News

19.09.2017 Kindergartenlehrpersonen werden trotzdem am Thema dran bleiben

Medienmitteilung ZLV, VKZ und VPOD
Das Bundesgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen, Lehrpersonenverbänden und Gewerkschaft gegen die aktuelle Lohndiskriminierung knapp mit 3:2 Stimmen abgelehnt. Eine Minderheit hat das Verwaltungsgericht gerügt für seine unsorgfältige Überprüfung der Klage. Besonders stossend erscheint, dass der Bachelor der Kindergartenlehrpersonen nicht gleichwertig wie der anderer Berufsgruppen sein soll. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies absolut unverständlich. Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Schliesslich sind sie für die Früherziehung verantwortlich, auf der die nachfolgenden Stufen aufbauen. Die Lehrpersonenverbände werden das Thema trotz des Bundesgerichtsurteils nicht ad acta legen, sondern andere Wege prüfen, um eine faire Lösung zu erwirken.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung erhoben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde. Nach dessen Ablehnungsentscheid haut nun leider auch das Bundesgericht in diese Kerbe.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine riesige Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: «Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist auch nach dem rein legalistisch argumentierenden Bundesgerichtsurteil nicht nachvollziehbar.» Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: «Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.»

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen und des immer jüngeren Eintrittsalters der Kinder. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: «Wir müssen und werden nun nach anderen Wegen suchen, um unserem berechtigten Anliegen Nachdruck zu verleihen und eine faire Lösung zu erwirken. Es ist wie mit dem Frauenstimmrecht – wir bleiben dran und kämpfen um die volle Anerkennung!»


07.07.2017 Kranke Lehrerinnen und Lehrer müssen Arbeitszeit nachholen

Medienmitteilung ZLV, VPOD und SekZH
Die Lehrpersonenverbände SekZH, VPOD und ZLV protestieren gegen die Ungleichbehandlung der Lehrpersonen im neuen Berufsauftrag. Gegenüber den übrigen Staatsangestellten sind sie in einem wichtigen Bereich schlechter gestellt. Wenn sie weniger als einen Monat krank sind, müssen sie die Arbeitszeit ausserhalb des Bereiches Unterricht trotzdem erfüllen.

Das Ziel des neuen Berufsauftrags ist unter anderem, die Lehrpersonen den übrigen Staatsangestellten endlich gleichzustellen. In einem wichtigen Themenbereich hat die Bildungsdirektion dieses Ziel jedoch bewusst nicht eingehalten.

 

Wenn krank, dann besser länger als 1 Monat?

 

Wenn Lehrpersonen weniger als einen Monat krank sind, müssen sie alle verpassten Arbeiten ausserhalb des Bereiches Unterricht – also konkret in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit, Weiterbildung und Klassenlehrperson – nachholen und die Gesamtjahresarbeitszeit in diesen Bereichen trotz Krankheit erfüllen. Dies macht pro Woche 6,5 h aus. Dasselbe gilt für Abwesenheiten aufgrund von Unfall, Militär und wenn ein Dienstaltersgeschenk bezogen wird. Erst wenn die Absenz länger als einen Monat dauert, wird die Jahresarbeitszeit in den Bereichen Schule, Zusammenarbeit und Weiterbildung um einen Zwölftel gekürzt. Das ist absurd. Muss jetzt den Lehrpersonen empfohlen werden, möglichst länger als einen Monat lang krank zu sein? Der Rechtsweg ist in dieser Frage vorprogrammiert, sofern die Bildungsdirektion nicht einlenkt.

 

SekZH, VPOD und ZLV fordern die Bildungsdirektion auf, dieses Thema nochmals zu überprüfen und die entsprechende Verordnung rasch anzupassen.


29.06.2017 Christian Hugi neuer Präsident des ZLV

Medienmitteilung ZLV
Die Delegiertenversammlung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat gestern Mittwoch Christian Hugi einstimmig als neuen Präsidenten gewählt. Der 38-jährige Primarlehrer tritt die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden Präsidentin Lilo Lätzsch an.

Christian Hugi wird sein Amt an der Spitze des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands Mitte August 2017 zu Beginn des neuen Schuljahrs antreten. Er kennt den Verband sehr gut und ist bereits seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung.

 

Der neue ZLV Präsident ist eine erfahrene Lehrperson. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch Teamleiter war. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in verschiedenen aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung stand Christian Hugi bis jetzt der Pädagogischen Kommission vor.

 

Lilo Lätzsch: Langjähriges Wirken verdankt

 

Die langjährige Präsidentin Lilo Lätzsch wurde an der Delegiertenversammlung mit grossem Dank verabschiedet. Sie stand dem Verband seit August 2007 vor. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem Vorstand gehören ab dem neuen Schuljahr neben Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


16.06.2017 Kindergarteneintritte immer früher – ein pfundiges Problem wird aktuell

Medienmitteilung ZLV und VKZ
Durch HarmoS wird der Stichtag für den Kindergarteneintritt systematisch bis 2019/20 auf den 31. Juli verschoben. Die jüngsten Kinder werden dann ab einem Alter von 4 Jahren und 2 Wochen eingeschult. Wie sich bereits heute zeigt, sind manche dieser Kinder noch nicht trocken und unfähig, selbst auf die Toilette zu gehen. Die Kindergarten-Lehrpersonen können nicht einspringen – sie müssen 20 andere Kinder betreuen. Es zeichnet sich ein Problem ab, das dringend anzugehen ist.

Als sich die Politik für HarmoS entschied, war Wickeln im Kindergarten kein Thema. Doch in der Praxis entwickelt es sich zu einem drängenden Problem. Bereits heute steigt die Zahl der Kindergartenschülerinnen und -schüler, die Windeln tragen. Sind diese voll, rufen die Kindergartenlehrpersonen die Eltern an, die meist nicht erfreut oder gar nicht erreichbar sind. Die Kindergartenlehrpersonen sind gezwungen dann selbst einzuspringen und die Windeln zu wechseln. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV und der Verband der Kindergartenlehrpersonen VKZ  fordern deshalb alle Beteiligten auf, gemeinsam neue Lösungsansätze zu entwickeln.

 

Positionspapier: Lehrpersonen sollen lehren und keine Windeln wechseln

 

In einem eben publizierten Positionspapier machen die Verbände ihre Haltung klar: Lehrpersonen wickeln keine Kinder. Es geht darum, dass sie die Verantwortung für 21 Kinder und für einen erfolgreichen Unterricht tragen – deshalb darf Windeln wechseln nicht zu ihren Aufgaben gehören. ZLV-Geschäftsleitungsmitglied Barbara Schwarz: «Wenn ein kleiner Unfall passiert und niemand anderes da ist, helfen wir selbstverständlich gerne – aber es muss eine Ausnahme sein, nicht die Regel.»

 

Auf der Kindergartenstufe ist die Heterogenität der Kinder enorm, die Bandbreite reicht vom Wickelkind bis zum kleinen Einstein. Diese Hintergründe sind zu berücksichtigen, wenn Schulen, Lehrpersonen, Elternverbände und Politik gemeinsam nach Lösungen für diese neue Herausforderung suchen.

> Zum Positionspapier Wickeln im Kindergarten


21.05.2017 Politik ist jetzt in der Verantwortung

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Das Initiativkomitee bedauert das Nein zur Zürcher Fremdspracheninitiative. Es sieht nun die Politik in der Verantwortung, den Sprachenunterricht in der Volksschule zu verbessern. Dazu gehört eine Evaluation, welche die Bildungsdirektion seit Jahren aus unerfindlichen Gründen verweigert.

„Unsere fachlich begründeten Argumente wurden leider zu wenig gehört“, sagt Kurt Willi vom Initiativkomitee rund um den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV, die Zürcher Kantonale Mittelstufe ZKM, die Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich SekZH und die Arbeitsgemeinschaft Schule mit Zukunft. Selbst die miserablen Ergebnisse der Evaluation des Innerschweizer Sprachenkonzepts konnten die Stimmberechtigten nicht überzeugen. Das Innerschweizer Konzept ist mit der Zürcher Lösung vergleichbar.

 

Es gilt jetzt jedoch zu akzeptieren, dass eine Mehrheit weiterhin zwei Fremdsprachen an der Primarschule wünscht. Umso vehementer fordert das Initiativkomitee von den politischen Gremien nun Massnahmen zur operativen Verbesserung des Sprachenkonzepts im Kanton Zürich. Was es jetzt endlich braucht, ist eine detaillierte Evaluation des Fremdsprachenunterrichts im Kanton Zürich. Die Lehrpersonenverbände fordern eine solche Abklärung bereits seit sieben Jahren. Bisher verweigerte sich die Bildungsdirektion aus unerfindlichen Gründen.

 

Als Sofortmassnahme fordert das Initiativkomitee die Politik auf, den Fremdsprachenunterricht mit mehr Halbklassenunterricht zu verbessern. Die dafür notwendigen finanziellen Mittel wären gut eingesetzt und würden die Qualität des Sprachunterrichts stark verbessern.


07.04.2017 Christian Hugi soll Präsident des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands werden

Medienmitteilung ZLV
Die Geschäftsleitung des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV hat ihrem Verbandsrat am Mittwoch Christian Hugi als neuen Präsidenten vorgeschlagen. Die Wahl erfolgt im Rahmen der Delegiertenversammlung vom 28. Juni 2017. Der 38-jährige Primarlehrer soll die Nachfolge der Ende Schuljahr zurücktretenden, langjährigen Präsidentin Lilo Lätzsch übernehmen.

Christian Hugi ist seit August 2014 Mitglied der ZLV Geschäftsleitung. Er unterrichtet seit 2008 als Klassenlehrer auf der Unterstufe der Stadt Zürich. Zuvor sammelte er über diverse Stellvertretungen Erfahrungen auf allen Schulstufen (ausser Kindergarten) und war in der Wirtschaft tätig. Als Klassenlehrer arbeitete er zuerst im Schulhaus Buchwiesen in Seebach, wo er unter anderem auch ein Pädagogisches Team leitete. 2013 wechselt er nach Höngg in die Schule Am Wasser. Für das Institut Unterstrass wirkte Christian Hugi bis 2016 über mehrere Jahre als Praktikumslehrer. Am selben Institut bildete er sich in aktuellen Fragestellungen weiter, unter anderem zum Thema Heterogenität. In der ZLV Geschäftsleitung steht Christian Hugi der Pädagogischen Kommission vor. In dieser Funktion setzt er sich unter anderem für die Fremdspracheninitiative ein, die am 21. Mai zur Abstimmung gelangt.

 

Wahl am 28. Juni

 

Der Vorschlag der Geschäftsleitung wurde im Verbandsrat, in dem alle Sektionen und Mitgliederorganisationen des ZLV vertreten sind, mit Applaus begrüsst. Der designierte Präsident muss nun noch am Mittwoch, 28. Juni durch die Delegiertenversammlung bestätigt werden. Seine neue Funktion würde er zu Beginn des Schuljahres 2017/2018 im August 2017 übernehmen. Christian Hugi: «Der ZLV hat in den letzten Jahren viel erreicht. Doch es kommen ständig neue Herausforderungen auf uns zu. Zusammen mit unseren Mitgliedern und den anderen Verbänden möchte ich mich weiterhin für eine starke Schule und gestärkte Lehrpersonen einsetzen. Gute Unterrichts- und Anstellungsbedingungen auf allen Ebenen sind dafür entscheidend. Darauf werden wir auch in Zukunft unseren Fokus legen.»

 

Rund 4000 Mitglieder

 

Lilo Lätzsch präsidiert den ZLV seit 2006. Zuvor wirkte sie bereits seit 2000 in der Geschäftsleitung. Der Verband entwickelte sich unter ihr zu einer kraftvollen Stimme, auf die in der Zürcher Politik und Medienlandschaft geachtet wird. Er setzt sich als Dachorganisation stufenübergreifend für die Interessen seiner rund 4000 Mitglieder ein. Als grösste Lehrpersonenorganisation der Volksschule ist er ein anerkannter Gesprächspartner der Bildungsdirektion, der Schulpflegen, der politischen Parteien und des Kantonsrats. Dem aktuellen Vorstand gehören neben Lilo Lätzsch und Christian Hugi auch Kurt Willi, Daniel Rutz, Dominique Tanner und Barbara Schwarz an.


04.04.2017 ZLV zur Fremdsprachen-Initiative: Ein Ja ist konsequent

Medienmitteilung ZLV
Seit dem Schuljahr 2006/2007 werden auf der Primarstufe überall im Kanton Zürich zwei Fremdsprachen unterrichtet. Nach über zehn Jahren ist klar: Dieser Ansatz ist gescheitert. Das Resultat ist verheerend: Die Lernziele werden weder im Englisch noch im Französisch erreicht – und überdies hapert es nun auch im Deutschunterricht. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) unterstützte damals die Einführung der zweiten Fremdsprache – unter der Bedingung, dass dafür genügend Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Politik nahm diesen Punkt nie ernst. Deshalb gibt es für den ZLV nur einen konsequenten Weg: Ein Ja zur Fremdsprachen-Initiative am 21. Mai 2017.

Der Schweizer Dachverband der Lehrpersonen LCH hat bereits 2004 Gelingensbedingungen formuliert, die für das erfolgreiche Einführen der zweiten Fremdsprache auf der Primarstufe gegeben sein müssen. Zentraler Punkt war und ist, dass die Lehrerschaft das Unterfangen voll mittragen und unterstützen muss. 2013 evaluierte der LCH das Fremdsprachenkonzept landesweit. Sein Fazit vor vier Jahren: Die Gelingensbedingungen für zwei Fremdsprachen seien nicht erfüllt. Er kritisierte insbesondere fehlende Weiterbildungen für die Lehrpersonen, zu klein bemessene zeitliche und finanzielle Ressourcen sowie mangelhafte Lehrmittel. Der Dachverband empfahl deshalb den kantonalen Bildungsdirektionen, bei ihren Entscheiden bezüglich Fremdsprachen die Meinung der Lehrpersonen im Interesse der Kinder und einer guten Schulqualität ernst zu nehmen.

 

Politik ignoriert Erfahrungen aus dem Schulalltag

 

Die Zürcher Bildungsdirektion hat die Empfehlungen des LCH nicht befolgt. Weder schaffte sie Rahmenbedingungen für einen gelingenden Fremdsprachenunterricht auf der Primarstufe, noch hörte sie auf die vielen entsprechenden Hinweise des ZLV in den letzten Jahren. Zuletzt ignorierte sie zusammen mit Regierungs- und Kantonsrat beim Nein zur aktuellen Fremdsprachen-Initiative auch noch die ausdrückliche Haltung der Lehrpersonen. In einer Umfrage mit über Tausend teilnehmenden ZLV-Mitgliedern hatten sich über 75 Prozent für nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe ausgesprochen.

 

Für ihre Position haben die Lehrpersonen gute Gründe: Es zeigt sich immer deutlicher, dass die Kinder mit der heutigen Lösung weder die Lernziele im Französisch noch im Englisch erreichen. Zudem steht zu wenig Zeit zur Verfügung, um im Deutsch eine solide Basis zu legen. Das Resultat ist, dass sich heute bei vielen Schülerinnen und Schülern in allen drei Sprachen Probleme manifestieren, wie die Pisa-Resultate regelmässig belegen. Der ZLV empfiehlt deshalb den Stimmberechtigten mit Überzeugung, am 21. Mai ein Ja zur Fremdspracheninitiative in die Urne zu legen.

 

Alternativer Weg steht offen

 

Das Ja des ZLV zur Initiative bedeutet keine Abkehr vom Ziel der Volksschule, dass die Jugendlichen nach Ende der obligatorischen neun Jahre zwei Fremdsprachen beherrschen. Ein alternativer Weg dazu steht offen und lässt sich nach einem Ja rasch umsetzen: In der Primarstufe wird künftig nur noch eine Fremdsprache unterrichtet – dies dafür mit mehr Ressourcen. Gleichzeitig kann auch dem Deutschunterricht als Basis wieder mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Die zweite Fremdsprache wird in der Sekundarstufe eingeführt – ebenfalls mit mehr Ressourcen als heute. Das Resultat: Nach neun Jahren beherrschen die Schülerinnen und Schüler alle drei Sprachen besser als heute.

 

Welche Fremdsprache in der Primarschule beibehalten wird, ist kein pädagogischer Entscheid, sondern ist politisch zu klären. Der ZLV wird sich nach einem Ja zur Fremdspracheninitiative mit vollem Engagement einbringen, um ein neues, erfolgversprechendes Sprachenkonzept umzusetzen.


17.03.2017 Lehrplan 21: Akzeptables Gesamtpaket – Einwände der Lehrpersonen berücksichtigt

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Bildungsrat hat heute über seinen Beschluss zur Umsetzung des neuen Lehrplans (LP21) informiert. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ist mit dem Resultat insgesamt zufrieden. Es handelt sich um ein akzeptables Gesamtpaket, das die Vorgaben des LP21 berücksichtigt und gleichzeitig Rücksicht auf Zürcher Eigenheiten wie die Wahlfächer in der dritten Sekundarstufe nimmt. Einige Anliegen der Lehrpersonenverbände wurden nach einem teils schwierigen Prozess berücksichtigt, insbesondere in der wichtigen Lektionentafel. In der Fremdsprachenfrage steht der ZLV nicht hinter dem vorliegenden Projekt.

Der ZLV ist erleichtert, dass seine Botschaft «Qualität vor Quantität» bei den Mitgliedern des Bildungsrats Gehör gefunden hat: Der Halbklassenunterricht bleibt mit leichten Abstrichen erhalten und in der Lektionentafel haben die Änderungsvorschläge der Lehrpersonenverbände Berücksichtigung gefunden. «Wichtig war für den ZLV insbesondere, die Schülerinnen und Schüler nicht mit Unterricht zu erdrücken», sagt Vorstandsmitglied Christian Hugi. Der Verband begrüsst es daher, dass auf der Primarstufe das Unterrichtspensum 30 Lektionen nicht übersteigt. Auf Sekundarstufe bleibt das Unterrichtspensum mit 32 bis max. 36 Lektionen weiterhin hoch, aber vertretbar. Im Kindergarten wird künftig überall das gleiche Unterrichtspensum von 20 bzw. 24 Lektionen gelten – dies ist eine längst überfällige Vereinheitlichung.

 

Beim Halbklassenunterricht resultiert im Vergleich mit heute eine Verschlechterung. Es ist den Lehrpersonenverbänden jedoch gelungen, gegenüber ersten Entwürfen eine Verbesserung zu erzielen und die vorgesehenen Reduktionen weitgehend auszubügeln. Immerhin ist sichergestellt, dass der Unterricht in Werken und Haushalt auch weiterhin in der Halbklasse stattfinden kann. Der ZLV wird sich dafür einsetzen, die Klassengrössen zu senken und den Halbklassenunterricht wieder auszubauen. Vor allem im Kindergarten gibt es diesbezüglich dringenden Handlungsbedarf.

 

Umstellung ohne grosse Sprünge

 

Inhaltlich erwartet der ZLV nur bei den neu einzuführenden Fächern wie Medien & Informatik und Berufliche Orientierung spürbare Veränderungen. Leicht neu ausgerichtet werden auch die Fächer Naturkunde und Technik (NaTech), Religionen, Kulturen, Ethik (RKE) sowie Wirtschaft, Arbeit, Haushalt (WAH). Ansonsten wird der Lehrplanwechsel keine grossen Sprünge erfordern. Die Kompetenzorientierung wird schon heute in vielen Klassenzimmern gelebt und bei den Lehrmitteln sind Massnahmen grösstenteils umgesetzt.

 

 

Medien & Informatik: Infrastruktur fehlt teilweise

 

Auch wenn der Einführungszeitpunkt für den Lehrplan 21 ambitioniert aber realistisch sein mag, so gilt das nicht für das Fach Medien & Informatik: In vielen Schulhäusern fehlt die nötige Infrastruktur weitgehend. Bei der Weiterbildung der Lehrpersonen macht der ZLV einen sehr grossen Handlungsbedarf aus, falls die Bildungsdirektion den vorgesehenen Zeitplan einhalten will.

 

LP21 als Zwischenziel

 

Für den ZLV ist der LP21 ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings kann er nur ein Zwischenziel darstellen. Er harmonisiert in der Deutschschweiz zwar die Lernziele bzw. die Kompetenzen, leistet diese Koordination aber bei der Lektionentafel nicht. Für den ZLV ist eine echte Harmonisierung erst erreicht, wenn für die gleichen Ziele auch überall gleich viele Lektionen eingesetzt werden.

 

Fremdsprachen: Initiative bietet Chance für Korrektur

 

Mit der Fremdspracheninitiative bietet sich der Stimmbevölkerung am 21. Mai die Gelegenheit für eine wichtige Korrektur am Lehrplan 21. Die zweite Fremdsprache muss auf die Sekundarstufe verschoben werden. Die Lehrpersonen weisen – gestützt von den Pisa-Resultaten – seit Jahren darauf hin, dass in dieser Frage Anpassungen nötig sind. Die ungenügenden Ergebnisse in Englisch und Französisch und vor allem in Deutsch zeigen eindeutigen Veränderungsbedarf. Neueste Studien stützen diese Tatsache deutlich.


06.03.2017 BVK-Wahlen: Der Countdown läuft

ZLV Standespolitik
In zwei Monate beginnen die Wahlen für die nächste Amtsperiode der Arbeitnehmervertretung im Stiftungsrat der Pensionskasse BVK. Im Wahlkreis 1 (Kanton Schule) kandidieren die beiden bisherigen Stiftungsräte Ernst Joss und Lilo Lätzsch. Ihr Fokus ist eine für alle Versicherten faire BVK. Die Kandidatur erfolgt auf der Wahlplattform der Vereinigten Personalverbände im Kanton Zürich (VPV).

Alle wichtigen Informationen für die Versicherten finden sich auf

www.fair-für-alle-generationen.ch

17.02.2017 Neu definierter Berufsauftrag (nBA) für Lehrpersonen

Merkblatt des ZLV und der SekZH
Damit der «Schutz vor Überlastung» nicht zur Sparübung wird.

Dein Anliegen ist unser Anliegen!

Aktuell halten die täglichen Meldungen zu Entwicklungen in den Schulen bezüglich des neu definierten Berufsauftrages die Lehrpersonen auf Trab. Etliche von uns bereits lange Zeit befürchtete „kreative“ Umsetzungsideen grassieren nun im ganzen Kanton.
Damit unsere Mitglieder noch besser vorbereitet und informiert in die Verhandlungsgespräche mit den Schulleitungen treten können, haben der ZLV und die SekZH für ihre Mitglieder den nBA-Info-Tipp erstellt.  


Zum Merkblatt

12.01.2017 Charta Bildungssponsoring

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV unterstützt die Charta Bildungssponsoring des LCH und unterzeichnete sie heute ebenfalls.

Gemeinsam mit einer exemplarisch zusammengestellten Gruppe von Unternehmungen, Stiftungen, Schulträgern, Pädagogischen Hochschulen, Verbänden und weiteren Organisationen hat der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz LCH eine «Charta zu Sponsoring, Förderung und Finanzierung von öffentlicher Bildung durch private Anbieter» erarbeitet. Im Fokus stehen insbesondere kostenlose, stark vergünstigte oder über Fremdwerbung finanzierte Leistungen.

> Zur Charta

27.12.2016 Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf

ZLV Bildungspolitik
Damit der Lehrberuf für junge, engagierte Menschen weiterhin attraktiv bleibt, sind dringend Massnahmen erforderlich. Der Beruf wird zunehmend seltener mit einem vollen Pensum ausgeübt.

