Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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18.11.2013 Weniger Schüler in Klassen mit hohem Betreuungsaufwand

Medienmitteilung ZLV - Zu grosse Klassen sind für die Lehrpersonen der Volksschule das grösste Problem – dies zeigte kürzlich eine Umfrage des ZLV. Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ZLV tritt nun mit einem praxistauglichen Vorschlag an die Öffentlichkeit. Er fordert, dass künftig Kinder mit einem hohen Betreuungsaufwand doppelt oder dreifach gezählt werden. Auf diese Weise liesse sich die Grösse der Klassen mit solchen Kindern so verkleinern, dass ein gelingender Unterricht möglich ist.

In einer Regelklasse der Primarschule gilt heute eine Richtgrösse von 25 Kindern – wobei diese Zahl in der Praxis manchmal überschritten wird. Bei der Berechnung der Klassengrösse gilt jedes Kind als eine Person – egal, ob es sich um ein durchschnittliches Schulkind handelt oder um ein Kind, das spezielle Betreuung benötigt. „Wir können die Klassengrösse in Zukunft nicht mehr so undifferenziert anschauen“, sagt ZLV-Präsidentin Lilo Lätzsch. Eine Klasse mit 20 durchschnittlich begabten Kindern ist in den meisten Fällen viel einfacher zu unterrichten, als eine Klasse mit 18 Kindern, von denen jedoch vier einen hohen Betreuungsaufwand benötigen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die eine integrative Förderung (IF) erhalten oder den Status Integrierte Sonderschulung (ISS: Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Sonderschule, ISR: Integrierte Sonderschulung in der Verantwortung der Regelschule) haben.

 

Für Lätzsch ist die heutige Zählweise der Klassengrösse nicht praxistauglich und einer der Hauptgründe dafür, dass die ZLV-Mitglieder vor einigen Wochen in einer Umfrage die Klassengrösse in Kombination mit der Integration als ihr grösstes Problem bezeichneten.

 

Forderung an die Politik: Differenzierte Lösung

Zuhanden von Regierungs- und Kantonsrat hat der ZLV deshalb einen Vorschlag mit einer differenzierten und praxistauglichen Lösung erarbeitet. Bei der Berechnung der Klassengrösse soll in Zukunft jedes Kind mit einem IF-Status doppelt und jedes Kind mit einem ISS oder ISR-Status dreifach gezählt werden. Dies führt in Klassen mit entsprechenden Kindern zu kleineren Klassengrössen, die für die Lehrpersonen bewältigbar sind. Mit dieser Regelung erhalten die Schulen die für die Integration notwendigen zusätzlichen Vollzeiteinheiten.  Für den Kindergarten, in dem noch nicht alle Schülerinnen und Schüler entsprechend erfasst sind, ist eine adäquate Lösung zu finden.

 

Der ZLV wird diesen Vorschlag nun der Bildungsdirektorin und der zuständigen Kommission des Kantonsrats unterbreiten.