellt, dass der frühe Fremdsprachenunterricht nur bescheidene Resultat vorweisen kann. Nun fragen sich viele Lehrpersonen: „Lohnt sich der ganze Aufwand wirklich?“

 

Der ZLV bedauert, dass im Kanton Zürich die vom Verband bereits 2010 geforderte Evaluation des Fremdsprachenunterrichtes an der Primarschule nie durchgeführte wurde. Dann hätte man heute auch Daten aus den Zürcher Schulen für eine sachliche Diskussion über die Nachhaltigkeit des frühen Fremdsprachenlernens.

 

Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.

 

Dass die Situation beim Sprachenlernen in der Primarschule als völlig unbefriedigend erachtet wird, zeigen bildungspolitische Aktivitäten in verschiedenen Kantonen. Mehrere kantonale Volksinitiativen für nur eine Fremdsprache werden im kommenden Jahr zur Abstimmung gelangen. Auch im Kanton Zürich ist zurzeit eine solche Initiative in Vorbereitung.

 

Der ZLV setzt sich dafür ein, dass eine für die Deutschschweiz sowohl pädagogisch wie politisch tragfähige Lösung gefunden werden kann. Wir haben Hoffnung, dass ein vernünftiger Ausweg aus der Sackgasse noch immer möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, suchen wir mit Ihnen das Gespräch. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie als EDK-Präsident Deutschschweiz  die Einladung für einen Gedankenaustausch über die genannte Thematik annehmen würden. Bitte lassen Sie uns wissen, ob wir grundsätzlich für einen solchen Austausch auf Sie zählen dürfen. Um die Terminierung würden wir uns sobald wie möglich kümmern.

 

 

Mit freundlichen Grüssen

Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband


10.04.2015 Fremdsprachenunterricht: Gemeinsam aus der Sackgasse finden

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband will verhindern, dass die Deutschschweizer Kantone unterschiedliche Regelungen für den Fremdsprachenunterricht einführen. Der Verband lädt deshalb Christian Amsler, den Präsidenten der Deutschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein. Der ZLV wird dabei den zurzeit realistischsten Ausweg aus der Sackgasse zur Sprache bringen – Englisch soll nur in der Oberstufe unterrichtet werden.

Die Fremdsprachendiskussion steckt in der Sackgasse. Eine steigende Zahl von Lehrpersonen stellt sich gegen zwei Fremdsprachen in der Primarstufe. In verschiedenen Kantonen – darunter auch dem Kanton Zürich – sind politische Initiativen hängig oder in Vorbereitung. Die Gefahr einer je nach Kanton unterschiedlichen Regelung wächst stetig – und damit ein Rückfall in die bildungspolitische Steinzeit. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband lädt vor diesem Hintergrund den Präsidenten der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, Regierungsrat Christian Amsler (SH), in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein.

 

Lernziele in Französisch und Englisch bleiben gleich

Der ZLV möchte auf diesem Weg einen gemeinsamen Weg aus der Sackgasse für alle Deutschschweizer Kantone anstossen. Gleichzeitig muss dieser Weg auf eidgenössischer Ebene gangbar sein. Für ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch ist das Ziel des Fremdsprachenunterrichts in der Deutschschweizer Volksschule klar und wird sich nicht verändern: „Am Ende der obligatorischen Schulzeit müssen die Schülerinnen und Schüler sowohl Französisch als auch Englisch können – zu definieren ist nun, wie wir sinnvoll dorthin gelangen.“

 

Realismus gefragt

Der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Zürcher Lehrpersonenverband erachtet als realistischsten Ausweg, den Englischunterricht erst in der Oberstufe einzuführen. Der ZLV dazu in seinem offenen Brief an Regierungsrat Christian Amsler: „Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.“

 

Der ZLV beruft sich in seinem offenen Brief auf einen Auftrag seiner Mitglieder. Diese sprachen sich in einer Umfrage Ende 2014 mit grosser Mehrheit dafür aus, in der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, da die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen nicht gegeben sind und politisch auch nicht gestützt würden. Gleichzeitig lehnen die ZLV-Mitglieder einen Alleingang des Kantons Zürich ab, sondern wünschen eine gemeinsame Lösung mit den anderen Deutschschweizer Kantonen zusammen.

 

Der ZLV hofft, dass Regierungsrat Amsler die Einladung zum Gedankenaustausch annimmt und sich daraus eine Plattform für die Formulierung der gemeinsamen Lösung bilden kann.


08.03.2015 Harmos gestärkt – jetzt müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden

Medienmitteilung ZLV
Die Nidwaldner Stimmberechtigten wollen auf der Primarschulstufe weiterhin zwei Fremdsprachen. Sie stärken damit das Harmos-Konkordat. Jetzt müssen die Bildungsdirektionen dringend die Rahmenbedingungen für das Unterrichten von zwei Fremdsprachen verbessern und dafür sorgen, dass die Fremdsprachen wirklich koordiniert eingeführt werden.

Mit dem Nein zur Initiative «Nur eine Fremdsprache auf der Primarstufe» haben die Stimmberechtigten in Nidwalden ein Zeichen gesetzt: Es sollen weiterhin die Richtlinien des Harmos-Konkordats gelten, das den Unterricht in der Deutschschweiz koordiniert. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband Nidwalden lehnte die Initiative ab, weil er einen Alleingang des Kantons für falsch hielt.