Deshalb hat der ZLV das Positionspapier Attraktivität im Lehrberuf verfasst. Die Forderungen richten sich an Politik und Arbeitgeber.


06.12.2016 PISA 2015: Viele Fragezeichen und keine neuen Erkenntnisse

Medienmitteilung LCH
Zum sechsten Mal seit dem Jahr 2000 wurden letztes Jahr Tausende von 15-jährigen Schülerinnen und Schülern in der Schweiz in den Fächern Naturwissenschaften (Schwerpunkt), Mathematik und Lesen getestet. Die Ergebnisse sind einmal mehr erfreulich und bestätigen das gute Niveau des Schweizer Bildungswesens. Weniger erfreulich ist aber der Umgang der OECD mit kritischen Fragen zur Methodologie des PISA-Tests. Dass die Schweizer Resultate von PISA 2015 weder mit den Schweizer Resultate des PISA-Zyklus 2000 bis 2012 noch mit den aktuellen PISA-Ergebnissen 2015 der anderen OECD-Länder verglichen werden können, ist sehr ärgerlich und unprofessionell. Sollte die OECD die unten stehenden offenen Fragen nicht hinreichend beantworten, werden sich die Lehrerverbände LCH und SER dafür einsetzen, dass die PISA-Millionen künftig für das nationale Bildungsmonitoring ausgegeben werden.

> Zur ausführlichen Medienmitteilung des LCH
> LCH-Presseschau zu PISA 2015
> Der Bildungsserver educa zu PISA 2015

02.12.2016 Vernehmlassung zum Lehrplan 21: Fingerzeig für den Bildungsrat

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat heute die Resultate der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 für den Kanton Zürich publiziert. Die Stossrichtung der Antworten stimmt den Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband zuversichtlich: Viele weisen auf dieselben Punkte hin wie der ZLV. Insbesondere in der umstrittenen Frage der Lektionentafel ist der Vorschlag des Bildungsrats stark kritisiert worden.

Der vom Bildungsrat präsentierte und in die Vernehmlassung gesandte Entwurf wies viele positive Elemente auf, weshalb der ZLV ihn grundsätzlich unterstützte. In seiner Vernehmlassungsantwort wies er allerdings auch auf eine eklatante Schwäche bei der Lektionentafel hin.

 

«Es stimmt uns zuversichtlich, dass die allermeisten Vernehmlassungsantworten uns in der Frage der Lektionentafel folgen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch. Der ZLV fordert eine bessere Verteilung der Lektionen auf die verschiedenen Stufen. Konkret geht es um mehr Stunden auf der Unterstufe und weniger Stunden auf der Mittel- und der Sekundarstufe. Der Vorschlag des ZLV würde zudem erlauben, den pädagogisch wirkungsvollen Halbklassenunterricht beinahe auf dem bisherigen Niveau zu halten.

 

Der Bildungsrat wird voraussichtlich im März die definitive Fassung für die Umsetzung des Lehrplans 21 beschliessen. Der ZLV ist optimistisch, dass er dabei den Fingerzeig aus der Vernehmlassung beherzigen wird.


17.11.2016 Neu definierter Berufsauftrag diskriminiert die älteren Lehrpersonen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
Mit der Einführung des neuen Berufsauftrages müssen ältere Lehrpersonen bis zur ordentlichen Pensionierung bis zu 382 h länger arbeiten als bisher. Bildungsdirektorin Steiner nimmt dies in Kauf.

Die drei Verbände SekZH, ZLV und VPOD forderten für die unmittelbar Betroffenen eine faire Übergangslösung. In der Antwort hält die Bildungsdirektorin fest, dass die beiden Arbeitszeitmodelle nicht vergleichbar seien und sie älteren Lehrpersonen keine faire Übergangslösung gewähren kann. Dank der Quantifizierung jeder Lektion und jeder Ferienwoche lassen sich die zwei Arbeitszeitmodelle doch sehr wohl miteinander vergleichen.

Die drei Verbände prüfen deshalb weitere Schritte.


14.11.2016 Kantonsrat lehnt Fremdspracheninitiative ab: Chancen für die Volksabstimmung bleiben intakt

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Der Kantonsrat hat heute Montag die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände haben diesen Entscheid erwartet. Der hohe Anteil an Ja-Stimmen verdeutlicht jedoch, dass die Pro-Argumente stichhaltig sind. Die Chancen der Volksinitiative an der Urne sind intakt.

Mit 96 zu 68 Stimmen hat der Kantonsrat die Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» abgelehnt. Die Lehrpersonenverbände sind erfreut, dass doch so viele Kantonsrätinnen und Kantonsräte aus verschiedenen Parteien den Vorstoss unterstützen. Die Initiative spricht breite Kreise an, die genug von der Vogel-Strauss-Politik der Zürcher Bildungsbehörden beim Fremdsprachenunterricht haben. Die Lehrpersonenverbände sind überzeugt, die Bevölkerung auf ihrer Seite zu haben. Die Chancen auf einen Sieg sind auch nach dem Kantonsratsentscheid intakt.

 

Kurzfutterkonzept funktioniert nicht


Die Argumente der Initiative überzeugen: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler. Die Rückmeldungen aus der Lehrerschaft zeigen deutlich, dass dieses Kurzfutterkonzept mit zwei Fremdsprachen nicht funktionieren kann, weil die zeitlichen und finanziellen Ressourcen dafür gar nicht vorhanden sind. Auch mittel- bis langfristig werden die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen in der Primarschule aufgrund des zunehmenden Spardrucks nicht gegeben sein. Deshalb braucht es jetzt ein neues und besseres Sprachenkonzept.

 

Gordischen Knoten durchschneiden


Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. Hinzu kommt, dass die Primarschule auch in anderen Fachbereichen vor grossen Herausforderungen steht. Der Lehrplan fordert einen Ausbau der mathematischen und naturwissenschaftlichen Fächer. Medienkunde und Informatik sollten ebenfalls mehr Zeit erhalten. Dieser gordische Knoten lässt sich nur mit einem Ja zur Initiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» durchschneiden.


24.10.2016 Kindergartenlehrpersonen ziehen Kampf gegen Lohndiskriminierung durch

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat Mitte September die Lohndiskriminierungsklage der Kindergartenlehrpersonen abgelehnt. Die drei Verbände ZLV, VKZ und VPOD akzeptieren dies nicht und ziehen das Urteil an das Bundesgericht weiter. Sie werfen dem Verwaltungsgericht vor, wesentliche Fakten nicht berücksichtigt zu haben.

«Die Gleichstellung ist noch nicht erreicht – wir kämpfen weiter um die volle Anerkennung unseres Berufs und verlangen 100% Lohn für 100% Arbeit», sagt Brigitte Fleuti, Präsidentin des Verbands der Kindergartenlehrpersonen des Kantons Zürich (VKZ). Der Dachverband ZLV und die Gewerkschaft VPOD unterstützen die Kindergartenlehrpersonen in diesem Kampf.

 

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18 (eine Lohnstufe tiefer als Primarlehrpersonen). Die Lehrpersonenverbände verlangten deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18. Dieses Begehren wies das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 ab, weil es keine Lohndiskriminierung erkennen konnte. Es begründete dies unter anderem mit einer tieferen Einstufung der Kindergartenlehrpersonen gemäss einer standardisierten Arbeitsplatzbewertung (VFA) für alle kantonalen Berufsgruppen.

 

Verwaltungsgericht berücksichtigte wesentliche Fakten nicht

 

Die Kindergartenlehrpersonen bestreiten die Aktualität dieser im letzten Jahrtausend durchgeführten Bewertung. Denn die Volksschulreform 2008 machte den Kindergarten zur ersten Bildungsstufe mit einem klar definierten Berufsauftrag, obligatorischem Lehrplan und entsprechend höheren Berufsanforderungen. Hinzu kommt, dass das Verwaltungsgericht den heute von angehenden Kindergartenlehrpersonen verlangten Bachelor-Abschluss in der VFA-Bewertung weniger gewichtete als bei anderen Berufsgruppen. Dies ist faktisch diskriminierend: Eine Kindergartenlehrperson benötigt für den Bachelor genauso 180 ECTS-Punkte wie alle anderen Bachelor-Absolventen.

 

Geradezu absurd ist der Hinweis des Verwaltungsgerichts, dass die Kindergartenlehrpersonen gehalten seien, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson beim VPOD warnt: «Diese Vorgabe ist unrealistisch und hätte einen massiven Leistungsabbau auf Kosten der Schülerinnen und Schüler zur Folge.»

 

Gleichstellung gewährleisten

 

ZLV, VKZ und VPOD wehren sich gegen die Zementierung der bestehenden Lohndiskriminierung durch das Verwaltungsgericht. Der Beruf der Kindergartenlehrperson ist ein typischer Frauenberuf. Die Verbände verlangen deshalb vom Bundesgericht auch aus der Warte der Gleichstellung von Mann und Frau eine Neubeurteilung des Falles. Der Beruf der Kindergartenlehrperson muss ausbildungs- und marktgerecht entlöhnt werden und entsprechend attraktiv sein, um eine qualitativ gute Bildung in der Volksschule von der ersten Kindergartenstunde an sicherzustellen.


21.10.2016 Wichtige Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe

Infobrief VKZ VPOD und ZLV an Schulleitungen und Schulbehörden
VKZ, VPOD und ZLV schickten einen Infobrief an die Schulleitungen und Schulbehörden, indem sie die Folgen und Anpassungen aus dem Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich betreffs Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe darlegten.

Eine Kindergartenlehrperson mit einem Vollpensum von 23 Stunden wird heute mit einem Beschäftigungsgrad von 100% angestellt; dies entspricht einer 42-Stunden-Woche. Die Entlöhnung beträgt jedoch nur 87% der Lohnstufe 18. Die Verbände ZLV, VKZ und VPOD haben deshalb auf dem Gerichtsweg eine Erhöhung auf 100% der Lohnklasse 18 verlangt. Dieses Begehren hat das Verwaltungsgericht des Kantons Zürich am 19. September 2016 abgewiesen. Daraus ergeben sich für alle Kindergartenlehrpersonen im Kanton Zürich Konsequenzen, die ab sofort gültig sind:
  • Die Lektionenverpflichtung der Kindergartenlehrpersonen bleibt bei 23 Stunden für ein Vollpensum.
  • Gemäss Verwaltungsgericht sind die Kindergartenlehrpersonen jedoch gehalten, die Lektionenverpflichtung für ein Vollpensum innerhalb einer wöchentlichen Arbeitszeit von 36,5 Stunden (87% von 42 Stunden) wahrzunehmen. Für Teilzeitpensen gilt die analoge Regelung für den jeweiligen Beschäftigungsgrad.
  • Diesem Umstand ist gemäss Verwaltungsgericht insbesondere auch bei der Festlegung von Präsenzzeiten, Teilnahme an Sitzungen, Weiterbildungen, Projekten usw. Rechnung zu tragen.
  • Das Verwaltungsgericht weist weiter darauf hin, dass Kindergartenlehrpersonen mit einem Vollpensum das Recht haben, im Umfang von 13 Stellenprozent (5,5 Stunden pro Woche) einer anderen beruflichen Beschäftigung nachzugehen.
Sollte die neue wöchentliche Arbeitszeit von 36,5 Stunden der Kindergartenlehrpersonen (Vollpensum) nicht für die angestrebte Unterrichtsqualität ausreichen, sind gemäss Verwaltungsgericht die politischen Behörden gefragt. Diese müssten entscheiden, ob dieser Zustand hinzunehmen ist oder ob durch geeignete Massnahmen Abhilfe zu schaffen ist.


20.10.2016 SHP: Zeit für Besprechungen im neuen Berufsauftrag

Infobrief Neuer Berufsauftrag SHP
Am 19. September schickten der ZLV und SekZH folgenden Brief an die Verbände der Schulpräsidien und Schulleitungen zur Weiterleitung an deren Mitglieder.

«Im neuen Berufsauftrag für die Lehrpersonen (Einführung per Schuljahr 2017/18) sind bekanntlich verschiedene Tätigkeitsbereiche vorgesehen:

  1. Unterricht
  2. Schule
  3. Zusammenarbeit
  4. Weiterbildung
  5. Klassenlehrperson
  6. Flexteil
Die Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen hatten bisher in einem Vollpensum zwei Besprechungslektionen integriert. Im neuen Berufsauftrag sind diese nicht mehr speziell berücksichtigt. Der ZLV und die SekZH ersuchen Sie daher höflich, in Ihrem Verantwortungsbereich für einen Ausgleich besorgt zu sein. Eine ideale Lösung wäre, den Schulischen Heilpädagoginnen und Heilpädagogen im Bereich Zusammenarbeit mehr Zeit für die Besprechungen zuzusprechen. Der ZLV und die SekZH empfehlen, dass für ein 100% Pensum 100h aus dem Flexteil dafür eingesetzt werden. Entsprechend sollen für involvierte Klassenlehrpersonen aus dem Flexteil mindestens 40h zusätzlich im Bereiche Zusammenarbeit eingesetzt werden.»


06.10.2016 KBIK lehnt Fremdspracheninitiative ab: Minderheitsstimmen lassen hoffen

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Die Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats lehnt die Volksinitiative „Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule“ mit 9:6 Stimmen ab. Für das Initiativkomitee kommt dieser heute kommunizierte Entscheid nicht überraschend. Es ist jedoch erfreut über die bedeutende Minderheit, welche die Initiative unterstützt. Dies verdeutlicht den Handlungsbedarf und zeigt, dass das Anliegen in der Volksabstimmung eine Chance hat.

Die 6 Befürworterinnen und Befürworter der Fremdspracheninitiative haben die Probleme erkannt: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler und führt zu unbefriedigenden Resultaten. Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg als heute. Die Kommissionsminderheit vertritt dabei dieselbe Meinung wie das Initiativkomitee: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. 

 

Das Initiativkomitee ist erfreut, dass eine bedeutende Minderheit der Kommission der Argumentation der Initiative gefolgt ist. Dies verdeutlicht, dass hoher Handlungsbedarf besteht. Weiter zeigt das Stimmenverhältnis, dass die Initiative trotz der wahrscheinlichen Ablehnung im Kantonsrat grosse Sympathie geniesst und in der Abstimmung eine Chance haben wird. Die Lehrpersonenverbände fühlen sich umso mehr ermutigt, sich voll für die Initiative einzusetzen.

 

Enttäuscht sind Initiativkomitee und die Verbände von der Mehrheit der KBIK, die sich für den Status quo ausgesprochen hat. Diese Volksvertreterinnen und -vertreter negieren die Probleme des aktuellen Fremdsprachenunterrichts und nehmen die Anliegen der Schule offenbar nicht ernst. Woher sie die Sicherheit nehmen, dass die meisten Kinder mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert seien, entzieht sich dem Initiativkomitee. Der Schulalltag und die Rückmeldungen der rund 4000 ZLV-Mitglieder – also der Lehrpersonen vor Ort in den Schulen – zeigen ein anderes Bild.


19.09.2016 Verwaltungsgericht lehnt Lohnbeschwerde der Kindergartenlehrpersonen ab

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Das Zürcher Verwaltungsgericht hat die Beschwerde von Kindergartenlehrpersonen und Lehrpersonenverbänden gegen die aktuelle Lohndiskriminierung abgelehnt. Für die Beschwerdeführerinnen ist dies eine Enttäuschung. Die Kindergartenlehrpersonen haben Anspruch auf 100 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse – und nicht 87 Prozent wie bisher. Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid analysieren und einen Weiterzug prüfen.

Der Kindergarten ist seit 2008 ein obligatorischer Bestandteil der Volksschule. Die Kindergartenlehrpersonen sind kantonal angestellt und einer zur Aufgabe passenden Lohnklasse zugeordnet. Trotzdem erhalten sie mit fadenscheinigen Begründungen für eine 100-Prozent-Anstellung nur 87 Prozent des Lohnes ihrer Lohnklasse. 2015 bestätigte der Regierungsrat diese Haltung und konnte keine Lohndiskriminierung erkennen. Gegen seine entsprechende Verfügung haben drei Kindergartenlehrpersonen sowie die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und Zürcher Lehrinnen- und Lehrerverband ZLV beim Verwaltungsgericht Beschwerde erhoben – die nun leider abgelehnt worden ist.

 

Für die Beschwerdeführerinnen und für alle Kindergartenlehrpersonen stellt der Entscheid des Gerichts eine Enttäuschung dar. ZLV-Vizepräsident Kurt Willi: „Wir sind überzeugt, dass unsere Argumentation stichhaltig ist. Die Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen ist ohne Beispiel und willkürlich.“

 

Die Lehrpersonenverbände argumentierten insbesondere mit der Gleichbehandlung aller Angestellten. Wer einer Lohnklasse zugeordnet ist, soll auch Anspruch auf den vollen Lohn dieser Klasse haben. Regina Stauffer, Kindergartenlehrperson und Vertreterin des VPOD: „Es ist eine Schande, dass das Prinzip 100 Prozent Lohn für 100 Prozent Arbeit 20 Jahre nach dem Inkrafttreten des Gleichstellungsgesetzes noch immer nicht Realität ist.“

 

Die Anforderungen an den Beruf sind in den letzten Jahren stark gestiegen, unter anderem infolge der heterogenen Klassen. Die Kindergartenlehrpersonen sind heute der Lohnklasse 18 zugeordnet – eine Stufe unter den Primarlehrpersonen. VKZ Präsidentin Brigitte Fleuti: „Als typischer Frauenberuf bleiben die Kindergartenlehrpersonen diskriminiert.“

 

Die Lehrpersonenverbände werden nun den Entscheid des Verwaltungsgerichts analysieren und einen Weiterzug prüfen. So oder so sind die Verbände bereit, weiterhin mit voller Kraft für die Rechte der Kindergartenlehrpersonen einzustehen.


05.09.2016 Der ZLV beantwortet die Vernehmlassung zum Lehrplan 21

ZLV Bildungspolitik
Die Vernehmlassungsantwort des ZLV entstand entlang der Resultate der Mitgliederumfrage. Der ZLV schlägt eine andere Lektionenverteilung vor. Die Anzahl der Lektionen im Halbklassenunterricht bleibt damit unverändert auf dem Stand des Schuljahres 2015/16. Ausserdem fordert der ZLV eine Anpassung des §21a VSG. Die Vernehmlassung im Wortlaut finden Sie neu auf der Website.


31.08.2016 Lehrpersonen klar für Lehrplan 21, aber gegen die Lektionentafel des Bildungsrats

Medienmitteilung ZLV
Rund drei Viertel der ZLV-Mitglieder unterstützen den Lehrplan 21 (LP 21) grundsätzlich. Dies ist das Resultat einer repräsentativen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands. Das grosse Aber: Sie machen diese Unterstützung davon abhängig, dass die Vorschläge des ZLV für die Lektionentafel aufgenommen werden. Den Vorschlag des Bildungsrats lehnen sie mit überwältigender Mehrheit ab. Der ZLV wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung zum LP 21 und den Entscheid des Bildungsrats ab. Den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion bleibt der Verband weiterhin fern.

Der Lehrplan 21 ist für den ZLV ein zentrales Thema. Damit er die Haltung der Basis im laufenden Prozess  bestmöglich vertreten kann, hat er eine Mitgliederumfrage durchgeführt. Rund ein Drittel der angeschriebenen Mitglieder beantwortete die Fragen – das Resultat ist somit repräsentativ für die Mitglieder des grössten Zürcher Lehrpersonenverbands.

 

Die Ergebnisse sind eindeutig ausgefallen. Die Mitglieder des ZLV erweisen sich als konstruktiv mitdenkende Akteure der Zürcher Volksschule, sofern man ihre Anliegen ernst nimmt. 72% begrüssen den LP 21 grundsätzlich als Fortschritt. 28% lehnen den LP 21 ab. Die Zustimmung wird allerdings davon abhängig gemacht, dass der Bildungsrat in seinem Einführungsentscheid auf die Änderungsvorschläge der Lehrpersonen eingeht.

 

Lektionentafel: Qualität vor Quantität

 

Der grösste Streitpunkt zwischen Bildungsrat und ZLV ist die Lektionentafel – diese legt fest, wie viele Stunden jedes Fach in welcher Klasse zugesprochen erhält. Den Vorschlag des Bildungsrats für die Lektionentafel lehnen 88% der ZLV-Mitglieder in der Umfrage ab. Den Änderungsvorschlag der Lehrpersonenverbände heissen dagegen 92% gut. Sie fordern, dass der bewährte und sehr wirkungsvolle Halbklassenunterricht im bisherigen Rahmen beibehalten wird, insbesondere in der 4. bis 6. Klasse. Zudem wollen die Lehrpersonenverbände durchsetzen, dass die Zahl der vom Bildungsrat vorgesehenen Lektionen in der 5. und 6. Klasse sowie in der 8. Klasse reduziert wird. «Qualität muss vor Quantität kommen», sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch.

 

Ein weiterer Kritikpunkt des ZLV ist der Vorschlag des Bildungsrats, im Rahmen der Einführung des LP 21 den Paragraphen 21a ersatzlos aus dem Volksschulgesetz zu streichen. Der Passus legt die Unterrichtszeit des Fachs Handarbeit in der Primar- und Sekundarstufe sowie weitere Details dazu fest. Der ZLV schlägt vor, den Paragraphen 21a nicht zu streichen, sondern anzupassen. 86% der Mitglieder haben diesen Weg in der Umfrage unterstützt.

 

Der ZLV hat die Haltung seiner Mitglieder in die Antwort auf die Vernehmlassung zu den bildungsrätlichen Vorschlägen zum LP 21 einfliessen lassen. Der Verband wartet nun die Ergebnisse der Vernehmlassung und den noch dieses Jahr zu erwartenden Entscheid des Bildungsrates ab. ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch: «Wir hoffen sehr stark, dass der Bildungsrat die fundierten Rückmeldungen der Lehrerschaft berücksichtigen wird und dass wir danach die Einführung des LP 21 unterstützen können.»

 

ZLV bleibt Arbeitsgruppen fern

 

Seit März 2016 hat der ZLV die Mitarbeit in den Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion zur Einführung des LP 21 sistiert. Der Grund war, dass die Resultate der Arbeitsgruppen von den Steuerungsgremien regelmässig übergangen wurden. Da die Bildungsdirektion die Entscheidungsprozesse nicht geändert hat, sieht der ZLV zurzeit keinen Grund in die Begleit- und Arbeitsgruppen zurückzukehren. Die vom Kantonsrat in die bildungsrätliche Kommission Lehrplan 21 gewählten ZLV-Vertretenden werden ihre Aufgabe jedoch wie bisher wahrnehmen.


09.08.2016 Bildungsrat: Fächerprofile für konsekutive Master

ZLV Bildungspolitik
Erwartungsgemäss hat der Bildungsrat entschieden, dass für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I nur zwei oder drei Studienfächer gewählt werden müssen. Um die Ausbildung attraktiv zu gestalten, ist das sinnvoll. Für die Schule wäre eine breitere Ausbildung zweckmässiger. Die Forderung des ZLV, dass Schulgemeinden die Nachqualifikationen grosszügig unterstützen, gewinnt damit noch an Bedeutung.

Den Beschluss des Bildungsrates vom 28. Juni 2016 "14 Fächerprofile für konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich" finden Sie hier.

Zum Thema Nachqualifikationen gibt es ein nach wie vor aktuelles Positionspapier "Weiterbildung" des ZLV.

