Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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06.10.2016 KBIK lehnt Fremdspracheninitiative ab: Minderheitsstimmen lassen hoffen

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule - Die Kommission für Bildung und Kultur des Kantonsrats lehnt die Volksinitiative „Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule“ mit 9:6 Stimmen ab. Für das Initiativkomitee kommt dieser heute kommunizierte Entscheid nicht überraschend. Es ist jedoch erfreut über die bedeutende Minderheit, welche die Initiative unterstützt. Dies verdeutlicht den Handlungsbedarf und zeigt, dass das Anliegen in der Volksabstimmung eine Chance hat.

Die 6 Befürworterinnen und Befürworter der Fremdspracheninitiative haben die Probleme erkannt: Die heutige Regelung mit zwei Fremdsprachen in der Primarschule überfordert viele Schülerinnen und Schüler und führt zu unbefriedigenden Resultaten. Das Ziel bleibt, dass die Jugendlichen am Ende der Volksschule zwei Fremdsprachen beherrschen. Doch dazu gibt es einen effizienteren Weg als heute. Die Kommissionsminderheit vertritt dabei dieselbe Meinung wie das Initiativkomitee: Konzentration auf eine Fremdsprache in der Primarschule und Einführung der zweiten Fremdsprache in der Sekundarstufe. 

 

Das Initiativkomitee ist erfreut, dass eine bedeutende Minderheit der Kommission der Argumentation der Initiative gefolgt ist. Dies verdeutlicht, dass hoher Handlungsbedarf besteht. Weiter zeigt das Stimmenverhältnis, dass die Initiative trotz der wahrscheinlichen Ablehnung im Kantonsrat grosse Sympathie geniesst und in der Abstimmung eine Chance haben wird. Die Lehrpersonenverbände fühlen sich umso mehr ermutigt, sich voll für die Initiative einzusetzen.

 

Enttäuscht sind Initiativkomitee und die Verbände von der Mehrheit der KBIK, die sich für den Status quo ausgesprochen hat. Diese Volksvertreterinnen und -vertreter negieren die Probleme des aktuellen Fremdsprachenunterrichts und nehmen die Anliegen der Schule offenbar nicht ernst. Woher sie die Sicherheit nehmen, dass die meisten Kinder mit zwei Fremdsprachen nicht überfordert seien, entzieht sich dem Initiativkomitee. Der Schulalltag und die Rückmeldungen der rund 4000 ZLV-Mitglieder – also der Lehrpersonen vor Ort in den Schulen – zeigen ein anderes Bild.