 

Der hohe Anteil an Ja-Stimmen zur Initiative zeigt, dass dennoch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Es ist heute in allen Deutschschweizer Volksschulen deutlich ersichtlich, dass es bessere Rahmenbedingungen braucht, um zwei Fremdsprachen in der Primarstufe erfolgreich unterrichten zu können. Das Harmos-Konkordat und die einzelnen Behörden sind dringend gefordert, diese Verbesserungen herbeizuführen. Wichtige Ansatzpunkte wären eine höhere Stundenzuteilung, bessere Lehrmittel und eine adäquate Weiterbildung der Lehrpersonen. 

 

Wie weit das Abstimmungsergebnis in Nidwalden die Bestrebungen in anderen Kantonen beeinflussen wird, an der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, bleibt abzuwarten. Auch im Kanton Zürich wird im Juni ein Komitee die Unterschriftensammlung für eine entsprechende Initiative starten.

 

Diese Ausgangslage verdeutlicht, dass eine gemeinsame Lösung für alle Deutschschweizer Kantone weiterhin oberste Priorität haben muss. Der ZLV wird die weitere Entwicklung mit grossem Interesse verfolgen und sich in die Diskussion einbringen.


06.03.2015 Etappensieg: Schlichtungsbehörde erachtet Diskriminierung beim Lohn der Kindergartenlehrpersonen als glaubhaft!

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Die Schlichtungsbehörde folgt der Argumentation der drei Verbände VKZ, VPOD, ZLV und erachtet es als glaubhaft, dass eine Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen besteht. Trotzdem verweigert der Kanton Zürich die Aufhebung der Lohndiskriminierung.

Die Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz stellt fest, dass mit den neuen Aufgaben der Kindergartenlehrpersonen davon auszugehen sei, dass insbesondere die zeitliche Belastung zugenommen habe. Es sei somit glaubhaft gemacht, dass eine Lohndiskriminierung vorliege, da die gestiegenen Anforderungen zu Lohnanpassungen führen müssten. Ist eine Lohndiskriminierung glaubhaft gemacht, trägt der Arbeitgeber die Beweislast. Es ist somit Sache des Kantons den Nachweis zu erbringen, ob die heutige Lohneinstufung noch korrekt ist. Da der Kanton Zürich aufgrund der Bundesverfassung und aufgrund des Gleichstellungsgesetzes die Pflicht hat, den Grundsatz gleicher Lohn für Mann und Frau durchzusetzen, empfiehlt Schlichtungsbehörde dem Kanton Zürich, möglichst rasch Abklärungen zu tätigen um die Grundlagen dafür zu haben, ob und in welchem Umfang eine Besoldungsanpassung vorgenommen werden müsste. Dass der Kanton sich weigert dieser Empfehlung nachzukommen ist unverständlich, müsste es ihm als Arbeitgeber doch ein Bedürfnis sein, keine diskriminierenden Löhne zu bezahlen.


Damit verpasst der Kanton die Lohndiskriminierung am runden Tisch aufzuheben. Es überrascht, dass die Bildungsdirektion auf der ganzen Linie die Augen vor dem nachweislichen Missstand verschliesst. Offenbar hält es die Gegenpartei für angemessen, dass die Kindergartenlehrpersonen der einzigen Berufsgruppe im Kanton angehört, die bei einem Beschäftigungsgrad von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese starre und kompromisslose Haltung sorgt bei den Betroffenen für grosses Kopfschütteln. Gerade kurz vor dem Frauenaktionstag (www.7märz2015.ch) hätte der Kanton mit gutem Beispiel vorangehen können. Nun zeigt sich, weshalb eine grosse und laute Demonstration am kommenden Samstag in Bern nötiger ist denn je.


Der Versuch die Lohndiskriminierung auf dem Verhandlungsweg aufzuheben, ist mit dem Termin bei der Schlichtungsbehörde gescheitert. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellen, überprüfen die Verbände VKZ, VPOD und ZLV nun gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen weitere Schritte, damit der Kanton seiner Verpflichtung endlich nachkommt.


13.02.2015 Lehrplan 21: Endlich eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und Informatik

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat sich während der Entwicklung des Lehrplans 21 dafür eingesetzt, dass die Vorbereitung auf die Berufswahl und der Umgang mit Informatikmitteln mehr Gewicht erhalten. Die Konferenz der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren hat nun für die beiden Themen eigene Zeitgefässe definiert. Der ZLV begrüsst diesen Schritt und wird sich für eine sinnvolle Umsetzung im Kanton Zürich engagieren.

Es tönt absurd, ist aber Realität: Wenn eine Sekundarlehrperson heute ihre Schülerinnen und Schüler gut auf die Berufswahl vorbereiten will, geht dies auf Kosten von regulären Lektionen wie Deutsch. In der Stundentafel ist die Berufsorientierung bisher nicht existent. Entsprechend stark ist die Betreuung der Jugendlichen von der Haltung der Lehrperson abhängig. Ebenso unklar definiert ist bislang das Fach ICT (Informations- und Computertechnologie), das je nach Präferenz der Lehrperson mehr oder weniger stark in andere Fächer einfliesst.