15.07.2016 ZLV-Vernehmlassungsantwort zu Tagesstrukturen

ZLV Bildungspolitik
Die Bildungsdirektion möchte im Volksschulgesetz die Bestimmungen zu Tagesschulen und Tagesstrukturen genauer umschreiben. Dazu startete sie eine Vernehmlassung, an der sich auch der ZLV beteiligte. Die Vernehmlassungsantwort ist nun aufgeschaltet.

Aus dem Begleitschreiben der Bildungsdirektion:

"Dem wachsenden gesellschaftlichen Bedürfnis nach Betreuungsangeboten trägt der Regierungsrat im Rahmen seiner Legislaturziele 2015- 2019 Rechnung, indem die Einführung von Tagesschulen ermöglicht und gefördert und dabei neue Modelle geprüft werden sollen.
Vor diesem Hintergrund soll im Volksschulgesetz vom 7. Februar 2005 (VSG; LS 412.100) eine ausdrückliche Rechtsgrundlage für Tagesschulen geschaffen werden. Dadurch werden Rahmenbedingungen und Handlungsspielräume für den Betrieb von Tagesschulen geklärt. Gleichzeitig sieht die Vernehmlassungsvorlage vor, die im Volksschulgesetz bereits bestehenden, sehr kurz gefassten Gesetzesbestimmungen zu den Tagesstrukturen zu verdeutlichen. Verschiedene Erfahrungen aus der Anwendungspraxis führen ebenfalls zu inhaltlichen und systematischen Änderungen."

> Zur Vernehmlassungsantwort des ZLV

07.07.2016 Zur Ablehnung der Zürcher Fremdspracheninitiative durch den Regierungsrat

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Dass der Zürcher Regierungsrat die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» ohne Gegenvorschlag ablehnt ist keine Überraschung. Damit liegt die Zürcher Regierung auf der Linie der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, die das Modell 3/5 hartnäckig verteidigt.

Mit diesem Entscheid ist das Problem mit dem frühen Fremdsprachenlernen aber nicht gelöst. Drei Sprachen bereits in der Primarschule lernen zu müssen, überfordert sehr viele Kinder. Dabei ist der Aufwand sehr gross und wie neuste Studien zeigen, sind die Erfolge vor allem im Französisch äusserst bescheiden.

 

Mit dem neuen Lehrplan sieht sich die Mittelstufe mit den erhöhten Anforderungen im wichtigen Bereich von Natur und Technik sowie mit der Einführung in die Informatik konfrontiert. Da alle Neuerungen kostenneutral erfolgen müssen, werden mit dem Abbau des auch für das Einüben von Fremdsprachen nützlichen Halbklassenunterrichts die Rahmenbedingungen noch verschlechtert. Nur mit der Verschiebung der zweiten Fremdsprache in die Sekundarschule kann Platz für eine solide Umsetzung des Auftrags der Primarschule geschaffen werden. Das bisherige Sprachenkonzept ist wenig effizient und muss grundlegend umgebaut werden.

 

Der Entscheid, welche Fremdsprache in der Primarschule eingeführt werden soll, ist laut Initiativtext Sache des Bildungsrats. Die Initiative ist von dieser Frage nicht direkt betroffen. Ob das Eingreifen des Bundesrats einer überzeugenden Lösung förderlich ist, werden die kommenden Diskussionen in Bund und den Kantonen zeigen.


06.07.2016 Facebook: 800 «Gefällt mir»-Angaben übersprungen

ZLV-intern
Seit dem März 2012 unterhält der ZLV eine Facebook-Seite für Organisationen. Das bedeutet: Interessierte können die Seite «liken» und damit die «Posts» des ZLV verfolgen und diskutieren. Nun hat die Seite die Marke von 800 «Gefällt-mir»-Angaben übersprungen.

Über diesen Erfolg freut sich das Redaktionsteam, bestehend aus ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch, ZLV-Geschäftsleiterin Jolanda Pongelli und Magazin-Redaktor Roland Schaller. «Mit Facebook sprechen wir Lehrpersonen und weitere Leute an, die wir mit unserer traditionellen Kommunikation nicht erreichen», sagt Lilo Lätzsch. «Deshalb lohnt sich der Aufwand.»

Und etwas Eigenlob darf auch sein: Kein vergleichbares Facebook-Profil einer anderen kantonalen LCH-Sektion konnte bislang einen so grossen Anhang aufbauen. Hier wird innovativ und vorbildlich gearbeitet, das wurde dem ZLV auch schon von berufener Seite attestiert.

> https://www.facebook.com/zlv.ch/

29.06.2016 Verstärkung für die Geschäftsleitung

ZLV-intern
An der ordentlichen Delegiertenversammlung 2015/2016 wurden drei neue Mitglieder für die Geschäftsleitung gewählt.

Insgesamt 46 stimmberechtigte Delegierte besuchten am 29. Juni die ordentliche Delegiertenversammlung 2015/2016 des ZLV. Präsidentin Lilo Lätzsch freute sich darüber, Sarah Knüsel und Moritz Stutz vom VSLZH und Daniel Kachel, frischgewählter Präsident SeKZH, als Gäste willkommen zu heissen.

Marion Heidelberger, Vizepräsidentin LCH, überbrachte die Grüsse des Dachverbandes und berichtete kurz darüber, was auf der Homepage des LCH interessantes zu finden ist. Ein besonderes Lob gab es für die immer wichtiger werdenden Auftritte der Verbände auf den Sozialen Medien. Lilo Lätzsch ging in ihrer kurzen Eröffnungsrede auf die aktuellsten und wichtigsten Geschäfte des ZLV ein.

 

Neue GL-Mitglieder

Es herrschte eine gute Stimmung und die Delegierten stellten konstruktive Fragen an die Geschäftsleitung. Die Delegierten unterstützten alle Anträge der Geschäftsleitung. Es gibt neu eine Kooperation mit der Stiftung Pestalozzianum, neue Legislaturziele und die Vernehmlassung Lehrplan 21 wird mitgetragen.  

Das wichtigste Geschäft an der diesjährigen DV waren die Wahlen von drei neuen Mitgliedern für die Geschäftsleitung. Neu gewählt wurden

- Daniel Rutz (ZKM)

- Dominique Tanner (Handarbeit/Werken)

- Barbara Schwarz (VKZ)

Daniel Rutz arbeitete bereits seit einem Jahr als Berater in der Geschäftsleitung mit. Die beiden Frauen werden neu dazu stossen. Dies wird eine grosse Entlastung für die Geschäftsleitung bringen. Der Vorstand ist so bestens auf den angekündigten Rücktritt von Lilo Lätzsch in einem Jahr vorbereitet.

Die Erneuerungswahlen für die standespolitische und die pädagogische Kommission wurden ebenfalls durchgeführt. Die neue Zusammensetzung dieser Gremien finden sie auf der Website des ZLV. Die ordentlichen Geschäfte gaben wenig zu reden. So wurden Jahresrechnung und Budget einstimmig angenommen. Die Mitgliederbeiträge bleiben unverändert.

Mit bestem Dank für Ihr Engagement im ZLV wurden verabschiedet

- Rahel Küng (Geschäftsleitung)

- Hans Lenzi (LCH-Delegierter)

- Rosy Kaufmann (LCH-Delegierte)

- Simon Hausammann (Präsident Sektion Sekundarstufe I)

- Jonas Guggenheim (Präsident Sektion Primar 1)

- Elisabeth Blülle (PK)

- Bea Bögli (PK)

- Patricia Ribo (SPK)

 

Zum 20-jährigen Jubiläum wurde die Pausenverpflegung in diesem Jahr von der Zürich Versicherung offeriert. Die Kooperation mit dem LCH garantiert auch den ZLV-Mitgliedern Vergünstigungen bei allen Versicherungsverträgen.

Zum Schluss überreichte Brigitte Fleuti, Präsidentin des VKZ, der Geschäftsleitung zum Jubiläum einen Korb mit Süssigkeiten. Da freuen wir uns doch schon auf die nächsten Sitzungen.

 

Jolanda Pongelli, Geschäftsleiterin ZLV

21.06.2016 Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg

ZLV Bildungspolitik
Der ZLV beantwortete die Vernehmlassung Studienformate für Quereinstieg und konsekutive Master im Studiengang Sekundarstufe I an der Pädagogischen Hochschule Zürich.

Grundsätzlich begrüsst der ZLV die EDK Richtlinien, stellt aber fest, dass nicht alle Kantone diese Richtlinien einhalten, dies macht eine Ausbildung an der PHZH weniger attraktiv. Die freie Wahl der Fächer wird sehr unterstützt. Der ZLV nimmt die Begrenzung auf drei Fächer zur Kenntnis, im schulischen Alltag wären vier oder mehr besser. Daher braucht es attraktive Rahmenbedingungen für eine Nachqualifikation. Die Anzahl von 30 (40) ECTS für die Nachqualifikation ist sehr hoch. Kompetenzen, die bereits vorhanden sind, müssen für die Anrechnung berücksichtigt werden. Zudem ist eine Unterstützung seitens Schulgemeinde gefragt und letztlich auch in ihrem Interesse.
> www.zlv.ch/politik/standpunkte/vernehmlassungen


16.06.2016 Bleiben Sie nach Ihrer Pensionierung Mitglied beim ZLV

ZLV-intern
Mit der Weiterführung der Verbandmitgliedschaft bezeugen pensionierte Kolleginnen und Kollegen ihre Solidarität mit den aktiven Lehrpersonen.

Lehrpersonen im Ruhestand bezahlen je nach Mitgliedorganisation oder Sektion einen reduzierten Mitgliederbeitrag zwischen CHF 100.- und 150.-.

Sie erhalten weiterhin das ZLV-Magazin, profitieren von den Vergünstigungen und wahren so den Kontakt zum Lehrberuf und zum Berufsverband. 


Kulturprogramm
Der ZLV bietet seinen Mitgliedern im Ruhestand zusätzlich zu den Mini-Fachtagungen ein separates Kulturprogramm an. Monatlich werden Veranstaltungen wie Führungen in Museen, Betriebsbesichtigungen, Rundgänge durch Ortschaften und Ähnliches, welche teilweise gratis oder sehr günstig sind, organisiert. Das Programm wird jeweils im ZLV-Magazin veröffentlicht.

> Pensionierte Lehrpersonen

15.04.2016 Lehrplan 21: Halbklassenunterricht beibehalten und weniger Stunden in 5. und 6. Klasse

Medienmitteilung ZLV
Im März hat sich der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV aus den kantonalen Arbeitsgruppen für den Lehrplan 21 zurückgezogen. Nachdem die Bildungsdirektion das Gespräch suchte, wird sich der ZLV nun konstruktiv an der Vernehmlassung beteiligen. Er setzt sich insbesondere dafür ein, dass der Halbklassenunterricht auf der Mittelstufe mindestens im bisherigen Rahmen beibehalten wird und dass die Schülerinnen und Schüler in den oberen Klassen weniger Stunden als vorgesehen zu absolvieren haben. Zusammen mit den anderen Lehrpersonenverbänden hofft der ZLV auf ein Einlenken des Bildungsrats in diesen zentralen Themen.

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich. Der Rückzug aus den Arbeitsgruppen erfolgte, weil der Verband sich mit seinen Argumenten nicht ernst genommen fühlte. Eine klärende Aussprache mit der Bildungsdirektion trug inzwischen zum gegenseitigen Verständnis bei. Für die Rahmenbedingungen des Lehrplans 21 ist der Bildungsrat zuständig. Auf dessen Einlenken in zentralen Fragen hoffen sowohl der ZLV als auch die weiteren Lehrpersonenverbände. Sie werden ihre Argumente in der heute beginnenden Vernehmlassung koordiniert einbringen. «Wir zählen auf einen Tatbeweis des Bildungsrats, dass er die Anliegen der Lehrerinnen und Lehrer ernst nimmt», sagt Lätzsch.

Konkret fordert der ZLV, dass die Behörden bei der Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich vorgesehene Reduktion des Halbklassenunterrichts in der Mittelstufe verzichten und dafür mindestens die bisherige Anzahl Lektionen vorsehen. In der 5. und 6. Klasse sollen die Schülerinnen und Schüler zudem maximal 30 Lektionen Unterricht besuchen, in der 8. Klasse maximal 34 Lektionen. Ausserdem ist es für den ZLV wichtig, dass für Weiterbildungsmassnahmen rund um die Einführung des Lehrplans 21 genügend finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt werden.

Ein weiterer, in der Vernehmlassung zu beurteilender Punkt ist die geplante Änderung von §21 des Volksschulgesetzes, welcher die Anzahl der Lektionen Handarbeit pro Woche für die einzelnen Schuljahre festlegt. Der ZLV strebt dabei eine pragmatische Lösung an, die dem grossen Stellenwert des Fachs Rechnung trägt.

Der ZLV wird in den nächsten Wochen seine provisorische Haltung zum Lehrplan 21 und den diversen zu beurteilenden Einzelfragen mit den verbandsinternen Gremien abstimmen und die definitive Vernehmlassungsantwort fristgerecht bei Bildungsdirektion und Bildungsrat eingeben.

13.04.2016 Regierungsrat schiebt das Budgetproblem an die Gemeinden ab

Medienmitteilung ZLV
Der Regierungsrat Zürich hat heute kommuniziert, wie er die Sparvorgaben im Bildungsbereich gestalten will. Seine Kernmassnahme in Bezug auf die Volksschule ist die Kommunalisierung der Schulleitungen. Damit wird das Budgetproblem einfach an die Gemeinden abgeschoben. Diese haben vielerorts klamme Kassen und fahren bei den Schulen einen Sparkurs. Dieser dürfte sich nun verschärfen. Für die Schule als Gesamtgebäude wird der Schritt des Regierungsrats deshalb trotzdem zu einem Bildungsabbau führen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV nimmt davon sehr besorgt Kenntnis.

Die Schule ist ein fein austariertes Gesamtgebäude. Die Abstimmung zwischen den verschiedenen Schulen, Stufen und Trägern ist einfacher geworden, seit die Anstellungen weitgehend kantonalisiert erfolgen. Der ZLV nimmt deshalb mit grosser Sorge zur Kenntnis, dass der Regierungsrat die Anstellung der Schulleitenden nun im Rahmen der kantonalen Sparmassnahmen zu den Gemeinden verlagern will. Der ZLV fürchtet auf zwei Ebenen negative Auswirkungen.

  • Die Kompetenzverlagerung an die Gemeinden belastet die kommunalen Budgets. In weiten Teilen des Kantons sind diese bereits stark unter Druck, was in den letzten zwei Jahren auch in den Schulbudgets zu markanten Einschnitten führte. Kommen nun noch die Löhne der Schulleitenden hinzu, werden weitere Einschnitte unvermeidbar sein. Abhilfe könnten nur Steuererhöhungen bringen, die jedoch im jetzigen politischen Klima schwierig durchzusetzen sein dürften.
  • Der ZLV setzt sich seit jeher für einheitliche Rahmenbedingungen für die Schule ein. Die Kommunalisierung der Schulleitungen wird jedoch dazu führen, dass die Anstellungsbedingungen der Schulleitenden auseinanderdriften. Bei Schulen in finanzschwachen Gemeinden kann dies zu Qualitätsproblemen führen.

Der ZLV fordert deshalb, dass ein klarer Katalog aufgestellt wird, welche Aufgaben und Pflichten eine Schulleitung erfüllen muss. Der Verband hofft, dass sich die Gemeinden ihrer Verantwortung bewusst sind und nach wie vor qualifizierte, engagierte Schulleitungen anstellen. Zudem wird der ZLV den Kontakt mit den Vereinigten Personalverbänden (VPV) suchen, da mehrere Verbände von Sparmassnahmen betroffen sind.

 

Zweiter Tag der Bildung?

Man muss der Bildungsdirektion immerhin attestieren, dass sie mit der Kommunalisierung der Schulleitungen ihr Versprechen einhält, die Klassengrössen oder Lektionenverpflichtungen nicht zu erhöhen. Aus der Warte der Schule als Gesamtgebäude muss der ZLV die Massnahme dennoch kritisieren. Über die kommunalen Budgets wird sie die Schulen treffen und ihre Qualität gefährden. Der ZLV geht davon aus, dass die kommunalen Abbaumassnahmen jene des Kantons bereits jetzt bei Weitem übertreffen. Dies darf nicht so weitergehen. Ein zweiter Tag der Bildung rückt näher.


07.03.2016 Lehrplan 21: ZLV verlässt Arbeitsgruppen der Bildungsdirektion

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV verlässt die kantonalen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 per sofort. Der Grund dafür: Die Bildungsdirektion nimmt die Mitarbeit der Lehrpersonenverbände nicht ernst und bewegt sich in zentralen Fragen ins Abseits.

Der ZLV wirkt auf Einladung der Bildungsdirektion seit rund einem Jahr intensiv in den verschiedenen Arbeitsgruppen zur Umsetzung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich mit. Nach einem Jahr harter Arbeit muss der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Lehrpersonenverband der Zürcher Volksschule ernüchtert feststellen, dass von den Ergebnissen der Arbeitsgruppen am Schluss kaum etwas übrig bleibt. Die übergeordnete Steuergruppe der Bildungsdirektion fällte immer wieder Entscheide, die den Resultaten aus den Arbeitsgruppen teilweise diametral gegenüberstehen.

 

Selbstverständlich ist dem ZLV bewusst, dass nicht alle Anliegen der Lehrpersonenverbände umgesetzt werden können. Trotzdem geht er davon aus, dass seine Mitarbeit, seine fachlichen Inputs aus dem Schulalltag und sein Engagement ernst genommen werden. Besonders stossend ist, dass die Steuergruppe der Bildungsdirektion genau jene Lektionentafel favorisiert, welche in den Arbeitsgruppen von allen Lehrpersonenverbänden abgelehnt wurde. Beim Entscheid zur Lektionentafel handelt es sich um das aus Sicht des ZLV wichtigste Thema bei der Einführung des Lehrplans 21.

 

Der ZLV teilte seine schwerwiegenden Bedenken der Bildungsdirektorin und allen Mitgliedern des Bildungsrats zum bisherigen Vorgehen frühzeitig mit, ohne dass sich etwas änderte. Der Verband hat sich deshalb entschieden, die verschiedenen Arbeitsgruppen per sofort zu verlassen. «Für die Bildungsdirektion sind die Lehrpersonenverbände offenbar nur Dekoration – wir verlangen bei einem Entscheid von so grosser Tragweite einen ernsthaften Einbezug», sagt ZLV-Vizepräsident Kurt Willi.

 

ZLV überdenkt Unterstützung für Lehrplan 21

 

Grundsätzlich unterstützt der ZLV die Einführung des Lehrplans 21 im Kanton Zürich, sofern die Rahmenbedingungen stimmen. Leider stimmen diese momentan jedoch in keiner Art und Weise mehr. Neben dem fehlenden ernsthaften Einbezug der Lehrpersonenverbände und falschen Stossrichtungen in zentralen Fragen wie der Lektionentafel kommen fehlende Umsetzungsressourcen hinzu, beispielsweise für Weiterbildungen. Sollte sich an diesen ungeeigneten Rahmenbedingungen nichts mehr ändern, wird der ZLV die Einführung des neuen Lehrplans im Kanton Zürich nicht mehr unterstützen.


26.02.2016 Kantonale Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» eingereicht

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Heute wurde die Volksinitiative für eine Fremdsprache an der Primarschule mit 9‘270 Unterschriften eingereicht. Damit wurde ein deutliches Zeichen für eine bessere Staffelung des Fremdsprachenerwerbs in der Schule gesetzt.

Die Rückmeldungen von den vielen Sammelaktionen im ganzen Kanton ergeben ein klares Bild. Das Lernen zweier Fremdsprachen wird kaum von jemandem infrage gestellt, nur über den Zeitpunkt der Einführung der zweiten Fremdsprache gehen die Meinungen auseinander. Ebenso eindeutig wird unterstrichen, dass ein Konzept mit nur zwei Wochenlektionen zu 45 Minuten pro Sprache wenig Aussicht auf nachhaltigen Erfolg hat.

 

Zwei Fremdsprachen in der Primarschule haben zu einer offensichtlichen Sprachlastigkeit der Schule geführt. Dadurch wurden andere Bildungsbereiche wie Werken und Mensch/Umwelt geschwächt. Für Fächer wie Medienkunde und Informatik bleibt kein Platz mehr.

 

Für die Lehrpersonenverbände Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV), Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) und den Verein der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH) stimmen Aufwand und Ertrag beim gegenwärtigen Sprachenkonzept überhaupt nicht. Erstaunlich ist, dass die Bildungsdirektion noch nie nach dem «Return on Invest» gefragt hat. Nach Auffassung der Lehrpersonen ist der zentrale Auftrag der Primarschule, zuerst die Kinder gründlich mit der Standardsprache Deutsch vertraut zu machen und dann die erste Fremdsprache sorgfältig einzuführen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lernen Jugendliche die zweite Fremdsprache auf der Sekundarstufe schneller als bei einem vorzeitigen Erstkontakt.

 

Mit der Einreichung der Initiative ist die Basis geschaffen worden, dass über das heutige untaugliche Sprachenkonzept ernsthaft diskutiert werden kann und für die Schülerinnen und Schüler bessere Lösungen gefunden werden können.

 

Die Einreichung der Initiative soll auch als ein über die Kantonsgrenze hinausgehendes Zeichen für eine Revision des unbefriedigenden Sprachenkonzepts verstanden werden. Die Qualität der Volksschule wird davon profitieren.


08.02.2016 Petition Kindergarten: Antwort des Regierungsrates

Mitteilung VKZ und ZLV
Der Regierungsrat des Kantons Zürich hat zu unserer Petition «Anstellung von Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe ohne Ausbildung» Stellung genommen. Der VKZ und der ZLV nehmen mit grossem Bedauern zur Kenntnis, dass der RR die Forderung ablehnt, ausschliesslich Lehrpersonen mit einer anerkannten Ausbildung auf der Kindergartenstufe anzustellen.

Wir stellen fest, dass der Regierungsrat mit dieser Stellungnahme, auch wenn er diese mit einer gesetzlichen Ausnahmeregelung begründet, einen qualitativen Abbau auf der ersten Bildungsstufe in Kauf nimmt. Bezüglich der Lohneinstufung ist dem RR ein Fehler unterlaufen. Die Lehrpersonen der Kindergartenstufe sind auf der Stufe I, die Lehrpersonen der Primarstufe auf der Lohnstufe III eingeteilt – und nicht der Stufe II, wie es in der Antwort des RR steht.


13.01.2016 ZLV setzt sich gegen Raubbau an der Volksschule ein

Medienmitteilung ZLV
Seit zwei Jahren drücken viele Zürcher Gemeinden die Budgets ihrer Schulen. Dieser Raubbau an den Ressourcen gefährdet das Erreichen der Schulziele immer mehr. Parallel dazu geraten nun die Löhne der Lehrpersonen wieder unter Druck. Der ZLV wird 2016 gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen antreten und hat sich deshalb am heutigen Tag der Bildung engagiert.

Die erste oder gar die ersten zwei Runden mit Kürzungen auf Gemeindeebene sind vorbei. Das Resultat sind unter anderem weniger Ressourcen für die Klassen – und dies bei kantonsweit tendenziell steigenden Schülerzahlen. Eine einschneidende Massnahme war vielerorts das Streichen der Gelder für Kurzvikariate und anderer Unterstützungsressourcen für die Lehrpersonen. Das gerade in grossen Klassen wichtige Teamteaching fällt dadurch dem Spardruck zum Opfer. Wenn Lehrpersonen krankheitshalber ausfallen, steht zudem kurzfristig kein Ersatz zur Verfügung. Eine Lehrperson muss in solchen Fällen neben der eigenen Klasse auch noch jene der ausgefallenen Kollegin betreuen – mit entsprechenden Qualitätseinbussen. Betrachtet man die finanzielle Situation der Gemeinden, dürfte sich die Situation für das Schuljahr 2016/2017 weiter verschlechtern.

