Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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03.03.2013 Jetzt sind die Schulbehörden in der Pflicht!

Medienmitteilung Komitee „JA zu fachlich kompetenten Schulleitungen“ - Das Komitee „JA zu fachlich kompetenten Schulleitungen“ nimmt trotz Achtungserfolg mit Bedauern und Sorge zur Kenntnis, dass das konstruktive Referendum für fachlich kompetente Schulleitungen von den Stimmberechtigten abgelehnt worden ist. Dieser Entscheid schadet der Qualität unserer Volksschule. Die negativen Folgen tragen allen voran die Kinder, die ein Anrecht auf gute Ausbildungschancen haben.

Erst 2008 hat sich der Souverän für Schulleitungen mit Lehrdiplom ausgesprochen. Damals war klar, dass Schulpflegen als Laienbehörden auf pädagogische Kompetenz und Unterstützung angewiesen sind, wenn sich die Volksschule den Anforderungen der Zeit angemessen entwickeln soll. Dass dieses Argument nur fünf Jahre später schon nicht mehr gelten soll, ist nicht nachvollziehbar. Die Verantwortung für diese kurzfristige Kehrtwendung tragen diejenigen politischen Parteien, die diesen Entscheid im Kantonsrat in
die Wege geleitet haben. Sie haben den Stimmberechtigten empfohlen, künftig auch Personen ohne Lehrdiplom mit der Leitung von Schulen zu betrauen und dabei den Rat von Fachkräften leichtfertig in den Wind geschlagen. Dass ihnen dabei nicht wohl war, zeigten allerdings ihre gebetsmühlehaft wiederholten Beteuerungen, dass es wohl keiner Schulpflege einfallen würde, Schulleitungen ohne pädagogischen Sachverstand einzustellen.


Jetzt sind die Schulpflegen in der Pflicht. Sie sind letztlich für die pädagogische Qualität der Schulen verantwortlich und sie tun gut daran, wenn sie bei der Besetzung von Schulleitungen weiterhin auf Personen setzen, die ein Lehrdiplom mitbringen. Schliesslich haben die Organisationen der Lehrpersonen praktisch im Alleingang über 40 Prozent Zustimmung erhalten. Für die Leitung einer Schule reicht es nach wie vor nicht, in generellen Fragen der Personalführung, in organisatorischen Belangen und im administrativen Bereich kompetent zu sein, genauso wichtig ist ein pädagogischer und didaktischer Sachverstand. Es kann nicht angehen, dass eine Schulleiterin oder ein Schulleiter in wesentlichen Bereichen deutlich weniger von der Schule versteht als die Klassenlehrperson. Das ist eine Sache der
Glaubwürdigkeit auch gegenüber den Eltern.


Die Organisationen der Lehrkräfte, SekZH, VPOD und ZLV werden nicht locker lassen, die Entwicklung der Zürcher Volksschule weiterhin aufmerksam zu verfolgen und nicht zögern, politisch zu handeln, bevor Managerinnen und Manager, die die Schule nur vom Hörensagen kennen, grossen Schaden anrichten werden!