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16.04.2020 Weiter Fernunterricht: Chancengerechtigkeit wahren

ZLV-News - Der Bundesrat hat entschieden, dass die Volksschulen erst am 11. Mai wieder in den Präsenzmodus wechseln können. Der ZLV unterstützt diesen Weg. Gleichzeitig fordert er zusätzliche Ressourcen, um die Chancengerechtigkeit im Fernunterricht für Kinder und Jugendliche wahren zu können.

Weiter Fernunterricht: Chancengerechtigkeit wahren


Der ZLV hat Verständnis für den aus epidemiologischer Sicht gefällten Entscheid des Bundesrats, die Schulen erst am 11. Mai 2020 wieder in den Präsenzmodus zurückzuführen. Aus pädagogischer Sicht verstärkt dieses Vorgehen jedoch die Probleme mit Kindern und Jugendlichen, die im Fernunterricht durch die Maschen fallen. Dies gilt insbesondere für Kinder und Jugendliche, die zuhause wenig Unterstützung oder aus anderen Gründen kein gutes Lernumfeld haben. Es gilt nach Kräften zu verhindern, dass der Corona-Virus die Chancengerechtigkeit aushebelt. Der ZLV ruft die Bildungsdirektion und die Gemeinden deshalb dringend dazu auf, für den Start des Fernunterrichts nach den Frühlingsferien zusätzliche Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Denkbar ist zum Beispiel der Einsatz von Vikaren, um insbesondere die Klassenlehrpersonen zu entlasten. Diese müssen sich vermehrt den Problemfällen in den Klassen widmen können. Auch die Schulsozialarbeit muss in dieser Situation gestärkt und mit zusätzlichen Ressourcen ausgestattet werden.

 

Nahtlose Rückkehr in Vorpandemie-Schulbetrieb nicht möglich


Über die konkreten Schritte zur Rückkehr in den Präsenzmodus im Kanton Zürich entscheidet der Regierungsrat. Der ZLV wird an der Lösungsfindung konstruktiv mitwirken - viele wichtige Fragen sind noch zu klären.

Wichtig dabei: In den Wochen und Monaten nach der Rückkehr zum Präsenzmodus wird es weiterhin Unterstützungsmassnahmen brauchen – denn eine nahtlose Rückkehr in den Vorpandemie-Schulbetrieb ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich (Distanzregeln, unterschiedlicher Stand der Schülerinnen und Schüler). Der ZLV fordert deshalb die Planung und den Aufbau eines Ressourcenpools zur Unterstützung der Lehrpersonen aller Stufen. Auch die Aufstockung der Pensendotation der Klassenlehrpersonen muss zur Sprache kommen. Zu berücksichtigen ist dabei, dass vulnerable Lehrpersonen mit Vorerkrankungen im Präsenzunterricht nicht eingesetzt werden können.

 

Keine Notenzeugnisse


Mit der Weiterführung des Fernunterrichts bis Mitte Mai ist für den ZLV auch definitiv klar, dass die Schulen Ende des Schuljahres keine formellen Notenzeugnisse ausstellen können. Der Verband fordert eine Lösung, in der in den Zeugnisdokumenten nur auf die Corona-Pandemie hingewiesen wird.