 

Lehrpersonen zahlen die Zeche

 

Auf Kantonsebene zeichnen sich parallel dazu weitere massive Verschlechterungen für die Rahmenbedingungen der Volksschule ab. Besonders bitter für den ZLV ist, dass die Lehrpersonen ab Schuljahr 2016/2017 keine Einmalzulagen mehr erhalten sollen. Zur Erinnerung: Erst auf das Schuljahr 2014/2015 schaffte der Kanton die fachlich gut begründete Mehrklassenzulage ab und wandelte sie in die Einmalzulage um. Es hiess damals, es gäbe mehr Geld für mehr Leute. Nun soll es bereits gar nichts mehr geben. Der ZLV hatte sich jahrelang gegen die Abschaffung der Mehrklassenzulage gewehrt – wie es sich nun zeigt, mit vollem Recht.

 

Für Stufenanstiege von Lehrpersonen stehen im Budget 2016 zudem nur 0.4% der Lohnsumme zur Verfügung, obwohl sich durch das Ausscheiden älterer Lehrpersonen die Lohnsumme jedes Jahr um mindestens 1% reduziert. Einmal mehr bezahlen damit die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule die Zeche für die missliche Finanzpolitik des Kantons.

 

Der ZLV wehrt sich gegen den immer deutlicher sichtbaren Raubbau an den Ressourcen der Volksschule und an den Löhnen der Lehrpersonen. Mit seiner aktiven Beteiligung am Tag der Bildung setzt er ein Zeichen. Der Verband wird sich 2016 auf allen Ebenen einbringen und mit voller Kraft gegen den Bildungsabbau kämpfen.


14.12.2015 Kantonsrat zieht den Zorn des Staatspersonals auf sich

Medienmitteilung VPV
Der Kantonsrat will für das Staatspersonal nächstes Jahr nur 0,4 Lohnprozente mehr ausgeben. Dabei bleibt er weit hinter dem Antrag des Regierungsrates zurück, der insgesamt 0,9 Lohnprozente mehr für das Staatspersonal vorgesehen hatte (0,6% als individuelle Lohnerhöhung, 0,3% als Einmalzulage). Diese Geringschätzung hat das Staatspersonal nicht verdient!

Damit bleibt der Kanton einmal mehr hinter der jährlichen UBS-Lohnumfrage zurück. Das heisst, die Schere zwischen der allgemeinen Lohnentwicklung in der Region Zürich und dem Lohn des Staatspersonals geht weiter auf. Bereits hinken die Löhne, die der Kanton bezahlt, seit 2010 um 2,2% hinterher.

Dies ist doppelt bitter: Zum einen könnten Lohnanpassungen wie von der Regierung vorgeschlagen durch die sogenannten Rotationsgewinne finanziert werden. Diese betragen nämlich im Durchschnitt über alle Direktionen gerechnet 1%. Und zum andern hat das Personal selbst in den fetten Jahren kaum von der Prosperität der Kantonsfinanzen profitieren dürfen. Das Budget geht für nächstes Jahr noch von einer schwarzen Null aus. Danach sehen die Prognosen düster aus. Wie will der Kantonsrat das Staatspersonal behandeln? Die VPV werden alle legalen Mittel ausschöpfen, um einer weiteren Verschlechterung der Situation entgegenzuwirken.

03.12.2015 Die Einführung des Lehrplan 21 braucht genügend Ressourcen

Medienmitteilung SekZH, VPOD und ZLV
An ihrer Versammlung verabschiedete die Lehrpersonenkonferenz des Kanton Zürich LKV die folgende Resolution zum Lehrplan 21. Die drei Lehrpersonenver-bände SekZH, VPOD und ZLV unterstützen vollumfänglich diese Resolution.

«Wir fordern, dass für ein solch grosses Projekt wie die Einführung und die Umsetzung des Lehrplan 21 die notwendigen finanziellen Ressourcen bereitgestellt werden.

 

Die Gefahr, dass diese nicht vorhanden sind, sieht man an dem bereits geplanten Abbau des Halbklassenunterrichts auf der Mittelstufe.»


26.11.2015 ZLV-Umfrage zeigt besorgniserregenden Bildungsabbau

Medienmitteilung ZLV
Der Kanton Zürich trägt der Volksschule Sorge: Für 2016 sind keine einschnei-denden Sparmassnahmen vorgesehen. Doch dies ist höchstens das halbe Bild. Wie eine ZLV-Umfrage bei Lehrpersonen zeigt, wirkt der Spardruck vor allem auf kommunaler Ebene. Die dortigen Einschnitte führen zu weniger Unterstützung der Klassen und erschweren den integrativen Unterricht. Dies gefährdet die Qualität der Volksschule.

Der Kanton Zürich schneidet aus Sicht des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV bei den Schulbudgets im Vergleich mit anderen Kantonen gut ab. Während andernorts der Rotstift massiv angesetzt wird, geht die Zürcher Bildungsdirektion mit Augenmass vor. Allerdings verfügt sie neben den Lehrpersonenlöhnen über vergleichsweise wenig Einflussmöglichkeiten. Ein Grossteil der übrigen Bildungsausgaben fällt auf kommunaler Ebene an – und dort präsentiert sich ein besorgniserregendes Bild.

 

Eine nicht-repräsentative Umfrage des ZLV bei seinen Mitgliedern zeigt, dass bereits 2015 über 85% der antwortenden Lehrpersonen in ihren Gemeinden Sparmassnahmen zu spüren bekamen. Dieses Ergebnis deckt sich mit den Erkenntnissen des Verbands und seiner Repräsentantinnen und Repräsentanten aus der Alltagsarbeit. Für das Jahr 2016 befürchtet der ZLV aufgrund der vorliegenden Gemeindebudgets zusätzliche, einschneidende Sparmassnahmen.

Die ZLV-Umfrage verdeutlicht, wo die Gemeinden den Rotstift ansetzen und welche Auswirkungen dies auf die Volksschule hat. Mit über 60% an Nennungen steht das Globalbudget der Schulen an erster Stelle. Weitere konkrete Punkte betreffen das Material (55%), Vikariate (33%), Deutsch als Zweitsprache (DaZ, 29%) sowie Freifächer, Schulreisen und Klassenlager.

 

Weniger Unterstützung als Folge

Für die Lehrpersonen bedeuten die Sparmassnahmen im Alltag oft, dass weniger Unterstützung vorhanden ist. So fordern die Städte Zürich und Winterthur kaum je zusätzliche Ressourcen aus dem VZE Pool an und auch Assistenzen werden selten eingesetzt. Weitere konkrete Beispiele aus der Stadt Zürich: Kürzung des Globalkredits, eine ungenügende Computerausstattung, bei kurzen Krankheitsausfällen von Lehrpersonen sind keine Stellvertretungen mehr möglich. In vielen Gemeinden kommt zudem auch der Unterhalt der Schulhäuser und des Mobiliars zu kurz.

 

Schleichender Abbau der Schulqualität

Bleiben die Steuern der Gemeinden 2016 und in den folgenden Jahren auf tiefem Niveau, wird sich der Bildungsabbau weiter fortsetzen. So wird die Qualität der Volksschule einer ernsten Probe ausgesetzt. Die vielen kleinen Abbauschritte sind zwar weniger spektakulär als kantonale Massnahmen, wirken sich in der Summe aber ebenso negativ aus. Zudem steigt die bereits heute zu hohe Belastung der Lehrpersonen weiter an – mit entsprechenden Konsequenzen für die Attraktivität des Berufs.

 

Der ZLV wird sich weiterhin mit voller Kraft dafür einsetzen, dass die Zürcher Volksschule die Mittel erhält, um die gesetzten Bildungsziele zu erreichen. Ein grosses Anliegen ist ihm dabei, Chancengerechtigkeit zu fördern. Schulischer Erfolg darf nicht davon abhängen, ob die Wohngemeinde eines Kindes die Schule finanziell aushungert oder eine weitsichtige Qualitätspolitik verfolgt.


24.11.2015 Weg für Lohnklage frei

Medienmitteilung VKZ, VPOD und ZLV
Wie die Zürcher Kantonsregierung heute in einer Medienmitteilung bekannt gibt, ist sie nicht bereit, eine Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe zu erkennen. Mit dem Beschluss des Regierungsrates können nun die drei Lehrpersonenorganisationen VKZ, VPOD und ZLV mit einer Beschwerde ans Verwaltungsgericht gelangen.

Bereits der Ausgang der Schlichtungsverhandlungen im vergangenen März deutete darauf hin, dass der Kanton bereit ist, einen langwierigen Rechtsstreit in Kauf zu nehmen. Auch jetzt hat es der Kanton verpasst, die Lohndiskriminierung ernsthaft zu prüfen und die Löhne der Kindergartenlehrpersonen anzupassen. Der Regierungsrat widerspricht zwar den Argumenten der drei Personalverbände, aber es gelingt ihm nicht, sie zu wiederlegen. In diesem Sinne halten die Kindergartenlehrpersonen daran fest, dass eine Lohndiskriminierung nach Gleichstellungsgesetz feststellbar ist. Da nun der bereits seit geraumer Zeit erwartete Beschluss des Kantons bei den Beschwerdeführerinnen eingetroffen ist, wird der Gang an die juristischen Institutionen möglich. Stellvertretend für alle betroffenen Kindergartenlehrpersonen wird das juristische Verfahren mit drei Lehrerinnen auf der Kindergartenstufe weitergeführt.


Für die drei Verbände ist der Entscheid des Regierungsrates nicht das Ende im Kampf gegen diskriminierungsfreie Löhne, sondern er ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zu mehr Lohngleichheit, auch auf der Kindergartenstufe.


13.11.2015 ZLV und SekZH fordern einfachere Zeugnisse

Medienmitteilung SekZH und ZLV
Da mit dem Lehrplan 21 kompetenzorientiert unterrichtet wird, müssten auch die Zeugnisse kompetenzorientiert aufgebaut sein. Allerdings wäre die Belastung der Lehrpersonen zum Ausfüllen solcher Zeugnisse zu hoch. Einfache Lösungen gibt es – noch – nicht. Der ZLV und die SekZH sind dafür, die Zeugnisse zu vereinfachen und damit die Lehrpersonen konkret zu entlasten.

Der Lehrplan 21 ist kompetenzorientiert. Eigentlich müssten sich mit seiner Einführung diese Kompetenzen auch im Zeugnis widerspiegeln. Ein solches Zeugnis würde keine Noten mehr enthalten – der Kompetenzzuwachs würde festgehalten.

 

Allerdings zeichnete sich ab, dass das Ausstellen von kompetenzorientierten Zeugnissen für die Lehrpersonen einen grossen Mehraufwand bedeutet hätte. Angesichts der bereits aktuell starken zeitlichen Belastung der Lehrerinnen und Lehrer sind der ZLV und die SekZH dafür, beim heutigen Notenzeugnis zu bleiben. Die Noten in den Zeugnissen sind zudem heute praktisch überall im Schulumfeld akzeptiert.

 

Kanton Zürich geht falschen Weg

Dem Vernehmen nach will die Bildungsdirektion das bisherige Notenzeugnis allerdings im Rahmen der Einführung des Lehrplans 21 mit weiteren Kreuzen in anderen Fächern ergänzen. Sie erhofft sich dadurch, die Kompetenzen ebenfalls ein bisschen abbilden zu können. Aus Sicht des ZLV und der SekZH ist dies der falsche Weg: Ein solches Zeugnis bildet die Kompetenzen nicht richtig ab und würde die Lehrpersonen dazu zwingen, andauernd Lernkontrollen durchzuführen. Für die Lehrpersonen würde dieser Weg zudem ebenfalls einen erheblichen Mehraufwand mit sich bringen, ohne dass damit eine Qualitätssteigerung resultiert. Einzelne Aspekte wie die Umschreibung des Arbeits- und Sozialverhaltens und die Erfassung von Absenzen auf der Sekundarstufe müssen verbessert werden.

 

Wenn sich die Bildungsdirektion schon mit den Zeugnissen befasst, sehen der ZLV und die SekZH einen anderen Weg. Sie fordern, das heutige Notenzeugnis zu vereinfachen: Es sollen im ganzen Dokument nur noch Noten abgebildet werden. Dies wäre eine gewisse Entlastung für die Lehrpersonen.


31.08.2015 Start der Unterschriftensammlung am 1. September

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule
Da die Gelingensbedingungen für einen guten Fremdsprachenunterricht an der Primarschule nach wie vor nicht erfüllt sind, hat sich eine deutliche Mehrheit der Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbandes ZLV dafür ausgesprochen, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache unterrichtet werden soll. Unterstützt wird die entsprechende Volksinitiative auch von der Sekundarlehrerkonferenz des Kantons Zürich und vom Verein Schule mit Zukunft. Der Start zur Unterschriftensammlung erfolgt am 1. September 2015.

Heute werden an der Primarschule ab der 5.Klasse zwei Fremdsprachen während je 2 Lektionen pro Woche in Gruppen bis zu 25 Kindern gelernt. Die bisher gemachten Erfahrungen zeigen, dass dies zu wenig Lektionen pro Sprache sind und die Bildungsziele für das frühe Sprachenlernen nicht erfüllt werden können. Zudem ist ein grosser Teil der Kinder mit dem Erlernen von zwei Fremdsprachen überfordert.

 

Die Initiative verlangt, dass an der Primarschule nur noch eine Fremdsprache gelernt werden soll. Die zweite Fremdsprache soll auf der Sekundarstufe mit höherer Lektionenzahl als heute erlernt werden, so dass am Ende der Schulzeit die Schülerinnen und Schüler mindestens das gleiche Niveau wie heute erreichen. Welche Fremdsprache an der Primarschule erlernt werden soll, muss die Politik entscheiden.

 

Mit dem Start der Unterschriftensammlung rufen die kantonalen Lehrpersonenverbände und das Fremdsprachenkomitee die Bevölkerung auf, eine praxistaugliche Lösung für ein starkes Sprachenkonzept zu unterstützen.


24.08.2015 Berufsauftrag bringt wichtige Neuerungen – aber keine Entlastung

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute Montagmorgen den Berufsauftrag für die Volksschullehrpersonen genehmigt. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerver-band ZLV begrüsst diesen Schritt. Der Auftrag bringt wichtige Neuerungen mit sich – so unter anderem eine Kontrolle über einen Teil der Arbeitszeit. Ein gros-ser Wermutstropfen ist, dass der Berufsauftrag die Lehrpersonen zeitlich nicht entlastet. Die Situation bleibt deshalb prekär.

Der vom Kantonsrat nach einer langwierigen Behandlungszeit gutgeheissene Berufsauftrag anerkennt, dass die Lehrpersonen neben dem eigentlichen Unterrichten eine Reihe weiterer Aufgaben wahrnehmen. Dazu gehören etwa Elterngespräche, Teamsitzungen etc. Dies ist gegenüber der bisherigen Situation ein Schritt in die richtige Richtung, der dadurch gestützt wird, dass die Arbeitszeit dokumentiert und schriftlich festgehalten werden muss. Dadurch wird es den Schulen und Schulleitungen im Rahmen der ebenfalls neu beschlossenen Jahresarbeitszeit nicht mehr möglich sein, den Lehrpersonen mit weiteren Aufgaben noch mehr Stunden aufzubürden. Die Jahresarbeitszeit wird sich im Rahmen der anderen Kantonsangestellten bewegen.

 

Der Berufsauftrag lässt den einzelnen Schulen und Schulleitungen bei der Umsetzung viel Freiheit. Dies beinhaltet die Gefahr, dass einzelne Schulen mit grossem Aufwand ihren eigenen Weg suchen. Der ZLV wird sich deshalb dafür einsetzen, dass der Berufsauftrag kantonsweit so koordiniert wie möglich umgesetzt wird. Dazu wird er aktiv in der Arbeitsgruppe aus Schulakteuren mitwirken, die bereits angedacht ist.

 

ZLV kämpft weiter gegen Überlastung der Lehrpersonen

Leider ist der Berufsauftrag nicht als Massnahmenpaket gegen die zunehmende Überlastung der Lehrpersonen definiert, sondern muss der Vorgabe Kostenneutralität folgen. Der Kantonsrat gestand den gut 15'000 Lehrpersonen im Kanton Zürich auf Antrag der vorbereitenden Kommission deshalb nur zu, pro Lektion 58 Jahresstunden anzurechnen. Der Regierungsrat wollte gar nur 57 Stunden festsetzen. Als faire Lösung stuft der ZLV die 65 Jahresstunden pro Lektion ein, welche auch der nationale Dachverband LCH fordert. Dafür wird der ZLV weiterhin kämpfen. Ebenso einsetzen wird er sich gegen die zu tiefe Jahresstundenzahl der Lehrpersonen des Kindergartens.


17.08.2015 Kanton muss Lehrpersonen der Kindergartenstufe endlich ernst nehmen

Petition VKZ VPOD und ZLV
Der Kanton Zürich behandelt die Lehrpersonen der Kindergartenstufe als Lehrpersonen zweiter Klasse. Seit dem neuen Schuljahr lässt er es zu, dass die Kindergartenkinder von Personen ohne Lehrdiplom unterrichtet werden – und seit geraumer Zeit weigert sich der Regierungsrat, den Lehrpersonen einen vollen Lohn zu zahlen. Deshalb haben der Verband Kindergarten Zürich, der Verband des Personals öffentlicher Dienste Zürich und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband eine Petition lanciert.

Die drei Verbände richten eine klare Ansage an den Regierungsrat. Erstens fordern sie, dass in Zukunft für die Kindergartenstufe ausschliesslich Personal mit einem Lehrdiplom angestellt werden darf. Die zweite Forderung bezieht sich auf den Lohn der Kindergartenlehrpersonen: Sie sollen für ein Vollpensum 100% Lohn ihrer Besoldungsstufe erhalten – bisher sind es nur 87%.

 

Der Verband Kindergarten Zürich VKZ, der Verband des Personals öffentlicher Dienste VPOD, sowie der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bekräftigen ihre Forderungen mit dem Lehrpersonenmangel auf der Kindergartenstufe. Im neuen Schuljahr 15/16 konnten einige Stellen nur mit Personen besetzt werden, die über kein Lehrdiplom verfügen.

Die drei Organisationen wehren sich vehement gegen den Einsatz von nicht genügend qualifizierten Personen auf der Kindergartenstufe. Gerade auf der ersten Stufe der Volksschule ist es wichtig, dass die Kinder von einer kompetenten, qualifizierten Lehrperson begleitet und gefördert werden.

 

Die Lösung wäre an und für sich einfach: Der Kanton müsste endlich die Rahmenbedingungen und Anreize dafür schaffen, damit sich wieder mehr Personen für die Kindergartenstufe ausbilden lassen und auch im Beruf bleiben.

 

Die Petition läuft bis Ende September und wird danach dem Regierungsrat überreicht werden. Unterschriftenbogen können hier heruntergeladen werden oder über www.vkz.ch und über www.lohnklage-kindergarten.ch.


07.07.2015 Blitzumfrage Weiterbildungen: Die Resultate

Meldung aus ZLV-Aktuell 18
Die Qualität der schulinternen Weiterbildungen beurteilen die Lehrerinnen und Lehrer eher durchschnittlich. 50% benennen sie als «gut mit Ausreissern», 37% geben ihnen das Label «seltene Highlights», 9% finden die Weiterbildungen top und 4% flop. Ein Viertel der Antwortenden sagt, dass schulinterne Weiterbildungen verordnet werden, ein weiteres Viertel kann mitbestimmen und die restliche Hälfte kann immerhin Vorschläge einbringen. In den zahlreichen Kommentaren werden verschiedene Probleme angesprochen. Vielfach wird beklagt, dass die obligatorischen Weiterbildungen nicht auf die Interessen des gesamten Teams zugeschnitten sind. Und offenbar recht häufig dienen Weiterbildungstage einfach der Schulorganisation. Ein Dankeschön geht an die knapp 300 Lehrpersonen, die mitgemacht haben.


27.05.2015 Lehrpersonenverbände wehren sich gegen die Einstellung von Personen ohne Lehrdiplom auf der Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ und ZLV
Das kantonale Volksschulamt (VSA) lässt auf das Schuljahr 2015/16 hin erstmals zu, dass Personen ohne Lehrdiplom unterrichten. Dies soll dazu beitragen, den Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen für die Kindergartenstufe auszuglei-chen. Für ZLV und VKZ ist dies der falsche Weg. Gute Lösungsansätze wären vorhanden. Wichtig und zielführend wären insbesondere, mehr Teilzeitstellen zu schaffen und die Lehrpersonen der Kindergartenstufe angemessen zu entlöhnen.

Die vielen offenen Kindergartenstellen im Kanton Zürich sind besorgniserregend. Nun hat das VSA beschlossen, dass Personen mit einer affinen Ausbildung und Berufserfahrung auf Kindergartenstufe angestellt werden können. Ein Lehrdiplom wird von diesen Personen nicht verlangt. Die betroffene Mitgliederorganisation des ZLV, der Verband Kindergarten Zürich (VKZ), wehrt sich vehement dagegen.

 

Der Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe hat sich seit längerer Zeit abgezeichnet. Immer wieder hat der VKZ dem VSA konstruktive und pragmatische Lösungen vorgeschlagen. Es ist nicht akzeptabel, dass das VSA nun eine Scheinlösung festlegt, welche damit den betroffenen Kindern und Eltern schadet und die Qualität der Kindergartenstufe gefährdet. Betroffen ist zudem auch die Primarschule, die ungenügend vorbereitete Kinder übernehmen muss.

 

Teilzeitstellen mit kleinem Pensum schaffen

Der VKZ stellt mit Nachdruck fest, dass für die Zürcher Kindergärten grundsätzlich genügend ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Leider haben Bildungsdirektion und VSA mit verschiedenen Massnahmen aktiv verhindert, dass dieses Potenzial genutzt werden kann. Insbesondere müssen Teilzeitstellen mit einem kleinen Pensum und verschiedene Jobsharing-Varianten wieder flexibel möglich sein. Nur schon mit diesen an und für sich einfachen Schritten könnte das Reservoir an denjenigen ausgebildeten Kindergartenlehrpersonen angezapft werden, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen und deshalb zurzeit nicht arbeiten können. Es gilt mehr Anreize für den Beruf der Lehrpersonen der Kindergartenstufe zu schaffen.

 

Eine weitere Massnahme, um den Beruf Kindergärtner/-in mittelfristig wieder attraktiver zu gestalten, ist die Entlöhnung. Es geht nicht an, dass Lehrpersonen der Kindergartenstufe nicht mit einem 100% Pensum entlöhnt werden. Da die Bildungsdirektion bisher kein Gehör für dieses offensichtliche Argument hatte, hoffen ZLV und VKZ auf einen Erfolg der zurzeit hängigen Lohnklage.


12.05.2015 Lektionentafel: Wichtigste Frage für Lehrpersonen noch offen

Medienmitteilung ZLV
Der Bildungsrat hat in der Sitzung vom 27. April einige Leitplanken zur Umset-zung des Lehrplans 21 für den Kanton Zürich gesetzt. Die wichtigste Frage je-doch ist weiterhin offen: Wie wird die Lektionentafel aussehen? Für den ZLV ist klar, dass neue Fächer nur eingeführt werden dürfen, wenn die dafür notwendi-gen Zeitgefässe vorhanden sind.