 

Der ZLV beurteilte die Situation in diesen zwei Themenbereichen seit langem als ungenügend und als den heutigen Anforderungen und Ansprüchen nicht mehr angemessen. Im Rahmen der Diskussionen und der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 (LP21) setzte sich der Verband deshalb vehement für eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und ICT ein.

 

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) hat nach der Vernehmlassung und der Überarbeitung des LP21 den Fachbericht zur Stundentafel veröffentlicht. In dieser ist neu ein Zeitgefäss für die Berufsorientierung vorgesehen. Das Thema Informatik wird in zwei Teile gegliedert: Umgang mit Medien und ICT(Informatik und Computertechnik). Auch für ICT soll es besondere Lektionen geben.

Der ZLV begrüsst diesen Schritt sehr und fordert den Bildungsrat auf, die Vorgaben der D-EDK bei der Umsetzung des LP21 im Kanton Zürich zu berücksichtigen. Allerdings weicht der Vorschlag mit 40 Lektionen Berufsorientierung stark von der ZLV Eingabe mit 120 Lektionen ab.

 

Der ZLV wird sich in den Arbeitsgruppen für den LP21 einsetzen und freut sich im Rahmen der Vernehmlassung 2016 im Detail Stellung zu nehmen.


30.11.2014 Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV dankt dem Drittel der Stimmberechtigten, das die Klassengrössen-Initiative unterstützt hat. Das Ja zum Gegenvorschlag wertet der Verband als Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen. Der Kampf für kleinere Klassen und gegen das Spardiktat der Politik geht weiter.

Offenbar haben die stark übertriebenen Angaben der Gegner zu den Kostenfolgen der Klassengrössen-Initiative Wirkung gezeigt. Trotzdem hat die Initiative mit mehr als  einem Drittel der Stimmen ein achtbares Resultat erzielt. Das Ja zum Gegenvorschlag des Kantonsrats gibt dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV Zuversicht für kommende Diskussionen. Das Resultat zeigt insgesamt, dass die Zürcherinnen und Zürcher Wert legen auf eine starke Bildung. Nur so kann es der Volksschule gelingen, ihren Auftrag zugunsten der einzelnen Schülerinnen und Schüler und übergeordnet zugunsten der Volkswirtschaft und der gesamten Gesellschaft zu erfüllen.

 

Der Gegenvorschlag bringt zwar eine gewisse Entlastung für übergrosse Klassen, entspricht aber nicht einmal dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heissen Stein. Der ZLV wird sich deshalb weiterhin für kleinere Klassen einsetzen, in denen die Lehrpersonen mehr Zeit für die einzelnen Schülerinnen und Schüler haben. Er wird dafür unter anderem auf seinen differenzierten Vorschlag zurückkommen, wie die individuelle Situation in jeder Klasse berücksichtigt werden könnte. Die Behörden wiesen diesen Vorschlag leider ohne genaue Prüfung ab.

 

ZLV-Vizepräsident Kurt Willi sagt: «Wir sind zufrieden mit dem Resultat der Initiative und dem Ja zum Gegenvorschlag. Sollte sich die Politik beim Thema Klassengrösse nicht bewegen, wird es bei einer nächsten Abstimmung anders ausgehen.»


21.11.2014 Zürcher Lehrpersonen wollen nur eine Fremdsprache in der Primarschule

Mitgliederumfrage Fremdsprachenunterricht
Zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe überfordern das heutige Schulsystem. Dies ist der eindeutige Befund einer Umfrage des ZLV unter seinen Mitgliedern. Mehr als 1200 Lehrpersonen nahmen teil und votierten klar dafür, in der Primar-stufe nur eine Fremdsprache zu unterrichten. Eine knappe Mehrheit würde Eng-lisch den Vorzug vor einer Landessprache geben. Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich ein Ende der Unsicherheit und fordern die Politik auf, ein einheit-liches Vorgehen möglichst bundesweit durchzusetzen.

Das Thema Fremdsprachenunterricht brennt den Zürcher Lehrpersonen unter den Nägeln. Rund 1200 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an einer kürzlich abgeschlossenen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV teil. Dies entspricht einem hohen Rücklauf von rund einem Drittel der Mitglieder. Die Resultate der Umfrage dürfen deshalb als repräsentativ gelten.

 

Zu wenig Ressourcen für zwei Fremdsprachen

75% der Antwortenden sprachen sich für eine einzige Fremdsprache auf Primarstufe aus. Die zweite Fremdsprache sollte erst in der Sekundarstufe dazukommen. Als Grund gaben die Lehrpersonen mehrheitlich an, dass für zwei Fremdsprachen im heutigen Schulsystem nicht genügend zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Weniger klar votierten die Lehrpersonen bei der Frage, welche Sprache an der Primarstufe unterrichtet werden müsste. 57% nannten Englisch, 43% sprachen sich für eine Landessprache aus.

 

Eine eigenständige Zürcher Lösung wird nicht als sinnvoll erachtet. 77% der antwortenden Lehrerinnen und Lehrer fordern ein übergeordnetes, koordiniertes Vorgehen. 47% wünschen eine Lösung auf Bundesebene, für 30% würde ein sprachregionenweiter Ansatz genügen. 

 

Weiter möchten die Lehrpersonen beim Fremdsprachenerwerb die Freude und das Lustprinzip als pädagogische Haltung in den Vordergrund rücken. Eine deutliche Mehrheit erachtet Benotung und Selektion im Fremdsprachenunterricht als nicht hilfreich.

