Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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26.02.2016 Kantonale Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» eingereicht

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule - Heute wurde die Volksinitiative für eine Fremdsprache an der Primarschule mit 9‘270 Unterschriften eingereicht. Damit wurde ein deutliches Zeichen für eine bessere Staffelung des Fremdsprachenerwerbs in der Schule gesetzt.

Die Rückmeldungen von den vielen Sammelaktionen im ganzen Kanton ergeben ein klares Bild. Das Lernen zweier Fremdsprachen wird kaum von jemandem infrage gestellt, nur über den Zeitpunkt der Einführung der zweiten Fremdsprache gehen die Meinungen auseinander. Ebenso eindeutig wird unterstrichen, dass ein Konzept mit nur zwei Wochenlektionen zu 45 Minuten pro Sprache wenig Aussicht auf nachhaltigen Erfolg hat.

 

Zwei Fremdsprachen in der Primarschule haben zu einer offensichtlichen Sprachlastigkeit der Schule geführt. Dadurch wurden andere Bildungsbereiche wie Werken und Mensch/Umwelt geschwächt. Für Fächer wie Medienkunde und Informatik bleibt kein Platz mehr.

 

Für die Lehrpersonenverbände Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband (ZLV), Zürcher Kantonale Mittelstufe (ZKM) und den Verein der Sekundarlehrkräfte des Kantons Zürich (SekZH) stimmen Aufwand und Ertrag beim gegenwärtigen Sprachenkonzept überhaupt nicht. Erstaunlich ist, dass die Bildungsdirektion noch nie nach dem «Return on Invest» gefragt hat. Nach Auffassung der Lehrpersonen ist der zentrale Auftrag der Primarschule, zuerst die Kinder gründlich mit der Standardsprache Deutsch vertraut zu machen und dann die erste Fremdsprache sorgfältig einzuführen. Sind diese Voraussetzungen erfüllt, lernen Jugendliche die zweite Fremdsprache auf der Sekundarstufe schneller als bei einem vorzeitigen Erstkontakt.

 

Mit der Einreichung der Initiative ist die Basis geschaffen worden, dass über das heutige untaugliche Sprachenkonzept ernsthaft diskutiert werden kann und für die Schülerinnen und Schüler bessere Lösungen gefunden werden können.

 

Die Einreichung der Initiative soll auch als ein über die Kantonsgrenze hinausgehendes Zeichen für eine Revision des unbefriedigenden Sprachenkonzepts verstanden werden. Die Qualität der Volksschule wird davon profitieren.