Medienmitteilung vom 19.01.2026
Mit der angenommenen Lösung wird im Berufsauftrag voraussichtlich ab Schuljahr 2027 / 2028 ein Lektionenfaktor 59 Stunden (bisher 58) verrechnet. Die Pauschale für Lehrpersonen beträgt 160 Stunden (bisher 100). Der Berufsauftrag wurde bei seiner Einführung 2017 so ausgestaltet, dass die Lehrpersonen ihre Aufgaben in der dafür zur Verfügung gestellten Zeit gar nicht erledigen können. Eine Zürcher Lehrperson leistet heute deshalb im Schnitt 8 Wochen unbezahlte Überzeit. Mit dem KBIK-Kompromissvorschlag wird der strukturelle Fehler im Berufsauftrag teilweise korrigiert. Der ZLV akzeptiert dieses Resultat. Der Verband anerkennt, dass weitere Schritte finanzpolitisch nicht tragbar wären.
ZLV-Präsidentin Lena Fleisch sagt: «Die Verbesserung des Berufsauftrag stellt für die Lehrpersonen eine Anerkennung der realen Situation und ihrer geleisteten Arbeit dar. Das wird dazu führen, dass Lehrpersonen wieder höhere Pensen übernehmen können. Sie müssen sich keine Sorgen mehr machen, dass sie mit unbezahlter Überzeit rechnen müssen.» Der ZLV dankt den Parteien und Kantonsrätinnen und -räten, die ihre Verantwortung für die Qualität der Volksschule wahrgenommen haben.
Damit der KBIK-Kompromiss als angenommen gilt, muss er noch in der Redaktionslesung bestätigt werden. Danach könnten die Parteien, welche den Kompromiss heute abgelehnt haben, das Referendum ergreifen. Denselben Schritt erwägt aus finanzpolitischen Überlegungen auch der Gemeindepräsidentenverband. Der ZLV ersucht alle, den Kompromiss mitzutragen und für eine funktionsfähige und starke Volksschule auf ein Referendum zu verzichten.
Klassenlehrpersonen sehr wichtig für schulischen Erfolg
Die Arbeitszeitpauschale für die im Schulalltag sehr wichtigen Klassenlehrpersonen setzt die Zahl der Stunden fest, die einer Klassenlehrperson an ihre Jahresarbeitszeit von netto 1890 Stunden für eine Vollzeitstelle (das entspricht einer 42-Stunden-Woche, wie bei anderen kantonalen Angestellten) angerechnet werden. Diese Zeit braucht eine Klassenlehrperson über das Jahr verteilt für Elterngespräche und -kontakte, für die Organisation von Ausflügen und Klassenlagern, die Vorbereitung von Schulprojekten, die Vermittlung bei Konflikten und für viele andere Aufgaben. Die Regierung wollte die Arbeitszeitpauschale der Klassenlehrpersonen nur von 100 auf 120 Stunden pro Jahr erhöhen. Mit 160 Stunden wird für die Klassenlehrpersonen eine merkbare Verbesserung resultieren.
Der Lektionenfaktor legt die Zahl der Stunden fest, die einer Lehrperson pro Lektion im Stundenplan an die Jahresarbeitszeit angerechnet werden. Unterrichtet sie zum Beispiel 20 Lektionen pro Woche, werden ihr mit dem heutigen Lektionenfaktor 20x58 Stunden angerechnet – also 1160 Stunden. Die Regierung wollte den Lektionenfaktor bei 58 Stunden belassen. Zusammen mit der Erhöhung der Arbeitszeitpauschale für die Klassenlehrpersonen erachtet der ZLV den Lektionenfaktor von 59 Stunden als tragbaren Kompromiss.
