Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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22.10.2014 Ganzer Lohn für ganze Arbeit! Schluss mit Lohndiskriminierung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ, ZLV und VPOD - Kindergartenlehrpersonen gehören der einzigen Berufsgruppe im Kanton an, die für eine Beschäftigung von 100% nur 87% ihrer Lohnklasse erhält. Diese Tatsache ist stossend und wird der verantwortungsvollen und ressourcenintensiven Arbeit mit den jüngsten Kindern der Volksschule nicht gerecht. Aus diesem Grund wehren sich die Verbände VKZ, VPOD und ZLV gemeinsam mit zahlreichen Kindergartenlehrpersonen gegen diese Lohndiskriminierung und gelangen mit einem entsprechenden Begehren an die Schlichtungsstelle des Kantons Zürich.

Die Ungleichheit der Lohneinstufung von Kindergartenlehrperson gegenüber vergleichbaren Berufen besteht bereits lange und wurde vom Kanton trotz gewonnener Klage im Jahr 1995 kaum anerkannt. In den vergangenen 15 Jahren nahm die Lohndiskriminierung noch weiter zu. Mit der Einführung der „Geleiteten Schule“ rückte der Kindergarten näher an die Schule heran, was zwar grundsätzlich positiv aufgenommen wurde, aber mit mehr Aufgaben für Kindergartenlehrpersonen verbunden war. Mit dem neuen Volksschulgesetz wurde der Kindergarten dann ab 2008 als erste Stufe im Bildungswesen kantonalisiert und somit Teil der Volksschule. Kindergartenlehrpersonen arbeiteten fortan nach einem Lehrplan, übernahmen mehr Aufgaben in der Schule und mussten wie die übrigen Lehrkräfte Zeugnisgespräche und schulische Standortgespräche führen. Die Aufgaben und die Arbeitszeit nahmen also zu, der Lohn hingegen blieb immer gleich. Die Versuche auf dem Verhandlungsweg oder mit Petitionen und anderen Vorstössen die Lohndiskriminierung aufzuheben, schaffte keine Verbesserung. Da der Kanton und die Bildungsdirektion auf stur stellten, blieb den Betroffenen nur die Möglichkeit einer neuen Lohnklage, in der die Diskriminierung der Kindergartenlehrpersonen als typischer Frauenberuf erneut angeprangert wird.


Die Entwicklung des Berufsbildes von der Kindergärtnerin zur Lehrperson des Kindergartens wird von vielen Stelleninhaberinnen sehr begrüsst. Kindergartenlehrpersonen sind motiviert und tragen die neuen Herausforderungen, die der Beruf seit der Kantonalisierung mit sich bringt, gerne mit. Nun fehlt einzig noch die lohnmässige Wertschätzung für das Mittragen dieses Wandels.


Die heutige Lohneinstufung der Lehrpersonen auf Kindergartenstufe ist sachlich nicht mehr gerechtfertigt und diskriminierend. Die drei klagenden Verbände und 18 Einzelklägerinnen sind gewillt, mit überzeugenden Argumenten auf juristischem Wege die Lohndiskriminierung zu bekämpfen und fordern gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.