Nachdem der Lehrplan 21 (LP 21) von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz abgesegnet worden ist, entscheidet nun jeder Kanton aufgrund seiner eigenen Rechtsgrundlagen über die Einführung. Im Kanton Zürich ist diese für die Jahre zwischen 2017 und 2021 vorgesehen. Zuständig ist der Bildungsrat. Mit seinen Beschlüssen vom 27. April hat das Gremium wichtige Leitplanken für die Einführung des LP 21 festgelegt. Weitere wichtige Fragen stehen an (z.B. Einführungsmodus, Weiterbildung der Lehrpersonen, Beurteilung).

 

In Bezug auf die Lektionentafel sollen bis zur Vernehmlassung 2016 zwei bis vier Varianten vorliegen. Dieser Punkt steht für die Lehrpersonen und wohl auch die meisten anderen Schulakteure im Mittelpunkt des Interesses.

 

Die Lektionentafel legt fest, wie viel Unterrichtszeit auf den verschiedenen Schulstufen für welche Fächer vorzusehen ist. Im Rahmen des LP 21 stellt sich die aktuelle Frage, wie sonst neue Fächer Berufsorientierung und Informations- und Computertechnologie eingeführt werden. Der ZLV ist diesbezüglich dezidiert der Ansicht, dass es die dafür notwendigen zeitlichen Gefässe zwingend braucht. Dies bedeutet, dass es einen Grundsatzentscheid braucht: Werden neue Fächer eingeführt, muss die Stundenzahl anderer Fächer sinken.

 

Interkantonale Koordination der Lektionentafel?

 

Ein weiteres Thema ist in diesem Zusammenhang, wie stark sich die Deutschschweizer Kantone bei der Erarbeitung der Lektionentafel absprechen sollen. Bei genauer Betrachtung muss man den Mittelstufenlehrpersonen der Ostschweiz Recht geben. Deren Botschaft: Wenn es einen gemeinsamen Lehrplan gibt, braucht es auch eine gemeinsame Lektionentafel. Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler je nach Kanton den gleichen Stoff in unterschiedlich vielen Lektionen erlernen müssen.

 

Der ZLV wird sich engagiert in die Diskussion rund um die Einführung des LP 21 einbringen. Der Verband hofft, dass auch für die Nachfolgerin von Bildungsdirektorin Regine Aeppli gilt, was diese bisher sagte: Ohne den Einbezug der Lehrpersonenverbände und der Schulleitungen kann der LP 21 nicht gelingen.


10.04.2015 Offener Brief zum Fremdsprachenunterricht in der Primarschule

Offener Brief
Der ZLV schickt der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz und deren Präsident Christian Amsler einen Brief und lädt ihn zu einem Gedankenaustausch über den Fremdsprachenunterricht ein. Lesen Sie hier den Brief im Original.

Sehr geehrter Herr Regierungsrat Amsler

 

Nach wie vor ist das Thema „Sprachen in der Volksschule“ in der ganzen Schweiz eine zentrales und heiss diskutiertes Politikum. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat deshalb Ende 2014 bei seinen rund 4000 Mitgliedern eine entsprechende Umfrage durchgeführt. (s. Beilage). Die Ergebnisse lassen sich in zwei Kernaussagen zusammenfassen:

 

  • Die Lehrpersonen wollen nur noch eine Fremdsprache auf der Primarstufe.
  • Die Lehrpersonen bevorzugen eine Lösung für die gesamte Deutschschweiz und halten einen Alleingang des Kantons Zürich für keine vernünftige Option. 

 

Die Lehrpersonen waren bei der Einführung der Regelung mit zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe mehrheitlich kritisch eingestellt – es gab aber auch viele positive Stimmen. Die damals versprochenen Rahmenbedingungen (keine Noten, nicht promotionswirksam, angepasste kleinere Lerngruppen) wurden jedoch im Verlauf der Zeit verändert oder gar nie eingehalten, was sich auf die Akzeptanz der Zweisprachen-Regelung bei den Lehrpersonen unserer Ansicht nach negativ auswirkte. Als grösstes Hindernis für einen nachhaltigen Erfolg des frühen Sprachenlernens erwies sich aber die ungenügende Stundendotation mit nur je zwei Wochenlektionen für die beiden Fremdsprachen. Statt in einer der beiden Fremdsprachen die Lektionendichte zu erhöhen, wurden die sprachlichen Bildungsziele verzettelt, was viele Schülerinnen und Schüler überforderte. Allzu oft mussten Lehrpersonen den Fremdsprachenunterricht auf andere Fächer ausdehnen, um die wichtigsten Ziele im Französisch und Englisch überhaupt erreichen zu können.

 

Darüber hinaus hat das sprachenlastige Konzept den Bildungsauftrag der Primarschule spürbar verändert. Umso grösser ist die Ernüchterung, da sich jetzt herausstellt, dass der frühe Fremdsprachenunterricht nur bescheidene Resultat vorweisen kann. Nun fragen sich viele Lehrpersonen: „Lohnt sich der ganze Aufwand wirklich?“

 

Der ZLV bedauert, dass im Kanton Zürich die vom Verband bereits 2010 geforderte Evaluation des Fremdsprachenunterrichtes an der Primarschule nie durchgeführte wurde. Dann hätte man heute auch Daten aus den Zürcher Schulen für eine sachliche Diskussion über die Nachhaltigkeit des frühen Fremdsprachenlernens.

 

Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.

 

Dass die Situation beim Sprachenlernen in der Primarschule als völlig unbefriedigend erachtet wird, zeigen bildungspolitische Aktivitäten in verschiedenen Kantonen. Mehrere kantonale Volksinitiativen für nur eine Fremdsprache werden im kommenden Jahr zur Abstimmung gelangen. Auch im Kanton Zürich ist zurzeit eine solche Initiative in Vorbereitung.

 

Der ZLV setzt sich dafür ein, dass eine für die Deutschschweiz sowohl pädagogisch wie politisch tragfähige Lösung gefunden werden kann. Wir haben Hoffnung, dass ein vernünftiger Ausweg aus der Sackgasse noch immer möglich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, suchen wir mit Ihnen das Gespräch. Wir würden uns deshalb sehr freuen, wenn Sie als EDK-Präsident Deutschschweiz  die Einladung für einen Gedankenaustausch über die genannte Thematik annehmen würden. Bitte lassen Sie uns wissen, ob wir grundsätzlich für einen solchen Austausch auf Sie zählen dürfen. Um die Terminierung würden wir uns sobald wie möglich kümmern.

 

 

Mit freundlichen Grüssen

Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband


10.04.2015 Fremdsprachenunterricht: Gemeinsam aus der Sackgasse finden

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband will verhindern, dass die Deutschschweizer Kantone unterschiedliche Regelungen für den Fremdsprachenunterricht einführen. Der Verband lädt deshalb Christian Amsler, den Präsidenten der Deutschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein. Der ZLV wird dabei den zurzeit realistischsten Ausweg aus der Sackgasse zur Sprache bringen – Englisch soll nur in der Oberstufe unterrichtet werden.

Die Fremdsprachendiskussion steckt in der Sackgasse. Eine steigende Zahl von Lehrpersonen stellt sich gegen zwei Fremdsprachen in der Primarstufe. In verschiedenen Kantonen – darunter auch dem Kanton Zürich – sind politische Initiativen hängig oder in Vorbereitung. Die Gefahr einer je nach Kanton unterschiedlichen Regelung wächst stetig – und damit ein Rückfall in die bildungspolitische Steinzeit. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband lädt vor diesem Hintergrund den Präsidenten der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, Regierungsrat Christian Amsler (SH), in einem offenen Brief zu einem Gedankenaustausch ein.

 

Lernziele in Französisch und Englisch bleiben gleich

Der ZLV möchte auf diesem Weg einen gemeinsamen Weg aus der Sackgasse für alle Deutschschweizer Kantone anstossen. Gleichzeitig muss dieser Weg auf eidgenössischer Ebene gangbar sein. Für ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch ist das Ziel des Fremdsprachenunterrichts in der Deutschschweizer Volksschule klar und wird sich nicht verändern: „Am Ende der obligatorischen Schulzeit müssen die Schülerinnen und Schüler sowohl Französisch als auch Englisch können – zu definieren ist nun, wie wir sinnvoll dorthin gelangen.“

 

Realismus gefragt

Der mit rund 4000 Mitgliedern grösste Zürcher Lehrpersonenverband erachtet als realistischsten Ausweg, den Englischunterricht erst in der Oberstufe einzuführen. Der ZLV dazu in seinem offenen Brief an Regierungsrat Christian Amsler: „Die Lehrerschaft ist sich bewusst, dass neben dem pädagogischen Aspekt das frühe Lernen der französischen Sprache in unserem viersprachigen Land ein zentrales Anliegen ist. Pädagogisch gibt es starke Argumente für nur eine Fremdsprache an der Primarschule, politisch haben wir Verständnis, dass Französisch bereits auf der Mittelstufe gelernt werden soll. Als Ausweg aus dem Dilemma könnten wir uns vorstellen, dass die funktionale Weltsprache Englisch deshalb erst ab Beginn der Oberstufe eingeführt würde.“

 

Der ZLV beruft sich in seinem offenen Brief auf einen Auftrag seiner Mitglieder. Diese sprachen sich in einer Umfrage Ende 2014 mit grosser Mehrheit dafür aus, in der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, da die Rahmenbedingungen für zwei Fremdsprachen nicht gegeben sind und politisch auch nicht gestützt würden. Gleichzeitig lehnen die ZLV-Mitglieder einen Alleingang des Kantons Zürich ab, sondern wünschen eine gemeinsame Lösung mit den anderen Deutschschweizer Kantonen zusammen.

 

Der ZLV hofft, dass Regierungsrat Amsler die Einladung zum Gedankenaustausch annimmt und sich daraus eine Plattform für die Formulierung der gemeinsamen Lösung bilden kann.


08.03.2015 Harmos gestärkt – jetzt müssen die Rahmenbedingungen verbessert werden

Medienmitteilung ZLV
Die Nidwaldner Stimmberechtigten wollen auf der Primarschulstufe weiterhin zwei Fremdsprachen. Sie stärken damit das Harmos-Konkordat. Jetzt müssen die Bildungsdirektionen dringend die Rahmenbedingungen für das Unterrichten von zwei Fremdsprachen verbessern und dafür sorgen, dass die Fremdsprachen wirklich koordiniert eingeführt werden.

Mit dem Nein zur Initiative «Nur eine Fremdsprache auf der Primarstufe» haben die Stimmberechtigten in Nidwalden ein Zeichen gesetzt: Es sollen weiterhin die Richtlinien des Harmos-Konkordats gelten, das den Unterricht in der Deutschschweiz koordiniert. Der Lehrerinnen- und Lehrerverband Nidwalden lehnte die Initiative ab, weil er einen Alleingang des Kantons für falsch hielt.

 

Der hohe Anteil an Ja-Stimmen zur Initiative zeigt, dass dennoch nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden kann. Es ist heute in allen Deutschschweizer Volksschulen deutlich ersichtlich, dass es bessere Rahmenbedingungen braucht, um zwei Fremdsprachen in der Primarstufe erfolgreich unterrichten zu können. Das Harmos-Konkordat und die einzelnen Behörden sind dringend gefordert, diese Verbesserungen herbeizuführen. Wichtige Ansatzpunkte wären eine höhere Stundenzuteilung, bessere Lehrmittel und eine adäquate Weiterbildung der Lehrpersonen. 

 

Wie weit das Abstimmungsergebnis in Nidwalden die Bestrebungen in anderen Kantonen beeinflussen wird, an der Primarstufe nur noch eine Fremdsprache zu unterrichten, bleibt abzuwarten. Auch im Kanton Zürich wird im Juni ein Komitee die Unterschriftensammlung für eine entsprechende Initiative starten.

 

Diese Ausgangslage verdeutlicht, dass eine gemeinsame Lösung für alle Deutschschweizer Kantone weiterhin oberste Priorität haben muss. Der ZLV wird die weitere Entwicklung mit grossem Interesse verfolgen und sich in die Diskussion einbringen.


06.03.2015 Etappensieg: Schlichtungsbehörde erachtet Diskriminierung beim Lohn der Kindergartenlehrpersonen als glaubhaft!

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Die Schlichtungsbehörde folgt der Argumentation der drei Verbände VKZ, VPOD, ZLV und erachtet es als glaubhaft, dass eine Lohndiskriminierung der Kindergartenlehrpersonen besteht. Trotzdem verweigert der Kanton Zürich die Aufhebung der Lohndiskriminierung.

Die Schlichtungsbehörde nach Gleichstellungsgesetz stellt fest, dass mit den neuen Aufgaben der Kindergartenlehrpersonen davon auszugehen sei, dass insbesondere die zeitliche Belastung zugenommen habe. Es sei somit glaubhaft gemacht, dass eine Lohndiskriminierung vorliege, da die gestiegenen Anforderungen zu Lohnanpassungen führen müssten. Ist eine Lohndiskriminierung glaubhaft gemacht, trägt der Arbeitgeber die Beweislast. Es ist somit Sache des Kantons den Nachweis zu erbringen, ob die heutige Lohneinstufung noch korrekt ist. Da der Kanton Zürich aufgrund der Bundesverfassung und aufgrund des Gleichstellungsgesetzes die Pflicht hat, den Grundsatz gleicher Lohn für Mann und Frau durchzusetzen, empfiehlt Schlichtungsbehörde dem Kanton Zürich, möglichst rasch Abklärungen zu tätigen um die Grundlagen dafür zu haben, ob und in welchem Umfang eine Besoldungsanpassung vorgenommen werden müsste. Dass der Kanton sich weigert dieser Empfehlung nachzukommen ist unverständlich, müsste es ihm als Arbeitgeber doch ein Bedürfnis sein, keine diskriminierenden Löhne zu bezahlen.


Damit verpasst der Kanton die Lohndiskriminierung am runden Tisch aufzuheben. Es überrascht, dass die Bildungsdirektion auf der ganzen Linie die Augen vor dem nachweislichen Missstand verschliesst. Offenbar hält es die Gegenpartei für angemessen, dass die Kindergartenlehrpersonen der einzigen Berufsgruppe im Kanton angehört, die bei einem Beschäftigungsgrad von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese starre und kompromisslose Haltung sorgt bei den Betroffenen für grosses Kopfschütteln. Gerade kurz vor dem Frauenaktionstag (www.7märz2015.ch) hätte der Kanton mit gutem Beispiel vorangehen können. Nun zeigt sich, weshalb eine grosse und laute Demonstration am kommenden Samstag in Bern nötiger ist denn je.


Der Versuch die Lohndiskriminierung auf dem Verhandlungsweg aufzuheben, ist mit dem Termin bei der Schlichtungsbehörde gescheitert. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellen, überprüfen die Verbände VKZ, VPOD und ZLV nun gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen weitere Schritte, damit der Kanton seiner Verpflichtung endlich nachkommt.


13.02.2015 Lehrplan 21: Endlich eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und Informatik

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV hat sich während der Entwicklung des Lehrplans 21 dafür eingesetzt, dass die Vorbereitung auf die Berufswahl und der Umgang mit Informatikmitteln mehr Gewicht erhalten. Die Konferenz der Deutschschweizer Erziehungsdirektoren hat nun für die beiden Themen eigene Zeitgefässe definiert. Der ZLV begrüsst diesen Schritt und wird sich für eine sinnvolle Umsetzung im Kanton Zürich engagieren.

Es tönt absurd, ist aber Realität: Wenn eine Sekundarlehrperson heute ihre Schülerinnen und Schüler gut auf die Berufswahl vorbereiten will, geht dies auf Kosten von regulären Lektionen wie Deutsch. In der Stundentafel ist die Berufsorientierung bisher nicht existent. Entsprechend stark ist die Betreuung der Jugendlichen von der Haltung der Lehrperson abhängig. Ebenso unklar definiert ist bislang das Fach ICT (Informations- und Computertechnologie), das je nach Präferenz der Lehrperson mehr oder weniger stark in andere Fächer einfliesst.

 

Der ZLV beurteilte die Situation in diesen zwei Themenbereichen seit langem als ungenügend und als den heutigen Anforderungen und Ansprüchen nicht mehr angemessen. Im Rahmen der Diskussionen und der Vernehmlassung zum Lehrplan 21 (LP21) setzte sich der Verband deshalb vehement für eigene Zeitgefässe für Berufsorientierung und ICT ein.

 

Die Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz (D-EDK) hat nach der Vernehmlassung und der Überarbeitung des LP21 den Fachbericht zur Stundentafel veröffentlicht. In dieser ist neu ein Zeitgefäss für die Berufsorientierung vorgesehen. Das Thema Informatik wird in zwei Teile gegliedert: Umgang mit Medien und ICT(Informatik und Computertechnik). Auch für ICT soll es besondere Lektionen geben.

Der ZLV begrüsst diesen Schritt sehr und fordert den Bildungsrat auf, die Vorgaben der D-EDK bei der Umsetzung des LP21 im Kanton Zürich zu berücksichtigen. Allerdings weicht der Vorschlag mit 40 Lektionen Berufsorientierung stark von der ZLV Eingabe mit 120 Lektionen ab.

 

Der ZLV wird sich in den Arbeitsgruppen für den LP21 einsetzen und freut sich im Rahmen der Vernehmlassung 2016 im Detail Stellung zu nehmen.


30.11.2014 Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen

Medienmitteilung ZLV
Der ZLV dankt dem Drittel der Stimmberechtigten, das die Klassengrössen-Initiative unterstützt hat. Das Ja zum Gegenvorschlag wertet der Verband als Etappensieg auf dem Weg zu kleineren Klassen. Der Kampf für kleinere Klassen und gegen das Spardiktat der Politik geht weiter.

Offenbar haben die stark übertriebenen Angaben der Gegner zu den Kostenfolgen der Klassengrössen-Initiative Wirkung gezeigt. Trotzdem hat die Initiative mit mehr als  einem Drittel der Stimmen ein achtbares Resultat erzielt. Das Ja zum Gegenvorschlag des Kantonsrats gibt dem Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV Zuversicht für kommende Diskussionen. Das Resultat zeigt insgesamt, dass die Zürcherinnen und Zürcher Wert legen auf eine starke Bildung. Nur so kann es der Volksschule gelingen, ihren Auftrag zugunsten der einzelnen Schülerinnen und Schüler und übergeordnet zugunsten der Volkswirtschaft und der gesamten Gesellschaft zu erfüllen.

 

Der Gegenvorschlag bringt zwar eine gewisse Entlastung für übergrosse Klassen, entspricht aber nicht einmal dem sprichwörtlichen Tropfen auf den heissen Stein. Der ZLV wird sich deshalb weiterhin für kleinere Klassen einsetzen, in denen die Lehrpersonen mehr Zeit für die einzelnen Schülerinnen und Schüler haben. Er wird dafür unter anderem auf seinen differenzierten Vorschlag zurückkommen, wie die individuelle Situation in jeder Klasse berücksichtigt werden könnte. Die Behörden wiesen diesen Vorschlag leider ohne genaue Prüfung ab.

 

ZLV-Vizepräsident Kurt Willi sagt: «Wir sind zufrieden mit dem Resultat der Initiative und dem Ja zum Gegenvorschlag. Sollte sich die Politik beim Thema Klassengrösse nicht bewegen, wird es bei einer nächsten Abstimmung anders ausgehen.»


21.11.2014 Zürcher Lehrpersonen wollen nur eine Fremdsprache in der Primarschule

Mitgliederumfrage Fremdsprachenunterricht
Zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe überfordern das heutige Schulsystem. Dies ist der eindeutige Befund einer Umfrage des ZLV unter seinen Mitgliedern. Mehr als 1200 Lehrpersonen nahmen teil und votierten klar dafür, in der Primar-stufe nur eine Fremdsprache zu unterrichten. Eine knappe Mehrheit würde Eng-lisch den Vorzug vor einer Landessprache geben. Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich ein Ende der Unsicherheit und fordern die Politik auf, ein einheit-liches Vorgehen möglichst bundesweit durchzusetzen.

Das Thema Fremdsprachenunterricht brennt den Zürcher Lehrpersonen unter den Nägeln. Rund 1200 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an einer kürzlich abgeschlossenen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV teil. Dies entspricht einem hohen Rücklauf von rund einem Drittel der Mitglieder. Die Resultate der Umfrage dürfen deshalb als repräsentativ gelten.

 

Zu wenig Ressourcen für zwei Fremdsprachen

75% der Antwortenden sprachen sich für eine einzige Fremdsprache auf Primarstufe aus. Die zweite Fremdsprache sollte erst in der Sekundarstufe dazukommen. Als Grund gaben die Lehrpersonen mehrheitlich an, dass für zwei Fremdsprachen im heutigen Schulsystem nicht genügend zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Weniger klar votierten die Lehrpersonen bei der Frage, welche Sprache an der Primarstufe unterrichtet werden müsste. 57% nannten Englisch, 43% sprachen sich für eine Landessprache aus.

 

Eine eigenständige Zürcher Lösung wird nicht als sinnvoll erachtet. 77% der antwortenden Lehrerinnen und Lehrer fordern ein übergeordnetes, koordiniertes Vorgehen. 47% wünschen eine Lösung auf Bundesebene, für 30% würde ein sprachregionenweiter Ansatz genügen. 

 

Weiter möchten die Lehrpersonen beim Fremdsprachenerwerb die Freude und das Lustprinzip als pädagogische Haltung in den Vordergrund rücken. Eine deutliche Mehrheit erachtet Benotung und Selektion im Fremdsprachenunterricht als nicht hilfreich.

 

Klarer Auftrag an die Politik

Für den ZLV sind diese Umfrageergebnisse ein klarer Auftrag an die Politik und die Eidgenössische Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK). Umsomehr enttäuscht es, dass sich die EDK nicht zu einem klaren Entscheid für ein einheitliches Vorgehen in der Fremdsprachenfrage durchringen kann. Für den ZLV ist die aktuelle Vogelstrauss-Politik nicht zielführend und unterminiert letztlich das Vertrauen in das Schweizer Schulsystem.


13.11.2014 Kantonalisierung Fachlehrpersonen: Erfolg mit Wermutstropfen

Medienmitteilung ZLV
Auf das Schuljahr 2015/16 hin will die Bildungsdirektion fast alle Lehrpersonen mit einem kommunalen Arbeitsvertrag kantonal anstellen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband ZLV hat jahrelang auf dieses Ziel hingewirkt und be-grüsst den Schritt. Leider ist dieser mit einigen Wermutstropfen verbunden. Die DAZ Lehrpersonen (Deutsch als Zweitsprache) etwa sollen nicht kantonalisiert werden und weiterhin auf Gemeindeebene angestellt sein. Der ZLV wertet die Kantonalisierung insgesamt dennoch als Erfolg.

Der ZLV setzt sich seit vielen Jahren dafür ein, dass die zurzeit noch auf Gemeindeebene angestellten Lehrpersonen wie alle übrigen Lehrerinnen und Lehrer über die Bildungsdirektion angestellt werden. Die bisherige Zweiklassengesellschaft war unfair. Vor allem die vielen Wechsel kommunal/kantonal waren für die Betroffenen mit Nachteilen, z. B. bei der Einstufung verbunden. Zudem führten die unterschiedlichen Reglemente und Anstellungsbedingungen immer wieder zu Unklarheiten und Diskussionen.

 

Die nun von der Bildungsdirektion beschlossene und heute an der Herbstversammlung der Schulpräsidien kommunizierte Überführung der kommunalen in kantonale Anstellungsverhältnisse ab Schuljahr 2015/16 bringt viele Vorteile mit sich – unter anderem auf versicherungstechnischer Ebene – und vereinfacht die Anstellung der Lehrpersonen. Der wegweisende Schritt ist einer engen Zusammenarbeit aller Interessengruppen zu verdanken, vom kantonalen Volksschulamt über die Verbände von Schulpräsidien, Schulleitungen und Schulverwaltungen bis zu Organisationen der Lehrpersonen.

