Umfrage zum Frühfranzösisch: Klare Mehrheit für Verschiebung
Im Januar haben wir eine Befragung zum Thema Frühfranzösisch und Fremdsprachen im Zyklus 2 durchgeführt. Die Resultate stützen die bisherige Fahrtrichtung des Verbandes: Lehrpersonen sind für die Verschiebung einer Fremdsprache vom Zyklus 2 in den Zyklus 3. Geht es darum, welche Sprache das sein soll, ist sich die überwiegende Mehrheit einig: Mit Französisch solle man später starten.
Wer hat teilgenommen?
An der Umfrage haben 529 Lehrpersonen teilgenommen. Den grössten Anteil stellen Lehrpersonen aus dem Zyklus 2 (3.–6. Klasse) mit 45%, gefolgt von Zyklus 3 (7.–9. Klasse) mit 23%, Zyklus 1 (Kindergarten, 1. & 2. Klasse) mit 17% sowie Lehrpersonen aus Förderangeboten (BBF, SHP, DaZ u. a.) mit 10%. Die direkt Betroffenen sind damit gut vertreten.
Unterrichtsbefähigungen: Grossteil der Befragten ist befähigt, Französisch zu unterrichten
Da Mehrfachantworten möglich waren, beziehen sich die Zahlen auf den Anteil der Antworten. 42% der Nennungen entfallen auf die Befähigung für Französisch im Zyklus 2, 19% auf Zyklus 3. Insgesamt zeigt sich, dass ein erheblicher Teil der Teilnehmenden Erfahrung mit dem Französischunterricht mitbringt – auf beiden Stufen.
Klares Votum: Französisch auf die Sekundarstufe
Die Frage nach der favorisierten Variante liess kaum Raum für Interpretation: 62% der Befragten sprechen sich als favorisierte Variante für eine Verschiebung von Französisch auf die Sekundarstufe aus. 20% möchten eher den Status quo beibehalten, 18% würden stattdessen als erste Wahl Englisch später einführen. Das Resultat ist ziemlich eindeutig – und deckt sich mit der Position des Verbandes.
Was kommt anstelle von Französisch?
Wenn Französisch im Zyklus 2 wegfällt, werden in der 5. und 6. Klasse je drei Lektionen frei. Was soll mit dieser Zeit geschehen? Am häufigsten genannt wurden «ersatzlos streichen» (125 Nennungen) und «durch Leistungsfächer wie Deutsch oder Mathematik ersetzen» (119 Nennungen). Deutlich seltener wünschten sich die Befragten eine Auffüllung durch Gestaltungsfächer (69) oder verschiedene andere Fächer (71). Nur 14 Personen plädierten dafür, die Lektionen mit Englisch zu füllen. Die Botschaft ist klar: Es geht den Lehrpersonen um echte Entlastung von Schüler:innen – nicht um eine blosse Umverteilung. Eine Mischung aus Lektionen streichen und Ersatz durch Leistungsfächer wie Deutsch oder Mathematik könnten hier ein guter Kompromiss sein.
Gewünschte Folgen für den Französischunterricht in Zyklus 3
Wer Französisch in den Zyklus 3 verschiebt, muss auch klären, wie das Fach dort verankert sein soll. Die grosse Mehrheit der Befragten wünscht, dass die bestehenden Französischlektionen in Zyklus 3 so beibehalten werden. Nur wenige möchten die Lektionenzahl erhöhen – sei es durch eine Anhebung der Gesamtstundenzahl oder auf Kosten anderer Fächer. Auch hier zeigt sich: Die Lehrpersonen wollen keine Mehrbelastung, sondern eine sinnvolle Neuverteilung.
ZLV auf Linie seiner Mitglieder
Insgesamt hat sich in der Umfrage ergeben, dass sich die Meinung der Mitglieder mit der bisherigen Stossrichtung zu decken scheint - der Verband setzt sich dafür ein, dass im Zyklus 2 nur noch eine Fremdsprache unterrichtet wird. Muss der Verband eine Präferenz abgeben, dann soll zukünftig Französisch erst auf Sekundarstufe gelehrt werden. Daraus entwickelt die Geschäftsleitung nun ein entsprechendes Positionspapier, das voraussichtlich im Frühsommer 2026 publiziert wird. Wir danken allen Teilnehmenden ganz herzlich, die sich Zeit für die Befragung genommen haben.
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