 

Klarer Auftrag an die Politik

Für den ZLV sind diese Umfrageergebnisse ein klarer Auftrag an die Politik und die Eidgenössische Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK). Umsomehr enttäuscht es, dass sich die EDK nicht zu einem klaren Entscheid für ein einheitliches Vorgehen in der Fremdsprachenfrage durchringen kann. Für den ZLV ist die aktuelle Vogelstrauss-Politik nicht zielführend und unterminiert letztlich das Vertrauen in das Schweizer Schulsystem.


13.11.2014 Kantonalisierung Fachlehrpersonen: Erfolg mit Wermutstropfen

Medienmitteilung ZLV
Auf das Schuljahr 2015/16 hin will die Bildungsdirektion fast alle Lehrpersonen mit einem kommunalen Arbeitsvertrag kantonal anstellen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband ZLV hat jahrelang auf dieses Ziel hingewirkt und be-grüsst den Schritt. Leider ist dieser mit einigen Wermutstropfen verbunden. Die DAZ Lehrpersonen (Deutsch als Zweitsprache) etwa sollen nicht kantonalisiert werden und weiterhin auf Gemeindeebene angestellt sein. Der ZLV wertet die Kantonalisierung insgesamt dennoch als Erfolg.

Der ZLV setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die zurzeit noch auf Gemeindeebene angestellten Lehrpersonen wie alle übrigen Lehrerinnen und Lehrer über die Bildungsdirektion angestellt werden. Die bisherige Zweiklassengesellschaft war unfair. Vor allem die vielen Wechsel kommunal/kantonal waren für die Betroffenen mit Nachteilen, z. B. bei der Einstufung verbunden. Zudem führten die unterschiedlichen Reglemente und Anstellungsbedingungen immer wieder zu Unklarheiten und Diskussionen.

 

Die nun von der Bildungsdirektion beschlossene und heute an der Herbstversammlung der Schulpräsidien kommunizierte Überführung der kommunalen in kantonale Anstellungsverhältnisse ab Schuljahr 2015/16 bringt viele Vorteile mit sich – unter anderem auf versicherungstechnischer Ebene – und vereinfacht die Anstellung der Lehrpersonen. Der wegweisende Schritt ist einer engen Zusammenarbeit aller Interessengruppen zu verdanken, vom kantonalen Volksschulamt über die Verbände von Schulpräsidien, Schulleitungen und Schulverwaltungen bis zu Organisationen der Lehrpersonen.

 

Der ZLV begrüsst insbesondere, dass bezüglich Lohn das Prinzip der Besitzstandwahrung zur Anwendung gelangt und dass für alle Lehrpersonen künftig die gleichen Anstellungsvoraussetzungen gelten. Für kommunal angestellte Lehrpersonen, die den ausbildungsmässigen Voraussetzungen noch nicht genügen, sind realistische Übergangsfristen definiert worden. Dies gilt auch für Lehrpersonen auf der Sekundarstufe, die kommunal angestellt und bisher nur über einen Bachelor verfügen mussten. Neu gilt für sie ein Master als Voraussetzung. Für die über den ganzen Kanton gesehen weniger als hundert Betroffenen ist eine Übergangsfrist von drei bis fünf Jahren definiert worden. Dies gibt genügend Zeit für die Nachqualifikation.

 

Weitere offene Fragen betreffen die 2. Säule. Auch hier ist der ZLV zuversichtlich adäquate Lösungen für die Betroffenen zu finden.

 

Ein Wermutstropfen ist aus Sicht des ZLV, dass DAZ-Lehrpersonen und etwa auch Logopädinnen und Logopäden kommunal angestellt bleiben. Der Verband wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass auch diese nun noch mehr isolierten Berufsgruppen möglichst bald kantonal angestellt werden.


22.10.2014 Ganzer Lohn für ganze Arbeit! Schluss mit Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Kindergartenlehrpersonen gehören der einzigen Berufsgruppe im Kanton an, die für eine Beschäftigung von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese Tatsache ist stossend und wird der verantwortungsvollen und ressourcenintensiven Arbeit mit den jüngsten Kindern der Volksschule nicht gerecht. Aus diesem Grund wehren sich die Verbände VKZ, VPOD und ZLV gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen gegen diese Lohndiskriminierung und gelangen mit einem entsprechenden Begehren an die Schlichtungsstelle des Kantons Zürich.

Die Ungleichheit der Lohneinstufung von Kindergartenlehrperson gegenüber vergleichbaren Berufen besteht bereits lange und wurde vom Kanton trotz gewonnener Klage im Jahr 1995 kaum anerkannt. In den vergangenen 15 Jahren nahm die Lohndiskriminierung noch weiter zu. Mit der Einführung der „Geleiteten Schule“ rückte der Kindergarten näher an die Schule heran, was zwar grundsätzlich positiv aufgenommen wurde, aber mit mehr Aufgaben für Kindergartenlehrpersonen verbunden war. Mit dem neuen Volksschulgesetz wurde der Kindergarten dann ab 2008 als erste Stufe im Bildungswesen kantonalisiert und somit Teil der Volksschule. Kindergartenlehrpersonen arbeiteten fortan nach einem Lehrplan, übernahmen mehr Aufgaben in der Schule und mussten wie die übrigen Lehrkräfte Zeugnisgespräche und schulische Standortgespräche führen. Die Aufgaben und die Arbeitszeit nahmen also zu, der Lohn hingegen blieb immer gleich. Die Versuche auf dem Verhandlungsweg oder mit Petitionen und anderen Vorstössen die Lohndiskriminierung aufzuheben, schaffte keine Verbesserung. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellten, blieb den Betroffenen nur die Möglichkeit einer neuen Lohnklage, in der die Diskriminierung der Kindergartenlehrpersonen als typischer Frauenberuf erneut angeprangert wird.


