Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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07.07.2016 Zur Ablehnung der Zürcher Fremdspracheninitiative durch den Regierungsrat

Medienmitteilung des Komitees für nur eine Fremdsprache an der Primarschule - Dass der Zürcher Regierungsrat die Volksinitiative «Mehr Qualität – eine Fremdsprache an der Primarschule» ohne Gegenvorschlag ablehnt ist keine Überraschung. Damit liegt die Zürcher Regierung auf der Linie der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, die das Modell 3/5 hartnäckig verteidigt.

Mit diesem Entscheid ist das Problem mit dem frühen Fremdsprachenlernen aber nicht gelöst. Drei Sprachen bereits in der Primarschule lernen zu müssen, überfordert sehr viele Kinder. Dabei ist der Aufwand sehr gross und wie neuste Studien zeigen, sind die Erfolge vor allem im Französisch äusserst bescheiden.

 

Mit dem neuen Lehrplan sieht sich die Mittelstufe mit den erhöhten Anforderungen im wichtigen Bereich von Natur und Technik sowie mit der Einführung in die Informatik konfrontiert. Da alle Neuerungen kostenneutral erfolgen müssen, werden mit dem Abbau des auch für das Einüben von Fremdsprachen nützlichen Halbklassenunterrichts die Rahmenbedingungen noch verschlechtert. Nur mit der Verschiebung der zweiten Fremdsprache in die Sekundarschule kann Platz für eine solide Umsetzung des Auftrags der Primarschule geschaffen werden. Das bisherige Sprachenkonzept ist wenig effizient und muss grundlegend umgebaut werden.

 

Der Entscheid, welche Fremdsprache in der Primarschule eingeführt werden soll, ist laut Initiativtext Sache des Bildungsrats. Die Initiative ist von dieser Frage nicht direkt betroffen. Ob das Eingreifen des Bundesrats einer überzeugenden Lösung förderlich ist, werden die kommenden Diskussionen in Bund und den Kantonen zeigen.