Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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30.05.2013 Der Berufsauftrag ist auf gutem Weg: Weitere Optimierungen notwendig

Medienmitteilung ZLV - Nach fast einem Jahrzehnt liegt der Entwurf für den Berufsauftrag der Lehrpersonen endlich vor. Der ZLV ist mit der Stossrichtung grundsätzlich einverstanden. Er fordert jedoch, dass Überzeit künftig kompensiert werden kann. Zudem ist der Faktor pro Lektion für die Berechnung der Jahresstunden weiterhin zu tief angesetzt.

Der Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband ist erfreut, dass sich der Berufsauftrag nach vielen Jahren endlich auf der Zielgeraden befindet. Die Vorlage für den Kantonsrat liegt vor und wurde heute von der kantonsrätlichen Kommission für Bildung und Kultur (KBIK) vorgestellt. Die neue Regelung erfüllt die Forderungen des ZLV zwar nicht vollumfänglich, stellt aber für den Moment eine gute Grundlage für die Praxis dar.

 

Die Funktion der Klassenlehrperson wird im Vorschlag mit 100 Stunden angerechnet. Gefordert hatte der ZLV 120 Stunden. Immerhin werden nun jedoch erstmals die Verantwortung und der grosse Zusatzaufwand der Klassenlehrpersonen honoriert. Die Anrechnung pro Lektion liegt mit 58h Jahresstunden pro Lektion ebenfalls höher als in der Vernehmlassung. Die Argumente der Lehrpersonenverbände fanden offenbar Gehör. Mittelfristig wird sich der ZLV dafür einsetzen, dass der Faktor auf 65 Jahresstunden erhöht wird, wie dies auch der Landesverband LCH fordert.

 

Für die Lehrpersonen der Unterstufe gibt es Grund zur Freude und Sorge: Sie werden fortan gleich lange wie die Lehrpersonen der Mittelstufe unterrichten, allerdings „bezahlen“ sie das mit einer Reduktion der Halbklassenlektionen. Im Sinne einer fortschrittlichen Work Life Balance begrüsst der ZLV, dass die Lehrpersonen künftig über einen Teil ihrer Arbeitszeit Rechenschaft ablegen sollen. Allerdings muss im Gegenzug auch die Möglichkeit bestehen Überzeit zu kompensieren.

 

Der Berufsauftrag wird eine solide Grundlage bilden, um die Arbeitszeit der Lehrpersonen zu erfassen und damit auch Daten für allfällige Forderungen des ZLV liefern. Eines ist schon heute klar: Die Arbeit für den Verband wird nicht ausgehen.