Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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05.10.2018 Der neue Berufsauftrag funktioniert nicht – Lehrpersonenverbände fordern Verbesserungen

Medienmitteilung Lehrpersonenverbände - Die Lehrpersonenverbände ZLV, SekZH, VPOD und assoziierte Verbände konfrontierten am Mittwoch elf Kantonsrätinnen und Kantonsräte an einem bildungspolitischen Podium mit ihren Forderungen zur Verbesserung des neu definierten Berufsauftrages. Die Diskussion machte unter anderem deutlich, dass sich die Vorgabe der Kostenneutralität bei der Umsetzung des neu definierten Berufsauftrages kontraproduktiv auswirkte. Ihre zwölf Forderungen zur Nachbesserung haben die Verbände in einem Forderungspapier zusammengestellt.

Die Lehrpersonenverbände haben 2017 und Mitte 2018 bei den Lehrerinnen und Lehrern je eine Umfrage zum neuen Berufsauftrag (nBA) durchgeführt. Diese zeigten beide eine grosse Unzufriedenheit mit dem auf das Schuljahr 2017/2018 eingeführten Instrument, das die Arbeit der Lehrpersonen messen und sie vor Überlastung schützen soll. Die schlechten Noten für den nBA sind vor allem darauf zurückzuführen, dass die Zeitkontingente für die verschiedenen Aufgaben der Lehrerinnen und Lehrer in allen Bereichen zu klein sind. Weiter sorgen diverse Mängel in der Umsetzung für Irritationen.

Die Verbände stellen daher ein Dutzend Forderungen zur Verbesserung des Berufsauftrags:

Dazu organisierten die Verbände ein bildungspolitisches Podium mit Kantonsrätinnen und Kantonsräten aus allen Fraktionen. Moderiert wurde das Podium von Reto Brennwald. Über 350 Lehrerinnen und Lehrer kamen am Mittwoch, 3. Oktober 2018 ins Züricher Volkshaus und diskutierten engagiert mit. Die Diskussion zeigte deutlich, wie umstritten der Berufsauftrag in seiner jetzigen Ausgestaltung bei den Lehrpersonen ist. Verschiedene Voten machten zudem deutlich, dass für echte Verbesserungen und die Sicherung der Unterrichtsqualität an der Zürcher Volksschule die Kostenneutralität in der Bildung endlich aufgegeben werden muss.

 

An der zweiten Umfrage der Lehrpersonenverbände im Juli 2018 – also nach einem Jahr mit dem nBA – hatten fast ein Viertel aller in der Zürcher Volksschule tätigen Lehrpersonen und therapeutischen Fachpersonen teilgenommen. Rund 60% der Lehrpersonen, die ihre Zeit aufgeschrieben hatten, gaben an, Überzeit zu leisten, um ihre Aufgaben erfüllen zu können. Bei den Klassenlehrpersonen waren es sogar 80%. Damit werden frühere Untersuchungen zur Arbeitszeitbelastung von Lehrpersonen einmal mehr bestätigt.