Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband
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13.01.2016 ZLV setzt sich gegen Raubbau an der Volksschule ein

Medienmitteilung ZLV - Seit zwei Jahren drücken viele Zürcher Gemeinden die Budgets ihrer Schulen. Dieser Raubbau an den Ressourcen gefährdet das Erreichen der Schulziele immer mehr. Parallel dazu geraten nun die Löhne der Lehrpersonen wieder unter Druck. Der ZLV wird 2016 gegen diese besorgniserregenden Entwicklungen antreten und hat sich deshalb am heutigen Tag der Bildung engagiert.

Die erste oder gar die ersten zwei Runden mit Kürzungen auf Gemeindeebene sind vorbei. Das Resultat sind unter anderem weniger Ressourcen für die Klassen – und dies bei kantonsweit tendenziell steigenden Schülerzahlen. Eine einschneidende Massnahme war vielerorts das Streichen der Gelder für Kurzvikariate und anderer Unterstützungsressourcen für die Lehrpersonen. Das gerade in grossen Klassen wichtige Teamteaching fällt dadurch dem Spardruck zum Opfer. Wenn Lehrpersonen krankheitshalber ausfallen, steht zudem kurzfristig kein Ersatz zur Verfügung. Eine Lehrperson muss in solchen Fällen neben der eigenen Klasse auch noch jene der ausgefallenen Kollegin betreuen – mit entsprechenden Qualitätseinbussen. Betrachtet man die finanzielle Situation der Gemeinden, dürfte sich die Situation für das Schuljahr 2016/2017 weiter verschlechtern.

 

Lehrpersonen zahlen die Zeche

 

Auf Kantonsebene zeichnen sich parallel dazu weitere massive Verschlechterungen für die Rahmenbedingungen der Volksschule ab. Besonders bitter für den ZLV ist, dass die Lehrpersonen ab Schuljahr 2016/2017 keine Einmalzulagen mehr erhalten sollen. Zur Erinnerung: Erst auf das Schuljahr 2014/2015 schaffte der Kanton die fachlich gut begründete Mehrklassenzulage ab und wandelte sie in die Einmalzulage um. Es hiess damals, es gäbe mehr Geld für mehr Leute. Nun soll es bereits gar nichts mehr geben. Der ZLV hatte sich jahrelang gegen die Abschaffung der Mehrklassenzulage gewehrt – wie es sich nun zeigt, mit vollem Recht.

 

Für Stufenanstiege von Lehrpersonen stehen im Budget 2016 zudem nur 0.4% der Lohnsumme zur Verfügung, obwohl sich durch das Ausscheiden älterer Lehrpersonen die Lohnsumme jedes Jahr um mindestens 1% reduziert. Einmal mehr bezahlen damit die Lehrerinnen und Lehrer der Volksschule die Zeche für die missliche Finanzpolitik des Kantons.

 

Der ZLV wehrt sich gegen den immer deutlicher sichtbaren Raubbau an den Ressourcen der Volksschule und an den Löhnen der Lehrpersonen. Mit seiner aktiven Beteiligung am Tag der Bildung setzt er ein Zeichen. Der Verband wird sich 2016 auf allen Ebenen einbringen und mit voller Kraft gegen den Bildungsabbau kämpfen.