Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
Ohmstrasse 14
Postfach 7147
8050 Zürich
Telefon 044 317 20 50
sekretariat@zlv.ch
www.zlv.ch

21.11.2014 Zürcher Lehrpersonen wollen nur eine Fremdsprache in der Primarschule

Mitgliederumfrage Fremdsprachenunterricht - Zwei Fremdsprachen auf der Primarstufe überfordern das heutige Schulsystem. Dies ist der eindeutige Befund einer Umfrage des ZLV unter seinen Mitgliedern. Mehr als 1200 Lehrpersonen nahmen teil und votierten klar dafür, in der Primar-stufe nur eine Fremdsprache zu unterrichten. Eine knappe Mehrheit würde Eng-lisch den Vorzug vor einer Landessprache geben. Die Lehrerinnen und Lehrer wünschen sich ein Ende der Unsicherheit und fordern die Politik auf, ein einheit-liches Vorgehen möglichst bundesweit durchzusetzen.

Das Thema Fremdsprachenunterricht brennt den Zürcher Lehrpersonen unter den Nägeln. Rund 1200 Lehrerinnen und Lehrer nahmen an einer kürzlich abgeschlossenen Umfrage des Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverbands ZLV teil. Dies entspricht einem hohen Rücklauf von rund einem Drittel der Mitglieder. Die Resultate der Umfrage dürfen deshalb als repräsentativ gelten.

 

Zu wenig Ressourcen für zwei Fremdsprachen

75% der Antwortenden sprachen sich für eine einzige Fremdsprache auf Primarstufe aus. Die zweite Fremdsprache sollte erst in der Sekundarstufe dazukommen. Als Grund gaben die Lehrpersonen mehrheitlich an, dass für zwei Fremdsprachen im heutigen Schulsystem nicht genügend zeitliche, personelle und finanzielle Ressourcen zur Verfügung stehen. Weniger klar votierten die Lehrpersonen bei der Frage, welche Sprache an der Primarstufe unterrichtet werden müsste. 57% nannten Englisch, 43% sprachen sich für eine Landessprache aus.

 

Eine eigenständige Zürcher Lösung wird nicht als sinnvoll erachtet. 77% der antwortenden Lehrerinnen und Lehrer fordern ein übergeordnetes, koordiniertes Vorgehen. 47% wünschen eine Lösung auf Bundesebene, für 30% würde ein sprachregionenweiter Ansatz genügen. 

 

Weiter möchten die Lehrpersonen beim Fremdsprachenerwerb die Freude und das Lustprinzip als pädagogische Haltung in den Vordergrund rücken. Eine deutliche Mehrheit erachtet Benotung und Selektion im Fremdsprachenunterricht als nicht hilfreich.

 

Klarer Auftrag an die Politik

Für den ZLV sind diese Umfrageergebnisse ein klarer Auftrag an die Politik und die Eidgenössische Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK). Umsomehr enttäuscht es, dass sich die EDK nicht zu einem klaren Entscheid für ein einheitliches Vorgehen in der Fremdsprachenfrage durchringen kann. Für den ZLV ist die aktuelle Vogelstrauss-Politik nicht zielführend und unterminiert letztlich das Vertrauen in das Schweizer Schulsystem.