 

Der ZLV begrüsst insbesondere, dass bezüglich Lohn das Prinzip der Besitzstandwahrung zur Anwendung gelangt und dass für alle Lehrpersonen künftig die gleichen Anstellungsvoraussetzungen gelten. Für kommunal angestellte Lehrpersonen, die den ausbildungsmässigen Voraussetzungen noch nicht genügen, sind realistische Übergangsfristen definiert worden. Dies gilt auch für Lehrpersonen auf der Sekundarstufe, die kommunal angestellt und bisher nur über einen Bachelor verfügen mussten. Neu gilt für sie ein Master als Voraussetzung. Für die über den ganzen Kanton gesehen weniger als hundert Betroffenen ist eine Übergangsfrist von drei bis fünf Jahren definiert worden. Dies gibt genügend Zeit für die Nachqualifikation.

 

Weitere offene Fragen betreffen die 2. Säule. Auch hier ist der ZLV zuversichtlich adäquate Lösungen für die Betroffenen zu finden.

 

Ein Wermutstropfen ist aus Sicht des ZLV, dass DAZ-Lehrpersonen und etwa auch Logopädinnen und Logopäden kommunal angestellt bleiben. Der Verband wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass auch diese nun noch mehr isolierten Berufsgruppen möglichst bald kantonal angestellt werden.


22.10.2014 Ganzer Lohn für ganze Arbeit! Schluss mit Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD
Kindergartenlehrpersonen gehören der einzigen Berufsgruppe im Kanton an, die für eine Beschäftigung von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese Tatsache ist stossend und wird der verantwortungsvollen und ressourcenintensiven Arbeit mit den jüngsten Kindern der Volksschule nicht gerecht. Aus diesem Grund wehren sich die Verbände VKZ, VPOD und ZLV gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen gegen diese Lohndiskriminierung und gelangen mit einem entsprechenden Begehren an die Schlichtungsstelle des Kantons Zürich.

Die Ungleichheit der Lohneinstufung von Kindergartenlehrperson gegenüber vergleichbaren Berufen besteht bereits lange und wurde vom Kanton trotz gewonnener Klage im Jahr 1995 kaum anerkannt. In den vergangenen 15 Jahren nahm die Lohndiskriminierung noch weiter zu. Mit der Einführung der „Geleiteten Schule“ rückte der Kindergarten näher an die Schule heran, was zwar grundsätzlich positiv aufgenommen wurde, aber mit mehr Aufgaben für Kindergartenlehrpersonen verbunden war. Mit dem neuen Volksschulgesetz wurde der Kindergarten dann ab 2008 als erste Stufe im Bildungswesen kantonalisiert und somit Teil der Volksschule. Kindergartenlehrpersonen arbeiteten fortan nach einem Lehrplan, übernahmen mehr Aufgaben in der Schule und mussten wie die übrigen Lehrkräfte Zeugnisgespräche und schulische Standortgespräche führen. Die Aufgaben und die Arbeitszeit nahmen also zu, der Lohn hingegen blieb immer gleich. Die Versuche auf dem Verhandlungsweg oder mit Petitionen und anderen Vorstössen die Lohndiskriminierung aufzuheben, schaffte keine Verbesserung. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellten, blieb den Betroffenen nur die Möglichkeit einer neuen Lohnklage, in der die Diskriminierung der Kindergartenlehrpersonen als typischer Frauenberuf erneut angeprangert wird.


Die Entwicklung des Berufsbildes von der Kindergärtnerin zur Lehrperson des Kindergartens wird von vielen Stelleninhaberinnen sehr begrüsst. Kindergartenlehrpersonen sind motiviert und tragen die neuen Herausforderungen, die der Beruf seit der Kantonalisierung mit sich bringt, gerne mit. Nun fehlt einzig noch die lohnmässige Wertschätzung für das Mittragen dieses Wandels.


Die heutige Lohneinstufung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt und diskriminierend. Die drei klagenden Verbände und 18 Einzelklägerinnen sind gewillt, mit überzeugenden Argumenten auf juristischem Wege die Lohndiskriminierung zu bekämpfen und fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.


08.09.2014 ZKM: Zwei Fremdsprachen an der Primarschule - Kinder sind überfordert

Medienmitteilung ZKM
«Eine Fremdsprache ist genug!» Dies ist die klare Meinung der Zürcher Kantonalen Mittelstufe ZKM. Dies weil ein Grossteil der Primarschulkinder den Anforderungen nicht gewachsen ist. Das bestätigte sich auch in einer kürzlich lancierten Basisbefragung in den Ostschweizer Kantonen.

Es ist weltweit erforscht und wissenschaftlich erwiesen – und die Praktiker erleben es Tag für Tag: Der Fremdsprachenunterricht, wie er zurzeit an den Primarschulen erteilt wird, bringt nicht den gewünschten Nutzen. Kinder nämlich, die bereits an der Primarschule in einer Fremdsprache unterrichtet werden, beherrschen diese nach neun Jahren Volksschule nicht besser als Kinder, die sie erst ab der Sekundarstufe lernen.


Mehr noch: Der derzeitige Fremdsprachenunterricht schadet unserem Nachwuchs mehr, als dass er nützt, indem ein Grossteil der Kinder an den Primarschulen unter den Anforderungen leidet, die das Lernen von
zwei Fremdsprachen mit sich bringt. Die Überforderung der Kinder sehen die Mittelstufenlehrpersonen täglich. Sie haben sich deshalb in der Umfrage, welche die ZKM zusammen mit Mittelstufe Ost 2012 zum Lehrplan 21 lanciert hat, klar gegen zwei Fremdsprachen auf der Primarschule geäussert.


Deshalb verlangt die Zürcher Kantonale Mittelstufe, dass eine der beiden Fremdsprachen aus der Stundentafel der Primarschule entfernt wird, damit die Sechs- bis Zwölfjährigen so wieder mehr Luft für die wichtigen Fächer Deutsch, Mensch/Umwelt und Mathematik haben.


Für weitere Auskünfte:
Harry Huwyler, Präsident ZKM, 076 331 38 38


29.08.2014 Grosser Handlungsbedarf bei Frühförderung

Medienmitteilung ZLV
Die Bildungsdirektion hat heute Freitag die Resultate der Lernstandserhebung 2012 kommuniziert. Sie zeigen neben vielen guten Resultaten auch einige beunruhigende Fakten: 18% der Schüler/-innen repetieren im Verlauf ihrer Schulzeit ein Jahr, und am Ende der obligatorischen Schulzeit finden beinahe 30% der Jugendlichen keine direkte Anschlusslösung. Ebenfalls ungelöst ist das Problem, dass Jugendliche aus benachteiligten sozialen Kreisen ihren initialen Rückstand nicht aufholen. Der ZLV fordert die Regierung auf, Gegenmassnahmen hohe Priorität einzuräumen. Dazu gehören Schritte in der vorschulischen Frühförderung und im Übergang von Sekundarstufe I zu Sekundarstufe II.

In die Lernstandserhebung 2012 wurden Ende der 9. Klasse dieselben 2000 Schülerinnen und Schüler einbezogen wie bereits in den Jahren 2003 (Beginn 1. Klasse), 2006 (Ende 3. Klasse) und 2009 (Ende 6. Klasse). Die Lernbiographie dieser Kinder darf als sehr gut untersucht gelten. Was sich bei ihnen und ihren Lese- und Rechen-Kenntnissen zeigt, darf als Spiegelbild für die ganze Zürcher Volksschule dienen.

Viele Resultate der sehr nützlichen Lernstandserhebung sind positiv und unterstreichen Stärken des Zürcher Bildungssystems und die insgesamt gute Leistung der Schulen. Die Langzeitstudie legt jedoch erstmals in aller Deutlichkeit und Schwarz auf Weiss Schwachpunkte offen, die beunruhigen.

Es ist heute bekannt, dass die Repetition eines Schuljahrs die Schulleistung kaum positiv beeinflusst. Zudem ist gesetzlich festgehalten, dass eine Repetition nur als letzte Möglichkeit in Betracht gezogen werden sollte. Dass 18% der 2000 an der Lernstandserhebung teilnehmenden Schülerinnen und Schüler im Verlauf der obligatorischen Schulzeit eine Klasse repetierten, ist vor diesem Hintergrund Besorgnis erregend. Die Gründe für die Repetitionsentscheide und die Rolle der Schulen sind dabei noch zu wenig untersucht und sollten im Fokus weiterer Abklärungen stehen.

 

Fast ein Drittel hat keine direkte Anschlusslösung

Ebenfalls nicht zufrieden stellen kann der Anteil von 28% von Schülerinnen und Schüler, die nach der obligatorischen Schulzeit keine direkte Anschlusslösung haben, also weder in eine weiterführende Schule (Mittelschule) noch in eine berufliche Grundbildung (Lehre) wechseln, sondern in eines der vielen Brückenangebote. Diese erhalten eine immer grössere Bedeutung, was der ZLV als strukturell falsch einstuft. Das Ziel des Bildungssystems muss sein, den allergrössten Teil der Schülerinnen und Schüler aus der obligatorischen Schulzeit direkt in eine Anschlusslösung der Sekundarstufe II zu vermitteln.

 

Keine Chance für sozial benachteiligte Jugendliche

Das dritte Problemfeld ist für den ZLV die Tatsache, dass der Leistungszuwachs bei Schülerinnen und Schülern aus sozial benachteiligten Kreisen über die gesamte obligatorische Schulzeit gesehen kleiner ausfällt als bei den anderen Kindern. Dies führt dazu, dass die Jugendlichen aus sozial schwächeren Kreisen ihren initialen Rückstand nie aufholen können. Die Lernstandserhebung zeigt, dass der Grund dafür nicht durch unterschiedliche Muttersprachen bedingt ist, sondern vor allem durch die soziale Herkunft. Umso wichtiger ist, dass die Zürcher Regierung und der Kantonsrat die Themen frühkindliche Förderung, Tagesschule und Elternschulung vorantreiben und ideologische Diskussionen in den Hintergrund treten. Letztlich geht es nicht nur darum, allen Schülerinnen und Schülern eine erfolgreiche Lernbiographie zu ermöglichen. Es geht vielmehr auch darum, die hohen Bildungsinvestitionen für Wirtschaft und Gesellschaft möglichst nutzbringend umzusetzen.

Bei all dem darf nicht vergessen gehen, dass quantitative Studien immer nur einen Teil der Wahrheit abbilden können, zumal die Lernstandserhebung nur auf die Fächer Deutsch und Mathematik fokussiert. Der ZLV ist überzeugt, dass die Zürcher Schulen über alles gesehen unter schwierigen Rahmenbedingungen sehr gute Arbeit leisten.


02.06.2014 Klassengrössen: ZLV unterstützt EVP-Initiative und Gegenvorschlag des Kantonsrats

Medienmitteilung ZLV
Der Kantonsrat hat heute Montag die EVP-Volksinitiative «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» deutlich abgelehnt und den Gegenvorschlag der Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) angenommen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV begrüsst den Gegenvorschlag als kleinsten gemeinsamen Nenner. Da er jedoch nur eine geringe entlastende Wirkung entfalten dürfte, wird der ZLV in der Volksabstimmung auch die deutlich weiter gehende EVP-Initiative unterstützen.

Die kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Der Gegenvorschlag der KBIK würde zwar eine gewisse Entlastung der Lehrpersonen bewirken. Mit durchschnittlich ca. 0,5 Stellen pro Schulgemeinde wäre sie jedoch letztlich kaum spürbar. Auch wenn die zur Verfügung stehenden Ressourcen wie von der KBIK vorgesehen gezielt in schwierigen Schulen und Klassen eingesetzt würden, sieht der ZLV darin zwar einen Schritt in die richtige Richtung, aber keine nachhaltige Lösung. Er wird deshalb für die voraussichtlich 2015 stattfindende Volksabstimmung den Stimmberechtigten ein doppeltes Ja empfehlen. Abzuwarten bleibt noch die Schlussabstimmung des Kantonsrates in einigen Wochen.


15.04.2014 Klassengrössen: Schritt in die richtige Richtung

Medienmitteilung ZLV
Die kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) hat einen Gegenvorschlag zur EVP-Volksinitiative „Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen“ beschlossen. Kern des Gegenvorschlags ist, dort ein bisschen mehr Ressourcen an Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen, wo es tatsächlich notwendig ist. Die KBIK nimmt damit eine Idee des ZLV auf und zeigt einen hoffentlich mehrheitsfähigen Lösungsweg auf.

Die offiziell zustande gekommene kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Aus Sicht ZLV ist die Initiative zu begrüssen, gemäss einer aktuellen Umfrage orten Lehrpersonen zu grosse Klassen als zentralen Belastungsfaktor. Die Initiative ist wahrscheinlich aus finanziellen Gründen kaum mehrheitsfähig – ihre Umsetzung würde die kantonalen Finanzen stark strapazieren. Mit ihrem Gegenvorschlag zeigt nun die KBK einen Ausweg auf, der finanziell sehr verträglich ist und gleichzeitig sicherstellt, dass Lehrpersonen in zu belasteten Klassen trotzdem Unterstützung erhalten können. Der im nächsten Schritt in den Kantonsrat gelangende KBIK-Gegenvorschlag basiert darauf, dass gezielt dort Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wo die Klassen bzw. die Belastung einer Lehrperson zu gross sind. Brände würden also mit der „Feuerwehr“ effizient gelöscht – und nicht mit der Giesskanne über alle Schulgemeinden, wie dies in einer früheren Version vorgesehen war.

 

Der ZLV ist erfreut darüber, dass die KBIK mit ihrem Vorschlag eine Idee aufnimmt, die der ZLV vor einigen Monaten bereits in die Diskussion einbrachte. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerband unterstützt daher die Stossrichtung des Gegenvorschlags, die zusätzlichen Lehrpersonen-Ressourcen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

 

Offen lässt die KBIK die Frage, wie genau die zusätzlichen Ressourcen zugeteilt werden sollen. Auch dafür hat der ZLV eine Lösung skizziert: Schüler/-innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf (beispielsweise integrierte Förderung) könnten doppelt oder dreifach gezählt werden.


14.04.2014 Lehrpersonen wünschen sich mehr Tagesschulen

Grosse Online-Umfrage des ZLV
Beinahe tausend Mitglieder des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands haben an einer Umfrage zum Thema Tagesschulen teilgenommen. Die teils überraschenden Resultate zeigen eine mehrheitlich positive Haltung gegenüber dem politisch stark umstrittenen Modell. Über 40 Prozent der Antwortenden wünschen sich mehr Tagesschulen und über die Hälfte würde gerne an einer solchen Institution unterrichten. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass eine sehr deutliche Mehrheit der Lehrpersonen das herkömmliche Schulmodell parallel zu den Tagesschulen beibehalten will.

Von rund 2800 angeschriebenen ZLV-Mitgliedern nahmen 920 an der Umfrage teil. Diese darf aufgrund des hohen Rücklaufs von ca. 33 Prozent und der guten Vertretung aller Stufen (siehe Box) als repräsentativ für die ZLV-Mitglieder und zumindest aussagekräftig für alle Zürcher Lehrpersonen gelten.

Rund zwei Drittel (66,5%) der antwortenden Lehrpersonen sehen in einem Nebeneinander von Tagesschulen und herkömmlichen Schulen eine gute Lösung. Als Votum für den Status quo darf dies jedoch nicht interpretiert werden. Denn immerhin wünschen sich 41,8 Prozent der Antwortenden, dass es mehr Tagesschulen geben sollte; und nur 30,6 Prozent erachten das heutige System von Schule und Hort als eine vollwertige Alternative zu Tagesschulen. Eine flächendeckende Einführung der Tagesschulen kommt für die ZLV-Mitglieder jedoch auch nicht in Frage – nur 14,4 Prozent der Antwortenden sprachen sich für diesen Weg aus.

 

Mehr als die Hälfte möchte an Tagesschule unterrichten

Von allen antwortenden Lehrpersonen würde eine knappe Mehrheit von 50,4% gerne an einer Tagesschule unterrichten. 39,7% wären auch bereit, Betreuungsaufgaben zu übernehmen. Demgegenüber sagten nur 27,1%, sie würden höchstens im Notfall an einer Tagesschule unterrichten und weniger als ein Drittel (30,9%) meint, Betreuungsaufgaben kämen für sie auf keinen Fall in Frage.

Zwischen Lehrerinnen und Lehrern zeigten sich keine Unterschiede, was die Einschätzungen von Tagesschulen anbelangt. In Bezug auf das Alter der Lehrpersonen ergaben sich jedoch überraschende Differenzen: Die Lehrpersonen unter 30 Jahren waren durchs Band kritischer eingestellt gegenüber Tagesschulen als die älteren Antwortenden. Zwischen den einzelnen Stufen ergaben sich demgegenüber nur geringe Unterschiede, was die allgemeinen Einschätzungen zu Tagesschulen anbelangt. Die Sekundarstufe steht Tagesschulen leicht positiver gegenüber als vor allem die Mittelstufe und die Kindergarten-Lehrpersonen.

Für den ZLV sind die Resultate der Umfrage eine wichtige Grundlage zur Formulierung seiner politischen Position. Das für das Dossier Tagesschulen zuständige Geschäftsleitungsmitglied Georgina Bachmann sagt dazu. «Die Umfrage ergibt ein klares Bekenntnis der ZLV-Mitglieder sowohl zu Tagesschulen als auch zum herkömmlichen Schulmodell. Beide Möglichkeiten soll es parallel geben.» Es gelte jedoch, den Wunsch von über 40 Prozent der Antwortenden nach zusätzlichen Tagesschulen ernst zu nehmen.

 

Für weitere Auskünfte: Lilo Lätzsch, Präsidentin ZLV, 079 409 44 32

 

 

920 Lehrpersonen beantworteten Tagesschul-Umfrage

Die Mitgliederumfrage zu Tagesschulen wurde online durchgeführt, vom 16. Januar bis zum 24. Februar 2014. Die Link zur Umfrage wurde an 2805 Mitglieder verschickt. Insgesamt antworteten 920 Mitglieder. Das ergibt einen Rücklauf von 33 Prozent. Da es sich um eine Vollerhebung handelt, dürfen die Resultate als repräsentativ für die Meinungen der ZLV-Mitglieder gelten.

Geschlecht

  • Frauen 79 Prozent
  • Männer 21 Prozent

Alter

  • bis 30 Jahre 6 Prozent
  • 31 bis 50 Jahre 43 Prozent
  • über 51 Jahre 51 Prozent

Stufe / Tätigkeit

  • Kindergarten 17 Prozent
  • Primarstufe I 27 Prozent
  • Mittelstufe 21 Prozent
  • Sekundarstufe 9 Prozent
  • Handarbeit / Werken 8 Prozent
  • Schulische Heilpädagogik 13 Prozent
  • Anderes 5 Prozent

10.04.2014 Projekt Be-/Entlastung: ZLV bedauert sang- und klangloses Ende

Medienmitteilung ZLV
Über mehrere Jahre haben die Akteure des Schulfelds im Projekt Be-/Entlastung gemeinsam nach Massnahmen gesucht, um die Lehrpersonen zu entlasten. Heu-te nun hat der Zürcher Bildungsrat mitgeteilt, dass die Umsetzung der Mass-nahmen abgeschlossen sei. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV bedauert das sang- und klanglose Ende des Projekts. Die Resultate der Mass-nahmen sind für die Lehrpersonen enttäuschend ausgefallen. Mit der Auflösung der Begleitgruppe fällt zudem sogar noch das Wenige weg, das als positiv ver-bucht werden konnte.

«Ausser Spesen nichts gewesen», so präsentiert sich aus Sicht des ZLV das Projekt Be-/Entlastung. Von den zehn umgesetzten Massnahmen betrafen gerade einmal drei die Lehrpersonen:

 

  • In der Mitarbeiterbeurteilung müssen keine Dossiers mehr erstellt werden – sofern sich die Schulleitung an diese Vorgabe hält.
  • Die Sprachkompetenzen der Schüler/-innen müssen nur noch einmal jährlich differenziert beurteilt werden.
  • Mit einem klar strukturierten, wöchentlich erscheinenden Newsletter ist die Kommunikation des Volksschulamtes wesentlich besser geworden.

 

Eine Verbesserung der Belastungssituation erwartet der Bildungsrat vom kommenden Berufsauftrag. Der ZLV kann diese Meinung nicht teilen. Im Kern ist der neue Berufsauftrag allerdings nur eine organisatorische Massnahme und kein Entlastungsprogramm. So ist beispielweise der Faktor pro Lektion für die Berechnung der Jahresstunden im Berufsauftrag weiterhin zu tief angesetzt.

 

Besonders bedauert der ZLV, dass der Bildungsrat die Begleitgruppe des Projekts Be-/Entlastung, in der alle Akteure des Schulfeldes vertreten waren, auflöst. Die intensiven Gespräche in diesem Rahmen, die zu einem erheblich verbesserten gegenseitigen Verständnis geführt haben, gehören leider der Vergangenheit an. Es ist unverständlich, weshalb eine funktionierende Plattform abgeschafft wird, auf der Behörden, Volksschulamt, Schulsekretäre und Lehrpersonen gemeinsam um Lösungen ringen konnten.


03.03.2014 Diskussion muss trotz Kantonsratsentscheid weitergehen

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat hat heute ein Postulat von Christoph Ziegler (GLP, Elgg) abgelehnt. Eine Annahme hätte schwächeren Sekundarschüler-/innen erlaubt, in der 7./8. Klasse den Französischunterricht abzuwählen. Der Zürcher Lehrerin-nen- und Lehrerverband (ZLV) bedauert den Entscheid. Die Chance für eine pragmatische Lösung der höchst unbefriedigenden Situation wurde verpasst.

Mit dem Entscheid des Kantonsrats zum Postulat von Christoph Ziegler bleibt Französisch für Sekundarschüler/-innen auf Niveau B/C Pflichtfach. Der ZLV bedauert dieses Resultat insbesondere, weil damit die Chance vertan wurde, mit einer einfachen Regelung die Rahmenbedingungen für die betroffenen Schüler/-innen zu verbessern. Dem Parlament gelang es nicht, die richtigen Schlüsse aus der aktuell sehr unbefriedigenden Sprachensituation an der Zürcher Sekundarstufe zu ziehen.

Der ZLV stellt nüchtern fest, dass die Diskussion um die weiterhin zwei obligatorischen Fremdsprachen mit dem heutigen Entscheid nicht abgeschlossen ist. Tatsache im Schulalltag ist, dass es Schüler/-innen gibt, die auch auf Niveau B/C die zwei Sprachen bewältigen können. Es ist aber auch eine Tatsache, dass ein Teil damit überfordert ist.

Schon heut besteht die Möglichkeit, Schüler/-innen vom Unterricht zu dispensieren, dabei reduziert sich in den meisten Fällen die Lektionenzahl. Dies ist untragbar. Für den ZLV ist es zwingend notwendig, dass die Jugendlichen die dispensierten Stunden in einem anderen Fach absolvieren und sie sich so dort vertiefen können.

