Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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12.05.2015 Lektionentafel: Wichtigste Frage für Lehrpersonen noch offen

Medienmitteilung ZLV - Der Bildungsrat hat in der Sitzung vom 27. April einige Leitplanken zur Umset-zung des Lehrplans 21 für den Kanton Zürich gesetzt. Die wichtigste Frage je-doch ist weiterhin offen: Wie wird die Lektionentafel aussehen? Für den ZLV ist klar, dass neue Fächer nur eingeführt werden dürfen, wenn die dafür notwendi-gen Zeitgefässe vorhanden sind.

Nachdem der Lehrplan 21 (LP 21) von der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz abgesegnet worden ist, entscheidet nun jeder Kanton aufgrund seiner eigenen Rechtsgrundlagen über die Einführung. Im Kanton Zürich ist diese für die Jahre zwischen 2017 und 2021 vorgesehen. Zuständig ist der Bildungsrat. Mit seinen Beschlüssen vom 27. April hat das Gremium wichtige Leitplanken für die Einführung des LP 21 festgelegt. Weitere wichtige Fragen stehen an (z.B. Einführungsmodus, Weiterbildung der Lehrpersonen, Beurteilung).

 

In Bezug auf die Lektionentafel sollen bis zur Vernehmlassung 2016 zwei bis vier Varianten vorliegen. Dieser Punkt steht für die Lehrpersonen und wohl auch die meisten anderen Schulakteure im Mittelpunkt des Interesses.

 

Die Lektionentafel legt fest, wie viel Unterrichtszeit auf den verschiedenen Schulstufen für welche Fächer vorzusehen ist. Im Rahmen des LP 21 stellt sich die aktuelle Frage, wie sonst neue Fächer Berufsorientierung und Informations- und Computertechnologie eingeführt werden. Der ZLV ist diesbezüglich dezidiert der Ansicht, dass es die dafür notwendigen zeitlichen Gefässe zwingend braucht. Dies bedeutet, dass es einen Grundsatzentscheid braucht: Werden neue Fächer eingeführt, muss die Stundenzahl anderer Fächer sinken.

 

Interkantonale Koordination der Lektionentafel?

 

Ein weiteres Thema ist in diesem Zusammenhang, wie stark sich die Deutschschweizer Kantone bei der Erarbeitung der Lektionentafel absprechen sollen. Bei genauer Betrachtung muss man den Mittelstufenlehrpersonen der Ostschweiz Recht geben. Deren Botschaft: Wenn es einen gemeinsamen Lehrplan gibt, braucht es auch eine gemeinsame Lektionentafel. Es kann nicht sein, dass die Schülerinnen und Schüler je nach Kanton den gleichen Stoff in unterschiedlich vielen Lektionen erlernen müssen.

 

Der ZLV wird sich engagiert in die Diskussion rund um die Einführung des LP 21 einbringen. Der Verband hofft, dass auch für die Nachfolgerin von Bildungsdirektorin Regine Aeppli gilt, was diese bisher sagte: Ohne den Einbezug der Lehrpersonenverbände und der Schulleitungen kann der LP 21 nicht gelingen.