Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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28.01.2013 QUIMS und Frühförderung nicht gegeneinander ausspielen

Medienmitteilung ZLV und vpod - Der vpod lehrberufe zürich und der ZLV Zürich begrüssen, dass der Kantonsrat heute die KEF-Erklärung zu QUIMS (Qualität an multikulturellen Schulen) nicht an den Regierungsrat überwiesen hat. Sie verlangte, dass künftig die Hälfte der Ausgaben, die heute für QUIMS-Massnahmen gesprochen sind, in die sprachliche Frühforderung verschoben werden. Vpod und ZLV lehnten diese erneute Mittelkürzung dezidiert ab. Dass diese weitere Sparmassnahme in der Bildung, die einmal mehr auf dem Buckel der schwächsten Schülerinnen und Schüler ausgetragen würde, im Kantonsrat keine Mehrheit fand, ist ein kleiner Sieg für die Volksschule.

FDP-Fraktion ist falsch informiert:
Die Evaluation des QUIMS-Programms habe aufgezeigt, dass die Zielsetzungen in der sprachlichen För- derung nicht erreicht werden konnten, argumentierte die FDP-Fraktion. ZLV und vpod sind mit dieser Aussage nicht einverstanden. Die Evaluationsstudie der Universität Zürich zeigt, dass QUIMS-Schulen insgesamt gute, engagierte, kompetente und innovative Arbeit leisten. In der Studie ist die Rede von er- folgreicher Schulentwicklung, von vermehrter fachlicher Kooperation und Weiterbildung der Lehrperso- nen, von verstärkter Leseförderung, von der sozialen Integration der Eltern, von Zufriedenheit von Eltern und Schüler/-innen. Die Studie empfiehlt deshalb, mit QUIMS weiterzufahren, dies sogar mit einem höhe- ren Mitteleinsatz als bisher. Mit dem heutigen Entscheid sind wir auf gutem Wege dazu.

 

Kontinuität und Weiterentwicklung:

Ein grosser Handlungs- und Unterstützungsbedarf für die Schulen in den sozial schwä­cheren Quartieren ist in verschiedenen Studien (Zürcher Lernstandserhebung, PISA Studie) weiterhin ausgewiesen. Nachdem all diese Schulen zur Einführung von QUIMS verpflichtet wurden und sich entsprechend ausrichteten, wäre es nicht nachvollziehbar gewesen, dass sie nun mitten in der Umsetzungsphase im Stich gelassen werden sollten. Sie stehen auch heute noch vor vielen und schwierigen Aufgaben und  brauchen Konti­nui­tät und Weiterentwicklung statt Rückbau.

 

Die frühe Förderung ist nicht Alternative sondern Ergänzung

Die Frühförderung, die gemäss KEF stärker unterstützt werden sollte, ist eine Massnah­me, die in Gemeinden und Quartieren mit QUIMS-Schulen eine sehr hohe Priorität hat. Sie stellt sicher, dass die Kinder schon vor dem Schuleintritt besser auf sprachliches, kog­ni­­tives und soziales Lernen vorbereitet werden. Aus Sicht von vpod und ZLV ist eine Investition in die Frühförderung unbedingt zu begrüssen. Wird QUIMS mit Massnahmen der Frühförderung ergänzt, wird sich dies positiv auf die Zielerreichung von QUIMS aus­wir­ken. Es ist deshalb falsch, diese beiden vielversprechenden Projekte gegeneinander auszuspielen.