Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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16.03.2020 Zusammenstehen gegen die Corona-Virus-Pandemie

ZLV-News - Die Corona-Virus-Pandemie wirkt sich inzwischen auf allen Ebenen der Schweizer Gesellschaft aus. Mit dem Entscheid des Bundesrats vom Freitag, die Schulen zu schliessen, stehen auch die Lehrpersonen vor einer neuen Situation. In den folgenden Abschnitten nimmt der ZLV Stellung zu verschiedenen aktuellen Fragen.

Schutz muss Priorität haben

Der Bundesrat und der Zürcher Regierungsrat haben betont, dass der Schutz der gesamten Bevölkerung und insbesondere der besonders gefährdeten Personen oberste Priorität hat. Alle sind gefordert, sich und andere zu schützen und solidarisch zu handeln. Der ZLV unterstützt deshalb den Entscheid, den Präsenzunterricht mindestens bis zum Ende der Frühlingsferien einzustellen. Das schafft Klarheit und bietet Schutz für die Schülerinnen und Schüler, für die Lehrpersonen und für alle Angehörigen.

Ab sofort gelten folgende Weisungen von Bund und Kanton:

  1. Der Präsenzunterricht wird bis zum Ende der Frühlingsferien eingestellt.
  2. Die Schülerinnen und Schüler bleiben wenn immer möglich zuhause.
  3. Die Schulen richten ein Betreuungsangebot für Ausnahmefälle ein.
  4. Die Hygiene- und Abstandsregeln sind einzuhalten.
  5. Der öffentliche Verkehr ist möglichst zu meiden.
  6. Lehrpersonen die zur Risikogruppe zählen, bleiben zuhause und arbeiten dort.
Zudem gelten die allgemeinen Weisungen des Bundes gemäss dem Flyer «So schützen wir uns.»

Flexibel sein, Lösungen entwickeln

Ab heute befindet sich die Zürcher Volksschule in einer aussergewöhnlichen Situation, zu der keinerlei Erfahrungswerte bestehen. Um sie so gut wie möglich zu bewältigen, müssen alle Akteure der Volksschule zusammenstehen.

Der ZLV ruft daher seine Mitglieder und überhaupt alle Lehrpersonen dazu auf, konstruktiv und ideenreich mit den Schulleitungen und den Behörden zusammenzuarbeiten. Genau dasselbe gilt für die Arbeit innerhalb der Teams in den einzelnen Schulen. Jetzt ist die Zeit, gemeinsam Lösungen zu finden. Das verlangt von allen viel persönliche Flexibilität.

Der ZLV wird wo immer möglich seinen Beitrag dazu leisten, dass die Zürcher Volksschule die Corona-Virus-Pandemie solidarisch meistern kann. Dazu gehört unter anderem, dass wir für unsere Mitglieder und alle Lehrpersonen da sind, wenn Fragen auftauchen. Weiter werden wir darauf achten, dass der Schutz der Lehrpersonen vor einer Corona-Ansteckung bei der Formulierung von Massnahmen genügend berücksichtigt wird:
Der ZLV unterstützt alle betroffenen Lehrpersonen dabei, diesen Punkten falls nötig Nachdruck zu verleihen. Bei Bedarf setzen Sie sich am besten direkt mit unserer Beratungsstelle in Verbindung: beratung@zlv.ch. Für Mitglieder ist die Beratung kostenlos.

Eigenverantwortung der Eltern

Damit die faktische Schulschliessung einen Beitrag zur Eindämmung des Corona-Virus leisten kann, muss sichergestellt sein, dass wirklich nur Kinder von Familien in Ausnahmesituationen in den Schulen betreut werden. Die Eltern müssen in jedem Fall zuerst alle anderen Betreuungsoptionen ausloten – zum Beispiel Home Office, Unterbringung bei Nachbarn, Verwandten etc. sowie bei älteren Kindern in verantwortbarem Masse auch unbetreute Zeitfenster. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Kinder von Eltern, die in Gesundheitsberufen, bei den Sicherheitsbehörden, Lebensmitteldetailhändlern, in der Reinigung oder im öffentlichen Verkehr arbeiten, bei Bedarf sicher eine Betreuung erhalten. Zudem soll vermieden werden, dass Kinder von den Grosseltern betreut werden oder gänzlich ohne Betreuung sind.

Chancengerechtigkeit wahren

Schliesslich gilt es aus pädagogischer Sicht jegliche Ungleichbehandlung von Schülerinnen und Schülern zu vermeiden. So findet in den Schulen ausdrücklich kein Unterricht statt, sondern nur Betreuung für Ausnahmefälle. Wird in irgendeiner Form Fernunterricht angeboten, muss sichergestellt werden, dass dieser allen Schülerinnen und Schülern in gleichem Masse zur Verfügung steht. Auch in Krisenzeiten ist die Chancengerechtigkeit hochzuhalten.

Christian Hugi
Präsident ZLV

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