Die Entwicklung des Berufsbildes von der Kindergärtnerin zur Lehrperson des Kindergartens wird von vielen Stelleninhaberinnen sehr begrüsst. Kindergartenlehrpersonen sind motiviert und tragen die neuen Herausforderungen, die der Beruf seit der Kantonalisierung mit sich bringt, gerne mit. Nun fehlt einzig noch die lohnmässige Wertschätzung für das Mittragen dieses Wandels.


Die heutige Lohneinstufung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt und diskriminierend. Die drei klagenden Verbände und 18 Einzelklägerinnen sind gewillt, mit überzeugenden Argumenten auf juristischem Wege die Lohndiskriminierung zu bekämpfen und fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.


08.09.2014 ZKM: Zwei Fremdsprachen an der Primarschule - Kinder sind überfordert

Medienmitteilung ZKM
«Eine Fremdsprache ist genug!» Dies ist die klare Meinung der Zürcher Kantonalen Mittelstufe ZKM. Dies weil ein Grossteil der Primarschulkinder den Anforderungen nicht gewachsen ist. Das bestätigte sich auch in einer kürzlich lancierten Basisbefragung in den Ostschweizer Kantonen.

Es ist weltweit erforscht und wissenschaftlich erwiesen – und die Praktiker erleben es Tag für Tag: Der Fremdsprachenunterricht, wie er zurzeit an den Primarschulen erteilt wird, bringt nicht den gewünschten Nutzen. Kinder nämlich, die bereits an der Primarschule in einer Fremdsprache unterrichtet werden, beherrschen diese nach neun Jahren Volksschule nicht besser als Kinder, die sie erst ab der Sekundarstufe lernen.


Mehr noch: Der derzeitige Fremdsprachenunterricht schadet unserem Nachwuchs mehr, als dass er nützt, indem ein Grossteil der Kinder an den Primarschulen unter den Anforderungen leidet, die das Lernen von
zwei Fremdsprachen mit sich bringt. Die Überforderung der Kinder sehen die Mittelstufenlehrpersonen täglich. Sie haben sich deshalb in der Umfrage, welche die ZKM zusammen mit Mittelstufe Ost 2012 zum Lehrplan 21 lanciert hat, klar gegen zwei Fremdsprachen auf der Primarschule geäussert.


Deshalb verlangt die Zürcher Kantonale Mittelstufe, dass eine der beiden Fremdsprachen aus der Stundentafel der Primarschule entfernt wird, damit die Sechs- bis Zwölfjährigen so wieder mehr Luft für die wichtigen Fächer Deutsch, Mensch/Umwelt und Mathematik haben.


Für weitere Auskünfte:
Harry Huwyler, Präsident ZKM, 076 331 38 38


29.08.2014 Grosser Handlungsbedarf bei Frühförderung

Medienmitteilung ZLV
Die Bildungsdirektion hat heute Freitag die Resultate der Lernstandserhebung 2012 kommuniziert. Sie zeigen neben vielen guten Resultaten auch einige beunruhigende Fakten: 18% der Schüler/-innen repetieren im Verlauf ihrer Schulzeit ein Jahr, und am Ende der obligatorischen Schulzeit finden beinahe 30% der Jugendlichen keine direkte Anschlusslösung. Ebenfalls ungelöst ist das Problem, dass Jugendliche aus benachteiligten sozialen Kreisen ihren initialen Rückstand nicht aufholen. Der ZLV fordert die Regierung auf, Gegenmassnahmen hohe Priorität einzuräumen. Dazu gehören Schritte in der vorschulischen Frühförderung und im Übergang von Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II.

In die Lernstandserhebung 2012 wurden Ende der 9. Klasse dieselben 2000 Schülerinnen und Schüler einbezogen wie bereits in den Jahren 2003 (Beginn 1. Klasse), 2006 (Ende 3. Klasse) und 2009 (Ende 6. Klasse). Die Lernbiographie dieser Kinder darf als sehr gut untersucht gelten. Was sich bei ihnen und ihren Lese- und Rechen-Kenntnissen zeigt, darf als Spiegelbild für die ganze Zürcher Volksschule dienen.

Viele Resultate der sehr nützlichen Lernstandserhebung sind positiv und unterstreichen Stärken des Zürcher Bildungssystems und die insgesamt gute Leistung der Schulen. Die Langzeitstudie legt jedoch erstmals in aller Deutlichkeit und Schwarz auf Weiss Schwachpunkte offen, die beunruhigen.

