Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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15.04.2014 Klassengrössen: Schritt in die richtige Richtung

Medienmitteilung ZLV - Die kantonsrätliche Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) hat einen Gegenvorschlag zur EVP-Volksinitiative „Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen“ beschlossen. Kern des Gegenvorschlags ist, dort ein bisschen mehr Ressourcen an Lehrpersonen zur Verfügung zu stellen, wo es tatsächlich notwendig ist. Die KBIK nimmt damit eine Idee des ZLV auf und zeigt einen hoffentlich mehrheitsfähigen Lösungsweg auf.

Die offiziell zustande gekommene kantonale Volksinitiative der EVP «Mehr Qualität im Unterricht dank kleinerer Klassen» fordert, dass künftig ein Maximum von 20 Schülerinnen und Schülern pro Klasse gilt. Heute gilt an der Zürcher Volksschule eine Obergrenze von 25 Kindern pro Klasse. Vorübergehend dürfen aber bis zu 28 Kinder in einem Schulzimmer sitzen, ohne dass Massnahmen ergriffen werden müssen.

 

Aus Sicht ZLV ist die Initiative zu begrüssen, gemäss einer aktuellen Umfrage orten Lehrpersonen zu grosse Klassen als zentralen Belastungsfaktor. Die Initiative ist wahrscheinlich aus finanziellen Gründen kaum mehrheitsfähig – ihre Umsetzung würde die kantonalen Finanzen stark strapazieren. Mit ihrem Gegenvorschlag zeigt nun die KBK einen Ausweg auf, der finanziell sehr verträglich ist und gleichzeitig sicherstellt, dass Lehrpersonen in zu belasteten Klassen trotzdem Unterstützung erhalten können. Der im nächsten Schritt in den Kantonsrat gelangende KBIK-Gegenvorschlag basiert darauf, dass gezielt dort Ressourcen zur Verfügung gestellt werden, wo die Klassen bzw. die Belastung einer Lehrperson zu gross sind. Brände würden also mit der „Feuerwehr“ effizient gelöscht – und nicht mit der Giesskanne über alle Schulgemeinden, wie dies in einer früheren Version vorgesehen war.

 

Der ZLV ist erfreut darüber, dass die KBIK mit ihrem Vorschlag eine Idee aufnimmt, die der ZLV vor einigen Monaten bereits in die Diskussion einbrachte. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerband unterstützt daher die Stossrichtung des Gegenvorschlags, die zusätzlichen Lehrpersonen-Ressourcen dort einzusetzen, wo sie tatsächlich benötigt werden.

 

Offen lässt die KBIK die Frage, wie genau die zusätzlichen Ressourcen zugeteilt werden sollen. Auch dafür hat der ZLV eine Lösung skizziert: Schüler/-innen mit erhöhtem Betreuungsbedarf (beispielsweise integrierte Förderung) könnten doppelt oder dreifach gezählt werden.