Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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27.05.2015 Lehrpersonenverbände wehren sich gegen die Einstellung von Personen ohne Lehrdiplom auf der Kindergartenstufe

Medienmitteilung VKZ und ZLV - Das kantonale Volksschulamt (VSA) lässt auf das Schuljahr 2015/16 hin erstmals zu, dass Personen ohne Lehrdiplom unterrichten. Dies soll dazu beitragen, den Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen für die Kindergartenstufe auszuglei-chen. Für ZLV und VKZ ist dies der falsche Weg. Gute Lösungsansätze wären vorhanden. Wichtig und zielführend wären insbesondere, mehr Teilzeitstellen zu schaffen und die Lehrpersonen der Kindergartenstufe angemessen zu entlöhnen.

Die vielen offenen Kindergartenstellen im Kanton Zürich sind besorgniserregend. Nun hat das VSA beschlossen, dass Personen mit einer affinen Ausbildung und Berufserfahrung auf Kindergartenstufe angestellt werden können. Ein Lehrdiplom wird von diesen Personen nicht verlangt. Die betroffene Mitgliederorganisation des ZLV, der Verband Kindergarten Zürich (VKZ), wehrt sich vehement dagegen.

 

Der Mangel an ausgebildeten Lehrpersonen auf der Kindergartenstufe hat sich seit längerer Zeit abgezeichnet. Immer wieder hat der VKZ dem VSA konstruktive und pragmatische Lösungen vorgeschlagen. Es ist nicht akzeptabel, dass das VSA nun eine Scheinlösung festlegt, welche damit den betroffenen Kindern und Eltern schadet und die Qualität der Kindergartenstufe gefährdet. Betroffen ist zudem auch die Primarschule, die ungenügend vorbereitete Kinder übernehmen muss.

 

Teilzeitstellen mit kleinem Pensum schaffen

Der VKZ stellt mit Nachdruck fest, dass für die Zürcher Kindergärten grundsätzlich genügend ausgebildete Fachkräfte vorhanden sind. Leider haben Bildungsdirektion und VSA mit verschiedenen Massnahmen aktiv verhindert, dass dieses Potenzial genutzt werden kann. Insbesondere müssen Teilzeitstellen mit einem kleinen Pensum und verschiedene Jobsharing-Varianten wieder flexibel möglich sein. Nur schon mit diesen an und für sich einfachen Schritten könnte das Reservoir an denjenigen ausgebildeten Kindergartenlehrpersonen angezapft werden, die Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen und deshalb zurzeit nicht arbeiten können. Es gilt mehr Anreize für den Beruf der Lehrpersonen der Kindergartenstufe zu schaffen.

 

Eine weitere Massnahme, um den Beruf Kindergärtner/-in mittelfristig wieder attraktiver zu gestalten, ist die Entlöhnung. Es geht nicht an, dass Lehrpersonen der Kindergartenstufe nicht mit einem 100% Pensum entlöhnt werden. Da die Bildungsdirektion bisher kein Gehör für dieses offensichtliche Argument hatte, hoffen ZLV und VKZ auf einen Erfolg der zurzeit hängigen Lohnklage.