Es ist heute bekannt, dass die Repetition eines Schuljahrs die Schulleistung kaum positiv beeinflusst. Zudem ist gesetzlich festgehalten, dass eine Repetition nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden sollte. Dass 18% der 2000 an der Lernstandserhebung teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Verlauf der obligatorischen Schulzeit eine Klasse repetierten, ist vor diesem Hintergrund Besorgnis erregend. Die Gründe für die Repetitionsentscheide und die Rolle der Schulen sind dabei noch zu wenig untersucht und sollten im Fokus weiterer Abklärungen stehen.

 

Fast ein Drittel hat keine direkte Anschlusslösung

Ebenfalls nicht zufrieden stellen kann der Anteil von 28% von Schülerinnen und Schüler, die nach der obligatorischen Schulzeit keine direkte Anschlusslösung haben, also weder in eine weiterführende Schule (Mittelschule) noch in eine berufliche Grundbildung (Lehre) wechseln, sondern in eines der vielen Brückenangebote. Diese erhalten eine immer grössere Bedeutung, was der ZLV als strukturell falsch einstuft. Das Ziel des Bildungssystems muss sein, den allergrössten Teil der Schülerinnen und Schüler aus der obligatorischen Schulzeit direkt in eine Anschlusslösung der Sekundarstufe II zu vermitteln.

 

Keine Chance für sozial benachteiligte Jugendliche

Das dritte Problemfeld ist für den ZLV die Tatsache, dass der Leistungszuwachs bei Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Kreisen über die gesamte obligatorische Schulzeit gesehen kleiner ausfällt als bei den anderen Kindern. Dies führt dazu, dass die Jugendlichen aus sozial schwächeren Kreisen ihren initialen Rückstand nie aufholen können. Die Lernstandserhebung zeigt, dass der Grund dafür nicht durch unterschiedliche Muttersprachen bedingt ist, sondern vor allem durch die soziale Herkunft. Umso wichtiger ist, dass die Zürcher Regierung und der Kantonsrat die Themen frühkindliche Förderung, Tagesschule und Elternschulung vorantreiben und ideologische Diskussionen in den Hintergrund treten. Letztlich geht es nicht nur darum, allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Lernbiographie zu ermöglichen. Es geht vielmehr auch darum, die hohen Bildungsinvestitionen für Wirtschaft und Gesellschaft möglichst nutzbringend umzusetzen.

Bei all dem darf nicht vergessen gehen, dass quantitative Studien immer nur einen Teil der Wahrheit abbilden können, zumal die Lernstandserhebung nur auf die Fächer Deutsch und Mathematik fokussiert. Der ZLV ist überzeugt, dass die Zürcher Schulen über alles gesehen unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr gute Arbeit leisten.


02.06.2014 Klassengrössen: ZLV unterstützt EVP-Initiative und Gegenvorschlag des Kantonsrats

Medienmitteilung ZLV
Der Kantonsrat hat heute Montag die EVP-Volksinitiative «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» deutlich abgelehnt und den Gegenvorschlag der Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) angenommen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV begrüsst den Gegenvorschlag als kleinsten gemeinsamen Nenner. Da er jedoch nur eine geringe entlastende Wirkung entfalten dürfte, wird der ZLV in der Volksabstimmung auch die deutlich weiter gehende EVP-Initiative unterstützen.

Die kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Der Gegenvorschlag der KBIK würde zwar eine gewisse Entlastung der Lehrpersonen bewirken. Mit durchschnittlich ca. 0,5 Stellen pro Schulgemeinde wäre sie jedoch letztlich kaum spürbar. Auch wenn die zur Verfügung stehenden Ressourcen wie von der KBIK vorgesehen gezielt in schwierigen Schulen und Klassen eingesetzt würden, sieht der ZLV darin zwar einen Schritt in die richtige Richtung, aber keine nachhaltige Lösung. Er wird deshalb für die voraussichtlich 2015 stattfindende Volksabstimmung den Stimmberechtigten ein doppeltes Ja empfehlen. Abzuwarten bleibt noch die Schlussabstimmung des Kantonsrates in einigen Wochen.


15.04.2014 Klassengrössen: Schritt in die richtige Richtung

Medienmitteilung ZLV
Die kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) hat einen Gegenvorschlag zur EVP-Volksinitiative „Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen“ beschlossen. Kern des Gegenvorschlags ist, dort ein bisschen mehr Ressourcen an Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen, wo es tatsächlich notwendig ist. Die KBIK nimmt damit eine Idee des ZLV auf und zeigt einen hoffentlich mehrheitsfähigen Lösungsweg auf.

Die offiziell zustande gekommene kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Aus Sicht ZLV ist die Initiative zu begrüssen, gemäss einer aktuellen Umfrage orten Lehrpersonen zu grosse Klassen als zentralen Belastungsfaktor. Die Initiative ist wahrscheinlich aus finanziellen Gründen kaum mehrheitsfähig – ihre Umsetzung würde die kantonalen Finanzen stark strapazieren. Mit ihrem Gegenvorschlag zeigt nun die KBK einen Ausweg auf, der finanziell sehr verträglich ist und gleichzeitig sicherstellt, dass Lehrpersonen in zu belasteten Klassen trotzdem Unterstützung erhalten können. Der im nächsten Schritt in den Kantonsrat gelangende KBIK-Gegenvorschlag basiert darauf, dass gezielt dort Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wo die Klassen bzw. die Belastung einer Lehrperson zu gross sind. Brände würden also mit der „Feuerwehr“ effizient gelöscht – und nicht mit der Giesskanne über alle Schulgemeinden, wie dies in einer früheren Version vorgesehen war.

