Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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05.11.2013 Reduktion Pflichtlektionen und Mitarbeiterbeurteilung

Meldung - Der Zürcher Kantonsrat verpasste gestern eine grosse Chance, die Weichen in Richtung einer qualitativ besseren Volksschule zu stellen. Stefan Hunger (BDP) zog das Postulat zur Reduktion der Pflichtstundenzahl der Lehrpersonen zurück, wohl um einem drohenden Nein zu entgehen. Das schmerzt den Zürcher Lehre-rinnen- und Lehrerverband. Der Kantonsrat und der Regierungsrat gewichten momentane finanzielle Argumente höher als eine Schule, die langfristig den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft genügt.

Die politischen Mühlen arbeiten langsam – und dennoch nicht fein genug – dies jedenfalls ist das Fazit des ZLV nach der Bildungsdebatte im Zürcher Kantonsrat. Der grösste Lehrpersonenverband im Kanton Zürich ist enttäuscht, dass das Parlament die Chance verpasste, die Pflichtstundenzahl der Lehrpersonen für ein 100-Prozent-Pensum von 28 auf 26 Stunden zu senken. Dies ist umso enttäuschender, als die Argumente der Postulantinnen und Postulanten in der Sache kaum bestritten waren. Es ist heute akzeptiert, dass die Belastung der Lehrpersonen zu hoch ist und dass darunter letztlich die Qualität der Schule langfristig leidet.

 

Die Reduktion der Pflichtstundenzahl verursacht Kosten von rund CHF 80 Mio. pro Jahr – bedingt durch die zur Umsetzung notwendige Anstellung von 600 Lehrpersonen. Aber: Die zu hohe Belastung führt dazu, dass viele Lehrpersonen ihre Pensen zurückschrauben und viele Interessierte einen anderen Berufsweg einschlagen. Für die Volksschule wird es so immer schwieriger, den wachsenden Ansprüchen der Gesellschaft zu genügen.

 

Der ZLV erwartet deshalb, dass im Zusammenhang mit dem Berufsauftrag die Arbeitszeit der Lehrpersonen, bzw. die Reduktion des Pflichtpensums wieder ein Thema wird. Attraktive Rahmenbedingungen sind wichtig, damit auch künftig genügend Lehrpersonen zur Verfügung stehen werden.

 

Jährliche Mitarbeitergespräche zur Qualitätssicherung

Enttäuschend war, dass der Kantonsrat heute gleich auch noch ein Postulat ablehnte, dass die jährliche Durchführung vollwertiger Mitarbeitergespräche forderte. Das jährliche Mitarbeitergespräch „light“ und eine lohnwirksame Beurteilung alle vier Jahre genügen als Qualitätssicherungsmassnahme nicht. In der Privatwirtschaft ist eine jährliche Kadenz in der Mitarbeiterbeurteilung absolut normal. Der ZLV sieht nicht ein, weshalb dies in der Schule anders sein soll. Auch bei diesem Thema wird der Verband am Ball bleiben.