Ein weiteres Problem ist, dass für die Hälfte der Berufe die Berufsschule Französischkenntnisse einfordert, zum Beispiel auch für Berufe im Detailhandel. Vom Französisch dispensierte Jugendliche hätten vor diesem Hintergrund eine massiv eingeschränkte Berufswahl. Dies ist kein gangbarer Weg. Ein Lösungsansatz wäre, die Schulen zu verpflichten, im 9. Schuljahr im Wahlfach Intensivkurse in Französisch für diese Gruppe anzubieten, eventuell verbunden mit einem Aufenthalt im Sprachgebiet. Die Motivation Französisch zu lernen, wäre so viel höher.

Der ZLV wird sich weiterhin für pragmatische Lösungen engagieren.


23.12.2013 Was sich Lehrerinnen und Lehrer zu Weihnachten wünschen

Resultate ZLV-Blitzumfrage
"Weniger Projekte der Schulbehörden" steht immer noch an erster Stelle, wenn sich Lehrerinnen und Lehrer zu Weihnachten etwas wünschen dürften. Kooperative Eltern, brave Schülerinnen und Schüler sowie kleinere Klassen werden häufig genannt.

In der aktuellen Blitzumfrage wollte der ZLV von seinen Mitgliedern wissen, was sie sich zu Weihnachten wünschen würden, wenn sie nur einen Wunsch offen hätten. Natürlich darf diese Blitzumfrage auch mit einem Augenzwinkern gelesen werden. Hier die Resultate zu einer vorgegeben Liste:

  • 57% - Schulbehörden, die nicht immer neue Projekte aufgleisen
  • 23% - Kooperative Eltern
  • 13% - Brave Schülerinnen und Schüler
  • 6% - Rücksichtsvolle Kolleg/-innen
  • 2% - Ein Hausdienst, der sich gut um meinen Arbeitsplatz kümmert
  • 0% - Eine Schulleitung, die mir zum Geburtstag gratuliert

Insgesamt haben wiederum über 200 Lehrerinnen und Lehrer an der Blitzumfrage teilgenommen. Gut 100 Lehrpersonen  hinterliessen weitere Wünsche. Auffallend häufig genannt: der Wunsch nach kleineren Klassen. Vielen Dank an alle Mitglieder, die bei der Blitzumfrage mitmachten.


16.12.2013 70 Prozent der Mittelstufen-Lehrpersonen wollen Kleinklassen zurück

Medienmitteilung ZKM
Die Zürcher Kantonale Mittelstufenkonferenz ZKM hat unter ihren Mitgliedern eine Umfrage zum Thema Integration durchgeführt. Das Ergebnis zeichnet ein klares Bild: Über 80 Prozent sind der Meinung, dass unter den gegebenen Rahmenbedingungen nicht alle Kinder integriert werden können.

Das Fazit der im September durchgeführten Befragung, an der 15 Prozent der ZKM-Mitglieder teilgenommen haben, ist schnell gezogen. Erstens: Mehrere Voraussetzungen müssen erfüllt sein, wenn eine Integration erfolgreich sein soll. In vielen Klassen sind sie dies jedoch nicht. Zweitens: Über 80 Prozent der an der Umfrage beteiligten Lehrpersonen sind der Meinung, dass nicht alle Kinder integriert werden können. Drittens: Drei Viertel der Lehrpersonen sind nicht zufrieden mit der Situation seit der Einführung der Integration.

 

Aus Sicht der Mittelstufen-Lehrerschaft ist die Integration gescheitert: Es fehlt an geeigneten Räumen, im Verhältnis zur Klassengrösse sitzen zu viele Kinder mit besonderen Bedürfnissen in den Regelklassen und die Zahl der IF-Lektionen reicht bei Weitem nicht aus, um deren Bedürfnissen gerecht zu werden.

 

Die Voten der Lehrpersonen sprechen eine deutliche Sprache: Ein geordneter Unterricht ist nicht möglich, solange Kinder mit einer grossen körperlichen oder geistigen Behinderung und solche mit massiven Lernbehinderungen in der Regelklasse sind. Aber auch Kinder, die überhaupt nicht am Lernprozess interessiert sind oder die mit ihrem Verhalten den Unterricht in hohem Masse stören sowie Kinder, welche kaum Deutsch sprechen.

 

Akuter Handlungsbedarf

Für den Kantonalvorstand der ZKM ist klar: Es besteht dringender Handlungsbedarf. Er verlangt von der Politik eine rasche Korrektur: Wiedereinführung von Kleinklassen für Kinder, an denen die Integration scheitert. Denn diese sind letztendlich die Verlierer, wenn ihnen die Volksschule keine angemessene Ausbildung bietet.


12.12.2013 In der Schule ist Weihnachten beliebt

Resultate ZLV-Blitzumfrage
Die Blitzumfrage des ZLV unter seinen Mitgliedern zeigt, dass die Lehrerinnen und Lehrer keine Berührungsängste mit der Weihnachtstradition haben - und dies explizit auch in Klassen mit vielen Kindern aus anderen Kulturkreisen.

Der ZLV wollte von seinen Mitgliedern in einer einfachen Blitzumfrage wissen:

  • Schmücken Sie das Schulzimmer mit weihnachtlichen Motiven?
  • Singen Sie mit Ihrer Klasse Weihnachtslieder?

Der Link zur Blitzumfrage wurde im Newsletter ZLV-Aktuell 6 nur einmal veröffentlicht. Erfreulich: 235 Lehrpersonen antworteten und hinterliessen zusätzlich über 100 amüsant zu lesende Kommentare.

 

Die Resultate sind eindeutig:

  • 95 Prozent schmücken das Schulzimmer weihnachtlich.
  • 91 Prozent singen mit ihrer Klasse Weihnachtslieder.

Lesen sie unten im PDF auch die über 100 Kommentare zum Thema, welche die Umfrageteilnehmenden in einer offenen Frage hinterlassen konnten.

Vielen Dank an alle Lehrerinnen und Lehrer, die an der Umfrage teilgenommen haben.


18.11.2013 Weniger Schüler in Klassen mit hohem Betreuungsaufwand

Medienmitteilung ZLV
Zu grosse Klassen sind für die Lehrpersonen der Volksschule das grösste Problem – dies zeigte kürzlich eine Umfrage des ZLV. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV tritt nun mit einem praxistauglichen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Er fordert, dass künftig Kinder mit einem hohen Betreuungsaufwand doppelt oder dreifach gezählt werden. Auf diese Weise liesse sich die Grösse der Klassen mit solchen Kindern so verkleinern, dass ein gelingender Unterricht möglich ist.

In einer Regelklasse der Primarschule gilt heute eine Richtgrösse von 25 Kindern – wobei diese Zahl in der Praxis manchmal überschritten wird. Bei der Berechnung der Klassengrösse gilt jedes Kind als eine Person – egal, ob es sich um ein durchschnittliches Schulkind handelt oder um ein Kind, das spezielle Betreuung benötigt. „Wir können die Klassengrösse in Zukunft nicht mehr so undifferenziert anschauen“, sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch. Eine Klasse mit 20 durchschnittlich begabten Kindern ist in den meisten Fällen viel einfacher zu unterrichten, als eine Klasse mit 18 Kindern, von denen jedoch vier einen hohen Betreuungsaufwand benötigen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die eine integrative Förderung (IF) erhalten oder den Status Integrierte Sonderschulung (ISS: Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule, ISR: Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule) haben.

 

Für Lätzsch ist die heutige Zählweise der Klassengrösse nicht praxistauglich und einer der Hauptgründe dafür, dass die ZLV-Mitglieder vor einigen Wochen in einer Umfrage die Klassengrösse in Kombination mit der Integration als ihr grösstes Problem bezeichneten.

 

Forderung an die Politik: Differenzierte Lösung

Zuhanden von Regierungs- und Kantonsrat hat der ZLV deshalb einen Vorschlag mit einer differenzierten und praxistauglichen Lösung erarbeitet. Bei der Berechnung der Klassengrösse soll in Zukunft jedes Kind mit einem IF-Status doppelt und jedes Kind mit einem ISS oder ISR-Status dreifach gezählt werden. Dies führt in Klassen mit entsprechenden Kindern zu kleineren Klassengrössen, die für die Lehrpersonen bewältigbar sind. Mit dieser Regelung erhalten die Schulen die für die Integration notwendigen zusätzlichen Vollzeiteinheiten.  Für den Kindergarten, in dem noch nicht alle Schülerinnen und Schüler entsprechend erfasst sind, ist eine adäquate Lösung zu finden.

 

Der ZLV wird diesen Vorschlag nun der Bildungsdirektorin und der zuständigen Kommission des Kantonsrats unterbreiten.


05.11.2013 Reduktion Pflichtlektionen und Mitarbeiterbeurteilung

Meldung
Der Zürcher Kantonsrat verpasste gestern eine grosse Chance, die Weichen in Richtung einer qualitativ besseren Volksschule zu stellen. Stefan Hunger (BDP) zog das Postulat zur Reduktion der Pflichtstundenzahl der Lehrpersonen zurück, wohl um einem drohenden Nein zu entgehen. Das schmerzt den Zürcher Lehre-rinnen- und Lehrerverband. Der Kantonsrat und der Regierungsrat gewichten momentane finanzielle Argumente höher als eine Schule, die langfristig den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft genügt.

Die politischen Mühlen arbeiten langsam – und dennoch nicht fein genug – dies jedenfalls ist das Fazit des ZLV nach der Bildungsdebatte im Zürcher Kantonsrat. Der grösste Lehrpersonenverband im Kanton Zürich ist enttäuscht, dass das Parlament die Chance verpasste, die Pflichtstundenzahl der Lehrpersonen für ein 100-Prozent-Pensum von 28 auf 26 Stunden zu senken. Dies ist umso enttäuschender, als die Argumente der Postulantinnen und Postulanten in der Sache kaum bestritten waren. Es ist heute akzeptiert, dass die Belastung der Lehrpersonen zu hoch ist und dass darunter letztlich die Qualität der Schule langfristig leidet.

 

Die Reduktion der Pflichtstundenzahl verursacht Kosten von rund CHF 80 Mio. pro Jahr – bedingt durch die zur Umsetzung notwendige Anstellung von 600 Lehrpersonen. Aber: Die zu hohe Belastung führt dazu, dass viele Lehrpersonen ihre Pensen zurückschrauben und viele Interessierte einen anderen Berufsweg einschlagen. Für die Volksschule wird es so immer schwieriger, den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft zu genügen.

 

Der ZLV erwartet deshalb, dass im Zusammenhang mit dem Berufsauftrag die Arbeitszeit der Lehrpersonen, bzw. die Reduktion des Pflichtpensums wieder ein Thema wird. Attraktive Rahmenbedingungen sind wichtig, damit auch künftig genügend Lehrpersonen zur Verfügung stehen werden.

 

Jährliche Mitarbeitergespräche zur Qualitätssicherung

Enttäuschend war, dass der Kantonsrat heute gleich auch noch ein Postulat ablehnte, dass die jährliche Durchführung vollwertiger Mitarbeitergespräche forderte. Das jährliche Mitarbeitergespräch „light“ und eine lohnwirksame Beurteilung alle vier Jahre genügen als Qualitätssicherungsmassnahme nicht. In der Privatwirtschaft ist eine jährliche Kadenz in der Mitarbeiterbeurteilung absolut normal. Der ZLV sieht nicht ein, weshalb dies in der Schule anders sein soll. Auch bei diesem Thema wird der Verband am Ball bleiben.

27.09.2013 NaTech-Projekt der Bildungsdirektion: Gute Absichten – aber es fehlen die Ressourcen

Medienmitteilung ZLV
Die Zürcher Bildungsdirektion hat heute Freitag ihr Projekt zur Förderung des Fachbereichs Natur und Technik in der Volksschule vorgestellt. Es enthält viele gute Ansätze, vernachlässigt aber mit den Ressourcen für die Arbeit der Lehr-personen einen zentralen Erfolgsfaktor. So ist etwa nicht klar definiert, wie viele und welche Lektionen für das Projekt zur Verfügung stehen und ob genügend Ressourcen für die Weiterbildung zur Verfügung stehen werden.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV nimmt mit Freude zur Kenntnis, dass die Zürcher Bildungsdirektion dem Fachbereich Natur und Technik künftig einen höheren Stellenwert beimessen will. Im Zentrum des Unterrichts soll das „Be-greifen“ der Umwelt stehen, also die Erfahrung mit allen Sinnen und nicht das Lernen sinnentleerter Fachbegriffe. Das sogenannte NaTech-Projekt des Kantons Zürich wird auch ein Baustein des Lehrplans 21 sein.

 

Der ZLV begrüsst die Initiative der Bildungsdirektion – sie geht in die richtige Richtung. Mit Massnahmen an der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH) zur fundierten Ausbildung der angehenden Lehrpersonen bringt das Projekt eine wesentliche Verbesserung. Diese isolierte Aktionsebene reicht jedoch nicht aus. Ohne entsprechende Ressourcen auf diversen weiteren Ebenen wird das Projekt  keinen Erfolg haben.

 

Wie viele Lektionen sind verfügbar?

Insbesondere fehlen klare Aussagen über die zur Verfügung stehenden Lektionen. Im Zusammenhang mit der Einführung von Englisch strich die Bildungsdirektion auf der Sekundarstufe eine Lektion Mensch/Umwelt – diese fehlt jetzt. Zudem fehlt ein Konzept dafür, wie die Schülerinnen und Schüler in Kindergarten und Primarschule in die NaTech-Fächer eingeführt werden, sodass ein nahtloser Anschluss an die Sekundarstufe gewährleistet ist.

Unklar ist auch die Gewichtung der verschiedenen NaTech-Fächer. Die meisten Sekundarschulen wählen als Testbereich für den Stellwerk-Test Biologie – unter anderem, weil die Mehrheit der Lehrpersonen zurzeit in der PHZH diese Vertiefungsrichtung wählt. Dies führte zur Vernachlässigung von Physik und Chemie. Der ZLV spricht sich in dieser Frage dafür aus, die drei Fächer in der Ausbildung und im Unterricht ebenbürtig zu behandeln. 

 

Günstige Rahmenbedingungen für Weiterbildung schaffen

Damit das NaTech-Projekt Erfolg haben kann, muss die Weiterbildung der Lehrpersonen verbessert werden. Es braucht zudem günstige Rahmenbedingungen, damit Lehrpersonen sich weiterbilden. Hilfreich wären attraktive Module zu vernünftigen Zeiten. Zu beachten ist weiter, dass Lehrpersonen, deren Ausbildung schon etwas länger zurückliegt, den neuen didaktischen Zugang des Konzeptlernens nicht kennen. Weiter fehlen für den NaTech-Unterricht taugliche Lehrmittel und in vielen Schulen das Übungsmaterial. 

 

Der ZLV ist jederzeit bereit, sich im Rahmen des NaTech-Projekts aktiv zu engagieren und an der Schaffung von erfolgversprechenden Rahmenbedingungen mitzuwirken.


26.09.2013 Lohnrunde 2014: ZLV unterstützt Forderungen der Personalverbände

Medienmitteilung ZLV
Die Vereinigten Personalverbände (VPV) fordern für 2014 eine generelle Lohner-höhung von 2.5% für alle Angestellten des Kantons. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV unterstützt diese Position vehement. Die massvolle Erhöhung ist notwendig, um den Kanton als Arbeitgeber konkurrenzfähig zu halten.

Die Löhne der Zürcher Lehrpersonen können sich im landesweiten Vergleich sehen lassen. Mit der Lohnrevision 2010 sind die Löhne der Berufseinsteigenden markant gestiegen und auch die Lehrpersonen, die schon länger unterrichten, konnten oder werden in den Genuss von Stufenaufstiegen kommen. Diese gute Ausgangslage darf nun nicht verspielt werden, indem der Kanton die Lohnentwicklung einmal mehr aus finanziellen Überlegungen bremst – wie bereits mehrmals geschehen.

 

Der ZLV unterstützt deshalb die Forderung der VPV nach einer generellen Lohnerhöhung von 2.5% für alle Kantonsangestellten. Nur so kann der Kanton als Arbeitgeber konkurrenzfähig bleiben.

 

Einen grösseren Lohnanstieg für die Lehrpersonen braucht es im Kanton Zürich zurzeit nicht. Der ZLV hat sich deshalb auch gegen die flächendeckende Forderung des Schweizer Lehrpersonen-Dachverbands LCH nach einer Lohnerhöhung von 20% verteilt auf die nächsten Jahre ausgesprochen. Eine solche Steigerung ist nur in Kantonen mit einem sehr grossen Nachholbedarf gerechtfertigt, beispielsweise in Bern.


20.09.2013 Die Geschäftsleitung des ZLV sucht zwei neue Mitglieder

Stellenausschreibung
ZLV-Vizepräsidentin Eliane Studer Kilchenmann tritt per Ende dieses Verbandsjahres zurück. Der ZLV sucht deshalb auf das Verbandsjahr 2014/2015 als Ersatz und zur zusätzlichen Verstärkung zwei neue GL-Mitglieder.

Der ZLV stärkt die Position und Rolle der Lehrerinnen und Lehrer im schulischen Alltag und in der Entwicklung der Zürcher Volksschule.

         

Anforderungen

  • Lehrtätigkeit an der Volksschule des Kantons Zürich
  • Kenntnisse bildungspolitischer Zusammenhänge
  • Interesse an verbandspolitischer Arbeit
  • Durchsetzungs- und Beharrungsvermögen
  • Zuverlässigkeit

 

Sie sind offen für Neues, integrations- und teamfähig, flexibel und haben Lust, sich für die Volkschule einzusetzen? Dann bieten wir Ihnen eine attraktive Tätigkeit, für die Sie entlastet werden. Selbstverständlich ermöglichen wir Ihnen einen sanften Einstieg. Zudem erhalten Sie vom jetzigen GL-Team die notwendige Unterstützung.

 

Haben wir Ihr Interesse geweckt? Wir freuen uns auf ein unverbindliches Gespräch. Lilo Lätzsch, Präsidentin ZLV, beantwortet Ihnen gerne allfällige Fragen unter Tel. 079 409 44 32.

 

Ihre Bewerbung mit CV und Motivationsschreiben senden Sie an:

 

Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband

Jolanda Pongelli, Leiterin Geschäftsstelle

Ohmstrasse 14, Postfach

8050 Zürich

jolanda.pongelli@zlv.ch

12.09.2013 BVK-Stiftungsrat wählt Lilo Lätzsch zur Vizepräsidentin

Meldung
Der Stiftungsrat der BVK hat das Präsidium einstimmig bestellt und mit einer Amtszeit von vier Jahren den Arbeitgebervertreter Bruno Zanella (Leiter Human Resources der Flughafen Zürich AG) zum Präsidenten sowie die Versichertenvertreterin und ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch zur Vizepräsidentin gewählt.

Nach der Hälfte der Amtszeit geht das Präsidium automatisch vom Präsidenten auf die Vizepräsidentin über und umgekehrt. Die BVK wird auf den 1. Januar 2014 verselbstständigt und in eine privatrechtliche Stiftung umgewandelt. Der aus 18 Mitgliedern (9 Arbeitnehmer- und 9 Arbeitgebervertreter) bestehende Stiftungsrat ist künftig das oberste Organ der verselbstständigten BVK. Er wurde Ende 2012 von den Versicherten und Arbeitgebern gewählt.

 

Zur Medienmitteilung der BVK

02.09.2013 Kantonsrat anerkennt Mehrbelastung der Zürcher Lehrpersonen

Medienmitteilung ZLV
Der Kantonsrat hat heute den neuen Berufsauftrag für die Lehrpersonen der Volksschule definitiv gutgeheissen. Der ZLV begrüsst, dass das Parlament damit die Mehrbelastung der Lehrpersonen anerkennt. Dies stellt einen bedeutenden Schritt in die richtige Richtung dar. Um die in den letzten Jahren zusätzlich hin-zugekommenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer aufzufangen, reicht der jetzt bewilligte Berufsauftrag jedoch bei weitem nicht. Konkrete Entlastungs-massnahmen müssen folgen.

Der vom Kantonsrat mit einer deutlichen Mehrheit abgesegnete Berufsauftrag und die damit verbundenen Änderungen im Lehrpersonalgesetz stellen für den Moment eine gute Grundlage für die Praxis dar. Die Forderungen des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands (ZLV) sind zumindest teilweise umgesetzt worden. Die Funktion der Klassenlehrperson wird mit 100 Stunden angerechnet. Gefordert hatte der ZLV 120 Stunden. Die Anrechnung pro Lektion liegt mit 58 Jahresstunden immerhin höher als in den ersten Versionen. Die Argumente der Lehrpersonenverbände fanden offenbar Gehör. Mittelfristig wird sich der ZLV dafür einsetzen, dass der Faktor auf 65 Jahresstunden erhöht wird, wie dies auch der Landesverband LCH fordert.

 

Im Sinne einer fortschrittlichen Work Life Balance begrüsst der ZLV zudem, dass die Lehrpersonen einen Teil ihrer Arbeitszeit erfassen müssen. Allerdings muss im Gegenzug auch die Möglichkeit bestehen, Überzeit zu kompensieren, wie dies in der kantonalen Verwaltung möglich ist. Dafür wird sich der ZLV weiterhin einsetzen. Im Kern ist der neue Berufsauftrag allerdings nur eine organisatorische Massnahme und kein Entlastungsprogramm.

 

Immerhin hat die Politik heute Morgen die Mehrbelastung der Lehrpersonen explizit anerkannt. Der ZLV ist deshalb zuversichtlich, dass konkrete Entlastungsschritte in den nächsten Jahren eine Chance haben. Dazu muss der Kanton allerdings bereit sein, die für den heute genehmigten Berufsauftrag geltende Maxime der Kostenneutralität in Frage zu stellen. Qualität – und damit die Zukunft der Bildungsnation Schweiz – hat ihren Preis.


06.06.2013 Sparübung oder ernsthafte Basisvertretung? Delegiertensystem für Lehrpersonen muss optimiert werden

Medienmitteilung ZLV, vpod und SekZH
In den letzten Tagen haben die letzten Kapitelsversammlungen der Zürcher Volksschule stattgefunden. Eine basisdemokratische Institution ist damit Geschichte. Das von der Bildungsdirektion für die Interessenvertretung der Lehrpersonen neu aufgebaute System mit einer Delegiertenversammlung befriedigt jedoch nicht. SekZH, vpod und ZLV fordern Optimierungsmassnahmen.

Mit den letzten Kapitelsversammlungen im ganzen Kanton ist eine Tradition der Zürcher Volksschule zu Ende gegangen, die seit ihrer Gründung den Lehrpersonen eine basisdemokratische Mitsprache ermöglichte. Als Ersatz hat die Bildungsdirektion in Zusammenarbeit mit der Lehrpersonenkonferenz des Kantons Zürich ein neues System entwickelt, dass die Interessenvertretung der rund 12'000 Lehrpersonen sicherstellen soll. Es funktioniert neu über eine Delegiertenversammlung.

 

Die Lehrpersonenorganisationen der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH), der Verband Personal öffentlicher Dienste (vpod) und der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) stellen fest, dass die letzten Kapitelsversammlungen sämtliche 94 Delegierten sowie 88 Ersatzdelegierte gewählt haben. Das Interesse der Kandidierenden hielt sich allerdings in sehr engen Grenzen. Der Grund dafür dürfte sein, dass die Bedingungen für eine Mitarbeit als Delegierter oder Delegierte ungenau formuliert und zudem sehr unattraktiv sind.

 

Mehrere zentrale Fragen nicht geregelt
Im neuen Delegiertensystem sind verschiedene zentrale Fragen bisher nicht sauber geregelt worden. So ist zum Beispiel unklar, wie sichergestellt wird, dass die Delegierten wirklich die Meinung der Basis vertreten. Das Reglement der Delegiertenversammlung liegt zudem erst im Entwurf vor – ein professionelles Vorgehen hätte anders ausgesehen.
 