 

Der ZLV ist erfreut darüber, dass die KBIK mit ihrem Vorschlag eine Idee aufnimmt, die der ZLV vor einigen Monaten bereits in die Diskussion einbrachte. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerband unterstützt daher die Stossrichtung des Gegenvorschlags, die zusätzlichen Lehrpersonen-Ressourcen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

 

Offen lässt die KBIK die Frage, wie genau die zusätzlichen Ressourcen zugeteilt werden sollen. Auch dafür hat der ZLV eine Lösung skizziert: Schüler/-innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf (beispielsweise integrierte Förderung) könnten doppelt oder dreifach gezählt werden.


14.04.2014 Lehrpersonen wünschen sich mehr Tagesschulen

Grosse Online-Umfrage des ZLV
Beinahe tausend Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands haben an einer Umfrage zum Thema Tagesschulen teilgenommen. Die teils überraschenden Resultate zeigen eine mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem politisch stark umstrittenen Modell. Über 40 Prozent der Antwortenden wünschen sich mehr Tagesschulen und über die Hälfte würde gerne an einer solchen Institution unterrichten. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass eine sehr deutliche Mehrheit der Lehrpersonen das herkömmliche Schulmodell parallel zu den Tagesschulen beibehalten will.

Von rund 2800 angeschriebenen ZLV-Mitgliedern nahmen 920 an der Umfrage teil. Diese darf aufgrund des hohen Rücklaufs von ca. 33 Prozent und der guten Vertretung aller Stufen (siehe Box) als repräsentativ für die ZLV-Mitglieder und zumindest aussagekräftig für alle Zürcher Lehrpersonen gelten.

Rund zwei Drittel (66,5%) der antwortenden Lehrpersonen sehen in einem Nebeneinander von Tagesschulen und herkömmlichen Schulen eine gute Lösung. Als Votum für den Status quo darf dies jedoch nicht interpretiert werden. Denn immerhin wünschen sich 41,8 Prozent der Antwortenden, dass es mehr Tagesschulen geben sollte; und nur 30,6 Prozent erachten das heutige System von Schule und Hort als eine vollwertige Alternative zu Tagesschulen. Eine flächendeckende Einführung der Tagesschulen kommt für die ZLV-Mitglieder jedoch auch nicht in Frage – nur 14,4 Prozent der Antwortenden sprachen sich für diesen Weg aus.

 

Mehr als die Hälfte möchte an Tagesschule unterrichten

Von allen antwortenden Lehrpersonen würde eine knappe Mehrheit von 50,4% gerne an einer Tagesschule unterrichten. 39,7% wären auch bereit, Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Demgegenüber sagten nur 27,1%, sie würden höchstens im Notfall an einer Tagesschule unterrichten und weniger als ein Drittel (30,9%) meint, Betreuungsaufgaben kämen für sie auf keinen Fall in Frage.

Zwischen Lehrerinnen und Lehrern zeigten sich keine Unterschiede, was die Einschätzungen von Tagesschulen anbelangt. In Bezug auf das Alter der Lehrpersonen ergaben sich jedoch überraschende Differenzen: Die Lehrpersonen unter 30 Jahren waren durchs Band kritischer eingestellt gegenüber Tagesschulen als die älteren Antwortenden. Zwischen den einzelnen Stufen ergaben sich demgegenüber nur geringe Unterschiede, was die allgemeinen Einschätzungen zu Tagesschulen anbelangt. Die Sekundarstufe steht Tagesschulen leicht positiver gegenüber als vor allem die Mittelstufe und die Kindergarten-Lehrpersonen.

Für den ZLV sind die Resultate der Umfrage eine wichtige Grundlage zur Formulierung seiner politischen Position. Das für das Dossier Tagesschulen zuständige Geschäftsleitungsmitglied Georgina Bachmann sagt dazu. «Die Umfrage ergibt ein klares Bekenntnis der ZLV-Mitglieder sowohl zu Tagesschulen als auch zum herkömmlichen Schulmodell. Beide Möglichkeiten soll es parallel geben.» Es gelte jedoch, den Wunsch von über 40 Prozent der Antwortenden nach zusätzlichen Tagesschulen ernst zu nehmen.

 

Für weitere Auskünfte: Lilo Lätzsch, Präsidentin ZLV, 079 409 44 32

 

 

920 Lehrpersonen beantworteten Tagesschul-Umfrage

Die Mitgliederumfrage zu Tagesschulen wurde online durchgeführt, vom 16. Januar bis zum 24. Februar 2014. Die Link zur Umfrage wurde an 2805 Mitglieder verschickt. Insgesamt antworteten 920 Mitglieder. Das ergibt einen Rücklauf von 33 Prozent. Da es sich um eine Vollerhebung handelt, dürfen die Resultate als repräsentativ für die Meinungen der ZLV-Mitglieder gelten.

Geschlecht

  • Frauen 79 Prozent
  • Männer 21 Prozent

Alter

  • bis 30 Jahre 6 Prozent
  • 31 bis 50 Jahre 43 Prozent
  • über 51 Jahre 51 Prozent

Stufe / Tätigkeit

  • Kindergarten 17 Prozent
  • Primarstufe I 27 Prozent
  • Mittelstufe 21 Prozent
  • Sekundarstufe 9 Prozent
  • Handarbeit / Werken 8 Prozent
  • Schulische Heilpädagogik 13 Prozent
  • Anderes 5 Prozent

10.04.2014 Projekt Be-/Entlastung: ZLV bedauert sang- und klangloses Ende

Medienmitteilung ZLV
Über mehrere Jahre haben die Akteure des Schulfelds im Projekt Be-/Entlastung gemeinsam nach Massnahmen gesucht, um die Lehrpersonen zu entlasten. Heu-te nun hat der Zürcher Bildungsrat mitgeteilt, dass die Umsetzung der Mass-nahmen abgeschlossen sei. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bedauert das sang- und klanglose Ende des Projekts. Die Resultate der Mass-nahmen sind für die Lehrpersonen enttäuschend ausgefallen. Mit der Auflösung der Begleitgruppe fällt zudem sogar noch das Wenige weg, das als positiv ver-bucht werden konnte.

«Ausser Spesen nichts gewesen», so präsentiert sich aus Sicht des ZLV das Projekt Be-/Entlastung. Von den zehn umgesetzten Massnahmen betrafen gerade einmal drei die Lehrpersonen:

 

  • In der Mitarbeiterbeurteilung müssen keine Dossiers mehr erstellt werden – sofern sich die Schulleitung an diese Vorgabe hält.
  • Die Sprachkompetenzen der Schüler/-innen müssen nur noch einmal jährlich differenziert beurteilt werden.
  • Mit einem klar strukturierten, wöchentlich erscheinenden Newsletter ist die Kommunikation des Volksschulamtes wesentlich besser geworden.

 

Eine Verbesserung der Belastungssituation erwartet der Bildungsrat vom kommenden Berufsauftrag. Der ZLV kann diese Meinung nicht teilen. Im Kern ist der neue Berufsauftrag allerdings nur eine organisatorische Massnahme und kein Entlastungsprogramm. So ist beispielweise der Faktor pro Lektion für die Berechnung der Jahresstunden im Berufsauftrag weiterhin zu tief angesetzt.

 

Besonders bedauert der ZLV, dass der Bildungsrat die Begleitgruppe des Projekts Be-/Entlastung, in der alle Akteure des Schulfeldes vertreten waren, auflöst. Die intensiven Gespräche in diesem Rahmen, die zu einem erheblich verbesserten gegenseitigen Verständnis geführt haben, gehören leider der Vergangenheit an. Es ist unverständlich, weshalb eine funktionierende Plattform abgeschafft wird, auf der Behörden, Volksschulamt, Schulsekretäre und Lehrpersonen gemeinsam um Lösungen ringen konnten.


03.03.2014 Diskussion muss trotz Kantonsratsentscheid weitergehen

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute ein Postulat von Christoph Ziegler (GLP, Elgg) abgelehnt. Eine Annahme hätte schwächeren Sekundarschüler-/innen erlaubt, in der 7./8. Klasse den Französischunterricht abzuwählen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband (ZLV) bedauert den Entscheid. Die Chance für eine pragmatische Lösung der höchst unbefriedigenden Situation wurde verpasst.

Mit dem Entscheid des Kantonsrats zum Postulat von Christoph Ziegler bleibt Französisch für Sekundarschüler/-innen auf Niveau B/C Pflichtfach. Der ZLV bedauert dieses Resultat insbesondere, weil damit die Chance vertan wurde, mit einer einfachen Regelung die Rahmenbedingungen für die betroffenen Schüler/-innen zu verbessern. Dem Parlament gelang es nicht, die richtigen Schlüsse aus der aktuell sehr unbefriedigenden Sprachensituation an der Zürcher Sekundarstufe zu ziehen.

Der ZLV stellt nüchtern fest, dass die Diskussion um die weiterhin zwei obligatorischen Fremdsprachen mit dem heutigen Entscheid nicht abgeschlossen ist. Tatsache im Schulalltag ist, dass es Schüler/-innen gibt, die auch auf Niveau B/C die zwei Sprachen bewältigen können. Es ist aber auch eine Tatsache, dass ein Teil damit überfordert ist.

Schon heut besteht die Möglichkeit, Schüler/-innen vom Unterricht zu dispensieren, dabei reduziert sich in den meisten Fällen die Lektionenzahl. Dies ist untragbar. Für den ZLV ist es zwingend notwendig, dass die Jugendlichen die dispensierten Stunden in einem anderen Fach absolvieren und sie sich so dort vertiefen können.

Ein weiteres Problem ist, dass für die Hälfte der Berufe die Berufsschule Französischkenntnisse einfordert, zum Beispiel auch für Berufe im Detailhandel. Vom Französisch dispensierte Jugendliche hätten vor diesem Hintergrund eine massiv eingeschränkte Berufswahl. Dies ist kein gangbarer Weg. Ein Lösungsansatz wäre, die Schulen zu verpflichten, im 9. Schuljahr im Wahlfach Intensivkurse in Französisch für diese Gruppe anzubieten, eventuell verbunden mit einem Aufenthalt im Sprachgebiet. Die Motivation Französisch zu lernen, wäre so viel höher.

Der ZLV wird sich weiterhin für pragmatische Lösungen engagieren.