Unbefriedigend sind auch die finanziellen Rahmenbedingungen für die Delegierten. Als Entschädigung ist nur ein Sitzungsgeld vorgesehen. Wo bleibt die Entschädigung für eine Vernetzung mit der Basis, für thematische Arbeit und für eine professionelle Vorbereitung der Versammlungen? Unter dem Strich wird die neue Organisation die Bildungsdirektion rund viermal weniger kosten als die Kapitel. Ist die Umstellung auf ein Delegiertensystem in erster Linie eine Sparübung?
 
Sockelentschädigung und Reglement verbessern
Noch besteht die Möglichkeit, das Reglement grundlegend zu verbessern. Die Lehrpersonenorganisationen erwarten, dass Möglichkeiten geprüft und geschaffen werden, um die demokratische Mitsprache der Lehrpersonen weiterhin sicherzustellen. Zudem ist eine Sockelentschädigung für die Delegierten einzuführen. Ihre Hauptarbeit findet zwischen den Sitzungen statt und muss vergütet werden. Zudem gilt es sicherzustellen, dass sich die Delegierten effizient mit der Basis vernetzen können. Die Lehrpersonenverbände fordern dazu den Einsatz einer IT-Plattform. Nur so wird das neue Delegiertensystem wirklich funktionstüchtig sein und die Interessen der Lehrpersonen wahrnehmen können.

30.05.2013 Der Berufsauftrag ist auf gutem Weg: Weitere Optimierungen notwendig

Medienmitteilung ZLV
Nach fast einem Jahrzehnt liegt der Entwurf für den Berufsauftrag der Lehrpersonen endlich vor. Der ZLV ist mit der Stossrichtung grundsätzlich einverstanden. Er fordert jedoch, dass Überzeit künftig kompensiert werden kann. Zudem ist der Faktor pro Lektion für die Berechnung der Jahresstunden weiterhin zu tief angesetzt.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ist erfreut, dass sich der Berufsauftrag nach vielen Jahren endlich auf der Zielgeraden befindet. Die Vorlage für den Kantonsrat liegt vor und wurde heute von der kantonsrätlichen Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) vorgestellt. Die neue Regelung erfüllt die Forderungen des ZLV zwar nicht vollumfänglich, stellt aber für den Moment eine gute Grundlage für die Praxis dar.

 

Die Funktion der Klassenlehrperson wird im Vorschlag mit 100 Stunden angerechnet. Gefordert hatte der ZLV 120 Stunden. Immerhin werden nun jedoch erstmals die Verantwortung und der grosse Zusatzaufwand der Klassenlehrpersonen honoriert. Die Anrechnung pro Lektion liegt mit 58h Jahresstunden pro Lektion ebenfalls höher als in der Vernehmlassung. Die Argumente der Lehrpersonenverbände fanden offenbar Gehör. Mittelfristig wird sich der ZLV dafür einsetzen, dass der Faktor auf 65 Jahresstunden erhöht wird, wie dies auch der Landesverband LCH fordert.

 

Für die Lehrpersonen der Unterstufe gibt es Grund zur Freude und Sorge: Sie werden fortan gleich lange wie die Lehrpersonen der Mittelstufe unterrichten, allerdings „bezahlen“ sie das mit einer Reduktion der Halbklassenlektionen. Im Sinne einer fortschrittlichen Work Life Balance begrüsst der ZLV, dass die Lehrpersonen künftig über einen Teil ihrer Arbeitszeit Rechenschaft ablegen sollen. Allerdings muss im Gegenzug auch die Möglichkeit bestehen Überzeit zu kompensieren.

 

Der Berufsauftrag wird eine solide Grundlage bilden, um die Arbeitszeit der Lehrpersonen zu erfassen und damit auch Daten für allfällige Forderungen des ZLV liefern. Eines ist schon heute klar: Die Arbeit für den Verband wird nicht ausgehen.


16.04.2013 Förderpraxis Stadt Zürich: Gute Ansätze – noch lange nicht am Ziel

Medienmitteilung ZLV
Die Stadt Zürich hat ihre 2009 eingeführte Förderpraxis evaluiert und heute Dienstag den Bericht dazu veröffentlicht. Er zeigt verschiedene positive Ergebnisse auf, benennt aber auch Schwachpunkte und Lücken. Am Ziel ist die Integration möglichst vieler Kinder in Regelklassen noch lange nicht. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) sieht für weitere Fortschritte nur einen Weg: Mehr personelle Ressourcen, damit die Klassen weitgehend im Teamteaching geführt werden können.

Der ZLV ist der Stadt Zürich dankbar, dass sie ihre 2009 im Rahmen der Umsetzung des neuen Volksschulgesetzes eingeführte Förderpraxis sorgfältig evaluiert hat. Der Bericht basiert auf fundierten Abklärungen rund um die Integration und spezifische Förderpraxis von Kindern mit Lern- und Verhaltensschwächen in die Regelklassen.

 

Grundsätzlich begrüsst der ZLV die Bestrebungen, dass möglichst viele Kinder und Jugendliche – auch solche mit besonderen Bedürfnissen – die Regelschule besuchen sollen. Es werden jedoch nie alle Kinder integriert werden können. Dies zeigt sich auch am Beispiel Zürichs, dass den Anteil von Kindern in Kleinklassen oder Sonderschulen bis Ende 2012 zwar von 9.5% auf rund 4.5% halbieren, aber nicht weiter senken konnte. Der ZLV hat in einem Positionspapier Gelingensbedingungen für eine erfolgreiche Integration beschrieben, alle Forderungen werden durch den Bericht bekräftigt.

 

Aufschlussreich ist zudem, dass die Akzeptanz der Förderpraxis und der Integration bei den befragten Zielgruppen gemäss Bericht moderat blieb. Die Gründe dafür sind insbesondere „die als grösser wahrgenommene Heterogenität in den Regelklassen, die zunehmende Anzahl verhaltensauffälliger Kinder und disziplinarisch kaum führbare Klassen“. Diese Erkenntnis deckt sich mit der Wahrnehmung des ZLV und seiner Mitglieder. Es sind im Schulalltag vor allem disziplinarische Probleme, die den Unterricht massiv behindern.

 

Insgesamt ist die Förderpraxis in der Stadt Zürich auf gutem Weg. Am Ziel ist sie jedoch aus Sicht des ZLV noch lange nicht. Um die Integration besser zu verankern und zu optimieren, fordert der Verband der Lehrpersonen folgende Massnahmen:

  • Teamteaching (zwei Lehrpersonen gleichzeitig in der Klasse) ist eine wichtige Voraussetzung für eine gelingende Integration – dies zeigt sich auch bei der Lektüre des Zürcher Evaluationsberichts. Entsprechend ist das Teamteaching auf einen grossen Teil der Unterrichtszeit auszudehnen. Dafür sind die entsprechenden personellen Ressourcen bereitzustellen.
  • Bei disziplinarischen Problemen ist der Handlungsspielraum der Schulen zu erweitern, zum Beispiel mit sinnvollen Formen von Timeouts und vorzeitigen Ausschulungen.

18.03.2013 Zwei Zeugnisse: Kantonsrat nimmt Lehrpersonen nicht ernst

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Kantonsrat will in der gesamten Volksschule weiterhin zwei Zeugnisse pro Jahr ausstellen lassen. Er blockiert damit die Idee, über die Reduktion auf ein Zeugnis pro Jahr die Lehrpersonen zu entlasten. Fast schon zynisch mutet die Begründung der kantonsrätlichen Mehrheit an: Ein Zeugnis pro Jahr würde die Qualität der Schule sinken lassen. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV) hält dagegen fest: Die grösste Gefahr für die Qualität der Schule kommt von der permanent starken Überlastung der Lehrkräfte.

Das Ausstellen der Zeugnisse für die Schülerinnen und Schüler auf einmal pro Jahr zu reduzieren, ist ein offizieller Vorschlag aus dem Programm Be-/Entlastung der Bildungsdirektion, um die Lehrpersonen zu entlasten. Der Bildungsrat – ein Fachgremium – wollte die als wirksam anerkannte Massnahme letztes Jahr umsetzen, sistierte das Vorhaben aber, als die heute im Kantonsrat behandelte parlamentarische Initiative eingereicht wurde. Nach der heutigen Diskussion und der vorläufigen Überweisung an den Regierungsrat dürfte die Massnahme für die nächsten Jahre in die Schublade wandern.

 

Für die Lehrpersonen ist dies ein weiteres frustrierendes Erlebnis in ihrem Einsatz für eine erträgliche Belastung im Berufsalltag. Ein Zeugnis auszustellen, ist mit grossem Einsatz verbunden. Unabhängig davon werden Schüler/-innen laufend beurteilt. Ein Feedback wird für jede Arbeit mündlich oder schriftlich in geeigneter Form gegeben. Zum Standard gehören auch  Gespräche mit Schülerinnen, Schülern und Eltern. Das semesterweise Ausfüllen des Zeugnisses bringt keine höhere Qualität. Die Standortbestimmung für Schülerinnen und Schüler wäre trotzdem weiterhin gewährleistet gewesen, zumal die Massnahme nur die 2. bis 5. Klasse betroffen hätte. In der für den Übergang in die Sekundarstufe wichtigen 6. Klasse hätte der Vorschlag weiterhin zwei Zeugnisse vorgesehen.

 

Entlastungsprojekt hat wenig bis nichts gebracht

Der Entscheid des Kantonsrats stellt eine verpasste Chance dar, die Lehrpersonen zu entlasten. Deren Situation und Meinung hat die Politik einmal mehr nicht erst genommen. Schon fast zynisch ist die Begründung der Mehrheit des Kantonsrats: Es gehe ihr um die Qualität der Volksschule. Wenn dem tatsächlich so wäre, müsste sie vielmehr mit der Entlastung der Lehrpersonen vorwärts machen. Auf dieser Ebene gilt jedoch weiterhin: Das aufwändige Projekt Be-/Entlastung hat bisher wenig bis gar nichts gebracht.

 

Ausserdem sprach sich der Kantonsrat auch gegen zusätzliche Ressourcen für die Kindergartenstufe aus. Der ZLV ist über diese kleinliche Haltung sehr enttäuscht. Der Kantonsrat lehnt es damit auf der ganzen Linie ab, die Lehrpersonen zu entlasten.


03.03.2013 Jetzt sind die Schulbehörden in der Pflicht!

Medienmitteilung Komitee „JA zu fachlich kompetenten Schulleitungen“
Das Komitee „JA zu fachlich kompetenten Schulleitungen“ nimmt trotz Achtungserfolg mit Bedauern und Sorge zur Kenntnis, dass das konstruktive Referendum für fachlich kompetente Schulleitungen von den Stimmberechtigten abgelehnt worden ist. Dieser Entscheid schadet der Qualität unserer Volksschule. Die negativen Folgen tragen allen voran die Kinder, die ein Anrecht auf gute Ausbildungschancen haben.

Erst 2008 hat sich der Souverän für Schulleitungen mit Lehrdiplom ausgesprochen. Damals war klar, dass Schulpflegen als Laienbehörden auf pädagogische Kompetenz und Unterstützung angewiesen sind, wenn sich die Volksschule den Anforderungen der Zeit angemessen entwickeln soll. Dass dieses Argument nur fünf Jahre später schon nicht mehr gelten soll, ist nicht nachvollziehbar. Die Verantwortung für diese kurzfristige Kehrtwendung tragen diejenigen politischen Parteien, die diesen Entscheid im Kantonsrat in
die Wege geleitet haben. Sie haben den Stimmberechtigten empfohlen, künftig auch Personen ohne Lehrdiplom mit der Leitung von Schulen zu betrauen und dabei den Rat von Fachkräften leichtfertig in den Wind geschlagen. Dass ihnen dabei nicht wohl war, zeigten allerdings ihre gebetsmühlehaft wiederholten Beteuerungen, dass es wohl keiner Schulpflege einfallen würde, Schulleitungen ohne pädagogischen Sachverstand einzustellen.


Jetzt sind die Schulpflegen in der Pflicht. Sie sind letztlich für die pädagogische Qualität der Schulen verantwortlich und sie tun gut daran, wenn sie bei der Besetzung von Schulleitungen weiterhin auf Personen setzen, die ein Lehrdiplom mitbringen. Schliesslich haben die Organisationen der Lehrpersonen praktisch im Alleingang über 40 Prozent Zustimmung erhalten. Für die Leitung einer Schule reicht es nach wie vor nicht, in generellen Fragen der Personalführung, in organisatorischen Belangen und im administrativen Bereich kompetent zu sein, genauso wichtig ist ein pädagogischer und didaktischer Sachverstand. Es kann nicht angehen, dass eine Schulleiterin oder ein Schulleiter in wesentlichen Bereichen deutlich weniger von der Schule versteht als die Klassenlehrperson. Das ist eine Sache der
Glaubwürdigkeit auch gegenüber den Eltern.


Die Organisationen der Lehrkräfte, SekZH, VPOD und ZLV werden nicht locker lassen, die Entwicklung der Zürcher Volksschule weiterhin aufmerksam zu verfolgen und nicht zögern, politisch zu handeln, bevor Managerinnen und Manager, die die Schule nur vom Hörensagen kennen, grossen Schaden anrichten werden!


31.01.2013 Ja zum Kantonsratsbeschluss über die Behandlung der Einmaleinlage

Medienmitteilung Komitee "Ja für unseren Kanton"
Das überparteiliche Komitee „JA – Für unseren Kanton!“ hat an einer Medienkonferenz den sorgfältig austarierten und breit abgestützten Kantonsratsbeschluss über die Behandlung der Einmaleinlage als vernünftigen und gangbaren Weg zur Sanierung der kantonalen Pensionskasse charakterisiert. Die teilweise Nicht-Einrechnung der Einmaleinalge in den mittelfristigen Ausgleich erlaubt es dem Kanton Zürich, die Sanierung seiner Pensionskasse ohne Steuererhöhungen und Leistungsabbau rasch und nachhaltig voranzutreiben. Eine „Trickserei“, wie die Gegnerschaft nicht müde wird zu betonen, ist das von der Regierung vorgeschlagene und von der Kantonsratsmehrheit beschlossene Vorgehen nicht. Im Gegenteil: Es ist angesichts der realpolitischen Umstände für unseren Kanton mittel- bis langfristig die einzig verantwortungsvolle Lösung.

Verschiedene Parteien und Verbände haben sich zusammengeschlossen, um sich beim Zürcher Stimmvolk für ein JA zu einer verantwortungsvollen Behandlung der Einmaleinlage einzusetzen. FDPKantonsrätin Beatrix Frey-Eigenmann führte aus, dass sich nebst den Parteien FDP, CVP, SP und den Grünen auch Zürcher Arbeitgeber- und Arbeitnehmer-Organisationen für die Vorlage aussprechen.


In dieser ausserordentlichen Situation – wie sie die Einmaleinlage in die Pensionskasse zweifelsohne darstellt – ist gemäss Frey-Eigenmann eine nachhaltige und und für die Bürger und Steuerzahler tragbare nur mit der Teilausklammerung der Einmaleinlage aus dem mittelfristigen Ausgleich möglich. Eine
Rosskur mit spürbarem Leistungsabbau oder deutlichen Steuererhöhungen sei unnötig. Der finanzpolitische Spielraum ist dank den guten Rechnungsabschlüssen der Vorjahre gegeben. Die FDP unterstützt daher die Nicht-Einrechnung der Einmaleinalge in den mittelfristigen Ausgleich.


Kritik hagelte es von SP-Kantonsrat Jorge Serra an die Adresse des gegnerischen Referendums-Komitees, das der Regierung Trickserei und das Frisieren der Kantonsfinanzen vorwirft. Diese Vorwürfe, so Serra, sind „absurd und lächerlich“. Denn es war umgekehrt die SVP selber, die mit ihrer Initiative „Schluss mit der Schuldenwirtschaft zu Lasten unserer Kinder“ den Erlös aus dem seinerzeitigen Verkauf des Nationalbankgoldes im Umfang von 1.6 Mrd. nicht an den mittelfristigen Ausgleich anrechnen wollte. Dieser Betrag entspricht exakt jener Summe, die bei der Einmaleinlage nicht in den mittelfristigen Ausgleich eingerechnet werden soll. Offenbar war ihr damals die Verfassung in diesem konkreten Fall
nicht so wichtig.


Regula Kaeser-Stöckli, Kantonsrätin der Grünen, zeigte auf, bei welchen staatlichen Leistungen bei einem Nein nebst Steuererhöhungen überall der Rotstift angesetzt werden würde: Vergrösserung der Klassen in der Volksschule, Senkung der Verbilligung der Krankenkassenprämien, Schliessung von Gefängnissen und allenfalls müssten auch von Spitälern.


Kantonsrat Peter Reinhard, Kantonsrat EVP, der sich als Präsident des Verbandes der Kantonspolizei Zürich für ein JA einsetzt, entwarf ein mögliches Szenario, in dem bei einem Nein auch bei der Polizei gespart werden müsste: „Wir werden nie den Soll-Bestand des Korps erreichen. Man spart bei den neuen Schulklassen und Aspiranten. Das führt sofort dazu, dass der Personalbestand im Vergleich zu den
natürlichen Abgängen reduziert. Doch seit Jahren sind die Korps masslos überlastet.“


Philipp Kutter, CVP-Kantonsrat und –Fraktionspräsident, erklärte, die Verfassung und das Gesetz würden respektiert. Der mittelfristige Ausgleich lasse in besonderen Situationen Ausnahmen zu. Die Ausklammerung der Einmaleinlage aus dem mittelfristigen Ausgleich ist aus Kutters Sicht die einzige vernünftige Lösung. Die Kampagne „JA – Für unseren Kanton!“ startet ab sofort.


28.01.2013 QUIMS und Frühförderung nicht gegeneinander ausspielen

Medienmitteilung ZLV und vpod
Der vpod lehrberufe zürich und der ZLV Zürich begrüssen, dass der Kantonsrat heute die KEF-Erklärung zu QUIMS (Qualität an multikulturellen Schulen) nicht an den Regierungsrat überwiesen hat. Sie verlangte, dass künftig die Hälfte der Ausgaben, die heute für QUIMS-Massnahmen gesprochen sind, in die sprachliche Frühforderung verschoben werden. Vpod und ZLV lehnten diese erneute Mittelkürzung dezidiert ab. Dass diese weitere Sparmassnahme in der Bildung, die einmal mehr auf dem Buckel der schwächsten Schülerinnen und Schüler ausgetragen würde, im Kantonsrat keine Mehrheit fand, ist ein kleiner Sieg für die Volksschule.

FDP-Fraktion ist falsch informiert:
Die Evaluation des QUIMS-Programms habe aufgezeigt, dass die Zielsetzungen in der sprachlichen För- derung nicht erreicht werden konnten, argumentierte die FDP-Fraktion. ZLV und vpod sind mit dieser Aussage nicht einverstanden. Die Evaluationsstudie der Universität Zürich zeigt, dass QUIMS-Schulen insgesamt gute, engagierte, kompetente und innovative Arbeit leisten. In der Studie ist die Rede von er- folgreicher Schulentwicklung, von vermehrter fachlicher Kooperation und Weiterbildung der Lehrperso- nen, von verstärkter Leseförderung, von der sozialen Integration der Eltern, von Zufriedenheit von Eltern und Schüler/-innen. Die Studie empfiehlt deshalb, mit QUIMS weiterzufahren, dies sogar mit einem höhe- ren Mitteleinsatz als bisher. Mit dem heutigen Entscheid sind wir auf gutem Wege dazu.

 

Kontinuität und Weiterentwicklung:

Ein grosser Handlungs- und Unterstützungsbedarf für die Schulen in den sozial schwä­cheren Quartieren ist in verschiedenen Studien (Zürcher Lernstandserhebung, PISA Studie) weiterhin ausgewiesen. Nachdem all diese Schulen zur Einführung von QUIMS verpflichtet wurden und sich entsprechend ausrichteten, wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, dass sie nun mitten in der Umsetzungsphase im Stich gelassen werden sollten. Sie stehen auch heute noch vor vielen und schwierigen Aufgaben und  brauchen Konti­nui­tät und Weiterentwicklung statt Rückbau.

 

Die frühe Förderung ist nicht Alternative sondern Ergänzung

Die Frühförderung, die gemäss KEF stärker unterstützt werden sollte, ist eine Massnah­me, die in Gemeinden und Quartieren mit QUIMS-Schulen eine sehr hohe Priorität hat. Sie stellt sicher, dass die Kinder schon vor dem Schuleintritt besser auf sprachliches, kog­ni­­tives und soziales Lernen vorbereitet werden. Aus Sicht von vpod und ZLV ist eine Investition in die Frühförderung unbedingt zu begrüssen. Wird QUIMS mit Massnahmen der Frühförderung ergänzt, wird sich dies positiv auf die Zielerreichung von QUIMS aus­wir­ken. Es ist deshalb falsch, diese beiden vielversprechenden Projekte gegeneinander auszuspielen.


24.01.2013 Schulversuch „Fokus: Starke Lernbeziehungen“: Initiative der Bildungsdirektion könnte Lehrpersonen entlasten

Medienmitteilung ZLV
Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV begrüsst den von der Bildungsdirektion heute verkündeten Schulversuch „Fokus: Starke Lern-beziehungen“. Wenn weniger Lehrpersonen pro Klasse unterrichten, sind weniger Absprachen notwendig. Die Lehrpersonen dürften so entlastet werden. Um wie viel muss sich erst noch weisen.

Die Ziele des Schulversuchs „Fokus: Starke Lernbeziehungen“ sind sinnvoll. Wenn die Lernbeziehungen zwischen Lehrpersonen und Schüler/-innen gestärkt werden und der Schul­a­lltag einfacher wird, verbessert sich die Qualität der Volksschule. Auch die Entlastung der Lehrpersonen wird einen positiven Beitrag zur Schulqualität leisten.

 

Der ZLV setzt sich seit mehreren Jahren für die Entlastung der Lehrpersonen ein. Er be­grüsst deshalb die Initiative der Bildungsdirektion ausdrücklich. Ein gewisser Teil der aktuel­len zeitlichen Überlastung der Lehrpersonen ist mit Sicherheit auf die vielen Absprachen zurückzuführen, wenn eine Klasse von mehreren Lehrpersonen unterrichtet wird. Wird die Anzahl Lehrpersonen, wie im Versuch geplant, auf zwei reduziert, müsste ihre zeitliche Belastung teilweise zurückgehen.

 

Für den ZLV wird deshalb die Frage von besonderem Interesse sein, wie stark der Ent­lastung­seffekt für die Lehrpersonen ausfallen wird. Beobachten wird der Verband auch, wie die Bildungsdirektion mit der Frage der Nachqualifikationen umgeht. Diese – zum Beispiel in Integrierter Förderung oder in Deutsch als Zweitsprache – werden viele Lehrpersonen in den Versuchsklassen brauchen, damit weiterhin alle notwendigen Kompetenzen für die Führung einer Klasse vorhanden sind. Die im Schulversuch gewonnenen Erfahrungen könnten sogar wegweisend für die künftige Aus- und Weiterbildung werden.

 

Der ZLV unterstützt den bis 2019 dauernden Schulversuch und ruft die Schulen auf, daran teilzu­neh­men. Erst mit dem Abschlussbericht, kann entschieden werden, ob der Versuch erfolgreich war, das heisst die Lernsituation für Schüler/-innen verbessert und eine spürbare Entlastung für Lehrpersonen gebracht hat. Ziele, die der ZLV vollumfänglich unterstützt.